Themen – Bildung – HFKG

Das neue Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz

Das neue HFKG ist ein für die Schweizer Bildungslandschaft einzigartiges Projekt: Alle Hochschulen – also Universitäten, ETH, EPFL, Fach- und Pädagogische Hochschulen – werden ab 2015 zentral gefördert und koordiniert. Diese Umstrukturierung bewegt das Hochschul-Umfeld: Neue Organisationen haben sich gebildet, alte verändern sich und die Mitsprache wurde verstärkt. Auch Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, redet mit.

Aus diesem Anlass versenden wir periodisch ein Info-Mail und beleuchten für Sie Akteure, Stärken und noch offene Baustellen des neuen HFKG. Wollen Sie das Info-Mail ebenfalls erhalten, dann tragen Sie sich bitte hier ein:










Die Texte aus den Info-Mails finden Sie hier:

Hochschulweiterbildung: Der Rahmen ist jetzt zu schaffen!

Am 1. Januar 2017 tritt das erste eidgenössische Weiterbildungsgesetz WeBiG in Kraft. Sein Zweck ist es, die Weiterbildung im Bildungsraum Schweiz zu stärken (vgl. Art. 1.1 WeBiG). Die Hochschulen haben sich im Gesetzgebungsprozess dafür eingesetzt, dass sie die Umsetzung der Grundsätze des WeBiG in ihrer Zuständigkeit behalten (vgl. Art. 2.2 WeBiG). Nun ist es aus Sicht von Travail.Suisse an der Zeit, diese Aufgabe raschmöglichst an die Hand zu nehmen. mehr

Ab 1. Januar 2017 gelten die Regelungen des WeBiG. Der Bundesrat ist deshalb aktuell daran, die Verordnung zum WeBiG zu erarbeiten. Die Verordnung soll zusammen mit dem Gesetz in Kraft treten. Die Hochschulkonferenz hat diese Aufgabe noch vor sich. Gemäss Art. 2.2 WeBiG ist es an den „gemeinsamen hochschulpolitischen Organen“, die Umsetzung der Grundsätze des WeBiG vorzunehmen. Zudem beauftragt das HFKG den Hochschulrat selber, „die Weiterbildung in Form von einheitlichen Rahmenvorschriften“ zu regeln (vgl. Art. 12.3.a.4 HFKG).

Nach Meinung von Travail.Suisse ist es an der Zeit, diese Aufgabe raschmöglichst anzupacken. Für die Weiterbildungslandschaft Schweiz ist es von grossem Vorteil, wenn im Jahr der Inkraftsetzung des WeBiG auch klar ist, wie die Hochschulkonferenz die Grundsätze des WeBiG umsetzen will und wie die einheitlichen Rahmenvorschriften für die Hochschulweiterbildung aussehen sollen. Dies wäre einerseits hilfreich für die Hochschulen selber. Sie können dann auf einer konsolidierten Basis ihre Weiterbildungsplanung machen. Zwar existieren gegenwärtig Empfehlungen 1 . Diese sind aber weder vom Hochschulrat verabschiedet noch mit dem WeBiG abgestimmt.

Aber auch für den Weiterbildungsbereich ausserhalb der Hochschulen wie auch für die Höhere Berufsbildung wäre es sinnvoll, die Weiterbildungsregelungen des Hochschulbereiches zu kennen. Damit wird es möglich, sowohl die Abgrenzungen, die Überschneidungen wie auch Zusammenarbeitsmöglichkeiten zwischen diesen Bereichen klarer zu identifizieren.

Travail.Suisse sieht ein grosses Plus darin, wenn im Jahr der Inkrafttretung des WeBiG auch der Hochschulrat seine Weiterbildungsrichtlinien verabschieden würde. Für die Weiterbildungsanbieter wie auch für die Teilnehmenden bedeutet das mehr Sicherheit und Transparenz im Weiterbildungsmarkt. In einer Schweiz, in der die Ressource Weiterbildung immer wichtiger zur Bewältigung der verschiedensten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme wird, hilft es, wenn Klarheit in Bezug auf die Spielregeln zwischen den verschiedenen Akteuren herrscht.

1 Vgl. http://www.swissuni.ch/documents/index / http://www.swissuniversities.ch/de/themen/lehre-und-studium/weiterbildung/

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2016 HFKG 1 Hochschulweiterbildung.docx 16 KB

2016 HFKG 1 Hochschulweiterbildung.pdf 147 KB

02. Februar 2016, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Das Medizinstudium neu gestalten

Mit einem Bachelor in Biologie oder Pflegewissenschaften zum Arztberuf? Dies könnte bald möglich werden. Gemäss Antonio Loprieno, der sich mit dem Thema befasst hat, ist es an der Zeit, althergebrachte Denkmuster zu hinterfragen. mehr

Die Schweiz muss mehr Ärzte ausbilden. Dies ist mittlerweile unumstritten. Noch nicht entschieden ist hingegen, wo und wie das geschehen soll. Um mögliche Szenarien zu skizzieren, hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) diesen Frühling einen Auftrag an den Präsidenten der Kammer universitärer Hochschulen, Antonio Loprieno*, erteilt. Travail.Suisse hat mit ihm über sein Konzept namens Swiss Premed gesprochen.

Die ETH Zürich will ab 2017 einen naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Bachelorstudiengang in Medizin anbieten. Für den Masterstudiengang wird sie mit der Universität Zürich und anderen Hochschulen kooperieren. Was halten Sie von dieser Idee?

Loprieno: Sie entspricht meinen eigenen Vorstellungen für eine Neugestaltung des Medizinstudiums. Der derzeitige konsekutive Studiengang hat sich seit der Bologna-Reform nicht gross verändert. Die meisten studieren immer noch an der gleichen Universität sechs Jahre durch. Mit einer stärkeren Abgrenzung zwischen Bachelor und Master wird die Ausbildung flexibler. In angelsächsischen Ländern ist es seit jeher so, dass man im Grundstudium ein naturwissenschaftliches Fach wählt und sich erst im Masterstudiengang spezialisiert. Daran angelehnt würde ich sogar empfehlen, auch Absolventen von allgemeinen naturwissenschaftlichen Bachelorstudiengängen die Tür zur Medizin zu öffnen.

Besteht mit diesem System nicht die Gefahr, dass Ärzten entscheidende berufsspezifische Kompetenzen fehlen?

Ich glaube nicht. Denn erstens sind die beiden ersten Studienjahre jetzt schon stark naturwissenschaftlich ausgerichtet. Erst im dritten Jahr werden auch klinische Inhalte vermittelt. Zweitens sollte man zwischen dem Bachelor- und Masterstudiengang eine Passerelle schaffen, die fit macht für die Medizin. Und drittens wird die Medizin immer vielfältiger. Es braucht Ärzte mit verschiedenen Hintergründen.

Welche Fachrichtungen halten Sie für kompatibel mit einem Master in Medizin?

Zum Beispiel Biologie, Medizinaltechnologie und Pflegewissenschaften. Sozialwissenschaftliche Fächer natürlich nicht.

Bei den beiden letzteren handelt es sich um Fachhochschul-Studiengänge. Ein ziemlicher Tabu-Bruch.

Universitäre Hochschulen und Fachhochschulen sind gleichwertig, aber andersartig – so das Credo. Nun gilt es, diesen Grundsatz mit Leben zu füllen und althergebrachte Denkmuster zu überwinden. Aber natürlich ist nicht jede Person, die Pflege studiert hat, geeignet. Die Kriterien für mögliche Zulassungen werden medizinische Fachleute definieren müssen. Auch Sur-Dossier-Zulassungen sollten möglich sein.

Der Hochschulrat hat sich soeben wieder für die Beibehaltung des Numerus Clausus ausgesprochen. Welchen Platz nimmt der Eignungstest in Ihrem Konzept ein?

Der Numerus Clausus hat keinen Einfluss auf die Anzahl Master-Abschlüsse. Die Westschweiz kennt ihn nicht und ist dafür im Grundstudium extrem selektiv. Nur 15 bis 20 Prozent schaffen es bis zum Bachelor. Die Zulassungsbeschränkung ist jedoch volkswirtschaftlich von Bedeutung. Wenn jemand einen Bachelor in einem naturwissenschaftlichen Fach schafft, ist er intellektuell in der Lage, einen medizinischen Master zu erwerben. Viel wichtiger als ein Eignungstest ist, dass der Anschluss an den Masterstudiengang sichergestellt ist.

Haben Sie bereits Rückmeldungen zu Ihrem Konzept erhalten?

Ich habe meine Vorschläge dem Hochschulrat und der Rektorenkonferenz präsentiert. In beiden Gremien sind sie mehrheitlich auf Zustimmung gestossen. Ein Vorteil wäre auch, dass so schneller mehr Schweizer Ärzte die Arbeit aufnehmen könnten. Denn mit den bisherigen Massnahmen würde es bis mindestens 2023 dauern.

Link zum Bericht: http://www.sbfi.admin.ch/dokumentation/00335/01737/01738/index.html?lang=de

*Antonio Loprieno (60) war von 2000 bis Ende Juli 2015 Rektor der Universität Basel und Präsident der Kammer universitärer Hochschulen von swissuniversities. Seit 2008 präsidierte er die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS). Nun ist der Ägyptologe zu Forschung und Lehre zurückgekehrt.

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2015 10 15 Infomail HFKG Medizin.docx 16 KB

15. Oktober 2015, Andrea Söldi, freie Journalistin BR Drucker-icon

Erziehungsdirektoren äussern Bedenken zu neuen Ärzte-Ausbildungen

Überstürzt und am ursprünglichen Ziel vorbeiführend – so die Reaktion der Erziehungsdirektoren auf die beabsichtigten Massnahmen für mehr Studienplätze in der Medizin. Schon bevor die Anschubfinanzierung von 100 Millionen bewilligt ist, zeichnet sich ein Verteilkampf ab. mehr

Die Erziehungsdirektoren drängen auf mehr Koordination. Das zumindest geht aus einem Schreiben hervor, das sie Mitte September an Bundesrat Johann Schneider-Ammann gerichtet haben. Zwar begrüssen die Regierungsräte das Sonderprogramm des Bundes, das 100 Millionen Franken für mehr Studienplätze in der Humanmedizin zur Verfügung stellen will. Sie zweifeln jedoch daran, dass die vorgesehenen Massnahmen ohne verstärkte Koordination zum gewünschten Ziel führen – nämlich, dass möglichst bald mehr Schweizer Ärzte für die Grundversorgung zur Verfügung stehen sollen.

Hintergrund des besorgten Briefes ist einerseits das Vorpreschen der ETH. Die renommierte Institution hat im September bekannt gegeben, dass sie in die Ausbildung von Ärzten einsteigen will. Ab Herbst 2017 plant sie einen neuen naturwissenschaftlich ausgerichteten Bachelorstudiengang mit 100 Plätzen. Den Master sollen die angehenden Ärzte danach an einer Universität mit medizinischer Fakultät erwerben.

Anderseits irritierten die Erziehungsdirektoren offensichtlich die Vorschläge für ein neues Ausbildungssystem, das ihnen Anfang September im Hochschulrat präsentiert worden war (siehe Interview mit Antonio Loprieno). Das Konzept sieht vor, den medizinischen Masterstudiengang für Absolventen von naturwissenschaftlichen oder gar pflegewissenschaftlichen Bachelorstudiengängen zu öffnen – ähnlich dem Schema des ETH-Projekts.

Nicht mehr Hausärzte mit neuem Modell

Eine Diskussion über neue Ausbildungssysteme sei zu begrüssen, steht im Brief, den EDK-Präsident Christoph Eymann im Namen des Vorstands unterschrieben hat. Doch sie müsse zwingend im neuen Ausschuss Hochschulmedizin geführt werden – und zwar in einem Zeitraum, der die nötige Sorgfalt erlaube. Wolle man möglichst schnell neue Studienplätze schaffen, so würde man hingegen besser auf das bestehende Modell setzen, schreiben die Regierungsräte. Dies sei ein Zielkonflikt, der politisch ausgehandelt werden müsse. Zudem zweifeln die Unterzeichnenden daran, dass mit den neu gestalteten Ausbildungen die ursprünglich definierten Ziele erfüllt werden können: Nachwuchs für die Grundversorgung ausbilden – also vor allem Hausärzte statt Spezialisten.

Aus diesem Grund stösst den Regierungsräten auf, dass die ETH einen Anteil der Anschubfinanzierung beansprucht. Sollte sie die gewünschten 10 Millionen Franken erhalten, fordern die Erziehungsdirektoren eine Erhöhung der gesamten Mittel. Insbesondere wollen sie erreichen, dass auch bereits erfolgte Massnahmen berücksichtigt werden. Die meisten Universitäten mit medizinischen Fakultäten haben ihre Anzahl Studienplätze schon in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Für die entsprechenden Mehraufwendungen seien sie – abgesehen von den regulären Grundbeiträgen des Bundes – selbst aufgekommen, stellt der Vorstand fest. Bei der Medizin handle es sich um einen kostenintensiven Bereich, was zu einer guten Koordination und Aufgabenteilung unter den Kantonen verpflichte. Mit einer Projektausschreibung, wie sie der Bund vorsieht, könne dies nicht erreicht werden. Der Ausbau müsse langfristig finanzierbar bleiben, also auch für die Periode 2017-2020, betonen die Unterzeichnenden. Und: „Die Finanzierung darf nicht zulasten der Beiträge für die übrigen Hochschuldisziplinen, die Fachhochschulen und die Berufsbildung gehen.“

