Themen – Weitere Schwerpunkte – Energie und Klima

Vorstand von Travail.Suisse fasst Parole für die Abstimmung vom 27. November 2016

Der Vorstand von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, hat an seiner gestrigen Sitzung die Parole zur eidgenössischen Volksabstimmung vom 27. November gefasst und Stimmfreigabe für die Eidgenössische Volksinitiative „Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)“ beschlossen. mehr

Die Atomausstiegsinitiative fordert das Bau- und Betriebsverbot für neue und maximale Laufzeiten von 45 Jahren für bestehende Kernkraftwerke. Darüber hinaus fordert die Initiative für den geordneten Atomausstieg eine Energiewende, die auf Einsparungen, Energieeffizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien basiert.

Falls die Sicherheitsüberprüfungen ergeben, dass ein Kernkraftwerk nicht mehr betrieben werden kann, soll es nach Ansicht des Vorstands von Travail.Suisse geordnet abgeschaltet werden müssen. Dafür ist wie aktuell bei Mühleberg eine längerfristige Planung nötig. Diese Planung wäre bei einer Abschaltung der älteren Kernkraftwerke gemäss den von der Initiative geforderten Fristen indes nicht mehr gewährleistet. Das würde auch die Umschulung des betroffenen Personals verunmöglichen. Der Vorstand bedauert, dass es nicht gelungen ist, die Frage der Laufzeit der Kernkraftwerke in der Energiestrategie 2015 klarer zu regeln. Deshalb hat der Vorstand von Travail.Suisse Stimmfreigabe zur Atomausstiegsinitiative beschlossen.

Mehr Informationen :
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, Tel. 031 370 21 11, Mobile: 079 287 04 93

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2016 09 01 PAROLEN-zu-eidg-Abstimmung 27-11-16 d (002).docx 46 KB

01. September 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Abstimmung vom 25. September 2016: Nachhaltige Wirtschaft ist im Interesse der Arbeitnehmenden, aber auch der Wirtschaft

Mit der Initiative der Grünen für eine nachhaltige Wirtschaft würde die Schweizer Wirtschaft effizienter und nachhaltiger. Ressourcen weniger zu verschwenden und besser zu bewirtschaften, liegt auch im Interesse der Arbeitnehmenden, denn nur so ist es möglich, eine intakte Umwelt zu bewahren und den Wohlstand langfristig zu sichern. Für die Wirtschaft ist die Initiative mehr Chance als Verpflichtung, da sie Anreize für energiesparende und ressourcenschonende Innovationen setzt, was auch die Produktionskosten senkt. Eine nachhaltige Wirtschaft würde ausserdem eine beträchtliche Zahl von qualifizierten, nachhaltigen Arbeitsplätzen in der ganzen Schweiz schaffen. mehr

Die Initiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)» will in der Bundesverfassung die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft verankern, d.h. einer Wirtschaft, die möglichst wenig Ressourcen verschwendet oder diese wieder in den Produktionszyklus zurückführt. Zur Verwirklichung der Grundsätze der nachhaltigen Wirtschaft soll der Bund gemäss Initiative mittel- und langfristige Ziele festlegen. Er kann dazu Forschung und Innovation fördern, Vorschriften für Produktionsprozesse und -produkte erlassen und Lenkungssteuern auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen erheben, die aber haushaltsneutral sein müssen. Auf neue Steuern wird somit verzichtet. In den Übergangsbestimmungen der Verfassung sieht die Initiative eine substanzielle Reduktion des «ökologischen Fussabdrucks» der Schweiz vor.

Reduktion des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz: Wir haben keine Wahl!

Der ökologische Fussabdruck gibt an, welche Produktionsfläche ein Land oder die Menschheit zur Verfügung hat, um den eigenen Bedarf erneuerbar zu decken. Die Schweiz hat einen wesentlich zu grossen Fussabdruck. Wenn sie keine Massnahmen ergreift, um diesen deutlich zu reduzieren, wird sie dies langfristig teurer zu stehen kommen. Denn nichts zu unternehmen bedeutet, Ressourcen auf eine nicht nachhaltige Weise zu verbrauchen und damit die Grundlagen für die weitere Entwicklung der Wirtschaft zu zerstören. Ein sehr schlechter Zustand der Umwelt ist für die Wirtschaft und damit für die Beschäftigung äusserst schädlich. Die Initiative legt für die deutliche Reduktion des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz die Frist von 2050 fest. Das Ziel ist erreichbar, wenn unverzüglich die dazu notwendigen Massnahmen getroffen werden, und steht in Einklang mit der Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen pro Kopf bis 2050 auf eine Tonne zu beschränken.

Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Initiative für eine nachhaltige Wirtschaft bewusst und beschloss 2014, dieser einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) entgegenzusetzen. Trotz eines mehrheitlich positiven Echos im Vernehmlassungsverfahren hat das Parlament den Entwurf zuerst verwässert und dann ganz begraben, weil die Wirtschaftslobby darin nur wirtschaftsfeindliche Vorschriften sieht und entsprechend Druck machte.

Somit wurde die Chance verpasst, in der Revision des USG vorgesehene und für eine nachhaltige Wirtschaft wichtige Bestimmungen zu erlassen, beispielsweise für die Berücksichtigung der im Ausland anfallenden Umweltbelastung von importierten Rohstoffen und Fertigprodukten, die Nachverfolgbarkeit der Produkte oder die Wiederverwertung von Abfällen, die seltene Metalle enthalten, mit der in der Schweiz neue Stellen geschaffen worden wären.

Erhalt und Schaffung neuer Arbeitsplätze

Vermutlich hätte die Initiative zurückgezogen werden können, wenn das Parlament der Revision des USG zugestimmt hätte. Nun bleibt nur der Weg über die Initiative, damit der Druck aufrecht erhalten werden kann, den es braucht, um die Nachhaltigkeit der Wirtschaftsprozesse weiter zu fördern und zu stärken. Es ist daher wichtig, dass die Initiative zumindest gut abschneidet. Andernfalls wird die Schweiz ihre Wirtschaft nur zögerlich nachhaltiger gestalten und damit der Innovationskraft und der Investitionsbereitschaft in die Cleantech schaden. Dadurch würde die Entstehung neuer, vielversprechender und zukunftsgerichteter Arbeitsplätze beeinträchtigt. Für die Arbeitnehmenden bedeutet die Initiative somit eine Chance, den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Schaffung neuer Stellen zu unterstützen, da sie insbesondere der Innovation Impulse verleiht und die Rezyklierung fördert.

In diesem Kontext ist daran zu erinnern, dass die Schweiz sich verpflichtet hat, die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung 1 bis 2030 umzusetzen. Mehrere dieser Ziele betreffen die nachhaltige Wirtschaft, beispielsweise das Ziel Nr. 12 («Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen») und das Ziel Nr. 8 («Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern»). An der Internationalen Arbeitskonferenz vom Juni 2016 in Genf setzte sich die Schweiz dafür ein, dass eine Liste mit aussagekräftigen Indikatoren erstellt wird, die als Grundlage zur Verwirklichung dieses Ziels dient, und sie betonte die zentrale Rolle der Unternehmen und der Schaffung von Partnerschaften für die Erreichung dieses Ziels. Im Rahmen des gesetzgeberischen Prozesses, aber auch der Sozialpartnerschaft sind Travail.Suisse und ihre Verbände bereit, sich in diesem Sinne zu engagieren.

Schliesslich trägt die Schweiz, wenn sie ihre Wirtschaft in Richtung eines ressourceneffizienteren Konsums lenkt, auch zu einer gerechteren Welt bei, und sie gewinnt international an Glaubwürdigkeit.
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p(footnote). 1 Die UNO-Generalversammlung hat im Herbst 2015 die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG) verabschiedet. Diese enthalten sowohl Ziele für die Förderung der Entwicklung armer Länder als auch Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die alle Länder betreffen.

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22. August 2016, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Klimakonferenz von Paris: Ein starkes Zeichen, aber jetzt gilt es zu handeln

Die 21. Konferenz der Vertragsparteien (COP 21) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen (UNFCCC) endet mit der Verabschiedung eines für alle Länder verbindlichen internationalen Abkommens, das die Begrenzung der Erderwärmung im 21. Jahrhundert auf maximal 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1.5 Grad Celsius anstrebt. Dieses Ziel wird von der Gewerkschaftsbewegung unterstützt, da ein «toter Planet» auch für den Arbeitsmarkt das schlimmstmögliche Szenario darstellt. Fortan gilt es jedoch, auch das Konzept des fairen Übergangs und der menschenwürdigen Arbeit verstärkt in die Klimaproblematik einzubeziehen. mehr

Anlässlich der im Nachgang zum Kyoto-Protokoll 1 bisher stattgefundenen Klimaverhandlungen (Klimagipfel von Kopenhagen (2009), Klimakonferenz im südafrikanischen Durban (2011)) gelang es den Teilnehmerländern nicht, sich auf verbindliche Ziele zu einigen. Die Klimakonferenz von Paris verabschiedete ein Abkommen, welches ab 2020 das Kyoto-Protokoll ablösen soll.

