Travail.Suisse fordert glaubwürdige Antworten auf Herausforderungen der Zuwanderung auf dem Arbeitsmarkt

Der Bundesrat hat heute Massnahmen kommuniziert, mit denen er den Herausforderungen der Zuwanderung auf dem Arbeitsmarkt begegnen will. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, erachtet die präsentierten Massnahmen zwar grundsätzlich als Fortschritt. Das Massnahmenpaket fällt angesichts der Herausforderungen, mit denen sich die Arbeitnehmenden konfrontiert sehen, aber überaus dürftig aus. Ohne Nachbesserungen bleibt der Bundesrat glaubwürdige Antworten schuldig. Für Travail.Suisse steht jedoch ausser Frage, dass die gefährliche Nachhaltigkeitsinitiative abgelehnt werden muss.
Mit den heute vom Bundesrat präsentierten Massnahmen will dieser den mit der Zuwanderung verbundenen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt begegnen. Er schlägt dazu insbesondere Massnahmen zur besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials vor, welches bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Dies gilt insbesondere für Frauen und ältere Arbeitnehmende. Die vom Bundesrat im Handlungsfeld Arbeitsmarkt vorgesehenen Massnahmen zielen deshalb darauf ab, die Perspektiven der inländischen Arbeitnehmenden zu verbessern und ihnen den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dieser Ansatz ist nachvollziehbar. Er adressiert damit aber nur einen kleinen Teil der Herausforderungen.
Kernstück der bundesrätlichen Massnahmen bildet die neue Strategie der öffentlichen Arbeitsvermittlung (Strategie öAV). Sie zielt unter anderem darauf ab, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Stellensuchende zu verbessern, die individuelle und bedarfsorientierte Beratung zu fördern oder die arbeitsmarktlichen Netzwerke der Arbeitsvermittlung zu verbessern. Mit der neuen Strategie setzt sich die öffentliche Arbeitsvermittlung sehr ambitionierte Ziele. Ihre Umsetzung wird die Stellensuchenden bei der Arbeitssuche wirksamer unterstützen und den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt fördern. «Für die inländischen Arbeitnehmenden schafft die Arbeitsvermittlung mit der neuen Strategie bessere Chancen und Zukunftsperspektiven auch in einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt. Sie ist ein wichtiger Puzzlestein zur Stärkung der inländischen Arbeitnehmenden» so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.
Mit dem Massnahmenpaket zur weiteren Stärkung der inländischen Arbeitnehmenden geht der Bundesrat einen Schritt in die richtige Richtung. Angesichts der Herausforderungen, welchen sich die Bevölkerung etwa bei der Kaufkraft, der Wohnungssuche oder den Arbeitsbedingungen gegenübersieht, ist das Massnahmenpaket des Bundesrats jedoch ungenügend. Der Bundesrat wird damit kaum glaubwürdig in die Arena steigen können. «Wirksame Massnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Zuwanderung sind der richtige Weg. Doch der Bundesrat präsentiert nach seiner heutigen Sitzung einen äusserst spärlichen Strauss an Massnahmen. Damit liefert er mehr Fragen als Antworten», so Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, und er ergänzt: “Trotz der Kritik ist für Travail.Suisse klar, dass wir diese gefährliche Initiative mit aller Kraft ablehnen, weil sie den Wohlstand, die Löhne, den Lohnschutz und die Arbeitsbedingungen in der Schweiz gefährdet.”