Themen – Arbeit – Arbeitsmarkt

Jetzt braucht es Lösungen für die Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut über die heutige Ankündigung des Bundesrates, zusätzliche Massnahmen für den besseren Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen zu prüfen. Endlich scheint auch der Bundesrat zur Einsicht gekommen zu sein, dass die Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung mit zusätzlichen Massnahmen begleitet werden muss. Es ist unabdingbar, dass rasch Lösungen präsentiert werden, um diese noch in die Botschaft zur Umsetzung von Artikel 121a integrieren zu können. mehr

Die Ankündigung des Bundesrates von vorletzter Woche, eine Schutzklausel einzuführen, birgt grosse Risiken für den Wirtschaftsstandort Schweiz und bedroht die Situation der Arbeitnehmenden. Endlich hat auch der Bundesrat erkannt, dass es Massnahmen zum besseren Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen braucht. Travail.Suisse wird sich mit aller Kraft für eine Optimierung der flankierenden Massnahmen einsetzen.

Auch im Rahmen der Fachkräfteinitiative wurden richtige Entscheide gefällt. Für Travail.Suisse ist zudem klar, dass die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt verbessert, die Arbeitsmarktpartizipation der Frauen über eine Vereinfachung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhöht und der Verbleib von älteren Arbeitnehmenden im Arbeitsmarkt gesichert werden muss. Travail.Suisse wird sich in den Gesprächen mit dem Bundesrat weiterhin für eine Sonderfinanzierung der Weiterbildung der älteren Arbeitnehmenden einsetzen und in den Arbeitsgruppen aktiv mitarbeiten. Nur wenn wirksame Massnahmen beschlossen werden, kann Travail.Suisse am Fachkräftegipfel im September 2016 die Massnahmen sozialpartnerschaftlich mittragen.

Rasche Massnahmen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen

Der Bundesrat hat sich viel Zeit gelassen, umso entscheidender ist jetzt ein rasches Vorgehen.„Die Massnahmen zum besseren Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen müssen zwingend in die Botschaft zur Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung integriert werden. Das ist eine Herausforderung für alle Beteiligten“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Die Botschaft ist bereits für Ende März angekündigt, weshalb es jetzt rasch konkrete Lösungen braucht. Travail.Suisse begrüsst, dass der Bundesrat endlich die Weichen gestellt hat; gefordert sind jetzt aber insbesondere auch die Arbeitgeber. Travail.Suisse fordert diese auf, Hand zu bieten für Lösungen der Probleme auf dem Arbeitsmarkt und weitere Verbesserungen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen. Nur mit effektiven Massnahmen wird es gelingen, die Bevölkerung weiterhin vom bilateralen Weg mit der europäischen Union zu überzeugen.

Für mehr Informationen :
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93

18. Dezember 2015, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Umsetzung von Art. 121a BV nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden

Mit den heute präsentierten Eckpunkten zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative stellt der Bundesrat die bilateralen Verträge aufs Spiel. Die mögliche unilaterale Einführung einer Schutzklausel bringt ungewisse Folgen für den Wirtschaftsstandort Schweiz und den Arbeitsmarkt. Für Travail.Suisse kommt nur eine Umsetzung im Einklang mit der Europäischen Union in Frage. Ausserdem lassen die bundesrätlichen Eckpunkte die notwendigen Schritte zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen vermissen und es fehlen konkrete Massnahmen zur Stärkung von Jugendlichen, Frauen und älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt. Travail.Suisse fordert vom Bundesrat am 18. Dezember 2015 klare Aussagen dazu. mehr

Aus Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, sind die heute vorgestellten Eckpunkte ein Spiel mit dem Feuer und es droht so eine Umsetzung von Artikel 121a BV auf dem Buckel der Arbeitnehmenden.

Nur mit und nicht gegen die EU

Bei der Umsetzung von Art. 121a der Bundesverfassung bleiben für Travail.Suisse die Verhandlungen mit der EU zentral. Nur wenn mit der EU eine Verhandlungslösung gefunden werden kann, ist der Erhalt der bilateralen Verträge und damit von geordneten Beziehungen zu unseren Nachbarn und wichtigsten Handelspartnern garantiert. Die heute präsentierte Möglichkeit einer unilateralen Einführung einer Schutzklausel mit allfälligen Kontingenten erachten wir als nicht zielführendes Instrument. Ein latenter Bruch des Personenfreizügigkeitsabkommens mit ungewissen Auswirkungen auf die bilateralen Verträge ist unwürdig für den schweizerischen Rechtsstaat. Gleichzeitig werden geordnete Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Schweiz in Frage gestellt und die mangelnde Planungssicherheit gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt.

