Themen – Sozialpolitik – AVIG

Kein weiterer Leistungsabbau zulasten der Arbeitslosen!

Vordergründig scheint die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erfreulich. Auf den zweiten Blick sind die zunehmenden Disparitäten besorgniserregend. Der Bundesrat wird in den kommenden Tagen die Verordnung zum Arbeitslosenversicherungsgesetz verabschieden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden fordert, dass die Arbeitnehmenden nicht noch einmal bestraft werden. Der minimal versicherte Verdienst darf nicht von 500 auf 800 Franken erhöht werden. mehr

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt scheint sich etwas zu entspannen, die Arbeitslosenquote ging im Februar auf 3.6 Prozent zurück.

Arbeitslosigkeit: Auf den ersten Blick erfreulich, auf den zweiten besorgniserregend

- Erfreulich: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt mit rund 22 Prozent der Erwerbslosen in etwa stabil. Besorgniserregend: Aktuell ist die Zahl der Aussteuerungen mit 3’100 Personen pro Monat bereits sehr hoch; mit der Einführung der 4. AVIG Revision werden rund 16’000 Erwerbslose auf einen Schlag ihre Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenleistungen verlieren.

- Erfreulich: Die Arbeitslosenquote ist im Februar 2011 auf 3.6 Prozent gesunken. Besorgniserregend: Nach wie vor haben alle lateinischen Kantone hohe Arbeitslosenquoten zwischen 4.6 (Wallis) und 6.8 Prozent (Genf).

- Erfreulich: Im Vergleich zum Februar 2010 ist die Jugendarbeitslosigkeit um 1.4 Prozent gesunken. Besorgniserregend: Die Arbeitslosenrate der über 50-Jährigen nahm im gleichen Zeitraum um nur 0.4 Prozent ab.

Keine Erhöhung des minimal versicherten Verdienstes

Der Bundesrat wird in den nächsten Tagen die Verordnung zum Arbeitslosenversicherungsgesetz beschliessen. Darin vorgeschlagen ist eine weitere Verschärfung zulasten der Erwerbslosen: Der minimal versicherte Verdienst soll von 500 auf 800 Franken erhöht werden. Dies würde vielen Teilzeitarbeitenden mit kleinem Verdienst, vielen Tieflohnbezügern sowie Leuten mit bereits flexiblen und prekären Arbeitsverhältnissen den Zugang zu Arbeitslosenversicherungsleistungen gänzlich versperren. Travail.Suisse fordert, dass der Bundesrat die Mindestgrenze bei 500 Franken belässt.

08. März 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitslosenzahlen im Januar 2011: Immer mehr Ausgesteuerte

Im November 2010, rund zwei Jahre nach Ausbruch der Wirtschaftskrise, ist die Zahl der Ausgesteuerten auf 3‘100 Personen angestiegen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Monaten fortsetzen. Doch damit nicht genug: Mit der Einführung der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes am 1. April 2011 werden auf einen Schlag rund 12’000 Erwerbslose ihre Anspruchsberechtigung auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung verlieren. mehr

3.8 Prozent betrug die Arbeitslosenquote im Januar 2011. Über ein Viertel davon sind Langzeitarbeitslose.

Zwei Jahre nach Ausbruch der Krise – Zahl der Ausgesteuerten steigt

Im Herbst 2008 wurde auch die Schweizer Wirtschaft von der Weltwirtschaftskrise ergriffen, viele Stellen wurden abgebaut und die Zahl der Arbeitslosen schoss in die Höhe. Zwei Jahre später, im November 2010 nach Ablauf der 24-monatigen Rahmenfrist für den Bezug von Arbeitslosenleistungen, ist die Zahl der Aussteuerungen auf 3‘100 Personen angestiegen. Eine Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: In den kommenden Monaten wird die Zahl der Aussteuerungen wohl noch weiter steigen, da viele Erwerbslose zum Beginn der Krise ihre Stelle verloren haben und ihr Anspruch auf Taggelder ausläuft.

Einführung der 4. Revision führt zu Aussteuerungswelle

Die Situation wird per 1. April 2011 noch weiter verschärft: An diesem Datum wird die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung in Kraft treten. Ab dann wird der Taggeldbezug verkürzt respektive die Beitragszeiten verlängert, für Schulabgänger/innen und Wiedereinsteiger/innen werden die Wartefristen erhöht und bei den Jungen die Leistungen zusammengestrichen. Dies führt dazu, dass rund 8 Prozent der Erwerbslosen – das sind auf heute umgerechnet rund 12’000 Personen – ihre Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenleistungen verlieren.

Ausgesteuerte haben schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, ist besorgt über diese Entwicklung. Denn für Ausgesteuerte ist es schwierig, wieder eine Stelle zu finden, die Arbeitsbedingungen sind öfters prekär und der Lohn tiefer.

