Themen – Bildung – Weiterbildung

Ältere Arbeitnehmende: Dequalifizierungen vorbeugen

Arbeitnehmende im Alter zwischen 50 und 65 Jahren sind in den Fokus der nationalen Politik gerückt. Einerseits sehen Politikerinnen und Politiker in den älteren Arbeitnehmenden ein grosses Potenzial, das zur Bekämpfung des Fachkräftemangels eingesetzt werden kann. Andererseits ist man aber beunruhigt über die erhöhte Langzeitarbeitslosigkeit der älteren Arbeitnehmenden und fragt sich, wie diese besser wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Lösungen werden insbesondere von der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik erwartet. Aus Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist das zu kurzsichtig. Von zunehmender Bedeutung ist vor allem, eine fundierte bildungspolitische Diskussion über die älteren Arbeitnehmenden zu führen. mehr

Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende, Anreize für Betriebe, ältere Arbeitnehmende länger zu beschäftigen, Diskriminierungsverbot bei Stellenausschreibungen, Einarbeitungszuschüsse für ältere Arbeitnehmende, altersgerechte Arbeitsbedingungen, altersunabhängige Pensionskassenbeiträge: Das alles sind Lösungsvorschläge, welche die Politik bereithält, um die Situation der 50- bis 65-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Sie leisten sicherlich einen wichtigen Beitrag, um die Erschwernisse, welchen die älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt ausgesetzt sind, abzubauen. Aber eines darf nicht übersehen werden: Eine Stelle behält oder erhält ein älterer Arbeitnehmender nur, wenn er oder sie über die notwendigen und vom Arbeitsmarkt verlangten Kompetenzen verfügt. Was dies bedeutet, wird in der Politik kaum diskutiert, geschweige denn konkretisiert. Die bildungspolitische Diskussion wird bis heute kaum geführt.

Wenig bildungspolitische Vorstösse – ohne Konsequenzen

Bisher hat sich das Parlament aus bildungspolitischer Sicht nur wenig mit den älteren Arbeitnehmenden auseinandergesetzt. Vorstösse diesbezüglich wurden einerseits von CVP-Nationalrat Martin Candinas (2013) und andererseits von SP-Nationalrätin Bea Heim (2014) eingereicht. Candinas forderte den Bundesrat auf, „(…) zu prüfen, was aus bildungspolitischer Sicht unternommen werden muss, damit das Risiko von Dequalifizierungen von älteren Arbeitnehmenden minimiert wird und Weiterbildungsangebote geschaffen werden, die den Bedürfnissen der älteren Arbeitnehmenden entsprechen“. Der Bundesrat wie auch der Nationalrat haben zwar dieses Postulat angenommen. Passiert ist bisher aber nichts.

Der Blick auf die 40 bis 50-Jährigen

Sollen die älteren Arbeitnehmenden besser im Arbeitsmarkt integriert bleiben und auch angesichts des Fachkräftemangels eine gewichtigere Rolle spielen, so ist alles zu unternehmen, damit sie ihre Beschäftigungsfähigkeit behalten und ausbauen können. Dies bedingt einerseits, dass sie im Alter aufgrund von Dequalifizierungen nicht in berufliche Sackgassen geraten, so dass sie trotz freien Stellen nicht angestellt werden, und andererseits, dass sie sich die neuen, notwendigen Kompetenzen frühzeitig aneignen und sich so als wichtige Leistungsträger ausweisen und bewähren können. Bildungspolitische Massnahmen zugunsten der älteren Arbeitnehmenden können dabei nicht erst bei den 50- oder 55-Jährigen ansetzen. Eine Bildungspolitik zugunsten der älteren Arbeitnehmenden muss spätestens in der Mitte des Arbeitslebens beginnen, das heisst kurz nach dem 40. Lebensjahr.

Beispiel 1:
Horizontale Karrieren, die von Personen mit körperlich anspruchsvollen Berufen ins Auge gefasst werden müssen, damit sie trotz körperlichen Gebrechen im Arbeitsmarkt bleiben können, dürfen nicht erst nach 50 angepackt werden. Solche Wechsel müssen frühzeitig und längerfristig geplant werden, damit sie gelingen.

Beispiel 2:
Ebenso müssen Personen, die im Verlaufe ihres Berufslebens das Berufsfeld geändert haben, frühzeitig damit beginnen, ihre neuerworbenen Kompetenzen zu dokumentieren, Fehlendes zu ergänzen und auf einen neuerlichen Berufsabschluss hinzuarbeiten. Erfahrungen in einem Beruf genügen bei einem Stellenwechsel oft nicht. In diesem Fall ist es häufig notwendig und hilfreich, wenn man nicht nur auf die lange Berufserfahrung, sondern auch auf einen erreichten Berufsabschluss hinweisen kann.

Beide Beispiele zeigen, dass gerade bei der Auseinandersetzung mit den älteren Arbeitnehmenden der Blick schon auf die 40- bis 50-Jährigen gerichtet werden muss, um der potenziellen Dequalifizierung von älteren Arbeitnehmenden frühzeitig vorzubeugen. Und sie zeigen, dass die Bildungspolitik heute über keine Massnahmen verfügt, welche die 40- bis 50-Jährigen motiviert, in diese Qualifizierungsprozesse einzusteigen. Da ist die Bildungspolitik heute und in Zukufnt gefordert.

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2014 10 13 TravailSuisse Aeltere-Arbeitnehmende d.docx 15 KB

13. Oktober 2014, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Weg frei für das erste eidgenössische Weiterbildungsgesetz

Heute hat der Nationalrat die letzten beiden Differenzen zum Ständerat bereinigt und damit den Weg frei gemacht zum ersten eidgenössischen Weiterbildungsgesetz (WeBiG). Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist darüber sehr erfreut. Damit wird erstmals eine koordinierte Weiterbildungspolitik auf nationaler Ebene möglich. mehr

Besonders begrüsst Travail.Suisse die Regelungen über die Grundkompetenzen. In Zukunft hat sich der Bund gemeinsam mit den Kantonen dafür einzusetzen, dass Erwachsenen mit fehlenden Grundkompetenzen der Erwerb dieser Grundkompetenzen und deren Erhalt ermöglicht wird (vgl. Art. 14 WeBiG). Die Grundkompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für die berufliche Nachholbildung Erwachsener und die Beteiligung weiterbildungsferner Personen an der Weiterbildung. Für die Zukunft wichtig ist auch, dass das Gesetz Bund und Kantone zur Koordination ihrer Aktivitäten im Weiterbildungsbereich auffordert (vgl. Art. 4d). „Dank den koordinierten Aktivitäten können Zielgruppen erreicht werden, die bisher nicht in den Genuss von Weiterbildung gekommen sind“, ist Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik bei Travail.Suisse, überzeugt.

Für mehr Informationen:
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse, Tel. 079/348’71’67

12. Juni 2014, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Ständerat anerkennt Wiedereinstieg als wichtiges Thema

Der Ständerat hat an seiner heutigen Sitzung das Thema „Wiedereinstieg“ in das Weiterbildungsgesetz aufgenommen (vgl. Art. 8e). Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst diesen Entscheid. Angesichts der demografischen Entwicklung ist der optimale berufliche Wiedereinstieg von Personen, die ihre Berufstätigkeit vorübergehend eingeschränkt haben, gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtig. mehr

Eine Studie von Travail.Suisse zeigt, dass sich ein Drittel der Frauen in Paarhaushalten mit Kindern unter sieben Jahren für einen Erwerbsverzicht entscheidet 1 . Laut Schweizerischer Arbeitskräfteerhebung SAKE verzichteten im Jahr 2009 135‘000 Frauen wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen auf eine Erwerbstätigkeit. Viele Frauen, die sich für einen Erwerbsverzicht entscheiden, nehmen später – meist bei der Einschulung der Kinder – wieder eine Erwerbstätigkeit auf. Laut Schätzungen von Travail.Suisse handelt es sich um 13‘500 Frauen pro Jahr. Frauen mit einem längeren Erwerbsunterbruch weisen meist berufliche Lücken auf. Es fehlt ihnen an Wissen zum Selbstmarketing und zur Stellensuche.

Weiterbildungsbedarf ist ausgewiesen

Leider haben Wiedereinsteigende nur beschränkt Zugang zu Wiedereinstiegs-Angeboten der Arbeitslosenversicherungen. Spezielle Kurse für diese Zielgruppe sind nicht in allen Kantonen etabliert. Aufgrund der knappen Finanzen verzichten letztlich viele auf eine Weiterbildung. Vor diesem Hintergrund ist der Entscheid des Ständerates ein Zeichen dafür, dass das Potential von Wiedereinsteigenden optimal auszunützen ist und auch die Weiterbildung der öffentlichen Hand ihren Beitrag dazu leisten soll. „Travail.Suisse fordert den Nationalrat auf, beim Differenzbereinigungsverfahren auf die Position des Ständerates einzusteigen“, sagt Bruno Weber-Gobet, Verantwortlicher Bildungspolitik bei Travail.Suisse.

Mehr Informationen:
Bruno Weber-Gobet, Verantwortlicher Bildungspolitik bei Travail.Suisse, 079 348 71 67


1 Die Rückkehr ins Berufsleben erfolgreich meistern, Handlungsfelder und mögliche Massnahmen im Bereich der Bildung und Arbeitsmarktintegraton von Wiedereinsteigenden, Travail.Suisse, Februar 2013, Bern.

04. März 2014, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Bringt das Weiterbildungsgesetz mehr Chancengleichheit?

Heute hat der Nationalrat begonnen das Weiterbildungsgesetz im Plenum zu diskutieren. Es ist das erste Weiterbildungsgesetz, das auf eidgenössischer Ebene geschaffen wird. Aus der Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, wird es wichtige strategische Bedeutung für die Entwicklung des lebenslangen Lernens für alle haben. Der Wert des Weiterbildungsgesetzes wird vor allem daran zu messen sein, ob der Zugang zur Weiterbildung für wenig qualifizierte und bildungsferne Personen verbessert werden kann. mehr

Der Bildungsbericht 2010 zeigt, dass sich in der Weiterbildung die Schere zwischen den verschiedenen Bildungsschichten öffnet (vgl. Bildungsbericht Schweiz 2010, S. 266). Sie dient v.a. den gut und sehr gut qualifizierten Männern ihre Position im Arbeitsmarkt zu verbessern. Für sie funktioniert der Weiterbildungsmarkt weitgehend. Probleme hingegen haben wenig qualifizierte, Teilzeitarbeitende und Frauen. Sie haben mehr Mühe, den Zugang zur Weiterbildung zu finden. Hindernisse gibt es verschiedene: Zeit, Geld, Motivation, Organisation. Insbesondere aber werden diese Gruppen viel weniger von den Arbeitgebern unterstützt. Der Wert des Weiterbildungsgesetztes wird sich daran zeigen, ob es fähig ist, die Schere zwischen den verschiedenen Bildungsschichten zu schliessen oder nicht. Wenn die Artikel 13 bis 16 des Weiterbildungsgesetztes über die Grundkompetenzen angenommen werden, so ist mindestens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung getan. Ebenso wenn Artikel 8 (Verbesserung der Chancengleichheit) von Bund und den Kantonen dereinst aktiv umgesetzt wird.

Mehr Informationen:
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik, Tel. 079 348 71 67

10. Dezember 2013, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Über 50-Jährige auf dem Arbeitsmarkt: warum man handeln muss und wie

Im internationalen Vergleich ist die Beteiligung der über 50-jährigen Arbeitnehmenden am Schweizer Arbeitsmarkt hoch. Aber aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Anteil dieser Altersgruppe an der Erwerbsbevölkerung noch deutlich zunehmen. Der Zeitpunkt für konkretes Handeln ist gekommen, insbesondere um den Fachkräftemangel abzuwenden, dessen Auswirkungen in den nächsten Jahren immer mehr spürbar werden. mehr

Die Erwerbsquote der 50- bis 64-Jährigen betrug 2011 76%, und jene der ab 55-Jährigen lag bei 70%, womit unser Land – im Vergleich der EU-/EFTA-Staaten – den dritten Platz hinter Island und Schweden belegt. Der EU-Durchschnitt beläuft sich auf 49,7%. Dieses gute Abschneiden darf jedoch nicht zur Annahme verleiten, dass alles bestens ist und geringer Handlungsbedarf besteht.
Während 2010 noch 786’000 erwerbstätige Personen im Alter von 55 Jahren oder älter verzeichnet wurden – was 17,5% der Erwerbsbevölkerung entspricht –, dürfte diese Altersgruppe gemäss dem mittleren Szenario der Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2020 über 20% und 2025 22% ausmachen. 1
Da sich bereits heute in vielen Berufen, wie den MINT-Berufen 2 , aber auch anderen Berufen, z.B. im öffentlichen Sektor (Lehrkräfte, SBB), ein Arbeitskräftemangel abzeichnet, ist es sehr wichtig, der demografischen Entwicklung vorzugreifen und dafür zu sorgen, dass ältere Arbeitnehmende sich länger auf dem Arbeitsmarkt halten können. Weitere Gründe, die für eine Förderung der Beschäftigung von ab 50-Jährigen sprechen, liegen darin, dass Sozialversicherungen und Sozialhilfe entlastet werden müssen und dass wir uns nicht zu stark von der manchmal bequemen Lösung, die von der Personenfreizügigkeit geboten wird, abhängig machen dürfen.
Manche Branchen sind stärker von der Alterung ihrer Arbeitskräfte betroffen als andere: Namentlich im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich und im Bildungswesen hat die Zahl der älteren Arbeitnehmenden zwischen 2000 und 2010 bedeutend zugenommen.
Der Arbeitskräftemangel hat zwar dafür gesorgt, dass man sich des Problems bewusst geworden ist und eine Debatte über die Beschäftigung älterer Arbeitnehmender lanciert hat, aber immer noch herrscht die vom Jugendwahn geprägte Vorstellung vor, dass über 50-Jährige weniger leistungsfähig sind. Die Realität ist jedoch viel komplexer, denn alles hängt von den zugewiesenen Aufgaben und den Möglichkeiten zum Stellenwechsel ab. Eine Schubladisierung älterer Arbeitnehmender ist auch deshalb nicht angebracht, weil es individuelle Unterschiede gibt.
Dauer- und Temporärstellenvermittler berichten, dass sich die Lage der über 50-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt in letzter Zeit verschlechtert hat. Einerseits werden sie öfter entlassen, andererseits werden sie auch seltener eingestellt, oder – was noch schlimmer ist – es gilt die stillschweigende Regel, dass keine über 50-Jährigen eingestellt werden dürfen. 3

Rahmenbedingungen verbessern…

Seit einigen Jahren sind sich das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) bewusst, dass man die Beteiligung älterer Arbeitnehmender angesichts der demografischen Überalterung fördern muss. Aber die bisher getroffenen Massnahmen bleiben zu punktuell und zu bescheiden. So wurden in der Arbeitslosenversicherung die Voraussetzungen für Einarbeitungszuschüsse an über 50-jährige Arbeitslose leicht verbessert. Es werden auch Anstrengungen unternommen, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Es wären aber noch weitere Massnahmen nötig, die bisher völlig fehlen, so zum Beispiel die Einführung einer Einstellungspolitik ohne jede Altersdiskriminierung. Es ist zudem sehr wichtig, die Aus- und Weiterbildung von über 50-Jährigen zu fördern. Der Bundesrat und das Parlament beginnen, sich dessen bewusst zu werden, und man darf hoffen, dass die gesetzlichen Grundlagen bald so angepasst werden, dass sie diese Notwendigkeit berücksichtigen.

Das WBF hält in seiner Fachkräfteinitiative fest, dass Frauen und ältere Arbeitnehmende das grösste Potenzial zur Behebung des Mangels bergen. 2009 hätte die Wirtschaft über 420’000 zusätzliche Vollzeitäquivalente verfügt, wenn das Potenzial der Arbeitslosen, der Erwerbslosen und der Teilzeitbeschäftigten zwischen 55 und 64 Jahren voll ausgeschöpft worden wäre. Das Potenzial ist somit vorhanden, aber es müssen konkrete Massnahmen umgesetzt werden, damit man es zumindest teilweise nutzen kann.

… und gute Unternehmenspraktiken verbreiten

Die Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen für ältere Arbeitnehmende genügt jedoch nicht, um die Beschäftigung und die Beschäftigungsfähigkeit der über 50-Jährigen ausreichend zu fördern. Zusätzlich müssen gute Unternehmenspraktiken im Umgang mit dem Alter bekannt gemacht und verbreitet werden. Man muss ja nicht das Rad neu erfinden. Zahlreiche Studien, die in den letzten Jahren in der Schweiz oder im Ausland durchgeführt wurden, zeigen ziemlich klar, welche Massnahmen getroffen werden können. Folgende Beispiele seien hier genannt: flexible Pensionierung, Funktionsentwicklung, Ergonomie und Case Management 50+, Fortbildung, diskriminierungsfreie Einstellungspolitik, Gestaltung der Generationenbeziehungen, Kenntnis der Altersstruktur durch das Unternehmen usw. 4

Bei manchen Firmen zeigt sich der Wille, in dieser Frage voranzukommen, wie beispielsweise die Initiativen gewisser Schweizer Grossunternehmen belegen. Einige haben sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen, um ein Generationenmanagement für den wirtschaftlichen Erfolg zu gewährleisten. 5

Die Zuwanderung ist keine Lösung

Es wäre gefährlich zu glauben, dass das Problem der überalterten Erwerbsbevölkerung durch die Zuwanderung oder die Personenfreizügigkeit dauerhaft ausgeglichen werden kann. Die Überalterung der Bevölkerung ist in ganz Europa ein Problem, und manche Länder sehen sich allmählich vor eine demografische Entwicklung gestellt, die noch ungünstiger verläuft als in der Schweiz, so zum Beispiel Deutschland. Gerade dieses Land ist in den letzten Jahren ein wichtiger Fachkräftelieferant für die Schweizer Wirtschaft geworden. Nun unternimmt Deutschland aber immer mehr Anstrengungen, um die in die Schweiz abgewanderten Arbeitskräfte zurückzuholen, beispielsweise durch bedeutende finanzielle Anreize. Daraus lässt sich schliessen, dass eine optimale Nutzung des Potenzials der einheimischen Arbeitskräfte eine ganz wichtige Strategie ist, um die Erwerbstätigenquote und damit den Wohlstand unseres Landes zu erhalten. Eine höhere Wertschätzung der älteren Arbeitnehmenden ist ein bedeutender Teil dieser Strategie.


Travail.Suisse-Projekt zu älteren Arbeitnehmenden mit ungarischen Partnern

Im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrags an die neuen Mitgliedstaaten der EU erhielt Travail.Suisse die Finanzierung für ein Zusammenarbeitsprojekt mit dem Titel «Förderung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmender. Erfahrungen in der Schweiz und vorgeschlagene Massnahmen in Ungarn» zugesprochen.
In Ungarn weisen die über 50-Jährigen eine der tiefsten Erwerbsquoten in Europa auf, während in der Schweiz genau das Gegenteil der Fall ist. Deshalb möchten die ungarischen Projektpartner (ungarischer Unternehmensberaterverband (MOSz) und ungarische Unternehmer- und Arbeitgebervereinigung) mehr über die Lage der älteren Arbeitnehmenden auf dem Schweizer Arbeitsmarkt erfahren.
Ein Teil des Projekts besteht aus einer Studienreise in der Schweiz, die vom 25. bis 30. November 2012 von Travail.Suisse für Vertreter der beiden ungarischen Partner organisiert wird. Dabei werden die Partner Schweizer Unternehmen mit guten Lösungen für ältere Arbeitnehmende sowie Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen und andere von dieser Problematik betroffene Institutionen aufsuchen. In einem zweiten Schritt findet ein Workshop in Ungarn statt, an dem die in der Schweiz gesammelten Erfahrungen sowie die Praxis in Ungarn einbezogen und kommentiert werden.
Auf dieser Grundlage wird eine Publikation mit Empfehlungen erarbeitet, die an regionalen Seminaren in Ungarn weitergegeben werden. Das Ziel ist, die bestehenden guten Praktiken in den verschiedenen Regionen Ungarns zu verbreiten. Mit diesem Projekt bringen wir gleichzeitig mehr über die Lage der älteren Arbeitnehmenden in der Schweiz in Erfahrung und können Sensibilisierungsarbeit leisten, um die Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmenden auch in unserem Land zu fördern.


1 Newsletter Demos, Nr. 2, Mai 2012, Bundesamt für Statistik
2 Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
3 NZZ am Sonntag, „Kein Job, keine Rente“, S. 25, 30. Juni 2013
4 z.B. Studien zu aktivem Altern im Betrieb. Kurzfassungen. 27 S., 2009. Gesundheitsförderung Schweiz; Altersstrategie. 61 S. 2006. Schweizerischer Arbeitgeberverband; A guide to good practice in age management. 48 S. 2006. European Foundation for the Improvment of living and Working Conditions.
5 www.demographieforum.ch; www.demographie-netzwerk.ch

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Ueber 50jährige auf dem Arbeitsmarkt.docx 25 KB

14. Oktober 2013, Denis Torche, Leiter internationale Politik Drucker-icon

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