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Managerlöhne 2015: Weitverbreitete Erhöhungen – Beginn des nächsten Bonirausches?

Das Geschäftsjahr 2015 zeigt ein grosses Wachstum bei den Managerlöhnen in der Schweiz. Die Lohnscheren in den Unternehmen haben sich wieder stark geöffnet und befinden sich auf dem höchsten Stand der letzten fünf Jahre. Bei der Credit Suisse steigt die Lohnschere auf 1:363. Die neue Führung dreht kräftig an der Bonispirale und viele Unternehmen ziehen mit. Ein dämpfender Einfluss auf die Entschädigungen durch die Annahme der Abzockerinitiative lässt sich nicht feststellen. Ebenso sind die Vergütungsabstimmungen an den Generalversammlungen nicht zielführend und es existieren diverse Umgehungsmöglichkeiten. mehr

Seit mehr als zehn Jahren untersucht Travail.Suisse die Löhne der Topmanager in 27 Schweizer Unternehmen und damit zusammenhängend die Entwicklung der Lohnschere als Verhältnis zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn innerhalb der Unternehmen.

Höchstlöhne: Die Chefetagen gewährten sich satte Salärerhöhungen

Die Cheflöhne haben 2015 einen grossen Sprung nach oben gemacht. Die CEO’s von 22 Unternehmen erhalten eine grössere Entschädigung, lediglich in fünf Unternehmen fällt die Höchstentschädigung tiefer aus als im Vorjahr. Im Schnitt sind die Bezüge der Chefs um satte 9% gestiegen. Spitzenreiter ist Tidjane Thiam von der Credit Suisse. Dieser erhielt neben seinem Fixgehalt und dem Bonus auch eine Kompensation der Bonusansprüche, die ihm aufgrund seines Wechsels zur CS bei seinem früheren Arbeitgeber zukünftig entgehen. Alles zusammengenommen und auf ein Jahr hochgerechnet, hat Thiam im 2015 über 20 Mio. Franken erhalten (+ 117% gegenüber dem Vorjahr). Daneben haben 2015 aber auch Lonza (+ 58%), Valora (+ 54%), UBS (+ 28%), Kuoni (+ 23%), Georg Fischer (+ 22%) und ABB (+ 20%) deutlich an der Bonispirale gedreht.

Diese Zunahme der Managerlöhne hat zu einer verbreiteten Öffnung der Lohnschere geführt: In 19 Unternehmen hat sich die Lohnschere letztes Jahr geöffnet, in drei ist sie stabil geblieben und lediglich in fünf Unternehmen ist eine leichte Schliessung der Lohnschere zu beobachten.

Auch bei den übrigen Mitgliedern der Konzernleitungen sind 2015 die Entschädigungen deutlich stärker gestiegen als bei den tiefsten Einkommen. In 17 Unternehmen wurden teils massive Erhöhungen der Saläre ihrer zweiten Garde beschlossen. Als Haupttreiber fallen hier Kuoni (57%), Valora (35%) und Swiss Life (+27%) auf.
Es gibt 18 Unternehmen, in welchen Mitglieder der Konzernleitung oder des Verwaltungsrates über 2 Mio. Franken kassieren; gesamthaft entspricht dies 130 Managern. 39 davon finden sich im Lohnkartell von Travail.Suisse wieder. Das Lohnkartell bildet die Riege der Manager ab, die über 100mal mehr verdienen als ihre MitarbeiterInnen. Das Lohnkartell macht deutlich, dass die unverschämten Saläre Tatsache bleiben. Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse stellen die Mehrheit dieser abgehobenen Managerkaste. Neben Tidjane Thiam (CS) und Sergio Ermotti (UBS) finden sich aber auch Severin Schwan (Roche), Paul Bulcke (Nestlé), Ulrich Spiesshofer (ABB), Joseph Jimenez (Novartis) und Ernst Tanner (Lindt&Sprüngli) auf den vordersten Plätzen im Lohnkartell.

Kontinuierliche Zunahme seit 2011 – Kein dämpfender Effekt der Abzockerinitiative

Auch beim Mehrjahresvergleich zeigt sich ein deutliches Wachstum der Managerlöhne in den letzten Jahren. So sind seit 2011 die Bezüge für zwei Drittel der CEO’s und gar für drei Viertel der übrigen Konzernleitungsmitglieder gestiegen – und zwar durchschnittlich um 21% für die Chefs und um 15 % für den Rest der Konzernleitung. Folglich hat sich in der klaren Mehrheit der untersuchten Unternehmen die Lohnschere in den letzten Jahren weiter geöffnet. Diese Entwicklung ist keinesfalls nur von den grössten Unternehmen der Finanz- und Pharmabranche geprägt, sondern lässt sich quer durch alle Branchen feststellen. Beispielhaft für die Öffnung der Lohnschere der letzten Jahre stehen Lonza-Chef Richard Ridinger (von 1:40 auf 1:72), Yves Serra von Georg Fischer (von 1:32 auf 1:50) und Bobst-CEO Jean-Pascal Bobst (von 1:20 auf 1:30) sowie die restlichen Konzernleitungsmitglieder von Valora (von 1:12 auf 1:25), Kuoni (von 1:29 auf 1: 47) und Lindt&Sprüngli (von1:34 auf 1:48).

