Themen – Bildung – Höhere Berufsbildung

Gesuchstellung, Budgetierung und Abrechnung von eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen

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20. Februar 2013, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Lehrstellenkonferenz: Strategien für die Zukunft

An der Lehrstellenkonferenz werden von den Verbundpartnern jedes Mal grundlegende strategische Entscheidungen in Bezug auf die Berufsbildung getroffen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, ist erfreut, dass auch in diesem Jahr durch die Lehrstellenkonferenz neue Impulse ausgelöst wurden. mehr

Die Berufsbildung ist darauf angewiesen, dass sie frühzeitig auf neue Herausforderungen reagiert. Nur so bleibt sie zukunftsfähig und kann sowohl die Bedürfnisse der Wirtschaft nach gut qualifizierten Fachkräften ernst nehmen wie auch attraktiv für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleiben. Für Travail.Suisse sind vor allem vier Entscheidungen der Lehrstellenkonferenz1 von besonderer Bedeutung:

Grundlagenbericht zur Nachholbildung

Das Berufsbildungsgesetz sieht die Möglichkeit von Nachholbildungen vor. Es sieht aber in seiner heutigen Form nicht vor, dass die Nachholbildungen bewusst gefördert werden. Der Arbeitsmarkt ist jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels verstärkt auf Nachholbildungen angewiesen, insbesondere auf Nachholbildungen von Personen, die noch über keinen beruflichen Erstabschluss verfügen. Indem die Lehrstellenkonferenz einen Grundlagenbericht zur Nachholbildung verlangt, setzt sie den Grundstein zur bewussten und zielgerichteten Förderung der Nachholbildung. Travail.Suisse ist überzeugt, dass die Förderung der Nachholbildung von Personen ohne beruflichen Erstabschluss eines der zentralen bildungspolitischen Themen der nächsten Jahre werden muss. Ein Berufsabschluss verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig, sondern ist auch für die Gesellschaft höchst profitabel und trägt dazu bei, den absehbaren demografischen Fachkräftemangel zu lindern. Die Alternative zu mehr Nachholbildung sind erstens mehr Migration und zweitens höhere Kosten bei der sozialen Sicherheit. Dies zeigen Studien, die Travail.Suisse zum Thema Nachholbildung veröffentlicht hat (http://www.travailsuisse.ch/de/node/3145).

Massnahmen zur Mobilitätsförderung in der Berufsbildung

An den Gymnasien ist es selbstverständlich, dass die Studierenden neben der Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Zudem haben die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Möglichkeit, durch ein internationales Austauschjahr eine Fremdsprache vertieft kennenzulernen. Auf der Seite der Berufsbildung sieht das anders aus. Etwa 50 Prozent der Jugendlichen in Berufslehren ohne Berufsmaturität erhalten keine obligatorische fremdsprachliche Förderung. Im gewerblich-industriellen Bereich sind es sogar fast 80 Prozent! Zudem verfügen Austausch- und Mobilitätsprogramme in der Berufsbildung über wenig Tradition. Dadurch, dass die Mobilität und das Fremdsprachenlernen in der Berufsbildung nur eine untergeordnete Rolle spielen, verpasst die Schweiz vielerlei Chancen, ihre Berufslernenden gut auf den europäischen Arbeitsmarkt und die Weiterbildung vorzubereiten: Denn dort wird heute immer öfter erwartet, dass sie sich in mehreren Sprachen verständigen und in multikulturellen Kontexten bewegen können. Travail.Suisse begrüsst deshalb explizit die beschlossenen Massnahmen zur Mobilitätsförderung2 in der Berufsbildung.

Stärkung der höheren Berufsbildung und der Berufsmaturität

Die Höherqualifikation der Berufsleute über die höhere Berufsbildung und die Berufsmaturität mit anschliessender Fachhochschule leistet einen überaus wichtigen Beitrag an die Qualität, die Produktivität und Innovationsfähigkeit unserer Wirtschaft. Sie so zu stärken, dass ihre Vorzüge national und international bekannt sind und eine gleichwertige Anerkennung wie die allgemeinbildenden Wege erhalten, ist absolut notwendig. Aus Sicht von Travail.Suisse wäre es klug, wenn das zukünftige Staatssekretariat zur Erreichung dieses Zieles die Verbundpartner stärker einbeziehen würde. Eine Möglichkeit wäre, den Artikel 55.3 des Berufsbildungsgesetzes dafür einzusetzen5 und vom Bundesrat zu verlangen, dass spezifische und innovative Projekte der Verbundpartner zur besseren Positionierung der Berufsbildung auf der internationalen Bühne in Zukunft über den Artikel 54 finanziert werden können. Gegenwärtig fehlt dem Berufsbildungsgesetz die Dimension einer Verantwortung der Verbundpartner für die internationale Positionierung der Berufsbildung. Allenfalls müsste dieses Anliegen auf eine geschickte Art in eine Revision des Berufsbildungsgesetzes eingebracht werden.

Potenzial von Migrantinnen und Migranten vermehrt nutzen

Die Lehrstellenkonferenz sieht auch eine bessere Nutzung des Potenzials von Migrantinnen und Migranten für die Berufsbildung vor: „Wichtige Hinweise liefert hier das Forschungsprojekt MIRAGE der Universität Fribourg. Empfohlen wird insbesondere, sich von der bisherigen Defizitperspektive zu lösen, den Fokus auf das mögliche Potenzial von Migrantinnen und Migranten zu richten und eine gezieltere und „offensivere“ Förderung in der Berufsbildung anzustreben. Weiter sollen mit gezielten Sensibilisierungs- und Kommunikationsmassnahmen die vielfältigen Möglichkeiten der Berufsbildung gerade bei Migrantinnen und Migranten bekannter gemacht werden“3. Travail.Suisse ist in diesem Zusammenhang daran, ein Projekt zum Thema „Elternbildung für fremdsprachige Eltern: Berufswahl und Lehrstellensuche“ zusammen mit dem Dachverband der Migrantenorganisationen (www.fimm.ch) aufzubauen. Wir hoffen, dass unser Projekt vom Bund unterstützt wird.

1 http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/28789.pdf

2 http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments /28781.pdf

3 http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/28789.pdf, Seite 2/4.

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PD Lehrstellenkonferenz - Strategien für die Zukunft.doc 116 KB

02. Dezember 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Nachholbildungen pushen

An der Lehrstellenkonferenz werden von den Verbundpartnern grundlegende strategische Entscheidungen in Bezug auf die Berufsbildung getroffen. Travail.Suisse ist erfreut, dass die Verbundpartner einen Grundlagenbericht zu den Möglichkeiten, Chancen und Kosten der Nachholbildung erarbeiten wollen und damit einen ersten Schritt zur ihrer Förderung machen. mehr

Das Berufsbildungsgesetz sieht die Möglichkeit von Nachholbildungen vor. Es sieht aber in seiner heutigen Form nicht vor, dass die Nachholbildungen bewusst gefördert werden. Der Arbeitsmarkt ist jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels verstärkt auf Nachholbildungen angewiesen, insbesondere auf Nachholbildungen von Personen, die noch über keinen beruflichen Erstabschluss verfügen.

Ein erster Schritt zu einer wichtigen Neuerung

Indem die Lehrstellenkonferenz einen Grundlagenbericht zur Nachholbildung verlangt, setzt sie den Grundstein zur bewussten und zielgerichteten Förderung der Nachholbildung. Travail.Suisse ist überzeugt, dass die Förderung der Nachholbildung von Personen ohne beruflichen Erstabschluss eines der zentralen bildungspolitischen Themen der nächsten Jahre werden muss. Ein Berufsabschluss verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig, sondern ist auch für die Gesellschaft höchst profitabel und trägt dazu bei, den absehbaren demografischen Fachkräftemangel zu lindern. Die Alternative zu mehr Nachholbildung sind erstens mehr Migration und zweitens höhere Kosten bei der sozialen Sicherheit. Dies zeigen Studien, die Travail.Suisse zum Thema Nachholbildung veröffentlicht hat (http://www.travailsuisse.ch/de/node/3145).

23. November 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Mobilität und Fremdsprachen in der Berufsbildung fördern

An der Lehrstellenkonferenz vom 23. November 2012 wird ein Bericht zur Mobilitäts- und Fremdsprachenförderung in der Berufsbildung diskutiert und hoffentlich auch verabschiedet. Travail.Suisse hofft, dass dieser Bericht zu einem Katalysator für verschiedenste Initiativen in diesem Bereich wird. mehr

An den Gymnasien ist es selbstverständlich, dass die Studierenden neben der Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Zudem haben die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Möglichkeit, durch ein internationales Austauschjahr eine Fremdsprache vertieft kennenzulernen. Auf der Seite der Berufsbildung sieht das anders aus. Etwa 50 Prozent der Jugendlichen in Berufslehren ohne Berufsmaturität erhalten keine obligatorische fremdsprachliche Förderung. Im gewerblich-industriellen Bereich sind es sogar fast 80 Prozent! Zudem verfügen Austausch- und Mobilitätsprogramme in der Berufsbildung über wenig Tradition.

Bedarf auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu

Dadurch, dass die Mobilität und das Fremdsprachenlernen in der Berufsbildung nur eine untergeordnete Rolle spielen, verpasst die Schweiz vielerlei Chancen, ihre Berufslernenden gut auf den europäischen Arbeitsmarkt und die Weiterbildung vorzubereiten: Denn dort wird heute immer öfter erwartet, dass sie sich in mehreren Sprachen verständigen und in multikulturellen Kontexten bewegen können.

Kreative Lösungen statt mehr Lektionen

Die Forderung nach mehr Fremdsprachenlernen und Mobilität in der Berufsbildung darf allerdings nicht durch die Erhöhung der Lektionszahlen an den Berufsfachschulen erfüllt werden. Andere Wege sind zu gehen. Für Travail.Suisse sind vor allem Initiativen zu stärken oder aufzubauen.

Bilingualer Unterricht stärken: Eine Möglichkeit besteht darin, dass schulische Fächer in einer Fremdsprache unterrichtet werden. Man lernt dann zwei Dinge auf einen Streich: den Fachinhalt und eine Fremdsprache. Es können dabei zwei Modelle zum Einsatz kommen. Bei einem Modell des zweisprachigen Unterrichts wird Deutsch und zu circa 30 Prozent eine Fremdsprache gesprochen, gelesen und geschrieben. Die Lehrperson führt zum Beispiel ein neues Thema zuerst auf Deutsch ein und vertieft das Thema dann mit fremdsprachlichen Aktivitäten. Beim zweiten Modell – Immersion genannt – werden ganze Fächer über eine längere Zeitspanne hinweg in einer Fremdsprache unterrichtet. Die heutigen Erfahrungen mit dem bilingualen Unterricht sind so auszuwerten und aufzubereiten, dass immer mehr Berufsfachschulen die Möglichkeit sehen, diese Art Unterricht anzubieten.

Projektgelder zur Verfügung stellen: Bedeutsam für die Entwicklung der Mobilität und der Förderung der Fremdsprachen ist natürlich die ch-Stiftung, die Gelder für Mobilitätsprogramme zur Verfügung hat. Ihr muss es noch besser gelingen, ihre Dienstleistungen den Bedürfnissen der Berufsbildung anzupassen und ihre Angebote so zu präsentieren, dass für die Betriebe und Schulen, die Mobilitätsprojekte durchführen wollen, Aufwand und Ertrag in einem günstigen Verhältnis stehen. Ebenso muss die Projektförderung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie gemäss Art. 54/55 BBG Geld bereitstellen für die Anschubfinanzierung von innovativen Projekte in diesem Bereich.

Mobilitätsbeauftragte für Mobilität schaffen: Damit der Gedanke der Mobilität- und Fremdsprachen-förderung in der Berufsbildung besser Fuss fassen kann, sind beim Bund, den Kantonen und auch bei den Organisationen der Arbeitswelt „Mobilitätsbeauftragte“ zu benennen. Sie haben darauf zu achten, dass das Thema in ihrem Umfeld nicht aus den Traktanden fällt, sondern die möglichen Schritte zur Mobilitäts- und Fremdsprachenförderung angegangen werden. Der Bund hat diesbezüglich eine besondere Verantwortung. Er muss dafür besorgt sein, dass die „Mobilitätsbeauftragten“ der Verbundpartner in ein starkes Netz eingebunden sind.

Ein Monitoring einrichten: Über die Entwicklung im Bereich der Mobilitäts- und Fremdsprachenförderung in der Berufsbildung ist ein Monitoring einzurichten. Es soll eine regelmässige statistische und wissenschaftliche Auswertung über die Entwicklungen in diesem Bereich ermöglichen. Im Bildungsbericht Schweiz 2014 soll erstmals eine Bestandesaufnahme veröffentlicht werden.

Ein Pilotkurs bei Travail.Suisse

Travail.Suisse wird im nächsten Jahr einen Pilotkurs über ihre Jugendkommission anbieten, in dem bei der Bearbeitung des Themas „An der Schwelle zur Berufswelt: Das muss ich wissen“ zugleich Fremdsprachenkompetenzen erworben werden können. Der Kurs wird dreisprachig geführt. Dabei werden alle Unterlagen in Italienisch, Französisch und Deutsch abgegeben. In die einzelnen Sequenzen wird jedoch nur in einer Landessprache eingeführt. Da bei diesem Kurs Jugendliche (und Ausbildnerinnen und Ausbildner) aus allen Sprachregionen präsent sein werden, werden sie sich gegenseitig helfen können, die Inhalte zu verstehen.

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PD Mobilität und Fremdsprachen fördern.doc 109 KB

19. November 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Prüfungen werden günstiger: Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Mit der Erhöhung der Bundesbeiträge an die Durchführung eidgenössischer Prüfungen stärkt der Bundesrat die höhere Berufsbildung. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, begrüsst diesen Entscheid. Als nächster Schritt muss nun auch endlich die Finanzierung der Vorbereitungskurse auf diese Prüfungen finanziell geregelt werden. mehr

Dank dem Bundesratsbeschluss werden die Gebühren für die Prüfungsteilnehmenden sinken. Jährlich legen rund 16’000 Berufsleute eidgenössische Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen ab. Mit ihrer höheren Qualifizierung positionieren sie sich besser auf dem Arbeitsmarkt und helfen mit, den grossen Bedarf der Wirtschaft nach gut qualifizierten Fachleuten zu decken. Mit der Erhöhung der Bundesbeiträge von 25 auf 60 Prozent setzt der Bundesrat ein wichtiges Zeichen zur Anerkennung der praxisbezogenen, höheren Berufsbildung.

Travail.Suisse erachtet die beschlossenen Bundesbeiträge an die Prüfungen und die Qualitätssicherung als wichtige Investition in die Zukunft. Es ist ein erster Schritt zur Angleichung der Bundesbeiträge für die höhere Berufsbildung an diejenigen der akademischen Bildung (Hochschulen, Universitäten). Zusammen mit den Verbundpartnern setzt sich Travail.Suisse dafür ein, dass auch die Vorbereitungskurse für diese Prüfungen vom Bund mitfinanziert werden.

14. November 2012, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

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