Mehr statt weniger Schutz auf dem Arbeitsmarkt

Travail.Suisse stellt sich dezidiert gegen die – aus Wirtschafts- und Arbeitgeberkreisen – vorgebrachte Forderung einer Schaffung von Kurzaufenthaltsbewilligungen. Der Bundesrat soll darauf verzichten. Faktisch würde dies einer Wiedereinführung des Saisonnierstatuts entsprechen und grosse Probleme auf dem Arbeitsmarkt nach sich ziehen. Jede Diskriminierung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bringt zusätzlichen Druck auf die Löhne und Arbeitsbedingungen sämtlicher Arbeitnehmenden in der Schweiz. Für Travail.Suisse ist es klar, dass es eine Politik braucht, welche die Situation der Arbeitnehmenden verbessert und nicht zusätzlich verschlechtert. Die angekündigten Massnahmen zur Bekämpfung der Missbräuche und Probleme auf dem Arbeitsmarkt werden zentral, damit die Löhne und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden gesichert werden können. Die in Aussicht gestellte Analyse des Arbeitsmarktes ist ein Lichtblick der heutigen Entscheide. Eine Optimierung der flankierenden Massnahmen ist nur ein Minimum. Aus Sicht von Travail.Suisse ist die Erhöhung der Bussen bei Lohnunterbietungen unverzüglich umzusetzen (die gesetzgeberischen Arbeiten im Parlament laufen). Zudem müssen die weiteren Optimierungsmassnahmen der flankierenden Massnahmen zwingend in die Botschaft zur Umsetzung von 121a integriert werden bzw. in die Beschlüsse des Parlaments einfliessen. Weiter sind mit konkreten Massnahmen die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt zu verbessern, die Arbeitsmarktpartizipation der Frauen über eine Vereinfachung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhen und der Verbleib der älteren Arbeitnehmenden im Arbeitsmarkt zu sichern. Der Bundesrat muss dazu griffige Massnahmen vorschlagen und nicht auf Placebo-Methoden setzen.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93

04. Dezember 2015, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Den Arbeitnehmenden in der Schweiz eine starke Stimme sein: Für Arbeit mit Zukunft

Drei grosse Themen werden uns in den nächsten vier Jahren beschäftigen: unser Verhältnis zu Europa, die Sicherung der Altersvorsorge und der Klimaschutz. Ein paar Gedanken dazu. mehr

Die latente Unsicherheit nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative beschäftigt – neben der Aufgabe des Euro-Mindestkurses – nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Arbeitnehmenden. Die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union sind wichtig für den Erhalt des Wohlstandes in der Schweiz, für die Sicherung vieler Arbeitsplätze. Das war und ist das Hauptargument für ein Ja zu den Bilateralen. Wir müssen für eine nächste Abstimmung (wahrscheinlich im Jahr 2017) erneut aufzeigen, dass die Personenfreizügigkeit und die damit verbundene Zuwanderung für uns alle bewältigbar sind. Ich höre ab und zu, dass lieber auf zusätzlichen Wohlstand verzichtet wird, wenn damit nicht mehr Leute aus dem Ausland in die Schweiz kommen. Die Politik muss die Bedenken ernst nehmen und Antworten liefern. Wer viel Geld hat, merkt von der Zuwanderung weniger. Das breite Volk spürt die Enge und nimmt die Veränderung wahr. Wir werden verbesserte Flankierende Massnahmen einfordern, damit die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Schweiz geschützt bleiben. Dafür werden wir uns auch bei unseren Partnern auf Europäischer Ebene einsetzen. Eines ist klar: Wer die Flankierenden Massnahmen als notwendiges Übel anschaut und ihre Verbesserung hintertreibt, riskiert einen europapolitischen Scherbenhaufen.

Sicherung der Altersvorsorge nicht zu Lasten der Beschäftigten

Die aktuell diskutierte Sicherung der Altersvorsorge ist ein weiteres sehr wichtiges Geschäft für Travail.Suisse. Sie ist für die Arbeitnehmenden von grosser Wichtigkeit. Wir wollen gute Renten und brauchen dafür eine solide Finanzierung. Der Ständerat hat die Vorschläge seiner Kommission beraten und unterstützt. In der Vorlage sind allerdings viele bittere Pillen enthalten. Damit die Revision verdaubar wird, sind Verbesserungen nötig. Positiv hervorzuheben ist, dass nach 20 Jahren die AHV-Renten endlich wieder einmal erhöht werden. Allerdings vermag diese Erhöhung die drastischen Auswirkungen der Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule nicht aufzuwiegen.

Dass es noch schlimmer kommen könnte, zeigen Äusserungen verschiedener Politiker zu Rentenalter 67. Auf Smartvote sagen über 80 Prozent der Parlamentarierinnen und Parlamentarier von FDP und SVP Ja zur Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre.


h2. Klimapolitik für gute Arbeit

Als drittes grosses Thema ist die Klimapolitik zu erwähnen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Aber wir haben diesen Sommer wieder erfahren, wie es ist, wenn es länger sehr heiss ist. Es belastet uns, auch an der Arbeit. Die Klimaveränderung führt dazu, dass es auf der Erde immer wärmer wird. Schaffen wir es mit geeigneten Massnahmen nicht, den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf zwei Grad zu begrenzen, hat dies auch in der Schweiz negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmenden.

