Familienzeit-Initiative ist lanciert: für eine starke Gesellschaft und eine starke Wirtschaft

Heute feierten auf dem Bundesplatz in Bern das Initiativkomitee, Vertreter:innen der Trägerorganisationen, gemeinsam mit Familien und anderen Engagierten die Lancierung der Familienzeit-Initiative. Ab heute werden die Unterschriften für die Eidgenössische Volksinitiative «Starke Gesellschaft und starke Wirtschaft dank Elternzeit (Familienzeit-Initiative)» gesammelt.
Gemäss den Initiantinnen und Initianten ist die Familienzeit ein «tragendes Generationenwerk», sie fördert den Zusammenhalt aller Generationen der Schweiz. Ein Land, das Kinder und Fachkräfte will, muss in die Vereinbarkeit investieren. Mit je 18 Wochen Elternzeit für beide Elternteile wird Elternschaft als gemeinsame Verantwortung verankert, indem sie eine gleichberechtigte Aufteilung der Care- und Betreuungsarbeit innerhalb der Familie ermöglicht. Die Initiative leistet damit einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel, indem sie insbesondere Müttern den Wiedereinstieg erleichtert. Ausserdem wird das Kindeswohl gefördert, unter anderem dank besserer Gesundheit von Eltern und Kindern und einer gestärkten Vater-Kind-Beziehung.
Viele Engagierte, Familien und Kinder feiern den Sammelstart auf dem Bundesplatz
Zum Sammelstart geladen haben die Trägerorganisationen der Familienzeit-Initiative: alliance F, GRÜNE Schweiz, Grünliberale Partei Schweiz, Mitte Frauen Schweiz und Travail.Suisse. Die Initiative wird unterstützt von zahlreichen weiteren Organisationen, die ebenfalls am Lancierungsevent anwesend waren, darunter die SP Schweiz, die EVP Schweiz, der Schweizerische Hebammenverband und Pro Familia. Vor einer freudigen und feierlichen Kulisse von zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern präsentierten 14 Mitglieder des Initiativkomitees ihre Argumente für die Familienzeit-Initiative.
Eine Investition, die sich lohnt!
Florence Brenzikofer, Nationalrätin GRÜNE/BL, begründet ihre Unterstützung persönlich: «Es ist höchste Zeit für eine nationale Regelung der Familienzeit. Ich setze mich seit 25 Jahren für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und für mehr Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern. Denn als Mutter von drei erwachsenen Kindern weiss ich: Elternschaft ist geteilte Verantwortung.»
Dominik Blunschy ist Mitte-Nationalrat aus Schwyz, seit einigen Monaten Vater, und er ist der Enkel der ersten Nationalratspräsidentin der Schweiz, Elisabeth Blunschy. Für ihn ist die Familienzeit-Initiative also eine persönliche Angelegenheit: «Es ist mir eine besondere Freude, diese Initiative von Anfang an mitzutragen. Wir schaffen hier ein tragendes Generationenwerk, das Familien stärkt und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt.»
Kathrin Bertschy, Co-Präsidentin von alliance F und Nationalrätin GLP/BE, sagt: «Die Familienzeit bringt die tatsächliche Gleichstellung einen grossen Schritt voran. Viele Mütter wollen mehr bezahlt arbeiten und viele Väter wollen mehr Kinderbetreuung übernehmen, diese Initiative macht das möglich.»
Adrian Wüthrich hat als Präsident von Travail.Suisse bereits an vorderster Front für den Vaterschaftsurlaub gekämpft und sieht in der Familienzeit eine selbstverständliche Weiterführung dieses Engagements: «Die Familienzeit-Initiative verbessert die Situation gerade für Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen erheblich, denn sie sieht für diese einen Erwerbsersatz von 100% vor – damit niemand aus finanziellen Gründen auf die Familienzeit verzichten muss.»
Der Zürcher Nationalrat Patrick Hässig streicht weitere Vorteile hervor: «Als GLP-Nationalrat und Pflegefachmann unterstütze ich die Familienzeit-Initiative, weil sie Eltern entlastet und so ihre Gesundheit stärkt, und weil die Initiative dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Die Familienzeit ist eine Investition, die sich lohnt.»
Unterstützung für Mütter und die Perspektive der Hebammen
Min Li Marti, SP-Nationalrätin aus Zürich, sieht in der Familienzeit-Initiative eine markante Verbesserung für Frauen: «Wenn wir die heute geltenden Urlaube verlängern als Elternzeit, entlasten wir insbesondere die Mütter, die mehr Unterstützung erhalten und freier über ihre Erwerbstätigkeit entscheiden können.»
