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Novartis: Trotz kleinerer Lohnschere keine neue Bescheidenheit

Zum ersten Mal seit 2003 schliesst sich bei Novartis die Lohnschere der Geschäftsleitung. Der Grund dafür ist aber nicht etwa eine neue Bescheidenheit. Es ist allein die längst überfällige Aufgabe des Doppelmandates CEO-VR-Präsident durch Daniel Vasella, die zu grossen Veränderungen im Vergütungsgefüge von Novartis führt. mehr

Auch 2010 steigert Novartis den Gewinn auf ein Rekordhoch. Doch es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen bei der Novartis. Heute haben 38 Prozent der Aktionäre das Vergütungssystem nicht goutiert. Die grössten Veränderungen im Lohngefüge beruhen auf der Aufgabe des Doppelmandates CEO-VR-Präsident durch Daniel Vasella.

Lohnexplosion im VR

Der Graben zwischen dem branchenüblichen Tiefstlohn und der durchschnittlichen Vergütung pro Verwaltungsratsmitglied ist stark gewachsen. Neu beträgt das Verhältnis 1 : 27, was eine Steigerung von 168 Prozent bedeutet. Diese grosse Steigerung ist dem alten und neuen VR-Präsidenten Daniel Vasella zu verdanken, da sein Lohn nun beim Verwaltungsrat ausgewiesen wird. Mit einem Lohn von 11 Mio. Franken bleibt Vasella auch als VR-Präsident besser bezahlt als viele CEO.

Geschäftsleitung zum halben Preis

Die durchschnittliche Vergütung der Geschäftsleitung betrug 2010 auch ohne Vasella noch 5.88 Mio. und damit 101 Mal mehr als der branchenübliche Mindestlohn. Spitzenreiter ist CEO Joseph Jimenez, welcher 221 Mal mehr verdiente. Aufgrund des Rückzugs von Daniel Vasella auf das VR-Präsidium hat sich die Lohnschere verglichen mit 2009 halbiert. Die Veränderung reicht aber bei weitem nicht aus. Travail.Suisse fordert, dass die sich schliessende Lohnschere bei Novartis nicht nur eine kurze Episode bleibt, sondern dass es so weiter geht.

Verwirrspiel Geschäftsbericht

Die Angaben über die Aktienpakete im Geschäftsbericht sind bewusst unübersichtlich und verkompliziert, da diese zum viel günstigeren Steuerwert anstatt zum Marktwert ausgegeben werden. Dies erschwert die Analyse und die brancheninterne Vergleichbarkeit. Daher fordert Travail.Suisse mehr Transparenz im Geschäftsbericht.

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Entschädigungen Novartis 1.doc 88 KB

22. Februar 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne: Es hat kein Umdenken stattgefunden

Trotz dem Krisenjahr 2009, sinkenden Umsätzen und Gewinnen sowie Stellenabbau ist der Lohn des durchschnittlichen Konzernleitungsmitglieds um 20 Prozent gestiegen. Ein Umdenken hat demnach bei den Managern kaum stattgefunden. Der Vergleich über mehrere Jahre hinweg lässt schliesslich keinen Zweifel offen. Seit 2002 hat sich die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied um 70 Prozent geöffnet.

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PD Managerlöhne - kein Lerneffekt.doc 51 KB

21. Juni 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Bürgerliche Parteien sind den Abzockern hörig

Mit dem Nein zur PUK und dem bedingungslosen Ja zum Staatsvertrag schonen die bürgerlichen Parteien die Abzocker als Verursacher der Krise. Gleichzeitig sollen die Kosten den Arbeitnehmenden aufgebürdet werden. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, ist das skandalös. mehr

Das Parlament will weder eine saubere Aufklärung der ersten UBS-Rettung noch verknüpft es die zweite UBS-Rettung mit Auflagen für den Finanzplatz und die Banker-Boni. Gleichzeitig sollen mit Sparpaketen zum Abbau imaginärer Defizite – der Bund hat im Krisenjahr 2009 trotz Konjunkturpaketen einen Überschuss von 2,7 Mia. Franken erwirtschaftet – und mit dem Abbau bei den Sozialversicherungen die Kosten der Krise auf die Arbeitnehmenden abgewälzt werden. Diese Entscheidungen sind allesamt völlig einseitig und können nur noch als Hörigkeit der bürgerlichen Parteien gegenüber den Abzockern interpretiert werden.

