Themen – Arbeit – Löhne

Neuerscheinung Clever 18 „Mein Lohn und alles, was dazugehört!“

Travail.Suisse hat eine neue Informationsbroschüre in der Reihe Clever publiziert. Clever 18 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Lohn, Lohnbestandteile und Zulagen. Die Broschüre richtet sich an interessierte Arbeitnehmende. Sie kann direkt bei Travail.Suisse oder den Regionalsekretariaten der angeschlossenen Verbände bezogen werden. mehr

„Bekomme ich den 13. Monatslohn, wenn ich unter dem Jahr die Stelle verlasse?“ „Was mache ich, wenn der Betrieb den Lohn nicht rechtzeitig zahlt?“ „Erhalte ich Lohn, wenn ich verspätet aus den Ferien zurückkehre?“ Diese und weitere Fragen stellen sich den Arbeitnehmenden. Clever gibt in kurzer und prägnanter Form Auskunft.

Clever 18 präsentiert sich in einem neuen Kleid. Die Broschüre reiht sich in eine Folge von Publikationen, die verschiedene Themen im Erwerbsleben aufgreift und verständlich erklärt. Clever richtet sich an ein breites Publikum und beantwortet die wichtigsten Fragen zu einem bestimmten Thema aus der Arbeitswelt (Lohn, Kündigung, Lehre, Schwangerschaft/Mutterschaft). Alle Titel von Clever können Sie unter: http://www.travailsuisse.ch/service/broschueren_und_produkte ansehen und bestellen.

Es würde uns freuen, wenn Sie in Ihrer Publikation auf die Neuerscheinung aufmerksam machen könnten. Falls gewünscht, stellen wir Ihnen gerne ein Probeexemplar zu.

Für weitere Informationen:
Angela Zihler, Schlussredaktion Clever, 031 370 21 11 oder 079 242 67 21

09. September 2013, Angela Zihler, Projektleiterin Drucker-icon

Spürbare Lohnerhöhungen liegen drin

Die Schweizer Wirtschaft läuft 2013 äusserst robust und die Aussichten für nächstes Jahr sind noch besser. Mit hoher Flexibilität und grossem Einsatz haben die Arbeitnehmenden zur Überwindung der Krise und zur Anpassung an die Währungsturbulenzen beigetragen. Damit wurde Spielraum geschaffen für spürbare Lohnerhöhungen. Travail.Suisse und die Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair verlangen fürs Jahr 2014 Lohnerhöhungen von 1 bis 2 Prozent. mehr

Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 konnte von der Schweizer Wirtschaft erfreulich gut überwunden werden. Bereits Mitte 2010 wurde das Vorkrisenniveau wieder erreicht und seither hat die Schweizer Wirtschaft in schwierigem Umfeld – Stichwort Eurokrise – ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Die Arbeitnehmenden haben dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet, der nun zu honorieren ist.

Travail.Suisse und die Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair gehen wie gewohnt differenziert vor und tragen den spezifischen Branchen- und Betriebssituationen Rechnung. Die Hauptforderungen sind:

• Lohnerhöhungen von ein bis zwei Prozent: Mit hoher Flexibilität und grossem Einsatz haben die Arbeitnehmenden zur Überwindung der Wirtschaftskrise und zur Anpassung der Schweizer Wirtschaft an den schwachen Euro beigetragen. Damit wurden Produktivitätssteigerungen erreicht und so Spielraum für spürbare Lohnerhöhungen im Umfang von ein bis zwei Prozent geschaffen.
• Anstehende Korrekturen jetzt vornehmen: Nach wie vor grosser Korrekturbedarf besteht bei der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern sowie bei den Mindestlöhnen. Monatlich 100 Franken höhere Mindestlöhne sowie ein Effort bei der Lohngleichheit sind weitere Forderungen der Verbände von Travail.Suisse.
• Generelle und reguläre Lohnerhöhungen anstatt Boni und Einmalzahlungen: Zu Wirtschaftswachstum und Produktivitätsfortschritte tragen alle Arbeitnehmenden bei. Entsprechend sollen auch alle Arbeitnehmenden von generellen und regulären Lohnerhöhungen profitieren dürfen. Generelle und reguläre Lohnerhöhungen sind zudem das beste Mittel, um den Mittelstand zu stützen.

