Themen – Arbeit – Löhne

Lohndumping nimmt zu – flankierende Massnahmen müssen verstärkt werden

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, ist beunruhigt über die Resultate des FlaM-Berichts 2011: Die Fälle von Lohndumping sind weiter massiv gestiegen. Es wird zwar sanktioniert, aber nur die Hälfte der Betriebe in den Gesamtarbeitsvertragsbranchen bezahlen die Konventionalstrafen. 42 Prozent der Einigungsverfahren mit Schweizer Arbeitgebern enden erfolglos. Travail.Suisse fordert ein härteres Durchgreifen bei den Sanktionen und eine Verbesserung der Gesetzesgrundlage.

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30. Mai 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Verschärfung der Sanktionen unumgänglich

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist beunruhigt über die Resultate des FLAM-Berichts 2010: Lohndumping hat weiter zugenommen. Es wird zwar sanktioniert, aber nur die Hälfte der Betriebe in Gesamtarbeitsvertragsbranchen bezahlte die Konventionalstrafen. 42 Prozent der Einigungsverfahren mit Schweizer Arbeitgebern blieben erfolglos. Travail.Suisse fordert eine deutliche Verschärfung der Sanktionen. mehr

Die Zahl der meldepflichtigen Kurzaufenthalter ist im vergangenen Jahr auf 147’116 Personen gestiegen, und übertraf damit das Niveau des Vorkrisenjahres 2008.

Lohndumping nimmt zu
Die Kantone stellen in Branchen ohne Gesamtarbeitsverträge eine Zunahme von Lohndumping bei Schweizer Arbeitgebern von 4 auf 6 Prozent. In Branchen mit allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen betrieben 41 Prozent der kontrollierten Schweizer Arbeitgeber Lohndumping (plus 12 Prozent gegenüber 2009). Die Anzahl der Scheinselbständigen hat weiter zugenommen.

Sanktionen verschärfen und sofort umsetzen
Zudem gibt es bei den Sanktionen Umsetzungsprobleme: In Gesamtarbeitsvertragsbranchen bezahlen nur rund 52 Prozent der fehlbaren Betriebe die Bussen und Konventionalstrafen. Nur gerade 58 Prozent der Einigungsverfahren mit Schweizer Arbeitgebern, die Lohndumping betrieben, waren erfolgreich. Travail.Suisse fordert deshalb Verschärfungen der flankierenden Massnahmen, die wirklich weh tun:

- Scheinselbsttändige sind sofort auszuschaffen und mit einem mehrjährigen Arbeitsverbot zu belegen. Daür ist auch die Fremdenpolizei entsprechend aufzustocken.

- Auf das Einigungsverfahren mit Schweizer Arbeitgebern ist zukünftig zu verzichten. Gleichzeitig müssen sofort fällige, abschreckende Mindestbussen (z.B. 100’000 Franken) für Lohndumping durch Schweizer Arbeitgeber eingeführt werden.

Nur bei einem guten Schutz der Löhne in der Schweiz ist die Personenfreizügigkeit auch langfristig politisch mehrheitsfähig. Das müssen sich insbesondere die Arbeitgeber hinter die Ohren schreiben.

03. Mai 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Resultate der Lohnrunde 2011: Insgesamt befriedigende Lohnrunde

Die Lohnverhandlungen 2011 spielten sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung ab. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, beurteilt die Ergebnisse der Lohnrunde als insgesamt befriedigend. Die Löhne der Arbeitnehmenden steigen auf Anfang 2011 um 1.5 bis 2.5 Prozent. mehr

Die Lohnrunde 2011, welche von Travail.Suisse und den angeschlossenen Verbänden Syna, transfair und Hotel & Gastro Union Anfang August eingeläutet wurde, stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Erholung.

Im Gewerbe konnten für die Arbeitnehmenden Lohnerhöhungen von zwischen 1.5 und knapp 3 Prozent ausgehandelt werden. Einzig im Baugewerbe wurde keine Einigung gefunden; die Empfehlung der Baumeister, die Löhne um 1 Prozent zu erhöhen, ist ungenügend.

Im Detailhandel überzeugt der Lohnabschluss bei Coop mit Anpassungen von zwischen 2 und 3 Prozent. Erfreulich ist ebenfalls der neue Gesamtarbeitsvertrag mit dem Discounter Lidl.

