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Erste nationale Plattform für pflegende und betreuende Angehörige

In naher Zukunft wird es in der Schweiz immer mehr ältere Menschen geben, die auf Betreuung und Pflege angewiesen sind. Viele von ihnen möchten möglichst lange zu Hause bleiben. Um das zu ermöglichen, bieten ihnen die Angehörigen ihre Hilfe an – zum Teil obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Website www.info-workcare.ch von Travail.Suisse stärkt die generationenübergreifende Hilfe innerhalb der Familien. Sie bietet kostenlose Informationen, Ratschläge, Tools und nützliche Adressen für alle erwerbstätigen pflegenden Angehörigen.

Die erste nationale Plattform für pflegende und betreuende Angehörige wurde am 25. Oktober mit einer Tagung lanciert, seither ist die dreisprachige Website www.info-workcare.ch (d/f/i) online.

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www.info-workcare.ch – die Evaluation durch die Benutzerinnen und Benutzer läuft

Fast tausend Personen besuchen jeden Monat die am 25. Oktober lancierte Website www.info-workcare.ch, die Informationen und Tipps für berufstätige betreuende Angehörige bereithält. Während einiger Wochen haben sie die Möglichkeit, ihre Meinung zum neuen kostenlosen Angebot von Travail.Suisse kundzutun. mehr

Seit dem 21. März werden die Besucher der Website www.info-workcare.ch, der ersten nationalen Website mit kostenlosen Informationen für berufstätige betreuende Angehörige, um ihre Meinung zum neuen Angebot von Travail.Suisse gebeten. In einer kurzen Onlineumfrage können sie mitteilen, ob sie auf der Website die gesuchten Informationen zur Vereinbarkeit ihrer Berufstätigkeit mit den Care-Aufgaben bei ihren Angehörigen gefunden haben.

Fachleute wissen: Berufstätige, die innerhalb ihrer Familie Care-Aufgaben übernehmen, verschweigen ihre Doppelbelastung sehr lange, was häufig zulasten ihrer eigenen Gesundheit geht. Wahrscheinlich aus Scham oder weil sie – oft zu Unrecht – glauben, alles alleine meistern zu können. Aus diesem Grund hat Travail.Suisse darauf verzichtet, ein Dutzend betroffene Personen zu rekrutieren, damit diese in persönlichen Interviews an einer Evaluation der Website teilnehmen. Das Büro INTERFACE in Luzern hat stattdessen einen Fragebogen mit rund 15 Fragen erstellt, der in 5 bis 10 Minuten ausgefüllt werden kann. Die Fragen gehen natürlich auf den Inhalt ein, aber auch auf die Gestaltung, die technische Umsetzung sowie den Zweck der Website.

Die Evaluation bleibt bis Ende April online, und die Informationen, die daraus gewonnen werden, dienen dazu, das Angebot von info-workcare.ch zu optimieren. Seit ihrer Aufschaltung vor fünf Monaten verzeichnet die Website rund 1000 Besucherinnen und Besucher pro Monat. Nach dem anfänglichen Ankündigungseffekt und der Neugier zu Beginn scheinen die Besuchszahlen ziemlich stabil zu sein.

Unterstützung vom Bund

Die Website www.info-workcare.ch ist das Ergebnis eines Projekts, das mit finanziellen Mitteln unterstützt wurde, die vom Gesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann vorgesehen und vom Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) gewährt wurden. Das Projekt wurde von Johann Schneider-Ammann, der bei der Lancierung der Website amtierender Bundespräsident war, unterstützt. Denn www.info-workcare.ch trägt auch zu den Bemühungen des Bundes bei, den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Die Website ermutigt die betreuenden Angehörigen, weiterhin am Berufsleben teilzunehmen, indem sie ihnen – unter anderem – Tipps zur Vereinbarkeit gibt, gute Praktiken bestimmter Unternehmen aufzeigt oder eine Liste von nach Regionen und Leistungen aufgeteilte Adressen bereitstellt, an die sich Betroffene wenden können. Mit Testimonial-Videos versucht www.info-workcare.ch alle berufstätigen betreuenden Angehörigen sowie die Unternehmen zu sensibilisieren: Es muss möglich sein, Care-Aufgaben, die in der Familie wahrgenommen werden, am Arbeitsplatz zu thematisieren. Denn fast jede zweite berufstätige Person wird früher oder später davon betroffen sein. Und das wird sich zwangsläufig auf die Berufstätigkeit auswirken.

