Themen – Gleichstellung – Lohngleichheit

Beendigung des Projekts «Lohngleichheitsdialog»: Es braucht automatische Kontrollen zur Lohngleichheit

Das neuartige Projekt, das die Sozialpartner und der Bund zur Beseitigung von Lohndiskriminierungen ins Leben riefen, hat sein Ziel nicht erreicht und wird nicht verlängert, sondern wie vorgesehen im Februar 2014 abgeschlossen. Travail.Suisse bedauert als unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, dass eine überwiegende Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz die Chance verpasst hat, das Problem im Rahmen der Sozialpartnerschaft zu regeln. Nun eröffnet sich auf politischem Weg wieder die Möglichkeit, automatische Kontrollen einzuführen, die endlich für Lohngerechtigkeit sorgen. mehr

Die Träger des «Lohngleichheitsdialogs» haben gestern bei einem Treffen beschlossen, ihr Projekt wie bei der Lancierung im März 2009 geplant zu beenden. Das Projekt wird also – nach Februar 2014 – nicht um zwei Jahre verlängert. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, bedauert dies sehr. Der Dachverband hatte sich gemeinsam mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und dem Schweizerischen Gewerbeverband sowie den drei betroffenen Bundesstellen (Bundesamt für Justiz, Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Staatssekretariat für Wirtschaft) von Anfang an für das Projekt engagiert.

Die enttäuschende Bilanz nach fünf Jahren: Gerade mal 42 Unternehmen haben mitgemacht, das Projektziel wären 100 gewesen. Ein Viertel der 42 Unternehmen davon waren aus der öffentlichen oder bundesnahen Verwaltung, hinzu kamen vier Gewerkschaften. Insgesamt ist festzustellen, dass sich nur «Musterschüler», die von den Ergebnissen der Selbstkontrolle nichts zu befürchten hatten, von der Projektidee überzeugen liessen.

Nun muss die Politik handeln

Travail.Suisse ist sehr besorgt über die Haltung gewisser Branchen und Unternehmen, die den Dialog und damit eine Regelung im Rahmen der Sozialpartnerschaft verweigerten. Von Gleichgültigkeit zeugt auch, dass zahlreiche Unternehmen auf ein Schreiben, das von drei Bundesräten unterzeichnet war, nicht einmal reagierten.

Die Chance, das Problem freiwillig zu lösen, ist nun vertan, auch wenn Travail.Suisse sich weiterhin für einen sozialpartnerschaftlichen Weg zur Lohnüberprüfung in den Unternehmen engagieren wird. Damit kommen die parlamentarischen Interventionen, die aufgrund des laufenden Dialogs aufgeschoben wurden, wieder auf den Tisch. Dazu zählt die Motion 10.3934 von Chiara Simoneschi-Cortesi, Präsidentin des Personalverbands transfair. Diese verlangt einen automatischen Kontrollmechanismus für Lohngleichheit im Gleichstellungsgesetz nach dem Modell der Mechanismen, die es in anderen Gesetzen im Bereich der Arbeit bereits gibt. Parlament und Bundesrat haben nun die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Dialog die Antwort zu geben, die angesichts der schon viel zu lange bestehenden, skandalösen Lohndiskriminierungen angebracht ist.

Für weitere Informationen:
Martin Flügel, Präsident von Travail.Suisse, 079 743 90 05
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37

09. Dezember 2013, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Der Bundesrat ist zum Handeln aufgerufen!

Am 14. Juni 2011 – 40 Jahre nachdem die Frauen politische Rechte erhielten, 20 Jahre nach dem ersten Frauenstreik und 15 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes – ist der Bundesrat zum Handeln aufgerufen: Es braucht eine grosse Kampagne zum Thema Gleichstellung.

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20. Juni 2011, Josiane Aubert, Vizepräsidentin Travail.Suisse Drucker-icon

Frauen bleiben in Führungspositionen untervertreten

An der Wirtschaftsspitze hat sich in den letzten Jahren wenig verändert, sie bleibt weiterhin männerdominiert. Die Studie über Managerlöhne und Corporate Governance von Travail.Suisse zeigt: Noch immer haben Frauen in Führungspositionen einen Seltenheitswert. In den 27 untersuchten Schweizer Unternehmen beträgt der Frauenanteil in der Konzernleitung gerade mal magere fünf Prozent. Das ist für Travail.Suisse ein unhaltbarer Zustand.

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02. Mai 2011, Manuel Hubacher, Praktikant Drucker-icon

2011: Jahr der Frauenrechte, Jahr der Gleichstellung?

2011 gibt es mehrere Jubiläen von Errungenschaften zu feiern, welche sich die Frauen auf ihrem langen Weg zur Gleichstellung mit den Männern erkämpft haben. Das ist die ideale Gelegenheit, um bezüglich Gleichstellung Bilanz zu ziehen. Die Rechte wurden zwar fast alle im Sinne der Gleichbehandlung der Geschlechter angepasst; in der Arbeitswelt hingegen bleiben die Ungleichheiten bestehen. Diese sind heute zwar subtiler geworden, betreffen aber alle, Männer wie Frauen.

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17. Januar 2011, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Lohngleichheit: Auf dem Weg der Sozialpartnerschaft schneller zum Ziel

In Anwesenheit von Bundesrat Pascal Couchepin haben die Dachorganisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, darunter auch Travail.Suisse, Anfang März den Lohngleichheitsdialog der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Projekt, das mindestens vier Jahr dauert, ist damit offiziell gestartet worden. Ziel ist es, möglichst viele Unternehmen zu motivieren, ihr Lohnsystem zu überprüfen und Massnahmen zur Beseitigung von allfälligen Diskriminierungen zu ergreifen.

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16. März 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

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