Diese Zahlen belegen eindrücklich die Entwicklung der Managerlöhne und es wird klar, dass die Abzockerinitiative keine dämpfende Wirkung auf die Entwicklung der Managerlöhne ausübt. Aus folgenden drei Gründen stellt diese kein wirksames Instrument dar:

1. Keine dämpfende Wirkung sichtbar: Wie die Resultate der Managerlohnstudie zeigen, lässt sich bisher keine dämpfende Wirkung der Abzockerinitiative auf die Höhe der Managementsentschädigungen feststellen.

2. Nicht zielführende Abstimmungen an den GV’s: Durch die Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Unternehmen (VegüV) werden die Unternehmen an den Generalversammlungen zu bindenden Abstimmungen über die Managementvergütungen verpflichtet. Sinnvoll kann dabei nur eine getrennte Abstimmung über die fixen Entschädigungen und die variablen Entschädigungen (Boni) sein. Ausserdem muss die Abstimmung über die Boni retrospektiv – also im Folgejahr, wenn die Geschäftsergebnisse vorliegen – erfolgen. Lediglich sechs der untersuchten Unternehmen orientieren sich an dieser Abstimmungskaskade. Bei den restlichen 17 Unternehmen erfolgt die Genehmigung der Boni im Voraus und damit ohne Kenntnis über den Geschäftsgang des Unternehmens.

3. Umgehungsmöglichkeiten: Insbesondere horrende Antritts- und Abgangsentschädigungen werden von der Bevölkerung als stossend wahrgenommen. Zwar wird die Vorauszahlung (ohne Gegenleistung) durch die VegüV verunmöglicht. Zulässig bleiben hingegen Antrittsprämien, welche den Manager aus den Bonusplänen des bisherigen Arbeitgebers freikaufen, ebenso wie die Vergütung von Leistungen durch Konkurrenzverbote beim alten Arbeitgeber. Die Credit Suisse hat so an den neuen CEO Tidjane Thiam über 14 Mio. Franken entrichtet, welche ihn für die entgangenen Boni beim bisherigen Arbeitgeber kompensieren sollen.

Auch vertraglich vereinbarte oder statutarisch festgelegte Abgangsentschädigungen wurden dank der VegüV unzulässig. Zulässig bleiben hingegen Lohnfortzahlungen bis zum Ende der Kündigungsfrist, überlange entschädigte Konkurrenzverbote sowie Beraterverträge, bei welchen die Gegenleistung nicht transparent aufgezeigt wird. So weist der Geschäftsbericht von Roche knapp 400‘000 Franken aus, welche Franz Humer auch im zweiten Jahr nach seinem Austritt aus dem VR für Beratertätigkeiten erhalten hat.

Für Travail.Suisse ist klar, dass in der kommenden Aktienrechtsrevision zwingend strengere Regulierung zur Eindämmung der überrissenen Managerlöhne gemacht werden müssen, ansonsten droht ein erneuter Bonirausch mit entsprechenden politischen und gesellschaftlichen Kosten.

Frauen: Mehr Verwaltungsrätinnen – Keine Fortschritte in den Konzernleitungen

In den Verwaltungsräten der untersuchten Unternehmen finden sich 55 Frauen. Damit hat sich die Frauenquote in den letzten zehn Jahren zwar mehr als verdoppelt, noch immer ist aber weniger als jeder vierte Sitz mit einer Frau besetzt. Geradezu dramatisch präsentiert sich das Bild bei den Konzernleitungen. Von den 220 Konzernleitungsposten waren Ende 2015 lediglich 9 durch Frauen besetzt. Die Frauenquote liegt damit mit 4% beschämend tief. Bezeichnend ist auch, dass von den 18 neu besetzten Posten 2015 lediglich einer von einer Frau eingenommen wurde.

(gesamte Dossier siehe unten)

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20. Juni 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Bonispirale dreht sich wieder – mit hohen politischen Kosten

Seit über einem Jahrzehnt untersucht Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Entwicklung der Managerlöhne. Das Fazit der 12. Erhebung ist alarmierend: Die Chefs gewähren sich satte Lohnerhöhungen, während bei den tiefen Einkommen Lohndruck, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz zunehmen. Auch die Abzockerinitiative zeigt keine Wirkung und die Lohnschere öffnet sich weiter und ist so gross, wie seit fünf Jahren nicht mehr. Nun ist die Politik gefordert, mit einer griffigen Aktienrechtsrevision diese Auswüchse zu begrenzen und über einen Solidaritätsbeitrag bei hohen Einkommen den Nutzen der hohen Managerlöhne für die Allgemeinheit zu vergrössern. mehr

Bereits zum zwölften Mal in Folge hat Travail.Suisse die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 27 Schweizer Unternehmen untersucht. Die Analyse fördert beunruhigende Entwicklungen zu Tage.