Die drei Ziele von Paris wurden erreicht

Die Pariser Klimakonferenz verfolgte drei Hauptziele:

- Festlegen verbindlicher Treibhausgas-Reduktionsverpflichtungen pro Land unter Berücksichtigung des Grundsatzes der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung, wonach die Industrieländer zu Recht eine grössere Verantwortung übernehmen sollen als die Entwicklungsländer;

- Festlegen der Modalitäten für die Überarbeitung des Abkommens. Es muss überprüft werden können, ob die Ziele erreicht wurden. Auf Grund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse könnten sich die festgelegten Ziele nämlich als ungenügend erweisen, weshalb es möglich sein muss, das Abkommen zu überarbeiten;

- Finden einer geeigneten Finanzierung für die am wenigsten entwickelten Länder. Die von den Industrieländern versprochene Finanzierung muss geleistet werden, aber nicht auf Kosten der bestehenden Entwicklungshilfe. Folglich müssen zusätzliche Finanzmittel aufgebracht werden. Denkbar wären eine Finanztransaktionssteuer oder die schrittweise Abschaffung von umweltschädlichen Subventionen.

Das in Paris verabschiedete Abkommen kann als Erfolg gewertet werden, da die drei verfolgten Ziele erreicht worden sind. Es gilt jetzt genau zu überprüfen, ob die nationalen Ziele in Bezug auf die Reduktion der Treibhausgase auch umgesetzt werden. Die fehlenden Sanktionen bei Nichteinhaltung dieser Ziele sind diesbezüglich ein Schwachpunkt. Handeln ist auf jeden Fall angesagt, da die aktuellen nationalen Ziele die Erderwärmung eher bei 3 statt 2 Grad Celsius und schon gar nicht bei 1.5 Grad Celsius beschränken.

Gemäss des fünften Berichts der Internationalen Sachverständigengruppe für Klimaveränderungen (IPCC) aus dem Jahr 2014 müssen die globalen Emissionen um 40 bis 70 Prozent gegenüber 2010 verringert werden, wenn die Klimaerwärmung auf einem Niveau stabilisiert werden soll, das für die Erde und ihre Bewohner keine existentielle Bedrohung darstellt. Für die Industrieländer bedeutet dies eine Senkung ihres CO2-Ausstosses um 80 Prozent.

Nicht nur auf den technologischen Fortschritt setzen

Dass diese Ziele allein durch den technologischen Fortschritt erreicht werden können, ist alles andere als sicher. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass seit 1990 der Kohlenstoffanteil an der Produktion jährlich um insgesamt 0,7 Prozent zurückgegangen ist. Da die Wirtschaft sich jedoch schneller entwickelte als die Technologie, hat der CO2-Ausstoss um zwei Prozent pro Jahr zugenommen. 2

Aus diesem Grund drängen sich auch Massnahmen zur Veränderung der Konsumgewohnheiten auf. Vergessen wird ferner, dass die Arbeitnehmenden je nach Branche unterschiedlich vom Klimawandel betroffen sein werden. Zu den Gewinnern gehören beispielsweise die Sektoren der Energieeffizienz oder der erneuerbaren Energien, während im Bereich der fossilen Energie, im motorisierten Verkehr, im Bergbau oder in sehr energieintensiven Industrien die Beschäftigten Gefahr laufen, ihre Stelle zu verlieren.

Deshalb darf sich ein internationales Klimaabkommen nicht nur die Verminderung des Treibhausgasausstosses zum Ziel setzen, sondern muss sich auch mit den möglichen verheerenden Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Arbeitsbedingungen befassen. Die unerlässliche Ökologisierung der Wirtschaft bedingt nämlich eine grundlegende Veränderung der Produktionsmethoden.

Je nach Wirtschaftsstruktur eines Landes besteht gegebenenfalls die Notwendigkeit, einen «fairen Übergang» vorzusehen, damit die Arbeitnehmenden der «Verliererbranchen» Aus- und Umschulungsprogramme besuchen und eine neue Stelle finden können.

In sozialer Hinsicht könnte die Reduktion der Treibhausgasemissionen zu einer erheblichen Erhöhung des Strompreises oder der Heizkosten führen, worunter die einkommensschwächeren Haushalte stärker zu leiden hätten, da die Energiekosten einen im Verhältnis höheren Anteil ihres Einkommens ausmachen als bei wohlhabenderen Haushalten. Die niedrigen Einkommen haben auch einen geringeren Handlungsspielraum als die vermögenderen Bevölkerungsschichten, um fossile durch saubere Energien zu ersetzen.