Substanzielle Lohnerhöhungen, notwendige Korrekturen bei Mindestlöhnen und der Lohngleichheit sowie generelle und reguläre Lohnerhöhungen stützen den privaten Konsum und tragen somit dazu bei, die Schweizer Wirtschaft auf dem Wachstumspfad zu halten.

Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 076/412.30.53
Arno Kerst, Vizepräsident Syna, Tel.079/598.67.70
Matthias Humbel, wissenschaftlicher Mitarbeiter transfair, Tel. 078/845.07.99
Eric Dubuis, Westschweizer Sekretär Hotel & Gastro Union, Tel. 079/290.76.26

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PK 050813 Text G Fischer.doc 72 KB

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05. August 2013, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Genügend bis zufriedenstellend – unergiebig bei Frauen- und Mindestlöhnen

Die Lohnrunde 2013 ist in den Branchen und Betrieben zu einem grossen Teil abgeschlossen. Mit der sich etwas abschwächenden Konjunktur und der hohen Minusteuerung gestalteten sich die Verhandlungen 2013 zäh. Die Lohnabschlüsse liegen bei 0.7 bis 2 Prozent bei einer Negativteuerung von 0.7 Prozent (Jahr 2012). Damit sind die Forderungen der Travail.Suisse-Verbände Syna, Hotel & Gastro Union und transfair mehrheitlich erfüllt (1 bis 2.5 Prozent). Unergiebig und enttäuschend sind die Lohnresultate in Sachen Nachholbedarf bei Frauen- und Mindestlöhnen. Ein weiterer Wehmutstropfen bleiben die spärlichen generellen Lohnerhöhungen. mehr

Wichtige Lohnergebnisse im Überblick:

Dienstleistungssektor mehrheitlich zufriedenstellend: Bei Coop gibt es eine gute Erhöhung der Lohnsumme von 1.1 Prozent. In diversen Spitälern werden die Löhne zwischen 0.9 und 1.4 Prozent, vorwiegend individuell, erhöht. Im Gastgewerbe steigen die Löhne per 2013 nicht.

Im Gewerbe wenig ergiebige Verhandlungen: Im Elektro-Installationsgewerbe wird die Lohnsumme um gute 1.5 Prozent, aber leider nur individuell, angehoben. Im Bauhauptgewerbe werden die Löhne generell um 0.5 Prozent erhöht. Ansonsten enttäuscht das immer noch stark boomende Bau(neben)gewerbe mit unverbindlichen individuellen Lohnempfehlungen (Carrosserie, Sanitär, Metall) oder sogar Nullrunden (Orgelbau, Möbelindustrie, Schreiner oder Ziegelindustrie).

In der Industrie erst wenige und magere Erhöhungen: In der Industrie liegen erst wenige, vorwiegend individuelle Abschlüsse vor. Herausragend mit 1.7 Prozent ist Rockwell. Einmalzahlungen und Nullrunden (z.B. Textilindustrie) gehören auch zum wiederholt mageren Bild in der Industrie.

Im Service public befriedigende bis gute Abschlüsse: Bei der Swiss­com steigen die Löhne im nächsten Jahr um 0.8 Prozent generell und 0.4 Prozent individuell. In der Bundesverwaltung gibt es eine Lohnerhöhung von 0.5 Prozent generell. Bei der Post steigen die Löhne um 0.2 Prozent generell und 0.8 Prozent individuell, dazu wird ein Sparbeitragsprozent an die Pensionskasse sowie eine Einmalprämie von 500 Franken gewährt. Bei der SBB wurden die Verhandlungen abgebrochen, die Löhne werden um 0.5 Prozent individuell erhöht.

Kein Fortschritt bei Frauen- und Mindestlöhnen, kaum generelle Lohnerhöhungen

Enttäuschend ist, dass in den diesjährigen Lohnverhandlungen fast ausschliesslich individuelle Lohnerhöhungen erreicht wurden. Die Verbände von Travail.Suisse befürchten bei individuellen Lohnerhöhungen die Gefahr von Willkür und Bevorzugung, besonders wenn in den Betrieben keine transparenten Lohnsysteme bestehen. Aufgrund der diesjährigen Negativteuerung von 0.7 Prozent, welche die Kaufkraft der bestehenden Löhne bereits für alle erhöht, fand diese Forderung jedoch kein Gehör. Unbefriedigend ist ebenfalls, dass der Trend zu Einmalzahlungen andauert und reguläre Lohnerhöhungen ersetzt.