Satte Salärerhöhungen für die Chefetagen –Lohnschere öffnet sich

Die Cheflöhne haben 2015 einen grossen Sprung nach oben gemacht: In 22 von 27 untersuchten Unternehmen stieg die Entschädigung für den CEO im Schnitt um satte 9%. Unrühmlicher Spitzenreiter ist Tidjane Thiam von der Credit Suisse. Zusammen mit der Antrittsprämie (in Form einer Kompensation der entgangenen Boni beim alten Arbeitgeber) kommt er 2015 auf eine Entschädigung von über 20 Millionen Franken (+ 117% gegenüber dem Vorjahr). Daneben wurde aber auch bei Lonza (+ 58%), Valora (+ 54%), UBS (+ 28%), Kuoni (+ 23%), Georg Fischer (+ 22%) und ABB (+20%) deutlich an der Bonispirale gedreht. „Von solchen Zahlen wagen Personen mit tiefen Einkommen nicht einmal zu träumen“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse „In mehr als zwei Drittel aller untersuchten Unternehmen ist die Lohnschere 2015 weiter aufgegangen, damit geht der Bonirausch in die nächste Runde“, sagt Wüthrich. Die Credit Suisse (1:363), die UBS (1:275) und Roche (1:273) wiesen 2015 wieder Lohnscheren aus wie zuletzt 2010.

Abzockerinitiative ohne Wirkung

Die Resultate zeigen deutlich, dass die Abzockerinitiative keinerlei mässigenden Einfluss auf die Höhe der Managerlöhne hat. Die Stärkung der Aktionärsrechte führt zwar zu Abstimmungen über die Entschädigung des Managements an den Generalversammlungen. Dabei wird aber grossmehrheitlich gemeinsam über die fixen und variablen Teile (Boni) sowie prospektiv – also im Voraus und ohne Kenntnis über den Geschäftsgang – abgestimmt. Auch Antrittsprämien, welche die Manager aus den Bonusplänen der bisherigen Arbeitgeber freikaufen, sind nach wie vor zulässig, ebenso wie Lohnfortzahlungen, respektive Beratermandate in Millionenhöhe nach Ende der Beschäftigung.

Es braucht griffige Massnahmen der Politik

Die sich öffnenden Lohnscheren führen zu einer Entfremdung zwischen Bevölkerung und Wirtschaft. Die Annahme der Abzockerinitiative und noch viel mehr der Masseneinwanderungsinitiative zeigen die unabsehbaren politischen Kosten. Es braucht also dringend vertrauensbildende Massnahmen durch die Politik und einen grösseren Nutzen der hohen Managerlöhne für die Allgemeinheit. Handlungsbedarf sieht Travail.Suisse in folgenden Bereichen:

• Griffige Aktienrechtsrevision: Mit der angenommenen Abzockerinitiative wurden die Aktionärsrechte gestärkt werden. Ein dämpfender Effekt auf die Managerlöhne ist aber nicht feststellbar und es bestehen weiterhin Schlupflöcher und Umgehungsmöglichkeiten für Antritts- und Abgangsentschädigungen. In der anstehenden Aktienrechtsrevision müssen hier zwingend griffigere Massnahmen eingeführt werden.

• Steuertransparenz und Solidaritätsbeitrag bei hohen Einkommen: Da die Begrenzung der hohen Saläre politisch nicht mehrheitsfähig ist und die Stärkung der Aktionärsrechte das Problem nicht lösen wird, muss der Nutzen der hohen Saläre für die Gesellschaft erhöht werden. Es braucht Steuertransparenz für hohe Einkommen und eine politische Diskussion über einen Solidaritätsbeitrag.

• Löhne und Arbeitsplätze schützen: Die Vorstellung, dass oben die Saläre munter steigen und unten Lohndruck, Arbeitsbelastung und Angst vor Arbeitsplatzverlust zunimmt, trägt wesentlich zum Unbehagen in der Bevölkerung bei. Es braucht einen besseren Schutz der Löhne und der Arbeitsplätze.

• Tiefsteuerpolitik für Unternehmen beenden: Mit der Unternehmenssteuerreform III werden umfassende Steuersenkungen in Milliardenhöhe für die Unternehmen ermöglicht. Die dadurch notwendigen Sparpakete treffen den Mittelstand und die tiefen Einkommen. Dies vergrössert die Kluft zwischen breiten Bevölkerungsschichten und der Wirtschaft. Es braucht eine Korrektur dieser Steuerpolitik.

