Themen – Bildung – Weiterbildung

Nachbesserungen nötig

Travail.Suisse begrüsst grundsätzlich, dass der Bund erstmals ein eidgenössisches Weiterbildungsgesetz zu schaffen sucht. Für Travail.Suisse ist die Schaffung eines Weiterbildungsgesetzes ein wichtiger politischer Schritt, der für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Schweiz von grosser strategischer Relevanz ist. Allerdings sind wir der Überzeugung, dass der gegenwärtige Entwurf noch nachgebessert werden muss. mehr

Nach Travail.Suisse gibt es zwar viele gute Lösungen und Ansätze im vorliegenden Entwurf zu einem Bundesgesetz über die Weiterbildung. Aber mit relativ wenigen Veränderungen könnte der Gesetzesentwurf zu einem wirklich zukunftsfähigen Entwurf entwickelt werden. Insbesondere folgende Punkte würden das Gesetz aufwerten:

1. die Förderung der Nachholbildung

2. die Unterstützungen für Projekte zur Lösung gesellschaftlicher Probleme

3. die Einsetzung einer Eidg. Weiterbildungskommission mit Beteiligung der Dachverbände der Weiterbildung und der Arbeitswelt

4. die Schaffung von Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Betrieben, welche ihre Mitarbeitenden nicht fördern.

Travail.Suisse wird sich intensiv dafür einsetzen, dass die vier erwähnten Punkte Eingang finden in den Gesetzestext.

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Vernehmlassung Weiterbildungsgesetz.doc 106 KB

10. April 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Eine Chance verpasst!

Das Parlament hat an seiner heutigen Sitzung die parlamentarische Initiative Fasel (07.459) leider abgelehnt. Die Initiative forderte drei Tage obligatorische Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden, finanziert durch die Arbeitgeber. Travail.Suisse ist enttäuscht über die Entscheidung des Parlaments, weil damit für viele Arbeitnehmende der Zugang zur Weiterbildung weiterhin verschlossen bleibt. mehr

Heute ist der Weiterbildungsbereich so organisiert, dass Weiterbildung die soziale Schere in unserer Gesellschaft öffnet statt schliesst. Denn niedrig qualifizierte Arbeitnehmende haben zu wenige Ressourcen (Zeit, Geld, Eigenmotivation), um sich weiterzubilden und werden von den Arbeitgebenden auch kaum unterstützt. Es sind vor allem die gut qualifizierten Männer mit guten Löhnen, die in den Genuss von Weiterbildungsmassnahmen durch die Arbeitgeber kommen. Hier bräuchte es dringend einen Ausgleich. Dieser hätte durch die Annahmen der Forderung nach drei Tagen obligatorischer Weiterbildung für alle, finanziert von den Arbeitgebern, geschaffen werden können.

Weiterbildung für alle ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeit. Denn Personen ohne regelmässigen Zugang zur Weiterbildung stehen in der Gefahr, aus dem Arbeitsmarkt gedrängt zu werden.

28. Februar 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Weiterbildungsgesetz: Für mehr Chancengleichheit!

Der Bundesrat schickt endlich einen Vorentwurf für ein Bundesgesetz über die Weiterbildung in die Vernehmlassung. Nun müssen wir dafür sorgen, dass dieses Gesetz allen eine echte Chance bietet, sich sozial und beruflich zu integrieren! mehr

Im Mai 2006 stimmte das Volk mit einer Mehrheit von über 87 Prozent dem Bildungsartikel in der Verfassung zu. Es gab damit den Startschuss zu einer umfassenden Neuausrichtung aller Bildungsbereiche auf nationaler Ebene: Harmos, Harmos-Konkordat, «Plan d’étude romand» und Lehrplan 21, Berufsbildung und das im September vom Parlament verabschiedete Hochschulförderungsgesetz HFKG. Noch ausstehend sind das Stipendien-Konkordat, das die Kantone noch nicht ratifiziert haben, und ein Weiterbildungsgesetz.

Heute bestehen bei der Weiterbildung grosse Ungleichheiten

Lebenslanges Lernen ist von zentraler Bedeutung in einer Welt, die sich wirtschaftlich schnell wandelt und in der Wissen und technologischer Fortschritt, aber auch Fragen im Zusammenhang mit der Globalisierung, der Umwelt und der Energie eine immer wichtigere Rolle spielen. Deshalb muss die ganze Bevölkerung die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, beruflich aktiv zu bleiben. Heute bestehen im Weiterbildungsmarkt, der in der Schweiz auf über 5,3 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt wird, grosse Ungleichheiten zwischen:

- Personen, die bereits über eine sehr gute Grundausbildung verfügen, häufig auf Tertiärstufe, und die freiwillig regelmässig Weiterbildungen absolvieren (sie machen 75 Prozent der Personen aus, die sich weiterbilden).

- Wenig qualifizierten Personen, die teilweise die Grundkompetenzen im Laufe der Jahre verloren haben, eher von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Veränderungen betroffen sind und deshalb das Weiterbildungsangebot nicht nutzen können.