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2017 04 11 Evaluation info-workcare DE.docx 22 KB

11. April 2017, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Bessere Anerkennung der Betreuungsarbeit: Der Bundesrat bestätigt Handlungsbedarf

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, begrüsst den Entscheid des Bundesrates, nach Lösungen zu suchen, um pflegende Angehörige, die im Erwerbsleben stehen, zu entlasten. Nur ein ausreichender Erwerbsersatz gewährleistet, dass Arbeitnehmende Beruf und Betreuungsarbeit miteinander vereinbaren und im Erwerbsleben bleiben können. mehr

Ein Kurzurlaub, um ein krankes Familienmitglied zu pflegen; ein länger dauernder Betreuungsurlaub, wenn das eigene Kind schwer erkrankt oder einen Unfall erleidet; ein ausreichender Erwerbsersatz über die Erwerbersatzordnung in beiden Fällen: Das sind die Massnahmen, die Travail.Suisse seit mehreren Jahren fordert. Der Bundesrat machte heute den Weg frei für diese dringend notwendigen Verbesserungen, welche dazu beitragen, die Betreuung und Begleitung von Angehörigen durch erwerbstätige Personen zu fördern.

Die Vorlage muss auch Angehörige, die Verwandte mit leichter Hilflosigkeit oder Konkubinatspartner betreuen und pflegen, einbeziehen.

Der Bundesrat folgt mit seinem heutigen Entscheid der gleichen Logik wie letzten Dezember, als er das Postulat von Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, Präsident des Personalverbands transfair, angenommen hatte: Die Landesregierung hatte mit der Annahme dieses Vorstosses entschieden, einen Bericht zu verfassen, der aufzeigt, wie für pflegende Angehörige eine angemessene BVG-Deckung aufrechterhalten werden kann.

Travail.Suisse erwartet mit grossem Interesse den heute in Aussicht gestellten Gesetzesentwurf. In der Zwischenzeit können sich Betroffene auf der ersten nationalen Plattform für pflegende Angehörige www.info-workcare.ch, die von Travail.Suisse im Oktober 2016 lanciert worden ist, informieren.

>> mehr zum Thema work+care

Für weitere Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel. 079 598 06 37 oder 031 370 21 11

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2017 02 01 Bundesrat-zu-pflegenden-Angehoerigen d.docx 40 KB

01. Februar 2017, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

www.info-workcare.ch – schon über 500 Aufrufe pro Woche

Zwei Monate nach ihrer Lancierung wird die erste nationale Plattform mit Informationen und Ressourcen für berufstätige betreuende Angehörige immer häufiger aufgerufen. Die von Travail.Suisse am 25. Oktober 2016 lancierte Website www.info-workcare.ch wird im Schnitt über 500 Mal pro Woche besucht, wie der Zähler auf der Website belegt. Gemäss den automatisch von Google Analytics gelieferten Daten handelt es sich mehrheitlich um männliche, deutschsprachige Benutzer. Travail.Suisse plant, die Adressen in etwa jeden Monat zu aktualisieren. Die erste Aktualisierung hat im November stattgefunden und berücksichtigte von Benutzern online angelieferte Angaben. mehr

Bei der Programmierung der neuen Website wurde ein automatischer Besuchszähler mit der Technologie von Google Analytics installiert. Die ersten Zahlen zeigen, unter Ausklammerung der ersten Woche mit hohen Besuchszahlen infolge des «Ankündigungseffekts», dass die Website im Durchschnitt in 500 Sitzungen von 335 Besuchern aufgerufen wird. Insgesamt surften zwischen 25. Oktober – als die Website lanciert wurde – und 12. Dezember 2814 Personen auf www.info-workcare.ch in 3805 Sitzungen. Über 23 000 Seiten wurden aufgerufen.