Weitere Informationen:

• Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93
• Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30 53

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20. Juni 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Frauenanteil in Führungsgremien macht kaum Fortschritte

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, untersucht im Rahmen der jährlich durchgeführten Managerlohnstudie auch weitere Aspekte der Corporate Governance – z.B. die Vertretung der Frauen in den Konzernleitungen und Verwaltungsräten börsenkotierter Unternehmen. Die diesjährige Analyse von 27 Schweizer Aktiengesellschaften 1 bringt ein ambivalentes Resultat hervor: Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, in der Konzernleitung ist er bedauerlicherweise gesunken. Nicht einmal jede 20. Stelle ist von einer Frau besetzt. mehr

Die weibliche Vertretung in den Konzernleitungen erweist sich auch im 13. Jahrgang der durchgeführten Studie von Travail.Suisse als äusserst beschämend. Diane de Saint Victor, Bianka Wilson, Lara J. Warner, Wan Ling Martello, Susanne Ruoff, Silvia Ayyoubi, Rita Baldegger, Florence Ollivier-Lamarque und Isabelle Welton sind jene neun Frauen, die Ende 2015 Konzernleitungsmitglied waren. Auf zwei Zeilen lassen sich also alle Frauen zusammenfassen, die Einsitz in den 27 Führungsgremien mit gesamthaft 220 Sitzen haben – dies entspricht einem Anteil von 4 Prozent. Kritisch zu betrachten ist, dass sich dieser Wert gegenüber demjenigen des Vorjahres rückläufig verhält. Bloss in neun von den untersuchten 27 Unternehmen sind Frauen überhaupt vertreten, d.h. zwei Drittel sind reine Männerkomitees 2 . Die oben erwähnte Susanne Ruoff ist die einzige Frau im Sample, welche die Funktion eines CEOs innehat. Nicht eines der Unternehmen zählt mehr als ein weibliches Konzernleitungsmitglied, was bei grossen Gremien – evt. sogar mit erweiterter Konzernleitung – mit über zehn Mitgliedern (ABB, Credit Suisse, Nestlé, Swatch, Zurich) doch eher nachdenklich stimmen mag.

Grafik 1: Entwicklung des Frauenanteils in Verwaltungsrat und Konzernleitung 2002-2015
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Quelle: eigene Darstellung Travail.Suisse

Bei der Zusammensetzung der Verwaltungsräte sieht es etwas besser aus. Obwohl auch hier noch lange nicht von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis gesprochen werden kann, ist 2015 der Frauenanteil wenigstens nicht gesunken, sondern die positive Entwicklung der letzten Jahre hat sich fortgesetzt. Mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 21.8 Prozent ist er im Vergleich zum Vorjahr um ein halbes und gegenüber 2013 um vier Prozent gestiegen. Ein Blick auf den längerfristigen Verlauf zeigt, dass die weibliche Vertretung in den Verwaltungsräten seit 2002 (8.6 Prozent) stetig zugenommen hat. So weit so gut. Trotz diesem positiven Trend ist heute nur gut jedes fünfte Verwaltungsratsmitglied eine Frau, was äusserst bescheiden ist. Ende 2015 bestanden die Verwaltungsräte in drei der untersuchten Unternehmen (Bobst, Clariant und Valora) gar aus reinen Männergremien. Nebst den 193 Verwaltungsräten waren insgesamt 54 Verwaltungsrätinnen im Amt. Bei Coop nahmen vier Frauen der gesamthaft zehn Mitglieder Einsitz im Verwaltungsrat. Auch die Post und die Zurich Insurance sind positive Beispiele mit jeweils vier Frauen im neun- bzw. zehnköpfigen Gremium. Bei Lindt & Sprüngli sind zwei von gesamthaft fünf Mitgliedern Frauen.

Die seit 2006 jährlich durchgeführte Studie der Guido Schilling AG 3 , in der die 100 grössten Schweizer Unternehmen untersucht werden, zeigt ein stetig positiveres, aber dennoch nicht zufriedenstellendes Bild: Der durchschnittliche Frauenanteil in den evaluierten Geschäftsleitungen beträgt sechs Prozent. Beachtlich ist, dass in über zwei Drittel der analysierten Unternehmen Veränderungen in der Zusammensetzung der Gremien stattgefunden haben – erfreulich wäre es, wenn diese Wechsel den Frauen zugutekämen. Unter den gesamthaft 125 neu eingetretenen Mitgliedern befinden sich aber nur gerade neun Prozent Frauen. 15 Prozent der Verwaltungsratsposten sind von Frauen besetzt – viel weniger als im Untersuchungssample von Travail.Suisse. Positiv zeigt sich hier jedoch der Zuwachs an weiblichen Mitgliedern im letzten Jahr; 33% der neuen sind Frauen. In der gesamten Stichprobe des Schillingreports befinden sich nur drei weibliche CEOs und eine Veraltungsratspräsidentin.

