Themen – Arbeit – Arbeitsmarkt

Referendum gegen die Sonntagsarbeit eingereicht – Der Sonntag darf nicht zu einem Werktag werden

Travail.Suisse, die Dachorganisation der Arbeitnehmenden, und seine Verbände haben heute zusammen mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund die Referendumsunterschriften gegen die Ausdehnung der Sonntagsarbeit eingereicht. Die Änderung des Arbeitsgesetzes führt zu einem Dammbruch und öffnet der generellen Liberalisierung der Sonntagsarbeit Tür und Tor. Dies gilt es zu verhindern. Der arbeitsfreie Sonntag soll die Regel bleiben und muss deshalb geschützt werden. mehr

Travail.Suisse und seine Mitgliedsverbände Syna, transfair und Syndicats chrétiens interprofessionnels du Valais (SCIV) haben zusammen 17’000 beglaubigte Unterschriften zum Referendum gegen die Ausdehnung der Sonntagsarbeit beigesteuert. Mit dem Referendum „Nein zur Sonntagsarbeit“ wollen sie verhindern, dass der Sonntag zu einem normalen Arbeitstag wird.

Die Ausweitung der Sonntagsarbeit

- schafft den kollektiven Ruhetag ab. Die gemeinsame Freizeit mit Familie und Freunde wird verunmöglicht und eine zentrale soziale Errungenschaft unserer Gesellschaft verschwindet.

- verschlechtert die Arbeitsbedingungen und untergräbt den Grundsatz „Flexibilität gegen Schutz“, da es keine GAV-Pflicht und keine Regelung für Zuschläge bei regelmässiger Sonntagsarbeit gibt.

- schafft keine neuen Arbeitsplätze. Der Konsum verlagert sich aus dem Dorf oder Quartier hin zu den Einkaufsläden in den Bahnhöfen. Die Existenz vieler Geschäfte ist gefährdet.

25. Januar 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitsmarkt: Schluss mit dem Einstellungsstopp!

Die Schweizer Volkswirtschaft ist seit drei Semestern auf robustem Wachstumskurs. Die Grossunternehmen schreiben fürs Jahr 2004 Rekordgewinne. Doch die Situation auf dem Arbeitsmarkt entschärft sich nicht. Für Travail.Suisse, die Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist bewiesen, dass das Konzept des Shareholder Value gescheitert ist. Die Arbeitgeber müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und neue Stellen schaffen.

Anhang Grösse

PD Schluss mit dem Einstellungsstopp.doc 35 KB

24. Januar 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Sockelarbeitslosigkeit bekämpfen

Im letzten Jahr war die Arbeitslosenquote mit durchschnittlich 3.9 Prozent trotz robustem Wirtschaftswachstum höher als im Jahr 2003. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird auch in diesem Jahr kaum besser. Die Arbeitslosigkeit nimmt immer mehr strukturelle Züge an. Es ist zu befürchten, dass die Sockelarbeitslosigkeit in der Schweiz massiv steigt. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden fordert, dass dieser Entwicklung mit Aus- und Weiterbildungsmassnahmen sowie mit einer Verlängerung der Anzahl Taggelder begegnet wird. mehr

Das vergangene Jahr ist mit Blick auf den Arbeitsmarkt kein gutes Jahr gewesen. Die Erwerbslosigkeit war trotz zweiprozentigem Wirtschaftswachstum höher als in 2003.

Problem Sockelarbeitslosigkeit
Mit dem Strukturwandel im sekundären Sektor, insbesondere auf dem Bau und in der Industrie, wurden in den vergangenen Jahren Tausende von Stellen abgebaut. Die erwerbslosen Personen finden in ihrem angestammten Beruf keine Beschäftigung mehr. Um die Branche zu wechseln, fehlt ihnen die erforderliche Berufsbildung. Auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt wird der Missmatch zwischen Anforderungen und Qualifikationen immer grösser. Travail.Suisse befürchtet, dass in der aktuellen Arbeitsmarktkrise die Sockelarbeitslosigkeit massiv ansteigen und in Zukunft die 100’000-Marke nur schwerlich unterschritten wird.

Ausbildungs- und Weiterbildungsmassnahmen verstärken
Eine hohe Sockelarbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf das langfristige Wachstumspotential der schweizerischen Volkswirtschaft aus. Deshalb muss alles daran gesetzt werden, die betroffenen Personen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies darf aber nicht über die Schiene der ultraflexiblen und prekären Arbeitsverhältnisse geschehen.

Travail.Suisse verlangt deshalb:

- Eine gezielte Aus- und Weiterbildungsoffensive für Langzeiterwerbslose und Ausgesteuerte.

- Beschäftigungsmassnahmen und Praktikumsplätze für jugendliche Erwerbslose zur Erhaltung ihrer Arbeitsmarktfähigkeit.

- Die Erhöhung der Anzahl Taggelder auf 520.