Travail.Suisse wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern, dass jetzt, nach der Schonung der Banker, die Arbeitnehmenden zur Kasse gebeten werden. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich mit einem wuchtigen Nein zum Abbau der Arbeitslosenversicherung am 26. September 2010.

15. Juni 2010, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Managerlöhne in der Maschinenindustrie: kein Lerneffekt

Die Lohnscheren in den grossen Schweizer Unternehmen haben sich auch im letzten Jahr weiter geöffnet, durchschnittlich um 21 Prozent. Dies zeigt eine Studie von Travail.Suisse. Im Kontrast zur allgemeinen letztjährigen Entwicklung steht allerdings die Maschinenindustrie. In dieser Branche schloss sich die Lohnschere um durchschnittlich fünf Prozent. Von einem Lerneffekt kann allerdings nicht die Rede sein: Die sinkenden Managerlöhne sind der Krise zu verdanken.

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07. Juni 2010, Yvonne Debrunner, Managerlöhne Drucker-icon

Die Travail.Suisse-Lohnschere 2009 geht an die UBS

Erneut rückt sich die UBS in ein schlechtes Licht: Die Lohnschere der Grossbank hat sich innerhalb des letzten Jahres um 274 Prozent geöffnet: so viel wie bei keinem anderen untersuchten Unternehmen . Die UBS macht offensichtlich dort weiter, wo sie vor der Krise aufgehört hat. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, ist klar: In der Bonifrage ist Kaspar Villiger gescheitert. mehr

Seit zwei Jahren ist die UBS regelmässig Thema im Parlament. Die Grossbank selbst scheint dies wenig zu kümmern. Obwohl sie mit dem Amtshilfeabkommen bereits zum zweiten Mal auf eine politische Rettung angewiesen ist, foutiert sie sich um die politischen Sensibilitäten. In einem einzigen Jahr hat sich die Lohnschere bei der UBS fast verdreifacht. Ein Mitglied der Konzernleitung verdient bereits wieder durchschnittlich 190mal so viel wie ein UBS-Mitarbeiter zum Tiefstlohn. 2008 betrug das Verhältnis noch 1:51. Diese Entwicklung ist äusserst befremdend und zeigt, dass keinerlei Konsequenzen aus der Krise gezogen wurden.

Villiger bei Boni klar gescheitert
Die massive Öffnung der Lohnschere zeigt aber auch klar und deutlich, dass VR-Präsident Kaspar Villiger in der Boni-Frage gescheitert ist. Noch vor nicht allzu langer Zeit liess er gegenüber der Presse verlauten, dass das Vergütungsmodell langfristig ausgerichtet sei, sich an der Wertschaffung ausrichte und neben Bonus auch Malus vorsehen würde. Wenn nun trotz einem Verlust von 2,7 Milliarden Franken bereits wieder munter Boni verteilt werden, dann ist von Wertschaffung und Malus nicht viel zu sehen. Sollte es das Ziel von Kaspar Villiger gewesen sein, mit diesem neuen Vergütungssystem das politische Vertrauen in die UBS zu stärken, so hat er dieses Ziel klar verfehlt.

1 Untersucht wurden die folgenden 27 Schweizer Unternehmen: ABB, Ascom, Baloise, Bobst, Clariant, Coop, Credit Suisse, Georg Fischer, Helvetia, Implenia, Kuoni, Lindt & Sprüngli, Lonza, Migros, Nestlé, Novartis, Oerlikon, Post, Roche, Ruag, Schindler, Swatch, Swisscom, Swiss Life, UBS, Valora, Zurich.

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Lohnschere 2009.doc 31 KB

07. Juni 2010, Martin Flügel, Präsident und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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