Dem Nachholbedarf bei Frauen- und Mindestlöhnen wurde keine Beachtung geschenkt: Bei den Frauenlöhnen ist das Ergebnis ernüchternd; kaum ein Arbeitgeber war bereit, bei der Lohngleichheit einen Schritt vorwärts zu machen. Bei den branchenspezifischen Mindestlöhnen gab es ebenfalls kaum Erhöhungen.

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transfair PK Lohnresultate de.pdf 98 KB

18. Dezember 2012, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Von allen guten Geistern verlassen

In über 3266 Zeichen beteuern Economiesuisse, Arbeitgeberverband und Gewerbeverband heute in einem gemeinsamen Communiqué ihre Bereitschaft, die Sorgen der Bevölkerung wegen der Zuwanderung und der Personenfreizügigkeit ernst zu nehmen. Um danach das Parlament aufzufordern, die soeben beschlossene Solidarhaftung in der Schlussabstimmung zu versenken. Das ist heuchlerisch und gefährdet darüber hinaus den Standort Schweiz in unabsehbarem Ausmass. mehr

Auf den Schweizer Baustellen reiht sich Skandal an Skandal, Lohndumping von unglaublichem Ausmass kommt zum Vorschein, und Subunternehmerketten sind als eine der wichtigsten Ursachen für diese inakzeptablen Praktiken bekannt. Die Politik hat das Problem erkannt und mit der Solidarhaftung eine mehrheitsfähige Lösung erarbeitet, die sogar von FDP-Wirtschaftsminister Johann Schneider Ammann unterstützt wird.

Der Auftritt der drei Dachverbände gegen die Solidarhaftung ist realitätsfremd und heuchlerisch. Offenbar wird die Stimmung in der Bevölkerung völlig falsch eingeschätzt. Um hier ein klares Bild zu erhalten, muss nur die negative Reaktion der Bevölkerung auf den Entscheid des Bundesrates, die Personenfreizügigkeit auf Kroatien auszudehnen, zur Kenntnis genommen werden. Wenn nicht rasch und wirksam gehandelt wird, dann werden die Personenfreizügigkeit und damit der ganze Bilaterale Weg innert Kürze über den Abgrund stürzen. Die Einführung der Solidarhaftung ist ein entscheidender Schritt, um Gegensteuer zu geben.

Während die Gewerkschaften versuchen, die Personenfreizügigkeit mit den nötigen Anpassungen der flankierenden Massnahmen zu sichern, gefährden Economiesuisse, Arbeitgeberverband und Gewerbeverband in ideologischer Verblendung und mit heuchlerischen Argumenten den Wirtschaftsstandort Schweiz. Verkehrte Welt.

13. Dezember 2012, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Wenig ergiebige Lohnrunde in schwierigem Umfeld

Die Lohnverhandlungen 2013 spielten sich vor dem Hintergrund einer leichten wirtschaftlichen Dämpfung ab. Die rückläufige Teuerung von 0.7 Prozent hat zur Folge, dass sich die Kaufkraft der Arbeitnehmenden mit gleich bleibendem Lohn automatisch erhöht. Im nächsten Jahr steigen deshalb die Löhne auf zwischen 0.7 und 2 Prozent. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, bleibt der Wermutstropfen, dass kaum generelle Lohnerhöhungen erreicht werden konnten. mehr

Seit Anfang August, als Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union die Lohnrunde 2013 einläuteten, hat das SECO die Wachstumsprognosen von 1.4 auf ein Prozent leicht nach unten korrigiert. Fürs kommende Jahr bleiben die Wachstums-aussichten mit 1.3 Prozent erfreulich. Auch die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt weniger stark gestiegen als erwartet, und die Beschäftigung nahm weiter zu. Die Teuerungserwartung fürs laufende Jahr sank auf minus 0.7 Prozent und moderate plus 0.2 Prozent im 2014.