Geschlechter-Richtwerte fürs obere Kader müssen eingeführt werden

Im Hinblick auf die Aktienrechtsrevision hat der Bundesrat Ende 2015 Grundsatzentscheide gefasst, bei denen u.a. an den Richtwerten für die Geschlechtervertretung im obersten Kader festgehalten wurde: Der Verwaltungsrat grosser börsenkotierter Unternehmen soll mindestens zu je 30 Prozent aus beiden Geschlechtern bestehen (bei einer unveränderten Anpassungsfrist von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes). Für die Konzernleitung hat der Bundesrat in den Eckwerten im Vergleich zum Vorentwurf einen tieferen Wert von 20 Prozent beschlossen und die Anpassungsfrist für die Unternehmen von fünf auf zehn Jahre verlängert. Werden diese Ansätze von einem Unternehmen nicht erfüllt, so gilt der sogenannte „Comply-or-Explain-Ansatz“, der keine Sanktionen für Gesellschaften vorsieht, die diese Vorgaben nicht umsetzen, sondern eine Begründung, weshalb die Richtwerte nicht erreicht wurden sowie die Offenlegung vorgesehener Massnahmen verlangt. Travail.Suisse fordert endlich konkrete Massnahmen, denn nur so sind baldige Veränderungen in den Geschäftsführungen möglich.


h2. Noch ganze 90 Jahre bis zu einem Frauenanteil von 20 Prozent in Konzernleitungen?

Wenn es in diesem Tempo weiterginge, so würde es noch neun Jahre dauern, bis die vom Bundesrat verlangte Geschlechtervertretung von je 30 Prozent im Verwaltungsrat erreicht wäre. Bei der Konzernleitung darf es auf gar keinen Fall so schleppend weitergehen wie bisher; auf die vorgesehenen 20 Prozent Frauenanteil in den obersten Schweizer Wirtschaftsgremien müssten wir noch ganze 90 Jahre warten, also bis ins Jahr 2106! U.a. aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass es Richtwerte gibt, die auch eingehalten werden müssen. Sie sind eine gute Starthilfe, um einen besseren und schnelleren Einbezug der Frauen in die Spitzenpositionen zu erreichen. Travail.Suisse stützt das Vorhaben des Bundesrates, eine Quotenregelung für grosse börsenkotierte Unternehmen einzuführen, damit die Diversität der Geschlechter gefördert und ein ausgeglichenes Verhältnis endlich vorangetrieben wird. Männliche Monokulturen können durch die Partizipation von Frauen in Führungsgremien aufgebrochen werden und sich vielfältiger entwickeln.

In der Schweizer Wirtschaft bilden Frauen auch heute noch eine Minderheit. Das weibliche Geschlecht macht aber die Hälfte der Bevölkerung aus – Frauen müssen stärker in den Markt eingebunden werden. Es ist höchste Zeit, dass sie endlich adäquate Positionen zu ihren Fähigkeiten besetzen.


1 Nestlé, UBS, Roche, Novartis, Lindt&Sprüngli, ABB, Credit p(footnote). Suisse, Swatch, Zurich, Oerlikon, Clariant, Swiss Life, Schindler, Kuoni, Bâloise, Lonza, Implenia, Georg Fischer, Swisscom, Helvetia, Valora, Bobst, Ascom, Ruag, Migros, Post, Coop. 2 Bâloise, Bobst, Clariant, Coop, Georg Fischer, Helvetia, Implenia, Kuoni, Lindt&Sprüngli, Lonza, Migros, Novartis, Oerlikon, Schindler, Swiss Life, Swisscom, UBS, Valora. 3 Guido Schilling, schillingreport 2015 (2016, S.6,11,16-17): Transparenz an der Spitze.

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2016 06 6 Mangerloehne II d.docx 58 KB

06. Juni 2016, Laura Iseli, Projektmitarbeiterin "Managerlöhne" Drucker-icon

Abzockerinitiative – was hat sie eigentlich gebracht?

Drei Jahre nach der Annahme der Abzockerinitiative könnte man meinen, es habe sich etwas getan bei den masslosen Vergütungen, die den Topmanagern bezahlt werden. Doch auf den ersten Blick macht sich ein ernüchterndes Gefühl breit, denn auch im vergangenen Jahr liessen sich die Führungskräfte börsennotierter Unternehmen munter haushohe Boni auf ihre Konti überweisen. Und auf den zweiten Blick? mehr

Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV), haben alle börsenkotierten Unternehmen per Generalversammlung (GV) 2016 ihre Statuten, Verträge und Reglemente an die rechtsverbindlichen Vorschriften der Verordnung angepasst. Die VegüV leistet einen grundlegenden Beitrag zur Änderung des Aktienrechts sowie zur Umsetzung der Abzockerinitiative. U.a. verlangen ihre Vorgaben, dass die GV getrennt über die Entschädigungen der Geschäftsleitung, des Verwaltungsrates und des Beirates abstimmt und dass Abgangsentschädigungen, so genannte goldene Fallschirme, verboten sind. Die Abzockerinitiative hat also sicher mehr Transparenz geschaffen punkto Vergütungsausweisung, auch wenn die Entschädigungen für einzelne Geschäftsleitungsmitglieder noch immer nicht ausgewiesen werden müssen. Das ist für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ein klares Defizit dieser Transparenz. Es stellt sich die Frage, was diese Transparenz bringt, wenn an den Generalversammlungen den Vergütungen weiterhin zu über 90 Prozent zugestimmt wird?