Aus diesen Gründen verlangt die internationale Gewerkschaftsbewegung, die in der Schweiz durch Travail.Suisse vertreten wird, dass in den internationalen Klimagesprächen auch die Frage des fairen Übergangs thematisiert wird. Es gilt Massnahmen wie die Förderung von Ausbildungen und Kompetenzen im Bereich Cleantech, die Achtung der gewerkschaftlichen Rechte und die Mitwirkung der Arbeitnehmenden vorzusehen, um die Auswirkungen der Treibhausgasreduktionen auf die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt abzufedern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Umstellung von einer kohlenstoffintensiven auf eine «dekarbonisierte» Wirtschaft während des Übergangs an der mangelnden Unterstützung der Beschäftigten scheitert.

Ein Schritt in diese Richtung wurde an der Klimakonferenz von Cancún 2010 mit der Erwähnung des fairen Übergangs in der Schlusserklärung bereits gemacht: «Die Parteien stellen fest, dass der Kampf gegen den Klimawandel einen Paradigmenwechsel erfordert, damit eine Gesellschaft mit geringen Kohlenstoffemissionen entstehen kann, die zahlreiche Möglichkeiten bietet sowie ein hohes Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung sicherstellt, die auf innovativen Technologien, einen nachhaltigen Verbrauch und nachhaltige Lebensweisen beruhen. Gleichzeitig soll für die Arbeitskräfte ein fairer Übergang gewährleistet werden, der eine menschenwürdige Arbeit und hochwertige Arbeitsplätze schafft. ^3^»

Der faire Übergang wird im Pariser Abkommen nur am Rand erwähnt

Den Begriff des fairen Übergangs gilt es nun genauer zu definieren. Zu diesem Zweck wäre es zu begrüssen, wenn die diesbezüglichen Kenntnisse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit einbezogen würden. Die ILO hat nämlich eine grüne Initiative verabschiedet, deren Ziel es ist, die ILO so auszustatten, dass sie bei der Erleichterung des Übergangs zu einem kohlenstoffarmen nachhaltigen Entwicklungspfad durch die Integration einer praktischen Dimension der menschenwürdigen Arbeit uneingeschränkt ihre Rolle wahrnehmen kann. Während der Internationalen Arbeitskonferenz im Juni 2015 hat sie ein Gipfeltreffen zum Thema Klimawandel und Arbeitswelt organisiert. Ausserdem beabsichtigt die ILO, die an der Klimakonferenz in Paris teilgenommen hat, ihre Arbeit an einer Strategie für einen fairen Übergang zu intensivieren.

Das Abkommen von Paris erwähnt das Gebot des fairen Übergangs nur am Rand. Es muss also noch viel Sensibilisierungsarbeit geleistet werden, damit in Zukunft der Grundsatz des fairen Übergangs und der menschenwürdigen Arbeit als wesentlicher Beitrag im Kampf gegen die Klimaerwärmung anerkannt und übernommen wird.

1 Das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll war das erste internationale Instrument, mit welchem sich die Länder, die es ratifizierten, zur Verringerung der Treibhausgasemissionen verpflichteten. Es hatte jedoch nie die nötige Bedeutung, da weder China noch die USA das Protokoll je unterzeichnet haben. Die Schweiz verpflichtete sich, im Zeitraum 2013-2020 ihre Emissionen im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu senken, was den Vorgaben des geltenden CO2-Gesetzes entspricht.
2 Vgl. Kapitel Umwelt- und Klimapolitik, S. 87-109 des Buches «Zur Unübersichtlichkeit der Welt. Entwicklungspolitische Analysen und Aktionen», Editions d’en bas, Alliance Sud, 2015.
3 Abkommen von Cancún, 1. Gemeinsame Vision für eine langfristige Entwicklungszusammenarbeit, Dezember 2010.

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14. Dezember 2015, Denis Torche, Leiter Energie- und Umweltpolitik Drucker-icon

Den Arbeitnehmenden in der Schweiz eine starke Stimme sein: Für Arbeit mit Zukunft

Drei grosse Themen werden uns in den nächsten vier Jahren beschäftigen: unser Verhältnis zu Europa, die Sicherung der Altersvorsorge und der Klimaschutz. Ein paar Gedanken dazu. mehr