Dank der von Google eingesetzten Technologie lassen sich auch demografische und geografische Angaben der Benutzerinnen und Benutzer auswerten. Selbstverständlich stehen diese Daten nur für Benutzerinnen und Benutzer zur Verfügung, die sich mit ihrem Google-Konto identifiziert haben. Das bedeutet, dass einige nicht identifizierte Benutzer nicht aufgeführt werden. Die gesammelten Daten zeigen, dass es sich bei den Benutzern meist um Männer (54 %) handelt, obwohl die betreuenden Angehörigen hauptsächlich Frauen sind. Was hingegen keine Überraschung darstellt, ist, dass die Website www.info-workcare.ch grossmehrheitlich von Deutschsprachigen (64 %) aufgerufen wird, gefolgt von den Französischsprachigen (17 %) und den Italienischsprachigen (5 %); bei den restlichen 14 % war die Sprache nicht auswertbar.

Erste Aktualisierung der Adressen

Die Informationswebsite www.info-workcare.ch prüft die für berufstätige betreuende Angehörige nützlichen Adressen, damit sie die gesuchten Dienstleistungen einfach finden. Über 1000 Adressen sind bereits aufgeführt, untergliedert nach Kantonen und Art der gesuchten Dienstleistungen. Diese wiederum sind in 15 Haupt- und 64 Unterkategorien unterteilt. Travail.Suisse hat sich bei dieser Aufgabe in die betreuenden Angehörigen hineinversetzt, die Informationen suchen. Die grösste Herausforderung bestand darin, unterschiedlich benannte Dienstleistungen mit ähnlichem Inhalt zu gruppieren. Denn häufig kann jede regionale Organisation die Namen verwenden, die sie will, auch wenn sie einer nationalen Organisation unterstellt ist.

Alle angebotenen Dienstleistungen mussten genau geprüft werden, eine akribische Arbeit, bei der äusserst spezielle und einzigartige Unterstützungsleistungen zum Vorschein kamen. Wie die Finanzhilfe von Caritas Graubünden für sehr arme Personen, die Haustiere halten. Diese Hilfe ermöglicht es ihnen, Tiernahrung zu kaufen, ohne sich selbst einschränken zu müssen.

Fehlt eine wichtige Adresse oder finden die Benutzerinnen und Benutzer Fehler, können sie uns das melden, und zwar mit dem Kontaktformular in der Rubrik «Kontakt», wie dies bereits einige Benutzer gemacht haben. Einen Monat nach der Lancierung wurde www.info-workcare.ch ergänzt. Insgesamt wurden rund fünfzig neue Adressen und Ergänzungen hinzugefügt sowie kleinere Korrekturen vorgenommen. Die Korrekturen werden aber nicht automatisch aufgeschaltet, sondern jede neue Adresse wird zuerst von Travail.Suisse geprüft. Entspricht sie der Politik von info-workcare.ch, wird sie online gestellt.

Publikationspolitik und Präsenz auf einem sozialen Netz

Travail.Suisse musste eine strenge Publikationspolitik einführen. Die auf der Website aufgeführten Adressen gehören hauptsächlich Verbänden und Organisationen ohne Gewinnorientierung, die – nach Möglichkeit – gesamtschweizerisch tätig sind. Ebenfalls im Verzeichnis enthalten sind Angebote von anerkannten und/oder öffentlich finanzierten Organisationen und Einrichtungen. Rein kommerzielle Adressen werden nicht aufgeführt. Die Website www.info-workcare.ch hat über das Gleichstellungsgesetz Finanzhilfen vom Bund erhalten, ist nicht gewinnorientiert und kostenlos zugänglich. Aus diesem Grund werden keine kommerziellen Angebote aufgeschaltet.

Einige Adressen, die über das Onlineformular gemeldet wurden, waren schon registriert, allerdings unter der allgemeinen Kategorie «Diverse – Diverse Leistungen». Das ist manchmal so, wenn ein grosser, bereits sehr gut organisierter Verband wie beispielsweise Pro Senectute Zürich, online die vielen angebotenen Leistungen erfasst. Diese Organisation stellt auf ihrer Website eine Suchmaske bereit. Falls eine kantonale Behörde oder ein Verband lokale Adressen erfasst, führt info-workcare.ch ihre Benutzer nur zu dieser Erfassung. Dadurch werden einerseits Doppelspurigkeiten vermieden und andererseits sollte der grosse Aktualisierungsaufwand bei der Organisation oder dem Verband verbleiben, der die Adresse zuerst erfasst hat.