Aktionärsrechte stärken bringt offensichtlich nicht viel

Dieses Problem führt zu einer weiteren zentralen Frage: Welches Interesse haben die Aktionäre – die Eigentümer der Gesellschaft – daran, die jeweiligen Vergütungen an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat als horrend zu empfinden oder gar abzulehnen? Das Anliegen der Aktionäre gilt in erster Linie dem guten Geschäftsgang des Unternehmens und ihrem eigenen Profit, den sie daraus ziehen. Unverständlich ist, dass den Aktionären zwar mehr Verantwortung zugesprochen wird, sie aber weiter die Vergütungen absegnen und durchwinken, ohne mit der Wimper zu zucken.

Seit der Annahme der Abzockerinitiative sind bei einigen der von Travail.Suisse untersuchten Unternehmen die Löhne sogar noch gestiegen. So erhielt Yves Serra, der CEO von Georg Fischer, fürs Geschäftsjahr 2015 stattliche 25 Prozent mehr Lohn als im Vorjahr. Trotzdem winkten die Aktionäre den beantragten Betrag der künftigen Gesamtvergütung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung mit grossem Mehr durch. Lonza CEO Richard Ridinger erhielt mit fast 4 Mio. CHF ganze 58 Prozent mehr Lohn als im Vorjahr, Kuoni CEO Peter Meier mit gut 3 Mio. CHF 23 Prozent mehr (ganz zu schweigen davon, dass Kuoni exzessive Verluste einstecken musste). Clariant CEO Hariolf Kottmann erhielt 5 Prozent mehr Lohn, was einem Betrag von 5.6 Mio. CHF entspricht und ABB Chef Ulrich Spiesshofer verdiente mit über 9 Mio. CHF deutlich mehr als im Vorjahr. Bei den meisten der analysierten Unternehmen, welche die Gesamtvergütungen für die Konzernleitung und den Verwaltungsrat prospektiv – also im Voraus – festlegen, werden diese immer noch zu über 90 Prozent gutgeheissen. Darunter auch Lindt & Sprüngli, Nestlé, Novartis oder Zurich Insurance.

Einen Schritt rückwärts nach Vernehmlassungsergebnissen

Ende 2014 schickte der Bundesrat den Vorentwurf zur Änderung des Aktienrechts in die Vernehmlassung. Aufgrund der eingereichten Stellungnahmen legte er Ende 2015 Eckwerte für die Botschaft zu Handen des Parlaments fest, in welchen die Resultate aus der Vernehmlassung berücksichtigt wurden – zugunsten der Wirtschaft, wie sich zeigen sollte. U.a. sollen gemäss den Eckwerten 2015 prospektive Abstimmungen über variable Vergütungen (Boni) nach wie vor erlaubt sein, was bedeutet, dass die Höhe der Bonuszahlungen festgelegt würde, bevor überhaupt eine Bilanz über das laufende Geschäftsjahr gemacht werden kann. Es würde also dabei bleiben, dass Manager im Voraus Boni zugesprochen bekämen – unabhängig vom Geschäftsergebnis. Genau dieses Verbot wäre dringend nötig, um sicherzugehen, dass Bonifikationen adäquat zum Geschäftsgang vergeben werden (und so dem eigentlichen Zweck der Boni entsprechen).

Ein Beispiel ist die Credit Suisse: Sie sicherte ihrem neuen CEO Tidjane Thiam einen saftigen Bonus von 1.14 Mio. CHF in bar fürs Geschäftsjahr 2015 zu (Thiam war ein halbes Jahr CEO ab dem 1.7.2015. Zum Vergleich: Der ehemalige CEO Brady Dougan erhielt fürs ganze Geschäftsjahr 2014 einen Barbonus von 1.52 Mio. CHF) und setzt noch gleich einen oben drauf, indem sie ihm Aktien im Wert von 14.3 Millionen Franken als Ersatzansprüche der verfallenen aufgeschobenen Vergütung von seinem früheren Arbeitgeber gewährte (Geschäftsbericht S. 267). Dies, obwohl die CS dunkelrote Zahlen geschrieben hat. Die weiterhin erlaubten Antrittsentschädigungen empfindet Travail.Suisse als besonders störend, zumal deren Abschaffung bei der Abzockerinitiative zu den Hauptforderungen gehörte. Auch bei Kuoni sieht die Bilanz nicht viel besser aus: Der ehemalige CEO Peter Meier erhielt 2015 einen Barbonus von 654‘000 CHF (2014: 178‘000 CHF), obwohl das Unternehmen einen tieferen Nettoerlös verzeichnete als im letzten Jahr. Sein Beschäftigungsverhältnis bei Kuoni ist zwar seit November 2015 aufgelöst, aber aufgrund der zwölfmonatigen Kündigungsfrist läuft sein Vertrag erst im November 2016 aus. Für die Zeit von Januar bis November 2016, in der er nicht mehr für das Unternehmen tätig ist, erhält er einen Bonus im Wert von 438‘000 CHF.

