Themen – Sozialpolitik – AVIG

Steigende Arbeitslosigkeit: Weiter Sofortmassnahmen erforderlich

Die Zahl der Arbeitslosen steigt an und an. Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist tiefgreifend und wird allen Aufhellungsprognosen zum Trotz noch länger dauern. Jetzt sind dringend weitere Sofortmassnahmen erforderlich. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert den Bundesrat auf, den Ausbau der Kurzarbeit unverzüglich an die Hand zu nehmen. Geht die Entwicklung so weiter, wird zudem die Erhöhung der Anzahl Taggelder auf 520 unabdingbar sein. mehr

Bereits ist die Zahl von fast 155’000 Arbeitslosen erreicht. Und das dicke Ende steht noch bevor. Die Zahlen werden bis Ende Jahr auf über 200’000 hochschnellen. Nächstes Jahr steigt die Arbeitslosigkeit gar auf 250’000 an. Das sind so viele wie noch nie. Solide Leistungen der Arbeitslosenversicherung sind jetzt zentral um die Angst der Arbeitnehmenden vor der Krise zu mindern. Nur mit weiteren Sofortmassnahmen kann die Arbeitslosenversicherung ihre Funktion als automatischer Stabilisator genügend wahrnehmen.

Ausbau der Kurzarbeit

Angesichts der rabenschwarzen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ist es dringend, dass der Bundesrat die Ausweitung der Kurzarbeit auf 24 Monate unverzüglich umsetzt. Jetzt gilt es die Beschäftigung hochzuhalten und zu verhindern, dass die konjunkturelle Krise strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt schafft. Mit Kurzarbeit bleibt den Unternehmen das Know-How ihrer Angestellten erhalten und die Arbeitnehmenden behalten ihre Arbeitsmarktfähigkeit.

Aussteuerungen verhindern – Anzahl Taggelder auf 520 erhöhen

Für diejenigen Arbeitnehmenden, die dennoch ihre Arbeit verlieren, ist die Anzahl Taggelder vorübergehend auf 520 zu erhöhen. Damit können Aussteuerungen auf dem Höhepunkt der Rezession verhindert werden, wenn für die Betroffenen keine Chance auf eine neue Anstellung besteht. Eine Bezugsdauer von 520 Taggeldern ist weder neu noch aussergewöhnlich, sondern ein bewährtes Mittel in der Krise: Zwischen 1997 und 2003 galt ebenfalls eine maximale Bezugsdauer von 520 Tagen. Es ist unverständlich, dass das Parlament in der Herbstsession die Erhöhung der Anzahl Taggelder abgelehnt hat. Geht die Entwicklung wie prognostiziert weiter, wird die Ausweitung der Bezugsdauer unweigerlich wieder zum Thema werden.

07. Oktober 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Die Arbeitslosenversicherung jetzt stärken statt schwächen

Der flexible Schweizer Arbeitsmarkt bedingt als Gegenstück eine Arbeitslosenversicherung, die für alle Arbeitslosen einen angemessenen Erwerbsersatz, den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit und eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt garantiert. Die in der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vorgesehenen Massnahmen stellen dieses Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Sicherheit massiv in Frage. Sie können deshalb von Travail.Suisse nicht akzeptiert werden. Travail.Suisse verlangt eine solide Ausfinanzierung der Arbeitslosenversicherung.

Anhang Grösse

PD Die Arbeitslosenversicherung jetzt stärken statt schwächen.doc 36 KB

05. Oktober 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

150’000 Arbeitslose: Sofortmassnahmen erforderlich

Die Zahl der Arbeitslosen steigt weiterhin massiv an. Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist tief greifend und wird, allen Aufhellungsprognosen zum Trotz, noch länger dauern. Jetzt sind dringend weitere Sofortmassnahmen erforderlich. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert das Parlament deshalb auf, das 3. Konjunkturpaket unbedingt zu verabschieden und zudem die Anzahl Taggelder auf 520 zu erhöhen. mehr

Bereits ist die Zahl von 150’831 Arbeitslosen erreicht. Und das Schlimmste steht uns noch bevor. Die Arbeitslosigkeit wird bis Ende Jahr auf über 200’000 hochschnellen. Nächstes Jahr werden es vermutlich über 250’000 Personen sein. Das sind so viele wie noch nie. Solide Leistungen der Arbeitslosenversicherung sind jetzt zentral, um die Arbeitnehmenden in der Krise abzusichern. Nur mit weiteren Sofortmassnahmen kann die Arbeitslosenversicherung ihre Funktion genügend wahrnehmen.

Dritte Konjunkturpaket notwendig – Ausbau der Kurzarbeit dringend
Angesichts der rabenschwarzen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ist es höchste Zeit, dass das Parlament in der Herbstsession das dritte Konjunkturpaket verabschiedet und dringliche Massnahmen in der Arbeitslosenversicherung beschliesst. Jetzt gilt es, die Beschäftigung hochzuhalten und zu verhindern, dass die konjunkturelle Krise strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt schafft. Mit Kurzarbeit bleibt den Unternehmen das Know-How ihrer Angestellten erhalten und die Arbeitnehmenden behalten ihre Arbeitsmarktfähigkeit. Meinrado Robbiani, Vizepräsident von Travail.Suisse, hat deshalb mit einem parlamentarischen Vorstoss gefordert, dass für Unternehmen die Möglichkeit der Kurzarbeit auf 24 Monate ausgebaut wird. Die zuständige Kommission des Nationalrates hat dieses Anliegen aufgenommen. Das Parlament muss jetzt in der Herbstsession die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen.