Die latente Unsicherheit nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative beschäftigt – neben der Aufgabe des Euro-Mindestkurses – nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Arbeitnehmenden. Die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union sind wichtig für den Erhalt des Wohlstandes in der Schweiz, für die Sicherung vieler Arbeitsplätze. Das war und ist das Hauptargument für ein Ja zu den Bilateralen. Wir müssen für eine nächste Abstimmung (wahrscheinlich im Jahr 2017) erneut aufzeigen, dass die Personenfreizügigkeit und die damit verbundene Zuwanderung für uns alle bewältigbar sind. Ich höre ab und zu, dass lieber auf zusätzlichen Wohlstand verzichtet wird, wenn damit nicht mehr Leute aus dem Ausland in die Schweiz kommen. Die Politik muss die Bedenken ernst nehmen und Antworten liefern. Wer viel Geld hat, merkt von der Zuwanderung weniger. Das breite Volk spürt die Enge und nimmt die Veränderung wahr. Wir werden verbesserte Flankierende Massnahmen einfordern, damit die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Schweiz geschützt bleiben. Dafür werden wir uns auch bei unseren Partnern auf Europäischer Ebene einsetzen. Eines ist klar: Wer die Flankierenden Massnahmen als notwendiges Übel anschaut und ihre Verbesserung hintertreibt, riskiert einen europapolitischen Scherbenhaufen.

Sicherung der Altersvorsorge nicht zu Lasten der Beschäftigten

Die aktuell diskutierte Sicherung der Altersvorsorge ist ein weiteres sehr wichtiges Geschäft für Travail.Suisse. Sie ist für die Arbeitnehmenden von grosser Wichtigkeit. Wir wollen gute Renten und brauchen dafür eine solide Finanzierung. Der Ständerat hat die Vorschläge seiner Kommission beraten und unterstützt. In der Vorlage sind allerdings viele bittere Pillen enthalten. Damit die Revision verdaubar wird, sind Verbesserungen nötig. Positiv hervorzuheben ist, dass nach 20 Jahren die AHV-Renten endlich wieder einmal erhöht werden. Allerdings vermag diese Erhöhung die drastischen Auswirkungen der Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule nicht aufzuwiegen.

Dass es noch schlimmer kommen könnte, zeigen Äusserungen verschiedener Politiker zu Rentenalter 67. Auf Smartvote sagen über 80 Prozent der Parlamentarierinnen und Parlamentarier von FDP und SVP Ja zur Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre.


h2. Klimapolitik für gute Arbeit

Als drittes grosses Thema ist die Klimapolitik zu erwähnen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Aber wir haben diesen Sommer wieder erfahren, wie es ist, wenn es länger sehr heiss ist. Es belastet uns, auch an der Arbeit. Die Klimaveränderung führt dazu, dass es auf der Erde immer wärmer wird. Schaffen wir es mit geeigneten Massnahmen nicht, den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf zwei Grad zu begrenzen, hat dies auch in der Schweiz negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmenden.

Schon lange werden international Verhandlungen geführt für ein weltweites Abkommen. Es braucht in unserer globalisierten Wirtschaft gemeinsame Lösungen, alle müssen sich an Regeln halten. Sonst profitieren jene, die sich nicht an die Regeln halten zu Lasten derer, die sich für das Klima anpassen. Wenn die Länder dieser Welt nichts tun, wird es noch wärmer. Wir sollten reagieren und das nicht erst, wenn es zu spät ist. Ende dieses Jahres bietet sich wieder eine Möglichkeit: In Paris findet eine weitere UNO-Klimakonferenz statt. Ich hoffe sehr, dass sich die Staaten finden können und Massnahmen zur Rettung unserer Erde beschliessen. Die Verhandlungen müssen aber auch nach 2015 weitergehen. Auch die Schweiz ist gefordert. Dass es schon nicht einfach ist, gemeinsame Lösungen im eigenen Land zu finden, zeigen die harschen Diskussionen im Parlament zur Energiestrategie 2050. Und das obwohl mit den darin vorgesehenen Massnahmen Zehntausende von Arbeitsplätzen in der Schweiz geschaffen bzw. gesichert werden können.

Wir haben viel zu tun. Mit dem Positionspapier, das Travail.Suisse am Kongress verabschiedet hat, haben wir uns viel vorgenommen, um unsere Vorstellung von Arbeit mit Zukunft zu realisieren. Gemeinsam mit den angeschlossenen Verbänden und ihren Mitgliedern will Travail.Suisse möglichst viele dieser Ziele erreichen. Wir wollen fair, respektvoll und engagiert auftreten. Als eigenständige Stimme auf der nationalen Politik-Bühne wollen wir uns aktiv einbringen. Dass Politik “ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmass zugleich” ist, wie Max Weber treffend gesagt hat, schreckt uns nicht ab. Wir bohren weiter.

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28. September 2015, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Konzeptbericht Mobility Pricing

(nur in französischer Sprache)

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20. August 2015, Denis Torche, Leiter Energie- und Klimapolitik Drucker-icon

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