Konsultativabstimmungen lassen viel zu grossen Spielraum

Wird an der Generalversammlung eine prospektive Abstimmung über die fixe und variable Vergütung durchgeführt, muss gemäss den festgelegten Eckwerten des Bundesrats aber zwingend konsultativ über den Vergütungsbericht des vergangenen Geschäftsjahres abgestimmt werden. Das heisst, dass die Aktionäre eine nicht bindende Stimme über den vorgelegten Vergütungsbericht abgeben – das Votum dient also lediglich zur Meinungsbildung des für die Vergütungsberichtsvorlegung zuständigen Verwaltungsrats. Auch wenn der Vergütungsbericht konsultativ abgelehnt würde, wäre dies kein zwingendes Indiz, die Löhne zu überdenken, da die Abstimmung eben einen nicht bindenden Charakter hat. Für Travail.Suisse ist klar, dass Konsultativabstimmungen unzureichend sind und demnach bindend abgestimmt werden muss.
Bei 23 der jährlich untersuchten Unternehmen werden im Rahmen der Managerlohnstudie von Travail.Suisse auch die Ergebnisse der Vergütungsabstimmungen ermittelt. Auch bei den Konsultativabstimmungen über den Vergütungsbericht ist grossmehrheitlich das fortwährende, beunruhigende Bild zu beobachten: Bspw. bei der Lonza genehmigten die Aktionäre den Vergütungsbericht mit 95.8 Prozent Ja-Stimmen, bei Novartis mit 88.4 Prozent, bei der Zurich Insurance waren es 87.6 Prozent und bei Lindt & Sprüngli 89.5 Prozent der abgegebenen Aktionärsstimmen. Die Vergütungen für die Leitung des Konzerns Georg Fischer empfanden wohl auch ein Teil der Aktionäre als übertrieben. In der Folge stellte sich prompt ein gutes Drittel der vertretenen Stimmen gegen den Vergütungsbericht über das abgeschlossene Geschäftsjahr – doch einerseits macht dies immer noch die Minderheit aus und andererseits hat diese Abstimmung einen rein konsultativen Charakter, also keine direkte Auswirkung auf die Lohnhöhe. Ob ein solches Resultat bei den Konsultativabstimmungen grundsätzlich den Druck auf den Verwaltungsrat erhöhen mag, bleibt in Frage gestellt.

Der Bundesrat verzichtet in den Eckwerten 2015 angesichts der Vernehmlassung des Weiteren auf die im Vorentwurf geforderte Einzeloffenlegung der Vergütungen der Geschäftsleitungsmitglieder. Doch genau dieses individuelle Kundtun wäre von zentraler Bedeutung, um mehr Transparenz an den Tag zu legen. Zudem lässt der Bundesrat ab von der Pflicht zur statutarischen Festlegung des Verhältnisses von fixer und variabler Vergütungen – völlig unverständlich in Anbetracht des Verbleibs der Managerlöhne auf immens hohem Niveau.

Ende 2016 verabschiedet der Bundesrat voraussichtlich eine Botschaft in Bezug auf die beschlossenen Eckwerte. Zusammenfassend muss zur Umsetzung der Abzockerinitiative gesagt werden, dass sie an ihrem Ziel vorbeigeschossen ist und dem Volkswillen keineswegs Rechnung trägt. Es ist leider Tatsache, dass die völlig übertriebenen Vergütungen der Geschäftsleitung an den Generalversammlungen nach wie vor mit einem grossen Mehr genehmigt werden.

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10. Mai 2016, Laura Iseli, Projektmitarbeiterin "Managerlöhne" Drucker-icon

Überrissene Managerlöhne bleiben Realität – mit hohen politischen Kosten

Seit über einem Jahrzehnt untersucht Travail.Suisse die Entwicklung der Managerlöhne. Das Fazit der 11. Erhebung ist ernüchternd: Die Abzockerinitiative zeigt keinerlei Wirkung auf die Höhe der Managerlöhne. Antritts- wie auch Abgangsentschädigungen sind dank Umgehungsmöglichkeiten nach wie vor gang und gäbe. Leider hat sich also auch im vergangenen Jahr keine Mässigung bei der Entlöhnung der Manager eingestellt. Die Entfremdung zwischen Bevölkerung und Wirtschaft geht weiter und die Politik ist gefordert, neue Massnahmen gegen diese bedenkliche Entwicklung zu finden. mehr

Bereits zum elften Mal in Folge hat Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 27 Schweizer Unternehmen untersucht. Die Analyse zeigt das bekannte, beunruhigende Bild.