Allgemeine Neuigkeiten für betreuende Angehörige und zu info-workcare.ch werden auf Facebook veröffentlicht unter @infoworkcare.ch (wegen beschränkter Ressourcen nur auf Französisch). Ein Facebook-Konto ist nicht erforderlich. Über dieses soziale Netzwerk wurde über die Aktualisierung der Adressen, über Rückmeldungen zur Lancierung vom 25. Oktober sowie über das Medienecho, aber auch über Parlamentsentscheide zu diesem Thema informiert.

Benutzerevaluation des Inhalts von info-workcare.ch ab 2017

Wie Benutzer die Website nutzen, wird ab Anfang 2017 untersucht. Dazu werden etwa zwölf Personen an einer Evaluation teilnehmen, die vom Büro INTERFACE in Luzern durchgeführt wird. Interessierte Personen können sich über das Kontaktformular auf www.info-workcare.ch gerne bei uns melden.

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2016 12 19 NEWS infoworkcare d.doc 41 KB

19. Dezember 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Care-Arbeit: Bundesrat erkennt Handlungsbedarf

Travail.Suisse begrüsst, dass der Bundesrat prüfen will, wie Care-Arbeit-Leistende zu einer angemessenen beruflichen Vorsorge kommen. Mit der Annahme des Postulats Müller-Altermatt signalisiert der Bundesrat Handlungsbereitschaft. Wir hoffen, dass er auch konkrete Lösungen aufzeigen wird. mehr

Mit der Annahme des Postulats von Nationalrat und transfair Präsident Stefan Müller-Altermatt verpflichtet sich der Bundesrat zu einem Postulatsbericht. Der Bericht soll aufzeigen, wie für Personen, die ihre Angehörigen betreuen (Care-Arbeit leisten), eine angemessene berufliche Vorsorge aufrechterhalten werden kann.
Wir erwarten, dass der Bericht konkrete Lösungsansätze aufzeigen wird und der Care-Arbeit die Bedeutung zumisst, die sie gesellschaftlich schon längst innehat.

Worum geht es?

Die Betreuung von Angehörigen (Care-Arbeit) erfordert in vielen Fällen eine Reduktion des Arbeitspensums. Wer das Pensum reduziert, verzichtet aber nicht nur auf Lohn, sondern auch auf Beiträge für die berufliche Vorsorge Dieser Ausfall in der Vorsorge ist oftmals eine Konsequenz für diejenigen, welche die Care-Arbeit zu Hause übernehmen anstatt sie an öffentliche Institutionen zu delegieren. Unter dem Strich resultieren durch Care-Arbeit für die Allgemeinheit weniger Kosten, für die Pflegebedürftigen die Beibehaltung der Nähe zu den Angehörigen, aber für die pflegenden Angehörigen eine Gefährdung ihres eigenen finanziellen Einkommens. Bleibt die berufliche Vorsorge für Care-Arbeit-Leistende gesichert, kann sich die Situation für alle Beteiligten zum Guten wenden.

Travail.Suisse für die Anerkennung der Care-Arbeit

Seit Jahren setzt sich Travail.Suisse für die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit ein. Im Oktober haben wir die Website info-workcare.ch lanciert – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur offiziellen Anerkennung von Care-Arbeit.

Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel. 079 598 06 37 oder Tel. 031 370 21 11

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20161215 PEA Care-Postulat SMA positiv.docx 14 KB

16. Dezember 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

www.info-workcare.ch ist seit gestern online!