Der Schweizerische Hebammenverband unterstützt die Initiative mit zwei Vertreterinnen im Komitee. Präsidentin Petra Graf begründet dieses grosse Engagement so: «Als Hebamme weiss ich, was Familien in den Wochen vor und nach der Geburt brauchen. Mehr Zeit gemeinsam, für das Kind, und als Familie, bietet den optimalen Start ins Leben.»
Die Zürcher Mitte-Nationalrätin Yvonne Bürgin setzt bei den wirtschaftlichen Effekten an: «Die Familienzeit-Initiative ist eine Investition, die sich lohnt! Der Nutzen ist höher als die Kosten: dank höherer Erwerbstätigkeit von Müttern und dank tieferen Gesundheits- und Sozialkosten.»
Christina Bachmann-Roth, Präsidentin Mitte Frauen Schweiz, ergänzt: «Unsere Initiative gibt Müttern die Möglichkeit, in höheren Pensen im Erwerbsleben zu bleiben, indem der Vater mehr Kinderbetreuung und Hausarbeit übernimmt.»
Zum Abschluss des heutigen Lancierungsevents schwörte die Künstlerin Sophie Hunger die Engagierten für die anstehende Unterschriftensammlung ein: «In der Musik und auch in der Literatur muss man lange arbeiten, und immer an allen Details feilen, bis man dann endlich rausgehen und – hoffentlich – die Leute begeistern kann. Mit der Familienzeit-Initiative sind wir jetzt an diesem Punkt. Lasst uns jetzt rausgehen: auf die Strassen, in die Quartiere und in unsere Bekanntenkreise.»
Eckwerte der Familienzeit-Initiative
Die Familienzeit-Initiative sieht für beide Elternteile je 18 Wochen Elternzeit vor, die nicht übertragbar und grundsätzlich alternierend zu beziehen sind. Nur ein Viertel kann gleichzeitig bezogen werden, mit Ausnahmen aus gesundheitlichen Gründen. Auch soll bei tiefen Einkommen der Erwerbsersatz von heute 80% bis auf 100% des Einkommens steigen – damit nicht aus finanziellen Gründen auf die Elternzeit verzichtet wird.
Die Familienzeit-Initiative wird getragen von einer breiten, überparteilichen Allianz:
alliance F, GRÜNE Schweiz, Grünliberale Partei Schweiz, Mitte Frauen Schweiz und Travail.Suisse. Im Initiativkomitee sind zudem Exponent:innen der FDP, EVP, SP, sowie Vertreter:innen aus Wirtschaft, Fachkreisen und weiteren unterstützenden Organisationen.
Alle Mitglieder des Initiativkomitees:
Laetitia Ammon (Präsidentin der Genfer Sektion des Schweizerischen Hebammenverbands), Gerhard Andrey (Nationalrat GRÜNE/FR), Christina Bachmann-Roth (Präsidentin Mitte Frauen Schweiz), Kathrin Bertschy (Nationalrätin GLP/BE und Co-Präsidentin alliance F), Dominik Blunschy (Nationalrat Mitte/SZ), Florence Brenzikofer (Nationalrätin GRÜNE/BL), Yvonne Bürgin (Nationalrätin Mitte/ZH), Claudine Esseiva (Grossrätin FDP/BE und Vorstandsmitglied alliance F), Yvonne Feri (Präsidentin Syna und ehem. Nationalrätin SP/ZH), Giorgio Fonio (Nationalrat Mitte/TI und Vizepräsident Travail.Suisse), Greta Gysin (Nationalrätin GRÜNE/TI und Präsidentin transfair), Patrick Hässig (Nationalrat GLP/ZH), Sophie Hunger (Musikerin und Autorin), Matthias Samuel Jauslin (Nationalrat GLP/AG und KMU-Unternehmer), Philippe Kühni (KMU-Unternehmer), Claudio Kuster (Stiftungsrat Stiftung für direkte Demokratie), Min Li Marti (Nationalrätin SP/ZH und Vorstandsmitglied alliance F), Lisa Mazzone (Präsidentin GRÜNE Schweiz), Thomas Méchineau (Geschäftsleiter Regenbogenfamilien), Léonore Porchet (Nationalrätin GRÜNE/VD und Vizepräsidentin Travail.Suisse), Lilian Studer (Präsidentin EVP Schweiz), Markus Theunert (Gesamtleiter männer.ch), Andrea Weber-Käser (Geschäftsführerin Schweizerischer Hebammenverband), Eveline Widmer-Schlumpf (ehem. Bundesrätin), Adrian Wüthrich (Präsident Travail.Suisse und ehem. Nationalrat SP/BE).