12. Januar 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitsmarkt: Stress mit und ohne Job

Trotz wachsender Wirtschaft stieg die Arbeitslosenquote im November weiter auf 3.9 Prozent. Im Verlauf dieses Jahres werden knapp 40’000 Personen ausgesteuert. In den Kantonen, Auffangbecken für die Ausgesteuerten, steigen die Sozialhilfekosten massiv an. Die Kantone reagieren mit Leistungskürzungen in der Sozialhilfe. Gleichzeitig nimmt die Arbeitslast der Leute, die eine Stelle haben, zu. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, ist beunruhigt über diese zwei gegenläufigen Tendenzen und verlangt eine Erhöhung der Anzahl Taggelder. mehr

Allein in diesem Jahr werden rund 40’000 Menschen ausgesteuert. Sie haben keinen Zugang mehr zu den Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogrammen der RAV’s und geraten in eine finanzielle Notlage. Viele Ausgesteuerte müssen den Gang zur Sozialhilfe antreten. Die Kantone sind überfordert, die Sozialhilfekosten explodieren. Allein im 2003 stieg die Zahl der Sozialhilfeempfänger um rund 10 Prozent auf 300’000 Menschen. Auch in diesem Jahr werden Zehntausende dazukommen.

Für die Personen, die eine Stelle haben, steigt der Druck stetig an. Die Arbeit wird auf immer weniger Leute verteilt, Überstunden, Zeitdruck und Arbeitsplatzunsicherheit nehmen zu. Fast die Hälfte aller Erwerbstätigen steht unter grossem Stress, der krank macht.

Zwei gegenläufige Tendenzen mit gleichem Resultat: Stress
Die Arbeitswelt wird von zwei sich verschärfenden gegenläufige Tendenzen dominiert: Sie steigende Zahl der Erwerbslosen und Ausgesteuerten und der steigende Arbeitsdruck auf die Personen, die eine Stelle haben.

Travail.Suisse verlangt deshalb, dass die Anzahl Taggelder erhöht wird. Damit können die Erwerbslosen ihre Arbeitsmarktfähigkeit erhalten und haben die Chance, eine Stelle zu finden. Die Kantone werden weniger stark belastet und sind nicht mehr gezwungen, die Sozialhilfeleistungen zu reduzieren. Schliesslich muss auch die Arbeitslast der Leute mit einem Job reduziert werden, indem die Wirtschaft wieder neue Stellen schafft.

08. Dezember 2004, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Wachstum ohne Arbeitsplätze

Trotz guter Konjunkturlage werden keine Arbeitsplätze geschaffen. Dies obwohl die Schweiz den flexibelsten Arbeitsmarkt Europas hat. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert die Arbeitgeber, den Bundesrat und die Arbeitslosenversicherung auf zu handeln. mehr

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in den vergangenen zwölf Monaten stark angestiegen. Im August verloren 3’000 Personen ihren Anspruch auf Taggelder. Allein im Verlauf dieses Jahres werden schätzungsweise 40’000 Personen ausgesteuert.

Arbeitsmangel bedeutend grösser als ausgewiesen
Der effektive Arbeitsmangel geht weit über die seco-Statistik aus. Zu den 148’000 registrierten Erwerbslosen kommen rund 70’000 registrierte Stellensuchende hinzu: Leute im Zwischenverdienst, in Weiterbildungs- und Beschäftigungsprogrammen. Monat für Monat werden rund 3’000 Personen ausgesteuert und oft zur Fürsorge weitergereicht.

Die grosse Mehrheit der Unterbeschäftigten und Stellensuchenden erscheint gar nicht in der Erwerbslosenstatistik: Es sind potentielle Wiedereinsteiger/innen, Ausgesteuerte, Fürsorgeempfänger/innen, Arbeitnehmende, die ihr Teilzeitpensum aufstocken wollen, Schulabgän-ger/innen ohne Lehrstelle im 10. Schuljahr und Lehrabgänger /innen im „Zwischenjahr“.

Travail.Suisse fordert
Von der Wirtschaft: ein grösseres Lehrstellenangebot und die Weiterbeschäftigung (für ein Jahr) der Lehrlinge nach der Abschlussprüfung; keine unsinnigen Diskussionen über Arbeitszeitverlängerung, sondern eine Verkürzung der Arbeitszeit und damit eine bessere Verteilung der Arbeit; die Reduktion der Arbeitslast der Beschäftigten mittels Anstellung von mehr Leuten.
Vom Bundesrat und Parlament: den Verzicht auf Sparpakete. Die Entlastungspakete 03 und 04 produzieren zusammen rund 30’000 Arbeitslose.
Von der Arbeitslosenversicherung: Weiterbildungs- und Beschäftigungsprogramme auch für Ausgesteuerte, damit sie ihre Arbeitsmarktfähigkeit nicht verlieren.
Von den Kantonen und Gemeinden: Verzicht auf Sparprogramme, die der Beschäftigung schaden; keine Reduktion der Fürsorgeleistungen.

08. November 2004, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon