Themen – Bildung – Höhere Berufsbildung

Mit einem Validierungsverfahren zu einem gleichwertigen Berufsabschluss

Erwachsene mit der erforderlichen Berufserfahrung können über ein Validierungsverfahren einen Berufsabschluss erlangen. Dieser Berufsabschluss besitzt den gleichen Wert wie ein Abschluss nach einer „ordentlichen“ Lehre. Aufgabe der zuständigen Organisationen der Arbeitwelt — d.h. der Berufsverbände und Branchenorganisationen — ist es, diese Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses herzustellen. Sie bestimmen die Bildungsinhalte, stellen die Prüfungsexperten und nehmen Einsitz im Validierungsorgan. Damit sorgen die zuständigen Berufsverbände und Branchenorganisationen selbst für die inhaltliche Qualität ihrer Validierungsverfahren.

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21. Juni 2010, Angela Zihler, Projektleiterin Drucker-icon

Ein starkes Stück

Der Bundesrat hat die neue Berufsmaturitätsverordnung verabschiedet. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, begrüsst diese neue Verordnung. Nach einem langen Suchprozess ist eine Regelung gefunden worden, welche die Berufsmaturität, das duale Berufsbildungssystem und die Fachhochschulen stärkt. mehr

Die neue Berufsmaturitätsverordnung ist gelungen. Für Travail.Suisse ist vor allem wichtig, dass sie sich klar auf den Zugang zu den Fachhochschulen hin orientiert. Wer eine eidgenössische Berufsmaturität erworben hat, ist insbesondere befähigt, „ein Fachhochschulstudium aufzunehmen und sich darin auf eine anspruchsvolle Aufgabe in Wirtschaft und Gesellschaft vorzubereiten“. So lautet das erste Ziel der Berufsmaturitätsverordnung.

In der ganzen Verordnung wird dieses Ziel durchgehalten. So werden die vorgesehenen Grundlagenbereiche, die Schwerpunktbereiche wie auch die Ergänzungsbereiche auf dieses Ziel hin ausgerichtet. Trotzdem weist das neue System gegenüber dem bisherigen mit seinen sechs starren Berufsmaturitätsrichtungen eine erhöhte Flexibilität und Durchlässigkeit aus.

Bei der Erarbeitung des Rahmenlehrplans, die nun auf der Grundlage der Berufsmaturitätsverordnung an die Hand zu nehmen ist, ist darauf zu achten, dass die Fachhochschulen in diesen Prozess wirklich eingebunden sind. Das Gesetz sieht ihre Mitarbeit vor: „An der Erarbeitung des Rahmenlehrplans sind … die Fachhochschulen beteiligt.“ Ihre Einbindung ist vollumfänglich zu begrüssen. So wird es möglich, dass die Leistungen im Rahmen der Berufsmaturitätsausbildung mit den Erwartungen der Fachhochschulen und ihren verschiedenen Richtungen optimal abgestimmt werden können. Travail.Suisse geht davon aus, dass ein solches Vorgehen die ganze Berufsbildung stärkt.

25. Juni 2009, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Lehrstellensituation: Ausbildung für alle darf etwas kosten

Travail.Suisse fordert die Wirtschaft, den Bund und die Kantone dazu auf, alles daran zu setzen, dass trotz kriselndem Arbeitsmarkt allen Jugendlichen eine Perspektive geboten wird, indem sie eine Ausbildung machen können. Dafür werden in den kommenden zwei Jahren zusätzliche Investitionen vonnöten sein. Diese lohnen sich: Eine von Travail.Suisse in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass durch eine fehlende Ausbildung eines jungen Erwachsenen für die Gesellschaft jährlich Kosten in der Höhe von 10’000 Franken anfallen. mehr

Noch herrscht einigermassen Ruhe auf dem Lehrstellenmarkt. Dies weil die Lehrstellenplanung der Betriebe grösstenteils noch vor der Krise gemacht wurde. Schon im Sommer beginnt jedoch die Planung für die Lehrstellenvergabe 2010. Ohne zusätzliche Investitionen wird die Arbeitsmarktkrise nächstes Jahr voll auf den Lehrstellenmarkt durchschlagen. Jetzt sind deshalb besondere Anstrengungen vonnöten, um allen Jugendlichen eine berufliche Perspektive bieten zu können. Mit der Intensivierung bestehender Massnahmen (Lehrstellenförderer, Ausbildungsverbünde, Attestlehrstellen, Case Management, etc.) muss deshalb unverzüglich begonnen werden.