Schweizer Wirtschaft behauptet sich gut in widrigem Umfeld

Die Konjunkturlage in der EU hat sich seit dem Sommer weiter verschlechtert, die Konjunkturerholung der US-Wirtschaft verläuft weiterhin schleppend. Umso positiver ist es, dass die Schweizer Volkswirtschaft im schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld sehr robust bleibt. Allerdings gibt es weiterhin zwei gegenläufige Entwicklungen. Einerseits kämpfen die Exportindustrie und der Tourismus mit der abgeschwächten Auslandnachfrage und dem nach wie vor starken Franken. Ausnahmen sind die Pharma- und Uhrenindustrie, welche sich robust behaupten. Andererseits läuft es in der Binnenwirtschaft weiterhin sehr gut. Die Baubranche brummt, und auch der Detailhandel scheint sich von seiner letztjährigen Schwäche zu erholen. Zum guten Abschneiden trägt vor allem der starke private Konsum bei, die wichtigste Wachstumsstütze unserer Volkswirtschaft.

Massvolle und differenzierte Forderungen für die Lohnrunde 2013 von 1 bis 2.5 Prozent

Die Verbände von Travail.Suisse präsentierten im August realistische und differenzierte Forderungen, die es erlauben, den unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen der Branchen und Unternehmen Rechnung zu tragen. Die gestellten Lohnforderungen beliefen sich auf 1 bis 2.5 Prozent real, inklusive der Minusteuerung von 0.7 Prozent. Die Lohnrunde 2013 wollten die Verbände nutzen, um längst fällige Korrekturen vorzunehmen: die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann umsetzen und die Mindestlöhne erhöhen. Weiteres Verhandlungsziel war, vorwiegend generelle und reguläre Lohnerhöhungen auszuhandeln.

Zähe Verhandlungen 2013: grössenteils zufriedenstellende Lohnrunde

Mit der sich etwas abschwächenden Konjunktur und der Negativteuerung gestalteten sich die Lohnverhandlungen zäh. Die hohe Minusteuerung wirkte sich bremsend auf die Lohnrunde aus. Insgesamt konnten mehrheitlich zufriedenstellende Lohnergebnisse erreicht werden. Unergiebig waren die Verhandlungen beim Korrekturbedarf der Frauen- und Mindestlöhne. Dort sind die erzielten Resultate enttäuschend. Die erreichten Lohnabschlüsse haben sich die Arbeitnehmenden mit ihrem unermüdlichen und grossen Einsatz mehr als verdient; denn steigendes Tempo und Termindruck, Multitasking und immer höhere Flexibilitätsansprüche beherrschen ihren Arbeitsalltag.

Resultate zwischen 0.7 und 2 Prozent: Die Resultate der Lohnrunde 2013 bewegen sich zwischen 0.7 und 2 Prozent. Durch die Minussteuerung von 0.7 Prozent haben alle Arbeitnehmenden einen Kaufkraftgewinn.

Nur wenige Mindestlöhne erhöht: In diesem Jahr werden die Mindestlöhne im Reinigungsgewerbe um 2.4 Prozent (Deutschschweiz) bzw. 2 Prozent (Westschweiz) steigen. Auch im Detailhandel (bei Coop und z.T. Valora) steigen mit plus 100 Franken die Mindestlöhne deutlich. Um mindestens 1 Prozent steigen die Mindestlöhne bei den Bäckern, den Reisartikel- und Lederwarenfabrikanten und den Herrenschneidern. Enttäuschend ist die Mindestlohnentwicklung besonders im Gewerbe. Mit Ausnahme der Carrosseriebranche (plus 75 Franken), des Bauhauptgewerbes (plus 0.5 Prozent) und Dach und Wand (plus 30 Franken) stagnieren in diesem Jahr die Lohnuntergrenzen.

Frauen wieder als Verliererinnen: Das Ergebnis ist ernüchternd, kaum ein Arbeitgeber hat zu speziellen Lohnerhöhungen für die Frauen Hand geboten. Coop zeigt mit den speziellen Lohnmassnahmen für die Frauen auf, dass es anders geht.