Gestern wurde die erste nationale Plattform mit Informationen und Ressourcen für berufstätige betreuende Angehörige lanciert: www.info-workcare.ch. So reagiert Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, auf die Problematik der Vereinbarkeit von «work and care». In der Bundespolitik wird dieses Thema zwar schon seit mehreren Jahren diskutiert, doch berufstätige Angehörige können darauf nicht warten, sondern müssen jetzt entlastet werden. In erster Linie beim Sammeln von Informationen. mehr

Die konsensorientierte Politik in der Schweiz ist sehr langsam, während die Schwierigkeiten, mit denen die betreuenden Angehörigen im Alltag konfrontiert werden, akut sind. Eines der wichtigsten Bedürfnisse der Betroffenen ist das Sammeln von vielen verschiedenen Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Folglich besteht für Partner, Töchter und Söhne der Personen, die im Alltag Hilfe benötigen, einer der ersten Schritte darin, diese Angaben zusammentragen. Es ist ausserordentlich zeitaufwändig, nützliche Informationen zu suchen, und manchmal braucht es dazu spezifische Kenntnisse in bestimmten Bereichen. Daher hat Travail.Suisse beschlossen, eine nationale Plattform mit Informationen für berufstätige betreuende Angehörige ins Leben zu rufen. Mit www.info-workcare.ch stellt der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, Travail.Suisse, eine kostenlose dreisprachige Website zur Verfügung, die Adressen, allgemeine (finanzielle und rechtliche) Informationen, nützliche Tipps und Hilfsmittel umfasst, um so die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zu verbessern.

Was ist überhaupt «Care-Arbeit»?

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachleuten verschiedener Verbände sowie mit Organisationen aus Berufswelt und Forschung wurden die Inhalte und der Aufbau von info-workcare.ch erarbeitet. Ganz zu Beginn musste definiert werden, was Care-Arbeit überhaupt ist. Travail.Suisse hat beschlossen, sich auf die Definitionen des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann zu stützen, das verschiedene Referenzwerke zum Thema herausgegeben hat 1 .

Es gibt zwei Arten von Care-Arbeit: die direkte und die indirekte Care-Arbeit. «Direkte» Care-Arbeit umfasst direkte Pflege, Betreuung und Erziehung, aber auch die Verantwortung für die Betreuungsaufsicht. Dazu gehört die Planung der Arbeit verschiedener Betreuungspersonen und -institutionen. In der Schweiz betreuen 35 % der ständigen Wohnbevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren regelmässig Kinder oder Erwachsene. Dies entspricht 1,9 Millionen Menschen. Das Volumen der direkten Care-Arbeit beträgt über 80 Milliarden Franken pro Jahr.

Die «indirekte» Care-Arbeit ist Hausarbeit, die im Zusammenhang mit der Betreuung der Familie anfällt (Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen usw.), d. h. alle wichtigen Aufgaben, die von den Betreuungsbedürftigen in der Regel nicht selbst erledigt werden können. Das Volumen der indirekten Care-Arbeit wird auf 20 Milliarden Franken pro Jahr beziffert.

Eine bessere Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Mann und Frau fördern

Dieses Projekt hat finanzielle Unterstützung gemäss dem Gesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann erhalten, da Frauen bekanntermassen die meiste Care-Arbeit leisten und deshalb auf dem Arbeitsmarkt weniger aktiv sein können. Manchmal ist es gar unmöglich, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, weshalb sie ihren Beruf aufgeben. Diese Entscheidung, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen oder den Beschäftigungsgrad drastisch zu reduzieren, beeinträchtigt die Zukunft der Frauen punkto sozialer Absicherung. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass sich Paare über 50 scheiden lassen. Die Jahre, in denen sich die Frauen fast ausschliesslich um den Partner, ihre Eltern oder ihre Schwiegereltern gekümmert haben, lasten schwer auf ihrer künftigen Pensionierung, da ihre Rente stark reduziert ist. Die Gutschriften für Betreuung und Pflege von erwachsenen Angehörigen werden in der Sozialkommission des Nationalrats thematisiert. Doch bevor zufriedenstellende Lösungen umgesetzt werden können, werden noch viele Jahre vergehen.

Dank Projekten wie info-workcare.ch nimmt die Sensibilisierung für dieses Thema zu. Travail.Suisse will die generationsübergreifende Betreuung innerhalb der Familien fördern. Gewiss braucht es diese Unterstützung aus makroökonomischer Sicht, da dieses absolut unerlässliche geleistete Arbeitsvolumen sich auf viele Milliarden pro Jahr beläuft. Insbesondere wird diese Hilfe von den Personen gewünscht, die sie beanspruchen, aber auch von den betreuenden Angehörigen, die sich gern und unkompliziert um ihre älteren Angehörigen kümmern. Für sie zählen zunächst der Zusammenhalt und das Gefühl, ihren Angehörigen endlich etwas zurückgeben zu können. Für Travail.Suisse ist es wichtig, dass alle, Männer wie Frauen, ihren Anteil leisten. Diese noble Aufgabe, Angehörige zu unterstützen, betrifft alle und darf nicht nur ein «Privileg» der Frauen sein.

