Themen – Bildung – Weiterbildung

Problem des Zugangs zur Weiterbildung bleibt ungelöst

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, begrüsst, dass der Bundesrat endlich einen Vorschlag zu einem Weiterbildungsgesetz unterbreitet. Einige Probleme könnten mit diesem Gesetzesvorschlag sicher gelöst werden. Ob der Gesetzesvorschlag das grundlegende Problem des Zugangs zur Weiterbildung für Weiterbildungsferne zu lösen vermag, bleibt allerdings fraglich. mehr

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Weiterbildungsgesetz baut auf dem Prinzip der Selbstverantwortung auf. Subsidiäre Massnahmen von Bund und Kantonen sollen die Selbstverantwortung stärken und damit die Weiterbildungsbeteiligung erhöhen. Travail.Suisse ist skeptisch, ob der eingeschlagene Weg Wirkung zeigen wird. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden wird sich weiter dafür einsetzen, dass die parlamentarische Initiative Fasel „Obligatorische Weiterbildung“ (07.459) ins Weiterbildungsgesetz aufgenommen wird. Die Hürden sind auch mit den subsidiären Massnahmen für viele zu hoch, um an einer Weiterbildung teilnehmen zu können.

Ein zentrales Problem der jetzigen Situation in der Weiterbildung ist deren ungleiche Verteilung. Heute bilden sich die gut ausgebildeten, Vollzeit arbeitenden Männer weiter. Deutlich weniger bis fast keine Weiterbildung betreiben hingegen Arbeitnehmende mit Teilzeitpensen, Frauen und insbesondere tief qualifizierte Arbeitnehmende.

Weiterbildung für alle ist indes ein zentraler Erfolgsfaktor für die Schweizer Wirtschaft. Nur wenn es gelingt, das Wissen und Können aller Arbeitnehmenden laufend den neuen Anforderungen anzupassen, können wir in der Schweiz unseren hohen Lebensstandard auch in Zukunft halten. Damit die Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden zum Standard wird, fordert Travail.Suisse seit längerem ein Weiterbildungsobligatorium von mindestens 3 Tagen. Nur mit einem Obligatorium können wir sicherstellen, dass in der Schweiz auch zukünftig ein grosser Teil der Arbeitnehmenden über das nötige hohe und aktualisierte Bildungsniveau verfügt.

Travail.Suisse freut sich hingegen, dass der Vorschlag des Bundesrates vorsieht, Erwachsenen den Erwerb von fehlenden Grundkompetenzen zu ermöglichen. Ebenso begrüssen wir die Regelung, dass gesamtschweizerische Organisationen der Weiterbildung bei Erfüllung klarer Kriterien unterstützt werden können.

09. November 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Obligatorische Weiterbildung: Chance oder Problem? (Zweiter Teil)

Im Rahmen eines Hearings der Expertenkommission zur Ausarbeitung eines eidgenössischen Weiterbildungsgesetzes hat Professor Uschi Backes-Gellner eine Bewertung von Instrumenten zur Förderung der Weiterbildungsbeteiligung vorgenommen . Dabei hat sie auch das Weiterbildungsobligatorium einer kritischen Wertung unterzogen. Nachdem wir im letzten Pressedienst auf den ersten Teil ihrer Überlegungen reagiert haben, so möchten wir heute auf den zweiten Teil eingehen. Es geht dabei vor allem um die Frage der Durchsetzung eines Obligatoriums.

Anhang Grösse

PD Obligatorische Weiterbildung - Chance oder Problem -2.doc 47 KB

28. März 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Obligatorische Weiterbildung: Chance oder Problem?

Im Rahmen eines Hearings der Expertenkommission zur Ausarbeitung eines eidgenössischen Weiterbildungsgesetzes hat Professor Uschi Backes-Gellner eine Bewertung von Instrumenten zur Förderung der Weiterbildungsbeteili-gung vorgenommen . Dabei hat sie auch das Weiterbildungsobligatorium einer kritischen Wertung unterzogen. Travail.Suisse ist sehr dankbar für diese Stellungnahme. Es ist die erste Kritik, die sich auf eine inhaltliche Auseinandersetzung einlässt. Bisher begnügten sich die Kritiker mit einer grundsätzlichen Ablehnung, was vertiefte Diskussionen verunmöglicht.

Anhang Grösse

PD Obligatorische Weiterbildung - Chance oder Problem.doc 54 KB

07. März 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Der Wert des Obligatoriums

Am 12. Januar 2011 fand in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrates eine Anhörung und Diskussion zur parlamentarischen Initiative Fasel „Obligatorische Weiterbildung“ statt. Hinter der Idee des Obligatoriums steht das Anliegen, allen Arbeitnehmenden den Zugang zur Weiterbildung zu ermöglichen. Travail.Suisse ist überzeugt, dass das Obligatorium das beste Instrument darstellt, um das Paradox der Weiterbildung abzuschwächen.

Anhang Grösse

PD Der Wert des Obligatoriums.doc 33 KB

17. Januar 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Minimales Obligatorium als Basis für eine zukunftsgerichtete Weiterbildungspolitik

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrates wird sich Anfang des neuen Jahres mit der parlamentarischen Initiative Fasel „Obligatorische Weiterbildung (07.459)“ auseinandersetzen. Für Travail.Suisse sind die geforderten drei Tage obligatorische Weiterbildung pro Jahr, finanziert durch die Arbeitgeber, die notwendige minimale Basis für eine zukunftsgerichtete Weiterbildungspolitik der Schweiz.

Anhang Grösse

PD Minimales Obligatorium als Basis für eine zukunftsgerichtete Weiterbildungspolitik.doc 38 KB

13. Dezember 2010, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon