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Das neue Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz

Das neue HFKG ist ein für die Schweizer Bildungslandschaft einzigartiges Projekt: Alle Hochschulen – also Universitäten, ETH, EPFL, Fach- und Pädagogische Hochschulen – werden ab 2015 zentral gefördert und koordiniert. Diese Umstrukturierung bewegt das Hochschul-Umfeld: Neue Organisationen haben sich gebildet, alte verändern sich und die Mitsprache wurde verstärkt. Auch Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, redet mit.

Aus diesem Anlass versenden wir periodisch ein Info-Mail und beleuchten für Sie Akteure, Stärken und noch offene Baustellen des neuen HFKG. Wollen Sie das Info-Mail ebenfalls erhalten, dann tragen Sie sich bitte hier ein:










Die Texte aus den Info-Mails finden Sie hier:

An den Hochschulen sollen alle mehr mitreden

Das HFKG nimmt es bereits vorweg: Studierende, Dozierende und andere Gruppen an Hochschulen sollen sich in Entscheidungsprozesse einbringen können. Nun verlangt der Verband der Dozierenden Nägel mit Köpfen. mehr

Eine straffe Hierarchie hat sich der Gesetzgeber für die Hochschulen offensichtlich nicht gewünscht. Das Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) sieht angemessene Mitwirkungsrechte für alle Hochschulangehörigen vor. Dieser Forderung verleihen die Dozierenden nun Nachdruck: In einem Antrag an die Schweizerische Hochschulkonferenz verlangt der Verband Swissfaculty, in dem die Dozierenden aller drei Hochschultypen vereinigt sind, dass konkrete Empfehlungen formuliert werden.

An den universitären Hochschulen mit teils jahrhundertelanger Tradition funktioniere die Mitwirkung in der Regel bereits gut, erklärt Stephan Morgenthaler, Professor an der EPFL und Vertreter von Swissfaculty im Hochschulrat. Etablierte Strukturen stellen sicher, dass sich Studierende, Dozierende und zum Teil auch andere Berufsgruppen in Entscheidungsprozesse einbringen können. Sie nehmen zum Beispiel Einsitz in Kommissionen, die sich mit Themen wie Berufungen für Lehrstühle, Ethik oder Sport befassen. Hingegen bestehe an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen diesbezüglich noch Handlungsbedarf, weiss Morgenthaler. „Häufig verläuft der Informationsfluss ausschliesslich von oben nach unten, und auch dies erst, wenn bereits entschieden wurde.“ Mancherorts seien zwar Mitspracherechte vorhanden, doch sie würden kaum genutzt, weil den Hochschulangehörigen die Zeit dazu fehlt.

Mitsprache bei Details statt Wichtigem

Dies bemängelt auch Denise Martin, Generalsekretärin des Verbands der Fachhochschuldozierenden fh-ch. Zudem beschränke sich die Mitwirkung meist auf wenig relevante Bereiche: Zum Beispiel dürfen Betroffene sich zur Farbe äussern, in der das Labor gestrichen wird, haben aber nichts zu sagen zu einem Personalreglement, bei dem es auch um die Gewährung von Forschungssemestern geht. Häufig sei es die Schulleitung, welche Vertreter für ein Gremium bestimmt, statt dass die Person vom Kollegium abgeordnet wird. Stellungnahmen werden zwar eingeholt, aber nicht immer berücksichtigt. „Bleiben konkrete Massnahmen aus, sinkt die Bereitschaft, sich zu engagieren“, stellt Martin klar.

In den Pädagogischen Hochschulen sei die Mitwirkung unterschiedlich weit gediehen, sagt Richard Kohler, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen –und Lehrerbildung. Während die Dozierenden sehr kleiner Schulen fast automatisch in alle relevanten Prozesse eingebunden sind, werde in den mittleren und grossen in der Regel nur eine Mitsprache ermöglicht, nicht aber eine Mitbestimmung.

Drei Hochschulen müssen nachbessern

Mitwirkung ist auch in den Akkreditierungsverfahren ein wichtiges Kriterium. Drei der vier Hochschulen, die bisher nach neuem Recht akkreditiert wurden, haben in diesem Punkt eine Auflage erhalten. Während die Hochschule für Wirtschaft Zürich ihre Strukturen für die Mitwirkung explizit definieren soll, verlangt der Akkreditierungsrat von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik, dass sie die Partizipation der Studierenden in allen Gremien aktiv fördert und von der Pädagogischen Hochschule Bern, dass sich sämtliche Angehörige an Projekten beteiligen.

Expertenwissen verbessert Qualität

Parallel zu den Dozierenden streben auch die Studierenden und der Mittelbau mehr Mitsprache an und bereiten entsprechende Vorstösse vor. Swissfaculty-Vertreter Morgenthaler hält es für sinnvoll, dass der Hochschulrat für alle Gruppen gleichzeitig Empfehlungen ausarbeitet. Nicht alle sollten aber bei den gleichen Themen mitreden können, betont Morgenthaler. So sei die Einschätzung der Studierenden zum Beispiel bei der Beurteilung von Lehre und Angeboten der Hochschule überaus willkommen. In organisatorischen Fragen mit langfristiger Wirkung für die Mitarbeitenden sei ihre Mitsprache hingegen weniger sinnvoll, da Studierende lediglich einige Jahre an der Hochschule bleiben.

Swissfaculty fordert eine aktive Förderung des Engagements aller Beteiligten sowie eine rechtzeitige Information, damit sich die jeweiligen Experten fundiert äussern können. In sämtlichen Gremien und auf allen Führungsebenen sollte ihnen ein Antragsrecht gewährt werden. Mit klar definierten Strukturen könne das Potenzial aller Beteiligten und Betroffenen besser genutzt werden, ist Stephan Morgenthaler überzeugt. „Dies verbessert die Qualität von Lehre und Forschung.“

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21. November 2017, Andrea Söldi, freie Journalistin BR Drucker-icon

Vorbereitungskurse im Spannungsfeld von Berufsbildung und akademischer Bildung

Am 1. Januar 2018 treten neue Regelungen im Zusammenhang mit der Finanzierung von Vorbereitungskursen auf Berufs- und Höhere Fachprüfungen in Kraft. Die Hochschulen sind davon auch betroffen – auch sie können Vorbereitungskurse anbieten. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist es wichtig, dass die Hochschulen eine klare Vorstellung davon haben, unter welchen Bedingungen sie Vorbereitungskurse ausschreiben und durchführen. mehr

Berufsprüfungen (BP) und Höhere Fachprüfungen (HFP) sind wichtige formale Abschlüsse zur Höherqualifizierung von Fachleuten auf Tertiärstufe. Pro Jahr erreichen rund 18‘000 Personen einen solchen Abschluss. Die grosse Mehrzahl bereitet sich mit einem Vorbereitungskurs auf diese Prüfungen vor. Wer die Prüfung ablegt, hat das Recht, von der öffentlichen Hand 50% der anrechenbaren Kosten für die Vorbereitungskurse zurückzuerhalten – unabhängig vom Prüfungserfolg.

Ein Angebot der Berufsbildung

Die Berufs- und Höheren Fachprüfungen sind Abschlüsse der Berufsbildung und werden im nationalen Qualifikationsrahmen der Berufsbildung eingestuft. Anders als beim Qualifikationsrahmen der Hochschulen wird im Qualifikationsrahmen der Berufsbildung jeder Abschluss individuell eingestuft. Entsprechend bewegen sich zum Beispiel die Abschlüsse der Höheren Fachprüfungen von Niveau 6 bis Niveau 8 1 . Diese an der Praxis orientierten Abschlüsse können daher auch für eine Person mit einem akademischen Abschluss von Interesse sein.

Hochschulen können Vorbereitungskurse anbieten

Auch Hochschulen können Vorbereitungskurse auf Berufs- und Höhere Fachprüfungen anbieten. Eine Voraussetzung für alle Anbieter, also auch für die Hochschulen, ist, dass sie ihr Angebot auf der elektronischen Liste des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI eintragen. Nur dann können die Teilnehmenden von der öffentlichen Finanzierung profitieren.

Anders als die Abschlüsse sind die Vorbereitungskurse auf die BP und HFP non-formal. Aus Hochschulsicht unterliegen sie daher den Regelungen, die das HFKG 2 auf der Grundlage des Weiterbildungsgesetz WeBiG 3 festlegt. Diese Regelungen sind gegenwärtig in Bearbeitung. Aus Sicht von Travail.Suisse ist es vor allem wichtig, dass in Bezug auf die Vorbereitungskurse im Kontext der Hochschulen Klarheit darüber herrscht, wer

a. das Zielpublikum ist und wer daher Zugang zu den Vorbereitungskursen hat, welche die Hochschulen anbieten und
b. wie das Verhältnis der Vorbereitungskurse zu den anderen Hochschulweiterbildungen gestaltet ist, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Durchlässigkeiten und der Anrechenbarkeit.

Insbesondere weil sich in den Vorbereitungskursen auf BP und HFP, die von den Hochschulen angeboten werden, das Berufsbildungssystem und das akademische System überschneiden, macht es aus Sicht von Travail.Suisse Sinn, dass sich die Hochschulen diesbezüglich klare Regelungen geben.


1 https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20151046/index.html#app1ahref1
2 HFKG, Art. 12.3.a.4 unter Berücksichtigung von Art. 3.i.
3 WeBiG, Art. 2.2

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21. November 2017, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Den Zugang zur Weiterbildung für Menschen mit Behinderungen verbessern

Jede Bildungsstätte muss sich fragen, wie Menschen mit Behinderungen ihr Lehrangebot barrierefrei nützen können. Das gilt für den Hochschulbereich wie auch für den Nichthochschulbereich. Travail.Suisse Formation TSF hat ein Projekt gestartet, das den Zugang zur Weiterbildung für Menschen mit einer Sehbehinderung verbessern soll. Bei der Umsetzung wird TSF auch Ergebnisse des Kompetenzzentrums Barrierefreie Kommunikation der Zürcher Hochschule der angewandten Wissenschaften ZHAW und der Universität Genf UNIGE aufnehmen. mehr

Seit dem 1. Januar 2017 ist das Weiterbildungsgesetz WeBiG in Kraft. Es gibt dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI die Möglichkeit, Leistungsvereinbarungen mit sogenannten Organisationen der Weiterbildung abzuschliessen (Art. 12 WeBiG). Ziel ist es, die Information, die Koordination und die Entwicklung in Bezug auf die Weiterbildung zu stärken (Art. 1 WeBiV). Eine der Leistungsvereinbarungen hat das SBFI mit Travail.Suisse Formation TSF abgeschlossen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Thema “Zugang zur Weiterbildung von Menschen mit Behinderungen”. Ein Ziel des WeBiG ist es, Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Personen an Weiterbildung teilnehmen können (Art. 4b WeBiG). Das Gesetz erwähnt dabei explizit auch Menschen mit Behinderungen (Art. 8b WeBiG). Sie sollen die gleichen Chancen beim Zugang zur Weiterbildung haben wie Menschen ohne Behinderungen.

Der Inhalt der Leistungsvereinbarung mit TSF

Dank der abgeschlossenen Leistungsvereinbarung zwischen SBFI und TSF kann TSF das Thema „Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen beim Zugang zur Weiterbildung“ offensiv angehen. Angestrebt werden Vernetzungen zwischen Behindertenorganisationen und Bildungsanbietern. Vorerst liegt der Schwerpunkt der Arbeit bei Menschen mit Sehbehinderungen. TSF wird hierfür eng mit dem Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV zusammenarbeiten. Ein wichtiges Ergebnis der Projektarbeit wird eine Kriterienliste für Bildungsanbieter sein. Sie soll Auskunft darüber geben, wie Bildungsangebote gestaltet sein müssen, damit Menschen mit Sehbehinderungen erfolgreich daran teilnehmen können. TSF wird regelmässig über die Entwicklung des Projektes kommunizieren.

Rückgriff auf die Ergebnisse des Kompetenzzentrums Barrierefreie Kommunikation

TSF wird bei der Projektarbeit wenn immer möglich auf die Ergebnisse des Kompetenzzentrums Barrierefreie Kommunikation der ZHAW und UNIGE zurückgreifen. Dieses Kompetenzzentrum konnte dank den projektbezogenen Beiträgen, die vom Schweizerischen Hochschulrat auf der Grundlage des Artikels 59 HFKG im Jahre 2016 bewilligt wurden, aufgebaut werden. Der Fokus bei der Arbeit des Kompetenzzentrums liegt dabei auf einem barrierefreien Zugang zu Bildung und Studium an allen Schweizer Hochschulen. Das Projekt von Travail.Suisse Formation hingegen hat primär die Weiterbildung ausserhalb des Hochschulbereiches im Blick.


Wer ist Travail.Suisse Formation TSF?

Travail.Suisse Formation TSF ist eine Organisation der Weiterbildung, die in allen Sprachregionen der Schweiz tätig und vertreten ist. Die Umsetzung der Leistungsvereinbarung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von TSF. Daneben ist TSF aber noch weiteren Zwecken verpflichtet. Gemäss Statuten sind es die folgenden:

  1. sie nimmt Informationsaufgaben in Bezug auf die angeschlossenen Mitgliedsorganisationen und die Öffentlichkeit wahr;
  2. sie übernimmt innerhalb der Arbeitswelt Netzwerk- und Koordinationsaufgaben;
  3. sie setzt sich für Qualitätssicherung und -entwicklung in der Weiterbildung ein;
  4. sie regt zur Entwicklung der Weiterbildung Projekte an und führt diese zusammen mit Mitgliedsorganisationen und/oder Partnern durch; und
  5. sie fördert die Weiterbildung der Arbeitnehmenden und ist bestrebt, die Hürden zur Weiterbildung abzubauen.

Mitglieder von TSF sind das Bildungsinstitut für Arbeitnehmende ARC mit den Arbeitnehmerverbänden Syna, transfair, SCIV, SwissPersona und dem Dachverband Travail.Suisse, das Centro di formazione professionale CFP mit dem Träger OCST und Enaip. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Francesco Genova (Präsident), Giuseppe Rauseo (Finanzen) und Bruno Weber-Gobet (Geschäftsführer). TSF kommuniziert dreisprachig (dt./frz./ital.).
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Bruno Weber-Gobet,
Leiter Bildungspolitik Travail.Suisse und Geschäftsführer Travail.Suisse Formation TSF

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21. November 2017, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Besser studieren mit Beeinträchtigung

Seh- und Hörbehinderte sehen sich an Hochschulen mit vielen Hürden konfrontiert. Im Rahmen der projektgebundenen Beträge des Bundes will ihnen ein Forscherteam das Studium erleichtern. mehr

Im Hintergrund sieht man ein kleines Kind, das am ganzen Körper zuckt. Gleichzeitig gibt ein Arzt Erklärungen zum Wund-Starrkrampf ab. Mit diesem Film will das Bundesamt für Gesundheit die Bevölkerung für die Tetanus-Impfung gewinnen. Wie aber kann man damit auch Sehbehinderte erreichen? Sie können zwar die Ausführungen hören. Die emotionale Botschaft, die mit den Bildern transportiert wird, bleibt ihnen jedoch verwehrt.

Mit solchen Fragen befasst sich derzeit ein Team der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Forschenden des Instituts Übersetzen und Dolmetschen wollen gemeinsam mit Fachkollegen der Universität Genf ein Nationales Kompetenzzentrum für Barrierefreie Kommunikation aufbauen. Im Fokus stehen Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, mit temporären kognitiven Beeinträchtigungen, wie sie etwa bei schweren Erkrankungen oder in persönlichen Belastungssituationen auftreten können, sowie Fremdsprachige. Ihnen soll der Zugang zu einem Hochschul-Studium erleichtert werden.

Emotionale Bilder beschreiben

Am Beispiel des Kampagnen-Films für die Tetanus-Impfung will man herausfinden, wie Lehrfilme für Sehbehinderte verbessert werden können. Bei der Versprachlichung von Spielfilmen habe man bereits viel Erfahrung, sagt Projektleiterin Susanne Jekat, die in diesem Bereich mit dem Schweizer Fernsehen zusammengearbeitet hat. Populäre Sendungen wie der „Tatort“ oder „der Bestatter“ werden heute für Sehbehinderte aufbereitet. Die in den Bildern enthaltenen Informationen und Eindrücke werden für sie vertextet und zwischen den Dialogen eingefügt. Sind die Lücken in der Originalversion zu kurz, müssen die Dialoge komprimiert werden. Dabei darf der Spannungsaufbau nicht verloren gehen. Zwar gibt es auf dem Markt bereits sogenannte Audiodeskriptionsprogramme, welche die Übersetzung von Bildern unterstützen. Diese sind aber teuer und eignen sich eher für Spielfilme als für Lehrfilme, bei denen die Wissensvermittlung im Vordergrund steht.

Gebärdender Avatar

Weitere Teile des Projekts widmen sich zum Beispiel der maschinellen Übersetzung von gesprochener in Gebärdensprache. Ein entsprechendes System mit einem Avatar wurde an der Universität Genf bereits entwickelt und soll nun für gehörlose Studierende erweitert werden. Ein Forschungsgebiet ist zudem die Einfache Sprache: Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder für Fremdsprachige sollen Fachtexte vereinfacht werden.

In einer ersten Phase verschaffen sich die Forschenden einen Überblick der bereits bestehenden technischen Hilfsmittel und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Danach werde diese von Nutzern getestet und für den Gebrauch an Hochschulen adaptiert.

Service für alle Hochschulen

Das Projekt zugunsten Studierender mit Beeinträchtigung wird vom Bund im Rahmen der Projektgebundenen Beiträge 2017-2020 mit 578 000 Franken unterstützt. Insgesamt stehen knapp 225 Millionen Franken für 18 Projekte und Programme zur Verfügung. Das bekannteste davon dürfte wohl jenes für die Erhöhung der Ausbildungsplätze in der Humanmedizin sein, das mit 100 Millionen Franken allein fast die Hälfte des Budgets verschlingt.

Gemäss Vorgabe müssen die Innovationen von gesamtschweizerischer hochschulpolitischer Bedeutung sein, wie auch mit dem geplanten Kompetenzzentrum für Barrierefreie Kommunikation angestrebt wird: „Es soll eine Anlaufstelle werden, an die sich jede Hochschule wenden kann, um die Bedürfnisse ihrer diversen Studierenden mit Beeinträchtigung abzudecken“, erklärt Susanne Jekat.

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21. November 2017, Andrea Söldi, freie Journalistin BR Drucker-icon

Berufsbildung 2030: Schnittstellen zum Hochschulbereich

Die Bildung ist durch eine ganze Palette von Megatrends herausgefordert. Die Berufsbildung hat sich die Aufgabe gestellt, im Rahmen des Strategieprozesses Berufsbildung 2030 den Herausforderungen offensiv zu begegnen. Da aber die Berufsbildung nur ein Teil des Bildungssystems bildet, stellt sich die Frage nach Schnittstellen zu anderen Bildungsbereichen wie etwa dem Hochschulbereich. mehr

Im Rahmen ihres Strategieprozesses hat die Berufsbildung, zur der die berufliche Grundbildung, die höhere Berufsbildung und die berufsorientierte Weiterbildung gehören, eine ganze Palette von Megatrends identifiziert, die ihre weitere Entwicklung mehr oder weniger stark beeinflussen werden . Im weiteren Verlauf des Prozesses geht es nun darum, die richtigen Antworten auf die Herausforderungen zu finden . Allfällige Entscheidungen werden auch den Hochschulbereich tangieren. Auf drei Schnittstellen und Überschneidungen sei hier hingewiesen.

1. Reformen in der Berufsbildung können letztlich nur umgesetzt werden, wenn die Lehrerbildung ihre Aus- und Weiterbildungen zeitgerecht und kreativ den allfälligen Reformen anpasst. Die Lehrerbildung aller Stufen findet heute im Hochschulbereich statt. Es scheint daher sinnvoll zu sein, wenn der Berufsbildungs- und Hochschulbereich regelmässig über den Strategieprozess Berufsbildung 2030 austauschen und über die möglichen Folgen für die Lehreraus- und -weiterbildung diskutieren.

2. Im Strategieprozess Berufsbildung 2030 zeichnet sich ab, dass sich die Berufsbildung angesichts verschiedenster Megatrends viel bewusster als Berufsbildung für Jugendliche und Erwachsene verstehen muss. Das lebenslange Lernen muss zu einem prägenderen Zug der Berufsbildung werden. Durch die Frage nach dem lebenslangen Lernen ist auch der Hochschulbereich herausgefordert. Auch er muss Antworten finden auf die Fragen, wie angesichts von Digitalisierung und Globalisierung, von Migration und demografischem Wandel die Hochschulbildung und insbesondere die Hochschulweiterbildung sich entwickeln soll. Aus Sicht von Travail.Suisse scheint es sinnvoll zu sein, ein gezielter Austausch von Berufs- und Hochschulbildung über Fragen des zukünftigen Systems des lebenslangen Lernens in der Schweiz anzustreben, um Schnittstellen, gegenseitige Überschneidungen und Zusammenarbeitsmöglichkeiten zu diskutieren.

3. Im Rahmen der Berufsbildungsstrategie 2030 ist auch die Frage zu debattieren, wie die neuen Lehr- und Lernformen, welche die Digitalisierung ermöglicht, in der Berufsbildung (berufliche Grundbildung, höhere Berufsbildung, berufsorientierte Weiterbildung) sinnvoll eingesetzt werden können. Die Erziehungswissenschaften können der Berufsbildung bei der Beantwortung dieser Frage mit ihren Erkenntnissen unterstützen, wenn sie bereit sind, sich auf diese Fragestellungen einzulassen.

Travail.Suisse hofft, dass die Berufsbildungsstrategie 2030 auch zu einer bewussteren und engeren Zusammenarbeit zwischen der Hochschulbildung und der Berufsbildung führt.

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05. April 2017, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

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