Offizielle Anerkennung als betreuende Angehörige – die unerlässliche Grundlage

Würde der Status der betreuenden Angehörigen offiziell anerkannt, zum Beispiel indem eine geringe Pflegeentschädigung seitens des Bundes eingeführt oder eine Auszeit finanziert würde, könnten viele betreuende Angehörige in der Schweiz zu dieser Aufgabe stehen und auch ihrem Arbeitgeber gegenüber offen über ihre Situation reden. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK) wird bald darüber diskutieren. Nach einer solchen Anerkennung werden die betreuenden Angehörigen entsprechende Anpassungen an ihrem Arbeitsplatz aushandeln können. So könnte verhindert werden, dass sie selbst erkranken. Denn die Spannungen, die aus der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und der Betreuung von Angehörigen resultieren, führen häufig zu Erschöpfungszuständen.
Aber auch andere Aspekte von «work and care» verdienen Aufmerksamkeit, u. a. die Deckung in der zweiten Säule bei Personen, die ihren Beschäftigungsgrad reduzieren, um sich um ihren älteren und/oder kranken Partner zu kümmern. Stefan Müller-Altermatt, Präsident von transfair, hat an der letzten Session ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat bittet, diese Situation zu prüfen. Seine Idee besteht darin, den Arbeitgeberanteil aus einem staatlichen Fonds zu finanzieren.

Bezieht eine betreuende angehörige Person eine Arbeitslosenentschädigung und ist sie auf Stellensuche, muss sie jede zumutbare Arbeit, die ihr angeboten wird, annehmen. Im Moment sehen die von den RAV angewandten Kriterien eine Bestrafung vor, sollte die Arbeit suchende Person eine Arbeit ablehnen; die bereits vorhandene Care-Situation wird nicht berücksichtigt. Aus diesem Grund verlangt ein weiterer von Müller-Altermatt eingereichter Vorstoss, eine Motion, eine Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, damit die Care-Aufgaben bei der Bestimmung einer zumutbaren Arbeit in Betracht gezogen werden.

Wann gibt es einen «Nationalen Tag der betreuenden Angehörigen»?

Auch hier steht die Anerkennung des Status als «betreuende Angehörige» im Vordergrund. Denn Nachforschungen zeigen, dass der Status betreuender Angehöriger auf dem Arbeitsmarkt nicht existiert. In den verschiedenen Pflegeeinrichtungen für die Angehörigen ist aber langsam ein Wandel spürbar. So haben die Westschweizer Kantone eine Vorreiterrolle inne, indem sechs von ihnen im dritten Jahr in Folge am Sonntag, 30. Oktober, den «Westschweizer Tag der betreuenden Angehörigen» 2 durchführen, d. h. fünf Tage nach der Lancierung von info-workcare.ch.

Diese Westschweizer Sensibilierungs- und Informationsinitiative sollte auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Doch vorher muss in mehreren Deutschschweizer Kantonen bei den kantonalen Behörden, aber auch bei verschiedenen Organisationen noch einige Arbeit geleistet werden, wie dies der Kanton Waadt seit einigen Jahren bereits macht. Die Aufschaltung von info-workcare.ch wird zweifellos einen Beitrag dazu leisten.


1 «Absicherung unbezahlter Care-Arbeit von Frauen und Männern. Anpassungsbedarf des Sozialstaats in Zeiten sich ändernder Arbeitsteilung.» 2012, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern.
«Anerkennung und Aufwertung der Care-Arbeit. Impulse aus Sicht der Gleichstellung.» 2010, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern.
2 http://betreuende-angehoerige-tag.ch

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2016 10 26 Neue-Plattform info-workcare d.doc 44 KB

26. Oktober 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

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Kontaktperson für Medienanfragen:

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Leiterin Kommunikation
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