Aussteuerungen verhindern – Anzahl Taggelder auf 520 erhöhen
Für diejenigen Arbeitnehmenden, die dennoch ihre Arbeit verlieren, ist die Anzahl Taggelder vorübergehend auf 520 zu erhöhen. Damit können Aussteuerungen auf dem Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise verhindert werden, wenn für die Betroffenen keine Chance auf eine neue Anstellung besteht. Eine Bezugsdauer von 520 Taggeldern ist weder neu noch aussergewöhnlich, sondern ein bewährtes Mittel in der Krise: Zwischen 1997 und 2003 galt ebenfalls eine maximale Bezugsdauer von 520 Tagen.

08. September 2009, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Konjunkturpolitik und Arbeitslosigkeit im Fokus

Für Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, stehen in der kommenden Herbstsession der eidgenössischen Räte das 3. Paket des Bundesrates zur Stabilisierung der Konjunktur sowie die Sondersession zur Konjunktur und Arbeitslosigkeit im Zentrum. Dabei muss das 3. Stabilisierungspaket des Bundesrates mit weiteren wichtigen Elementen wie beispielsweise der Verlängerung der Taggelder in der Arbeitslosenversicherung auf 520 Tage ergänzt werden.

Anhang Grösse

PD Konjunkturpolitik und Arbeitslosigkeit im Fokus.doc 31 KB

07. September 2009, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

4. AVIG-Revision – Bekenntnis zu einer soliden Arbeitslosenversicherung gefordert

Die Vorschläge des Bundesrates und des Ständerates zur Revision der Arbeitslosenversicherung gehen in die völlig falsche Richtung. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, fordert die zuständige Kommission des Nationalrates auf, endlich für eine solide Finanzierung der Arbeitslosenversicherung zu sorgen. Nur so können die Schulden im nächsten Aufschwung abgebaut werden. Und so kann auch auf den geplanten Leistungsabbau verzichtet werden. Der flexible Schweizer Arbeitsmarkt bedingt als Gegenstück eine Arbeitslosenversicherung, die für alle Arbeitslosen einen angemessenen Erwerbsersatz und den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit garantiert. Dazu gehört auch, dass Personen ohne Ausbildung eine Erstausbildung in der Arbeitslosenversicherung ermöglicht wird. mehr

Heute und morgen berät die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Nationalrates die 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG). Die Vorschläge, die bis jetzt von Bundesrat und Ständerat vorliegen, gefährden die Stabilität der Arbeitslosenversicherung. Travail.Suisse erwartet vom Nationalrat, dass er diese Entwicklung korrigiert und für eine solide Finanzierung der Arbeitslosenversicherung und damit für solide Leistungen sorgt.

Kein Kahlschlag auf der Leistungsseite
Der geplante Leistungsabbau stellt das Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Sicherheit massiv in Frage. Travail.Suisse wehrt sich insbesondere gegen die Kürzung der Anzahl Taggelder. Auch die Erhöhung der Wartezeiten, die Streichung von Kompensationszahlungen beim Zwischenverdienst und die vom Ständerat beschlossene Zumutbarkeit jeder Arbeit für Personen bis zum 30. Altersjahr sind für den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden nicht akzeptabel. Die Entwicklung muss vielmehr in eine andere Richtung gehen: Arbeitslosen sollte viel besser als heute ermöglicht werden, eine fehlende Erstausbildung während der Arbeitslosigkeit nachzuholen. Dies um langfristig weniger auf die Leistungen der Sozialversicherungen angewiesen zu sein. Auch diesbezüglich hat Travail.Suisse der WAK Vorschläge unterbreitet.

Finanzierung ungenügend
Die Finanzierungsvorschläge sehen für den Schuldenabbau lediglich 0.1 Lohnprozente sowie das Solidaritätsprozent auf Löhnen ab 126’000 Franken vor. Damit können jährlich lediglich 500 Millionen Franken Schulden abgebaut werden. Bei Inkrafttreten 2012 wird die Arbeitslosenversicherung auf Grund der drastisch steigenden Arbeitslosenzahlen jedoch bereits deutlich über 10 Milliarden Franken Schulden haben. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung würde so mehr als 20 Jahre dauern. Das ist verantwortungslos und unseriös.

Schulden im nächsten Aufschwung abbauen
Die Finanzierung muss so konzipiert werden, dass die Schulden im nächsten Aufschwung innert nützlicher Frist (5 Jahre) wieder abgetragen werden können. Travail.Suisse fordert deshalb für den Schuldenabbau eine befristete Beitragserhöhung um 0.65 Prozent plus zwei Solidaritätsprozente. Um die Rechnung ausgeglichen zu gestalten ist zudem eine ordentliche Beitragserhöhung um mindestens 0.35 Prozent (anstatt 0.2 Prozent) vonnöten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Forderungen keineswegs realitätsfremd sind. Die gleichen Beitragssätze galten bereits von 1999 bis 2003. Mit entschlossenem Handeln konnten damals knapp 9 Milliarden Franken Schulden innerhalb von 4 Jahren abgebaut werden.

17. August 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Medienkontakte

Kontaktperson für Medienanfragen

Kontaktperson für Medienanfragen:

Linda Rosenkranz
Leiterin Kommunikation
031 370 2111 oder
079 743 5047
rosenkranz@travailsuisse.ch

Anwesend: Montag bis Mittwoch

Medienmitteilungen

Medienservice

Medienkonferenzen

Investieren in ältere Arbeitnehmende lohnt sich!

Zum Mediendossier

Archiv