Bei Spitälern und Heimen sind die Lohnerhöhungen mehrheitlich individuell und können kaum zufrieden stellen.

Im Gastgewerbe wurden fürs 2011 keine Lohnverhandlungen geführt. Die Bewertung des neuen Gesamtarbeitsvertrages fällt positiv aus.

In der Industrie ist trotz wirtschaftlicher Erholung weiterhin eine Lohnzurückhaltung feststellbar. Die Lohnerhöhungen belaufen sich zwischen 1 bis gut 2 Prozent. Zudem setzt sich der kritische Trend zu Einmalzahlungen und Boni weiter fort.

Im Service Public sind die Lohnresultate mehrheitlich befriedigend: Die Post gewährt im Schnitt 1.8 Prozent, die SBB rund 1.5 Prozent, die Swisscom 2.6 Prozent. Bedauerlicherweise werden die Lohnerhöhungen weniger generell, sondern vermehrt individuell gesprochen.

Höhere Krankenkassenprämien, die Erhöhung der Mehrwertsteuer und zusätzliche Lohnabzüge belasten im nächsten Jahr zusätzlich die Portemonnaies der Menschen in der Schweiz. Gleichwohl verdienen aufgrund der relativ geringen Teuerung von 0.7 Prozent die meisten Arbeitnehmenden nächstes Jahr real etwas mehr.

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20. Dezember 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Erfolg für Travail.Suisse – Das «Salarium» des BFS zementiert die Lohndiskriminierung nicht mehr!

Mit dem Online-Lohnrechner «Salarium» des Bundesamtes für Statistik können alle ihren Lohn mit dem in der Branche und der Region üblichen Gehalt vergleichen. Dank der Intervention von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation von 170’000 Arbeitnehmenden, ermöglicht das «Salarium» Frauen endlich, eine korrekte Berechnung ihres Lohnes zu erhalten, ohne dass sie bei der Eingabe des Geschlechts lügen müssen. Das BFS änderte das Tool anlässlich der Veröffentlichung der Analyse der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen.

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PD Das Salarium des BFS zementiert die Lohndiskriminierung nicht mehr!.doc 72 KB

25. Oktober 2010, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Bundesrat setzt verbindliche Mindestlöhne zu tief an

In der Tieflohnbranche der Privathaushalte wird per 1. Januar 2011 ein verbindlicher Mindestlohn eingeführt. Das ist positiv. Allerdings ist es für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, irritierend, dass der Bundesrat nicht vollumfänglich dem ursprünglichen Antrag der nationalen tripartiten Kommission gefolgt ist und den vorgesehenen Mindestlohn tiefer angesetzt hat. mehr

Die Branche der privaten Haushalte ist in vielerlei Hinsicht problematisch: Erstens handelt es sich um eine Tieflohnbranche, vergleichbar mit dem Reinigungs- oder Gastgewerbe. Zweitens liegt die Verstossquote bei beachtlichen 12 Prozent, das heisst jede achte Arbeitnehmerin erhält weniger als den orts- und branchenüblichen Lohn. Drittens handelt es sich bei der bezahlten Hausarbeit um eine – auch demografisch bedingt – stetig wachsende Branche.

Positiv: Schutzinstrumentarium Normalarbeitsvertrag erstmals national angewandt
Über sechs Jahre nach Inkrafttreten des freien Personenverkehrs wird das im Rahmen der flankierenden Massnahmen vorgesehene Instrument des Normalarbeitsvertrags erstmals auf Bundesebene angewandt. Travail.Suisse freut sich über diesen Schritt.

Negativ: Mindestlöhne tiefer als ursprünglich vorgesehen
Negativ wertet Travail.Suisse die Tatsache, dass der Bundesrat den von der nationalen tripartiten Kommission ursprünglich vorgesehenen Mindestlohn von 18.90 Franken nicht übernommen und auf 18.20 herabgesetzt hat.

To do: umsetzen, kontrollieren und allenfalls sanktionieren
Jetzt geht es um die Umsetzung. Die verbindlichen Mindestlöhne müssen auch effektiv bezahlt werden. Damit dies gelingt, braucht es eine Aufklärungskampagne, genügend Kontrollen und wo nötig Sanktionen. Andernfalls bleibt der Normalarbeitsvertrag für die Hauswirtschaft ein Papiertiger.

20. Oktober 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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