Soziale Verantwortung wahrnehmen
Travail.Suisse fordert die Wirtschaft dazu auf, ihre soziale Verantwortung gegenüber den Jugendlichen wahrzunehmen und nicht auf Grund kurzfristiger finanzieller Überlegungen Lehrstellen zu streichen. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden macht die Wirtschaft darauf aufmerksam, dass es in ihrem ureigensten Interesse ist, genügend Fachkräfte auszubilden. Diese werden sonst im nächsten Aufschwung fehlen.

Investitionen in Lehrstellen zahlen sich für öffentliche Hand aus
Auch Bund und Kantone müssen in den kommenden Jahren ihre bestehenden Instrumente konsequent ausbauen. Zudem müssen Bund und Kantone als Arbeitgeber eine Vorbildfunktion einnehmen und ihr Lehrstellenangebot weiter ausbauen. Dies darf auch etwas kosten. Wie eine von Travail.Suisse in Auftrag gegebene Studie zu den gesellschaftlichen Kosten der Ausbildungslosigkeit zeigt, verursacht eine Person ohne Mittelschul- oder Berufsausbildung jährlich für die öffentliche Hand Kosten von durchschnittlich 10’000 Franken. Dies durch höhere Beanspruchung von Sozialleistungen, tiefere Steuereinnahmen und tiefere Sozialversicherungsbeiträge. Es lohnt sich also, einiges zu investieren, um Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. Die kürzlich veröffentlichte Statistik zu jungen Erwachsenen in der Sozialhilfe bestätigt dieses Bild: Mehr als die Hälfte der jungen Sozialhilfebezüger hat keine Ausbildung.

Keine Diskriminierung bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Jugendliche ausländischer Herkunft müssen bei knapper Lehrstellensituation oft als Erste über die Klinge springen. Mehrere Studien belegen, dass Jugendliche mit fremdländisch klingenden Namen bei der Lehrstellensuche diskriminiert werden. Travail.Suisse fordert alle Betriebe auf, nach Eignung und nicht nach Namen zu selektionieren. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden stellt dafür ein praktisches Hilfsmittel auf www.zukunftstattherkunft.ch zur Verfügung.

08. Juni 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Weniger Diskriminierung in der Berufsbildung

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut, dass der Nationalrat heute die Motion Glanzmann „Antidiskriminierungskampagne“ angenommen hat. Für Jugendliche ausländischer Herkunft ist viel gewonnen, wenn sich die Lehrlingsselektion an den Kompetenzen der Bewerbenden orientiert und nicht an Kriterien wie Nationalität und Familiennamen. mehr

Heute hat der Nationalrat die Motion Glanzmann „Antidiskriminierungskampagne“ überwiesen. Travail.Suisse erachtet eine Antidiskriminierungskampagne als wichtigen Schritt, um die Chancengleichheit in der Berufsbildung zu verbessern. Schweizer Jugendliche haben heute bei gleicher schulischer Leistung eine viermal höhere Chance, eine Lehrstelle zu finden, als Jugendliche ausländischer Herkunft. Und dies unabhängig von den Kompetenzen der Jugendlichen.