Schon lange werden international Verhandlungen geführt für ein weltweites Abkommen. Es braucht in unserer globalisierten Wirtschaft gemeinsame Lösungen, alle müssen sich an Regeln halten. Sonst profitieren jene, die sich nicht an die Regeln halten zu Lasten derer, die sich für das Klima anpassen. Wenn die Länder dieser Welt nichts tun, wird es noch wärmer. Wir sollten reagieren und das nicht erst, wenn es zu spät ist. Ende dieses Jahres bietet sich wieder eine Möglichkeit: In Paris findet eine weitere UNO-Klimakonferenz statt. Ich hoffe sehr, dass sich die Staaten finden können und Massnahmen zur Rettung unserer Erde beschliessen. Die Verhandlungen müssen aber auch nach 2015 weitergehen. Auch die Schweiz ist gefordert. Dass es schon nicht einfach ist, gemeinsame Lösungen im eigenen Land zu finden, zeigen die harschen Diskussionen im Parlament zur Energiestrategie 2050. Und das obwohl mit den darin vorgesehenen Massnahmen Zehntausende von Arbeitsplätzen in der Schweiz geschaffen bzw. gesichert werden können.

Wir haben viel zu tun. Mit dem Positionspapier, das Travail.Suisse am Kongress verabschiedet hat, haben wir uns viel vorgenommen, um unsere Vorstellung von Arbeit mit Zukunft zu realisieren. Gemeinsam mit den angeschlossenen Verbänden und ihren Mitgliedern will Travail.Suisse möglichst viele dieser Ziele erreichen. Wir wollen fair, respektvoll und engagiert auftreten. Als eigenständige Stimme auf der nationalen Politik-Bühne wollen wir uns aktiv einbringen. Dass Politik “ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmass zugleich” ist, wie Max Weber treffend gesagt hat, schreckt uns nicht ab. Wir bohren weiter.

Anhang Grösse

2015 09 28 Eine starke Stimme.docx 15 KB

28. September 2015, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Bundesgesetz über die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse-Gesetz)

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2015 08 30 VN Innosuisse.pdf 205 KB

31. August 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

WAK-N zeigt sich mutiger als Bundesrat

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist sehr erfreut über den Entscheid der Kommission für Wirtschaft und Abgaben WAK des Nationalrates: Mit der Annahme der parlamentarischen Initiative von Travail.Suisse-Vizepräsident und SP-Nationalrat Jacques-André Maire zeigt sie mehr Mut als der Bundesrat, der am 19. Juni seinen Bericht zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative präsentierte. Die WAK zeigt mit ihrem Entscheid, dass sie nicht damit einverstanden ist, dass der Bundesrat im Zeitalter des Fachkräftemangels Vorstösse im Bereich von Arbeit, Bildung und Wiedereinstieg abschreiben will. mehr

Ein erster Schritt, um den toten Winkel im AVIG zu beseitigen, wurde in der letzten Sitzung der WAK-N getan. Die parlamentarische Initiative Maire (14.452) behandelt die Kriterien der Arbeitslosenversicherung bei der Gewährung von Bildungsmassnahmen. Diese Kriterien müssen für diejenigen Personen angepasst werden, die dem Arbeitsmarkt aufgrund familiärer Verpflichtungen ferngeblieben sind, und wieder ins Erwerbsleben einsteigen wollen.

Personen, die sich für mehr als vier Jahre aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, um ihre Kinder aufzuziehen – zumeist Frauen -, müssen sich wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern können. Dazu muss man ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung tragen, die über ein paar Kurse zur Auffrischung ihrer ursprünglichen Ausbildung hinausgehen. Wiedereinstiegswillige benötigen professionelle Begleitung über mehrere Monate. Damit das möglich ist, müssen die Betroffenen finanzielle Unterstützung für Bildungsmassnahmen, wie sie vom Arbeitslosenversicherungsgesetz AVIG vorgesehen sind, beziehen können. Das verhindern heute aber die Kriterien der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV, welche die besondere Situation der Wiedereinstiegswilligen nicht berücksichtigen.

Die Mitglieder der WAK haben heute bewiesen, dass sie den toten Winkel im AVIG bemerkt haben und ihn eliminieren wollen. Gleichzeitig zeigt die Wirtschaftskommission, dass sie mit der Abschreibung von Motionen und Postulaten zum Thema nicht einverstanden ist und weist damit den Bericht des Bundesrates zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative zurück. Folgt die WAK-Ständerat dem Entscheid, so wird der Artikel 60 des AVIC durch die Nennung der spezifischen Zielgruppe der Wiedereinsteiger/innen ergänzt. Personen, die nach einer langen Erwerbspause aufgrund familiärer Verpflichtungen wieder in die Erwerbstätigkeit einsteigen möchten, werden nicht mehr verpflichtet, sich noch während der bewilligten Kurse zu bewerben.

Mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Verantwortliche Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37

30. Juni 2015, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

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