Unterschiedliche Lohnabschlüsse je nach Branche: Im Dienstleistungssektor sind die Lohnabschlüsse mehrheitlich zufriedenstellend. In diversen Spitälern bewegen sie sich zwischen 0.9 Prozent bis 1.4 Prozent, mindestens zwei Drittel der Lohnsumme werden individuell verteilt. Bei Coop gibt es eine gute Erhöhung der Lohnsumme von 1.1 Prozent. Nachdem die neue Lohnskala per Anfang 2012 eingeführt und die Löhne erhöht wurden, gibt es per 2013 im Gastgewerbe keine weiteren Erhöhungen.

Im Gewerbe waren die Lohnverhandlungen weniger ergiebig: Im Elektro-Installationsgewerbe wird die Lohnsumme um gute 1.5 Prozent angehoben, die Verteilung erfolgt jedoch individuell. Nur im Marmor- und Granitgewerbe (plus 30 Franken) und im Bauhauptgewerbe (plus 0.5 Prozent) werden 2013 generelle Lohnerhöhungen gewährt. Ansonsten enttäuscht das immer noch stark boomende Bau(neben)gewerbe mit unverbindlichen individuellen Lohnempfehlungen (Carrosserie, Sanitär, Metall) oder sogar Nullrunden (Orgelbau, Möbelindustrie, Schreiner oder Ziegelindustrie).

In der Industrie liegen erst wenige Abschlüsse vor. Mit einer Ausnahme (Alcan Airex) wurden vor allem individuelle Erhöhungen bei den Effektivlöhnen gewährt. Mit plus 1.7 Prozent führt Rockwell die Lohnabschlüsse an, die dann schnell nominal abnehmen. Einmalzahlungen und Nullrunden (z.B. Textilindustrie) gehören auch zum wiederholt mageren Bild in der Industrie.

Im Service public ist die Lohnrunde befriedigend bis gut ausgefallen: Bei der Swisscom wurden die Lohnerhöhungen bereits vor Jahresfrist ausgehandelt; die Löhne steigen im nächsten Jahr um 0.8 Prozent generell und 0.4 Prozent individuell. In der Bundesverwaltung gibt es eine Lohnerhöhung von 0.5 Prozent generell. Bei der Post steigen die Löhne um 0.2 Prozent generell und 0.8 Prozent individuell, dazu wird 1 Prozent der Sparbeiträge an die Pensionskasse sowie eine Einmalprämie von 500 Franken gewährt. Bei der SBB wurden die Verhandlungen abgebrochen, die Löhne werden um 0.5 Prozent individuell erhöht.

Zunahme von individuellen Lohnerhöhungen: In den diesjährigen Lohnverhandlungen konnten vorwiegend individuelle Lohnerhöhungen erreicht werden. Die Verbände von Travail.Suisse befürchten bei individuellen Lohnerhöhungen die Gefahr von Willkür und Bevorzugung, besonders wenn in den Betrieben keine transparenten Lohnsysteme bestehen. Aufgrund der diesjährigen Negativteuerung, welche die Kaufkraft der bestehenden Löhne bereits für alle erhöht, fand diese Forderung jedoch kein Gehör.

Kritischer Trend zu Einmalzahlungen setzt sich fort: Unbefriedigend ist ebenfalls, dass reguläre Lohnerhöhungen durch Einmalzahlungen ersetzt werden. Diese sind zwar eine nette Anerkennung, aber kein beständiger, zuverlässiger Lohnbestandteil, denn sie garantieren in den darauf folgenden Jahren kein höheres Lohnniveau resp. keinen höheren Rentenanspruch. Einmalzahlungen sind für die Verbände von Travail.Suisse nur dort akzeptabel, wo klar aufgezeigt werden kann, dass die wirtschaftliche Entwicklung allzu unsicher ist, oder wo sie als Zusatz zu beständigen Lohnerhöhungen gewährt werden.

Notwendige Stützung des privaten Konsums: Die ausgehandelten Lohnerhöhungen fürs 2013 sind wichtig zur Ankurbelung des privaten Konsums. Dieser ist gemäss Prognosen im nächsten Jahr der wichtigste Stabilisierungsfaktor der Wirtschaft und wird, wie bereits in den vergangenen Jahren, einen robusten Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten.

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PD Lohnresultate.doc 128 KB

13. Dezember 2012, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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