Travail.Suisse ist der faire Umgang mit Jugendlichen ausländischer Herkunft in der Berufsbildung seit langem ein Anliegen. Deshalb hat der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden zusammen mit dem KV Schweiz das Projekt „Zukunft statt Herkunft“ lanciert. Dieses richtet sich mit der Website www.zukunftstattherkunft.ch an Lehrbetriebe, insbesondere an Klein- und Kleinstbetriebe. Es stellt einen Werkzeugkasten (Checklisten u.v.m.) zur Verfügung, der eine systematische und diskriminierungsfreie Lehrlingsselektion ermöglicht.

Aus Gründen der Fairness und vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist es für unsere Volkswirtschaft wichtig, dass das Potenzial der in der Schweiz wohnhaften jungen Menschen ausgeschöpft wird unabhängig davon, ob sie Schweizer oder ausländische Wurzeln haben.

29. April 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Parlamentarischer Vorstoss für einen chancengleichen Zugang von Jugendlichen ausländischer Herkunft zu einer Lehrstelle

Nationalrätin Josiane Aubert, designierte Vize-Präsidentin von Travail.Suisse, hat diese Woche unter dem Titel „Zukunft statt Herkunft“ ein Postulat eingereicht. Sie und die über 30 Mitunterzeichnenden fordern, dass der Bundesrat die Situation von Jugendlichen ausländischer Herkunft bezüglich Chancengleichheit bei der Lehrstellensuche aufarbeitet und Massnahmen für die Verbesserung des Zugangs dieser Gruppe zum Lehrstellenmarkt prüft. mehr

Verschiedene Studien stellen heute fest, dass Jugendliche ausländischer Herkunft bei der Lehrstellensuche massiv benachteiligt werden. Häufig kann die Benachteiligung nicht mit fehlenden Kompetenzen erklärt werden. Gegenüber gewissen Gruppen, insbesondere bei Jugendlichen aus Ex-Jugoslawien oder aus der Türkei, spielen Vorurteile eine grosse Rolle. Es findet eine Diskriminierung auf Grund des Namens statt.

Teure Diskriminierung
Das ist sowohl für die Jugendlichen selber als auch für Gesellschaft und Wirtschaft folgenreich: Schlecht qualifizierte Arbeitnehmende sind hohen Risiken bei Arbeitslosigkeit, Invalidität und in Bezug auf die Gesundheit ausgesetzt. Die Folgekosten für die Gesellschaft sind enorm. Die Wirtschaft verzichtet ihrerseits freiwillig auf das grosse Potenzial dieser Jugendlichen. Auch wenn die Rezession den prognostizierten Fachkräftemangel etwas verlangsamt, wird die Wirtschaft in allen Branchen bald stark auf gut ausgebildete junge Fachkräfte angewiesen sein.

Anteil Jugendlicher ausländischer Herkunft wächst
Der Anteil von Jugendlichen ausländischer Herkunft an den Schulabgänger/innen wird in den kommenden Jahren auf rund 25 Prozent, in städtischen Gebieten mancherorts auf fast 50 Prozent ansteigen. Die Wirtschaft wird sich somit eine solche Diskriminierung nicht mehr leisten können, ohne den Wohlstand, die Lebensqualität und den sozialen Frieden in der Schweiz zu gefährden.

Massnahmen für eine faire Lehrlingsselektion
Deshalb hat Josiane Aubert, designierte Vize-Präsidentin von Travail.Suisse, im Nationalrat ein Postulat unter dem Titel „Zukunft statt Herkunft“ eingereicht. Darin wird der Bundesrat beauftragt, die Situation der Jugendlichen ausländischer Herkunft bezüglich des chancengleichen Zugangs zu einer Lehrstelle aufzuarbeiten und Massnahmen für die Verbesserung des Zugangs dieser Gruppe zum Lehrstellenmarkt zu prüfen. Travail.Suisse setzt sich seit längerem für eine faire Lehrlingsselektion ein und stellt unter www.zukunftstattherkunft.ch konkrete Hilfsmittel für Lehrbetriebe zur Verfügung.

19. März 2009, Josiane Aubert, Vizepräsidentin Travail.Suisse und Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

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