Managerlöhne verharren auf hohem Niveau

Bei den Top-Entschädigungen zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Neben deutlichen Erhöhungen gibt es auch Kürzungen. Insgesamt verharren die Managerlöhne aber auf sehr hohem Niveau. Für das Jahr 2014 sticht das Pharmaunternehmen Roche, das sowohl mit einer Lohnschere von 1:253 für den abtretenden Verwaltungsratspräsidenten Franz Humer, wie auch mit einem Verhältnis von 1:230 für den CEO Severin Schwan an der unrühmlichen Spitze liegt. Besonders ins Auge sticht ausserdem das Ergebnis bei den übrigen Mitgliedern der Konzernleitung: „In drei Vierteln der Unternehmen haben sich die Entschädigungen für die Konzernleitung seit 2011 stark erhöht – durchschnittlich um stattliche 18%“, stellt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik von Travail.Suisse fest.

Abzockerinitiative verfehlt ihr Ziel und ist leicht zu umgehen

Die Resultate zeigen deutlich, dass die Abzockerinitiative keinen mässigenden Einfluss auf die Höhe der Managerlöhne hat. An Generalversammlungen werden zwar Abstimmungen über die Entschädigung des Managements abgehalten, allerdings grossmehrheitlich gemeinsam für die fixen und variablen Teile (Boni) und prospektiv – also im Voraus. „Antrittsentschädigungen ohne Gegenleistung und vertraglich vereinbarte Abgangsentschädigungen sind zwar heute verboten. Aber Antrittsprämien, welche die Manager aus den Bonusplänen der bisherigen Arbeitgeber freikaufen, sind nach wie vor zulässig, ebenso wie Lohnfortzahlungen, respektive Beratermandate in Millionenhöhe nach Ende der Beschäftigung“, sagt Fischer.

Politik muss vertrauensbildende Massnahmen ergreifen

Die Entwicklung der Managerlöhne hat zum Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Wirtschaft beigetragen. Die Annahme der Abzockerinitiative und noch viel mehr der Masseneinwanderungsinitiative zeigen die unabsehbaren politischen Kosten dieser Entwicklung. Es braucht dringend vertrauensbildende Massnahmen durch die Politik in folgenden Bereichen:

Griffige Aktienrechtsrevision: In der Aktienrechtsrevision sind zwingend die Schlupflöcher und Umgehungsmöglichkeiten für Antritts- und Abgangsentschädigungen zu stopfen und eine retrospektive Abstimmung über die Boni für Manager an der Generalsversammlung vorzuschreiben.
Steuertransparenz bei hohen Einkommen: Da die Begrenzung der hohen Saläre politisch nicht mehrheitsfähig ist und die Stärkung der Aktionärsrechte das Problem nicht lösen wird, muss der Nutzen der hohen Saläre für die Gesellschaft erhöht werden. Es braucht Steuertransparenz für hohe Einkommen und eine politische Diskussion über einen Solidaritätsbeitrag.
Löhne und Arbeitsplätze schützen: Die Vorstellung, dass oben die Saläre munter steigen und unten der Lohndruck und Restrukturierungsangst zunimmt, trägt wesentlich zum Unbehagen in der Bevölkerung bei. Es braucht einen besseren Schutz der Löhne und der Arbeitsplätze.
Tiefsteuerpolitik für Unternehmen beenden: Mit der Unternehmenssteuerreform III wird eine radikale Steuersenkung für Unternehmen geplant. Unter dem Leistungsabbau durch die Steuerausfälle bei der öffentlichen Hand leiden in erster Linie der Mittelstand und die Arbeitnehmenden mit tiefen Einkommen. Es braucht eine Korrektur dieser Steuerpolitik.

Weitere Informationen:

• Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse, 079 743 90 05
• Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30 53

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2015 06 22 MM Managerloehne d.docx 17 KB

2015 06 22 Managerloehne Vertrauen-beschaedigt-pol-Massnahmen-noetig Redetext M-Fluegel d.docx 19 KB

2015 06 22 Managerloehne Redetext J-A-Maire d.docx 17 KB

2015 06 22 Managerloehne Hohes-Niveau-uneinheitliche-Entwicklung Redetext G-Fischer d.doc 47 KB

2015 06 22 Managerloehne 11te-Durchfuehrung-der-Studie Redetext A-Marty d.docx 21 KB

2015 06 22 Beilagen Managerlohnstudie def d.pdf 163 KB

22. Juni 2015, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

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