08. Februar 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Revision Arbeitslosenversicherungsverordnung (AVIV)

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VL Revision Arbeitslosenversicherungsverordnung.pdf 136 KB

05. Januar 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitslosenversicherung: Aussteuerungswelle vermeiden

Die gesamtschweizerische Arbeitslosenquote blieb im Oktober auf 3.5 Prozent. Am 1. April 2011 wird die 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes eingeführt. Die damit verbundenen Leistungskürzungen werden auf einen Schlag bei rund 8 Prozent der bei den RAV eingetragenen Erwerbslosen zu einem Verlust der Anspruchsberechtigung führen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden fordert Übergangsfristen für die bisher Erwerbslosen. mehr

Die Arbeitslosenquote belief sich im Oktober 2010 auf 3.5 Prozent. Doch die regionalen Arbeitslosenquoten driften immer weiter auseinander – sie sank in der Deutschschweiz auf durchschnittlich 2.9 Prozent und verharrte in der Romandie und im Tessin auf hohen 5.1 Prozent.

Sinnvolle regionale Stützungsmassnahmen weiterführen
In den Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg, Jura und Tessin erhalten die Erwerbslosen aufgrund der hohen kantonalen Arbeitslosigkeit 520 Taggelder. Diese regional sinnvolle Stützungsmassnahme soll per 1.April 2011 abgeschafft werden und so auf einen Schlag Tausende von Arbeitslosen aussteuern. Immerhin, mit dieser radikalen Leistungskürzung muss sich das Parlament nochmals beschäftigen: Ein parlamentarischer Vorstoss fordert die Wiedereinführung von regional höheren Taggeldern.

Aussteuerungswelle vermeiden
Per 1.April 2011 tritt die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung in Kraft. Dann werden der Taggeldbezug verkürzt respektive die Beitragszeiten verlängert, für Schulabgänger und Wiedereinsteigern die Wartefristen erhöht, sowie bei den Jungen die Leistungen zusammengestrichen. Dies führt dazu, dass rund 8 Prozent der Erwerbslosen – das sind auf heute umgerechnet rund 12’000 Personen – ihre Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenleistungen verlieren.

Übergangsfristen für bisher Arbeitslose
Das darf nicht sein. Travail.Suisse fordert eine Übergangsfrist bei der Einführung der 4. Arbeitslosenversicherungsrevision. Das bisherige Leistungsniveau soll für jene Erwerbslosen weiter gelten, die vor dem 1. April 2011 arbeitslos gemeldet waren. Sie sollen ihre wohlerworbenen Rechte behalten können. Dadurch kann eine volkswirtschaftlich schädliche Aussteuerungswelle vermieden werden.

08. November 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitslosenzahlen im September 2010: Schneider-Ammann muss Übergangsfristen für die bisher Erwerbslosen einführen

Die Arbeitslosenquote ist im September um 0.1 Prozent auf 3.5 Prozent zurückgegangen. Demgegenüber verharrt die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Romandie und im Tessin auf hohen 5.1 Prozent. Zudem steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter an. Die Einführung der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes auf den 1. April 2011 wird auf einen Schlag Tausende von Personen aussteuern. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert den neuen Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements auf, Übergangsfristen für die bereits erwerbslosen Personen einzuführen.
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Tessin und Romandie: Arbeitslosenquote verharrt auf 5.1 Prozent
Kein Wunder haben das Tessin und die Westschweizer Kantone die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung abgelehnt. Deren Arbeitslosenquoten verharren auf durchschnittlich hohen 5.1 Prozent. Allen voran der Kanton Genf mit 6.8 Prozent, gefolgt von Neuenburg mit 6 Prozent, dem Kanton Waadt mit 5.3 Prozent, dem Jura mit 5 Prozent und dem Tessin mit 4.8 Prozent. In diesen wirtschaftlich gebeutelten Kantonen erhalten die Arbeitslosen zur Zeit 520 Taggelder. Diese regional sinnvolle Stützungsmassnahme soll per 1.April 2011 abgeschafft werden. Und damit auf einen Schlag Tausende von Arbeitslosen aussteuern.

Langzeitarbeitslosigkeit: weiter steigend
Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt trotz verbesserter Wirtschaftslage weiter leicht an. Insgesamt sind rund ein Viertel – also 35’000 Personen – über ein Jahr arbeitslos. Im laufenden Jahr wurden bisher pro Monat durchschnittlich 2000 Personen ausgesteuert, rund 200 Personen mehr als im letzten Jahr. Per 1.April 2010 sollen mit der Reduktion der Taggelder bzw. der Erhöhung der Beitragszeit Tausende von Erwerbslosen ihren Anspruch auf Taggelder verlieren und ausgesteuert werden.

Schneider-Ammann: Übergangsfristen einführen für bisher Arbeitslose
Travail.Suisse fordert den neuen Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements auf, bei der Einführung der 4. AVIG-Revision eine Übergangsfrist einzuführen. Das bisherige Leistungsniveau soll für all jene Erwerbslosen weiter gelten, die vor dem 1. April 2011 arbeitslos gemeldet waren. Die bereits erwerbslosen Personen sollen ihre wohlerworbenen Rechte behalten können. Die Leistungen dürfen nur für die Personen gekürzt werden, welche nach dem 1. April 2011 erwerbslos werden. Dadurch kann eine volkswirtschaftlich schädliche Aussteuerungswelle vermieden werden.

08. Oktober 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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