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2015 10 15 Infomail HFKG Stellungnahme EDK.docx 14 KB

15. Oktober 2015, Andrea Söldi, freie Journalistin BR Drucker-icon

Medizinische Grundversorgung sicherstellen:
Es braucht mehr als nur mehr Ärzte

Die Debatte um die Ausbildung von mehr Ärzten ist voll im Gang. Endlich! Mit dem Sonderprogramm des Bundes, das 100 Millionen Franken für mehr Studienplätze in der Humanmedizin zur Verfügung stellen will, wurde diese notwendige Diskussion angestossen. Eine wichtige Rolle bei den bevorstehenden Entscheidungen wird der ständige Ausschuss für Fragen der Hochschulmedizin haben (vgl. Art. 15.1a HFKG). Er wird die Vorabklärungen in Bezug auf Effizienz, Effektivität und die Nachhaltigkeit der eingegeben Projekte der Hochschulen machen. mehr

Travail.Suisse unterstützt diesen geplanten Prozess und die beabsichtigten finanziellen Aufwendungen. Trotzdem möchten wir auf vier Punkte hinweisen, die uns wichtig sind und in der Gefahr stehen, in der hitzigen Debatte vergessen zu werden:

1. Die Schweiz braucht nicht einfach mehr selbstausgebildete Ärzte, sondern mehr Hausärzte und Hausärztinnen, um die medizinische Grundversorgung sicherstellen zu können. Bei der Auswahl der Projekte ist dies zu berücksichtigen. Die Projekte sollten zeigen, was sie unternehmen, um dieses Ziel besser erreichen zu können.
2. Um die medizinische Grundversorgung auch in Zukunft garantieren zu können, ist zwar das Ziel anzustreben, gegen 400 (Haus-)Ärzte pro Jahr mehr in der Schweiz auszubilden. Aber es sind auch andere Massnahmen anzupacken, wie sie in einem Bericht des Bundesrates ausformuliert wurden 1 . Die Frage stellt sich: Braucht es für die eine oder andere Massnahme allenfalls auch eine Anschubfinanzierung durch den Bund?
3. Das Problem des Ärztemangels kann nur entschärft werden, indem das Potenzial der verschiedenen Gesundheitsberufe 2 optimal ausgenutzt wird. Die Zahl plus 400 (Haus-)Ärzte funktioniert nur, wenn die Leistungen, welche nicht zwingend durch sie erbracht werden müssen, durch andere Gesundheitsberufe übernommen werden. Die Entscheidungen diesbezüglich sind daher parallel zum Aufbau von mehr Studienplätzen für (Haus-)Ärzte vorwärtszutreiben. Die Fragen, die sich hier aufdrängen, lauten: Welcher Auf- und Ausbau ist allenfalls nötig bei den verschiedenen Gesundheitsberufen? Welche Bildungsanbieter übernehmen diesbezüglich den Lead? Wer trägt die allfälligen Investitionskosten?
4. Die gemachten Überlegungen zeigen, dass das Problem der medizinischen Grundversorgung nicht allein durch die universitäre Humanmedizin gelöst werden kann. Die anderen Bildungsbereiche (Fachhochschulen, Höhere Fachschulen) sind daher mit ihrem Knowhow auch in die Diskussionen einzubinden.

1 Strategie gegen Ärztemangel und zur Förderung der Hausarztmedizin, Bericht des Bundesrates
in Erfüllung der Motion 08.3608 von Nationalrätin Jacqueline Fehr „Strategie gegen Ärztemangel und zur Förderung der Hausarztmedizin“ vom 2. Oktober 2008. http://www.bag.admin.ch/themen/berufe/13932/13933/14201/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCKdnt,f2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A—
2 Der Bericht des Bundesrates „Strategie gegen den Ärztemangel“ nennt als Beispiel folgende Berufe: spezialisierte Pflegende, spezialisierte medizinische Praxisassistentinnen, Ernährungsberatung, Apothekerinnen und –apotheker. Vgl. S. 62.

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2015 10 15 Infomail HFKG Ärzte.docx 18 KB

15. Oktober 2015, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Mitwirkung in Bezug auf die strategischen Prozesse nötig

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat am Kongress vom 12. September 2015 auch hochschulspezifische Forderungen verabschiedet. Eine betrifft die Mitwirkungsrechte der Dozierenden, eine andere das Problem der Veradministrierung der Hochschulen. mehr

Durch das Inkrafttreten des Hochschulförderungs- und –koordinationsgesetzes HFKG besteht Raum für Reformen im Hochschulbereich. Durch die institutionelle Akkreditierung, welche angemessene Mitwirkungsrechte für die Hochschulangehörigen verlangt (Art. 30.1a.4 HFKG), ist an jeder Hochschule die Frage nach den „angemessenen“ Mitwirkungsrechten (neu) gestellt. Die Studierenden haben es vorgemacht, wie die Mitwirkungsstandards für sie aussehen sollten.^1^ Ähnliches muss aus Sicht von Travail.Suisse auch im Hinblick auf die Dozierenden erarbeitet werden. Die Dozierenden brauchen Mitwirkungsrechte, die ihrer Bedeutung entsprechen. Die Lehrenden und Forschenden sind nicht einfach nur Angestellte. Ihre Arbeit bildet den Inhalt und den Kern der Hochschulen. Das ist zwar allen bewusst, schlägt sich aber nicht an allen Hochschulen in den Mitwirkungsrechten nieder. Die Mitwirkung sollte die Partizipation über alle Geschäfte auf allen Führungsebenen garantieren und den Dozierenden die Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, „die ihnen ein unabhängiges Funktionieren ermöglichen“. 2 Mitwirkung, die sich auf die operative Ebene von Instituten oder Studiengängen beschränkt, kann nicht als Mitwirkung im eigentlichen Sinn angesehen werden. Diese ist zwar wichtig. Mitwirkung im eigentlichen Sinn beginnt erst dort, wo die Dozierenden in den strategischen Prozessen in den relevanten Mitwirkungsgebieten voll als Partner akzeptiert werden. 3 Hier sind aus Sicht von Travail.Suisse insbesondere bei den Fachhochschulen noch grosse Fortschritte zu erzielen.

1 http://www.vss-unes.ch/wp-content/uploads/2014/12/RZ_FH_Publikation_Web.pdf
2 Richtlinien des Hochschulrates für die Äkkreditierung im Hochschulbereich, Anhang 1, Punkt 2.3 http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/39608.pdf
3 Relevante Mitwirkungsgebiete aus Sicht des Fachhochschuldozierendenverbandes FHCH sind zum Beispiel zu finden auf http://www.fh-ch.ch/~fhch/upload/110820_Mitwirkung_d_def.pdf

Das Problem der Veradministrierung der Hochschulen

Eine Frage, die mit den Dozierenden auf strategischer Ebene unbedingt diskutiert werden muss, ist die Administration an Hochschulen. Ist alles nötig, was heute gemacht wird? Besteht nicht die Gefahr einer Veradministrierung, die der Lehre und der Forschung unnötig Finanzen entzieht? Travail.Suisse weiss, dass die „Veradministrierung“ ein dorniges Thema ist. Schon vor Jahren versuchten wir einmal, Licht ins Dunkel in Bezug auf den Vorwurf der Veradministrierung der Hochschulen zu bringen. Wir sind aber – was einige freuen wird – an der Autonomie der Hochschulen gescheitert. Leider ist aber der Vorwurf seit damals nicht verklungen. Im Gegenteil. Der Spardruck auf die Lehrenden und Forschenden steht oft im Gegensatz zum Ausbau auf Seiten der Administration. Und da dies nicht offen im Rahmen der erwarteten strategischen Mitwirkung zusammen mit den Dozierenden diskutiert wird, bleibt der Vorwurf der Veradministrierung als demotivierende Grösse auf Seiten der Lehrenden und Forschenden bestehen. Ein guter Grund, etwas dagegen zu unternehmen!

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2015 10 15 Infomail HFKG Kongress TS.docx 17 KB

15. Oktober 2015, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

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Kontaktperson für Medienanfragen:

Linda Rosenkranz
Leiterin Kommunikation
031 370 2111 oder
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