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Rahmengesetz berücksichtigt nach zahlreichen Diskussionen in den Kommissionen des National- und Ständerats und verschiedenen parlamentarischen Vorstössen bis zu einem gewissen Grad diese Zielgruppen, die vom Staat (Bund und Kantone) gezielt und bewusst angesprochen werden müssen.

Es profitiert die Gesellschaft als Ganzes

Aus unserer Sicht muss dieses Gesetz die Chancengleichheit verbessern und es ermöglichen, wirksam für die Integration der ganzen Bevölkerung in die heutige Wissensgesellschaft und die Berufswelt zu kämpfen. Grundpfeiler dieses künftigen Gesetzes müssen eine Auffrischung der Grundkenntnisse und eine Anerkennung des im Berufsleben erworbenen Wissens unter anderem für folgende Zielgruppen sein:

- Erwachsene, die aus irgendwelchen Gründen nicht direkt nach der obligatorischen Schule eine Berufsbildung abgeschlossen haben;

- Personen, die aufgrund von Schicksalsschlägen Sozialhilfe beziehen, wenig qualifizierte Arbeitskräfte, die derzeit arbeitslos sind und Frauen, die nach einer Familienphase wieder ins Erwerbsleben einsteigen möchten;

- Migrantinnen und Migranten, deren Abschlüsse in unserem Bildungssystem nicht anerkannt sind oder die wenig qualifiziert sind.

Diesen Zielgruppen muss es das Gesetz ermöglichen, wieder in einen Lernprozess einzusteigen und damit auch das Selbstvertrauen zu stärken. Wenn dies gelingt, profitiert die ganze Gesellschaft.

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PD Für mehr Chancengleichheit.doc 110 KB

05. Dezember 2011, Josiane Aubert, Vizepräsidentin Travail.Suisse Drucker-icon

Problem des Zugangs zur Weiterbildung bleibt ungelöst

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, begrüsst, dass der Bundesrat endlich einen Vorschlag zu einem Weiterbildungsgesetz unterbreitet. Einige Probleme könnten mit diesem Gesetzesvorschlag sicher gelöst werden. Ob der Gesetzesvorschlag das grundlegende Problem des Zugangs zur Weiterbildung für Weiterbildungsferne zu lösen vermag, bleibt allerdings fraglich. mehr

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Weiterbildungsgesetz baut auf dem Prinzip der Selbstverantwortung auf. Subsidiäre Massnahmen von Bund und Kantonen sollen die Selbstverantwortung stärken und damit die Weiterbildungsbeteiligung erhöhen. Travail.Suisse ist skeptisch, ob der eingeschlagene Weg Wirkung zeigen wird. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden wird sich weiter dafür einsetzen, dass die parlamentarische Initiative Fasel „Obligatorische Weiterbildung“ (07.459) ins Weiterbildungsgesetz aufgenommen wird. Die Hürden sind auch mit den subsidiären Massnahmen für viele zu hoch, um an einer Weiterbildung teilnehmen zu können.

Ein zentrales Problem der jetzigen Situation in der Weiterbildung ist deren ungleiche Verteilung. Heute bilden sich die gut ausgebildeten, Vollzeit arbeitenden Männer weiter. Deutlich weniger bis fast keine Weiterbildung betreiben hingegen Arbeitnehmende mit Teilzeitpensen, Frauen und insbesondere tief qualifizierte Arbeitnehmende.

Weiterbildung für alle ist indes ein zentraler Erfolgsfaktor für die Schweizer Wirtschaft. Nur wenn es gelingt, das Wissen und Können aller Arbeitnehmenden laufend den neuen Anforderungen anzupassen, können wir in der Schweiz unseren hohen Lebensstandard auch in Zukunft halten. Damit die Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden zum Standard wird, fordert Travail.Suisse seit längerem ein Weiterbildungsobligatorium von mindestens 3 Tagen. Nur mit einem Obligatorium können wir sicherstellen, dass in der Schweiz auch zukünftig ein grosser Teil der Arbeitnehmenden über das nötige hohe und aktualisierte Bildungsniveau verfügt.

Travail.Suisse freut sich hingegen, dass der Vorschlag des Bundesrates vorsieht, Erwachsenen den Erwerb von fehlenden Grundkompetenzen zu ermöglichen. Ebenso begrüssen wir die Regelung, dass gesamtschweizerische Organisationen der Weiterbildung bei Erfüllung klarer Kriterien unterstützt werden können.

09. November 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Obligatorische Weiterbildung: Chance oder Problem? (Zweiter Teil)

Im Rahmen eines Hearings der Expertenkommission zur Ausarbeitung eines eidgenössischen Weiterbildungsgesetzes hat Professor Uschi Backes-Gellner eine Bewertung von Instrumenten zur Förderung der Weiterbildungsbeteiligung vorgenommen . Dabei hat sie auch das Weiterbildungsobligatorium einer kritischen Wertung unterzogen. Nachdem wir im letzten Pressedienst auf den ersten Teil ihrer Überlegungen reagiert haben, so möchten wir heute auf den zweiten Teil eingehen. Es geht dabei vor allem um die Frage der Durchsetzung eines Obligatoriums.

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PD Obligatorische Weiterbildung - Chance oder Problem -2.doc 47 KB

28. März 2011, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

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