Themen – Arbeit – Arbeitsbedingungen

Ständerätliche Kommission für mehr Gratisarbeit und Burn-Outs

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates hat die parlamentarischen Initiativen Graber und Keller-Sutter angenommen, welche beide das Arbeitsgesetz und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden angreifen. Die Aufhebung der Pflicht, die Arbeitszeiten zu erfassen, führt zu mehr Gratisarbeit und somit zur Ausbeutung der Arbeitnehmenden. Travail.Suisse wird den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden mit allen Mitteln verteidigen. mehr

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, erachtet die Annahme der parlamentarischen Initiativen von Ständerat Konrad Graber 1 und von Ständerätin Karin Keller-Sutter 2 durch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates (WAK-S) als falsches Zeichen. Damit sollen noch mehr Arbeitnehmende von der Arbeitszeiterfassung ausgenommen werden und der Gesundheitsschutz geschwächt werden. Ziel und Zweck der Vorstösse ist nämlich, Personen im Dienstleistungssektor dem formellen bzw. materiellen Anwendungsbereich des Gesundheitsschutzes gegen psychosoziale Risiken zu entziehen. So verlieren viele Arbeitnehmende den einzig effektiven Schutz vor Überarbeitung. Als Folge können die Arbeitgeber die permanente Erreichbarkeit einseitig fordern.

Flexible Arbeitszeiten nicht zu Ungunsten der Arbeitnehmenden

Die Arbeitnehmenden sind bereit, flexibler zu arbeiten, nur dürfen die gesetzlichen Bestimmungen dafür nicht einseitig zu ihren Ungunsten geändert werden. Die geforderte Flexibilität macht die Arbeitszeiterfassung erst richtig nötig. Nur so ist gewährleistet, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerecht ermöglicht wird. Die Arbeitnehmenden wollen nicht zu einer „Pauschale“ arbeiten, ohne zu wissen, wie viel Arbeitszeit sie effektiv leisten müssen. Der Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung führt zu Gratisarbeit und Ausbeutung der Arbeitnehmenden. Dies betrifft auch die „Arbeitnehmer mit leitender Tätigkeit sowie von Fachspezialisten in vergleichbarer Stellung“, auch sie benötigen einen Gesundheitsschutz, einen Schutz vor Ausbeutung und auch sie haben Familienpflichten. Die Aufweichung wird den generellen Druck auf die Arbeitszeiterfassung erhöhen, zu noch mehr Stress und damit zu noch mehr Burn-Outs führen! Die neue Regelung der Arbeitszeiterfassung – ein Kompromiss unter den Sozialpartnern – ist zudem erst Anfang Jahr in Kraft getreten. Es braucht mehr Erfahrungen und eine fundierte Evaluation, bevor wieder Änderungen beschlossen werden.

Neue Arbeitszeitmodelle nicht mit der Brechstange

Travail.Suisse verschliesst sich den Diskussionen über neue Arbeitszeitmodelle nicht. Nur dürfen solche Entscheide nicht ohne Einbezug der Sozialpartner gefällt werden. Für Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, ist klar: „Gerade die im Vorstoss Graber erwähnten Jahresarbeitszeitmodelle erfordern eine Arbeitszeiterfassung.“ Insofern ist die Kombination der beiden Vorstösse ein gefährlicher Mix für die Arbeitnehmenden in der Schweiz. Travail.Suisse wird sich vehement gegen eine einseitige Verschlechterung des Arbeitsgesetzes wehren.

Für weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93

1 „Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes und Erhalt bewährter Arbeitszeitmodelle“, 16.414 2 „Ausnahme von der Arbeitszeiterfassung für leitende Angestellte und Fachspezialisten“, 16.423

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2016-08-19 Medienmitteilung WAK-S Arbeitszeiterfassung Arbeitsgesetz.docx 19 KB

19. August 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Lohnunterbietungen müssen sanktioniert werden

Der Bundesrat hat heute die Ratifizierung von zwei Übereinkommen des Europarates beschlossen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst diese Vereinfachung der Durchsetzung der flankierenden Massnahmen (FlaM). Die Einführung einer Pflicht, wonach ausländische Entsendebetriebe für die Zeit ihrer Tätigkeit in der Schweiz über eine inländische Zustelladresse verfügen müssen, sollte dennoch ernsthaft geprüft werden. mehr

Der Entscheid des Bundesrates zur Ratifizierung des Europäischen Übereinkommens über die Zustellung von Schriftstücken in Verwaltungssachen im Ausland (Übereinkommen Nr. 94) könnte mithelfen, ein Problem aus der Anwendung der flankierenden Massnahmen zu entschärfen. Die Zustellung von amtlichen Dokumenten ins Ausland ist oftmals schwierig, langwierig und teilweise nicht erfolgreich.

„Werden Sanktionen bei Lohnunterbietungen durch ausländische Entsendebetriebe nicht durchgesetzt, so leidet die Glaubwürdigkeit der flankierenden Massnahmen“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Eine vereinfachte und raschere Zustellung der Entscheide aus der Anwendung der FlaM stärkt das Schutzdispositiv zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen und verbessert die Rechtsgleichheit. Für Travail.Suisse ist die Ratifizierung dieses europäischen Abkommens ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte die Einführung einer Pflicht für ausländische Entsendebetriebe in der Schweiz über eine Zustelladresse zu verfügen ernsthaft geprüft werden, so wie dies von einem Postulat (14.3106) gefordert wird.

Mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 031 370 21 11, Mobil: 076 412 30 53

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2016 05 18 MM-TravailSuisse FlaM Sanktionen d.docx 46 KB

18. Mai 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Der arbeitsfreie Sonntag ist in Gefahr

Der 3. März ist der europäische Tag des arbeitsfreien Sonntags. Ein gemeinsamer Ruhetag ist von grosser Wichtigkeit, nicht nur für die Arbeitnehmenden, sondern für das ganze soziale und kulturelle Leben. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, beobachtet die zunehmenden Ausnahmen vom Sonntagsarbeits-Verbot mit Sorge. Die Ausnahmeregelungen – nicht zuletzt auf kantonaler Ebene – reichen immer weiter. Dieser Trend muss gebrochen werden. mehr

Am 3. März fand der europäische Tag des arbeitsfreien Sonntags statt. Dieser wurde von der „European Sunday Alliance“, einem Netzwerk von nationalen Sonntagsallianzen, Gewerkschaften und Organisationen aus kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Kreisen, ins Leben gerufen. Das gemeinsame Ziel ist der Erhalt des arbeitsfreien Sonntags, nicht nur zum Wohl der Arbeitnehmenden, sondern auch zur Förderung der Innovation als Voraussetzung von wirtschaftliche Prosperität und der Ermöglichung von kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten.

In der Schweiz ist das Verbot der Sonntagsarbeit in Art. 18 des Arbeitsgesetzes (ArG) geregelt. Es ist ein grundlegender Pfeiler des ArG, kann aber keine absolute Gültigkeit beanspruchen. Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot sind in der Verordnung 2 zum ArG (ArGV2) geregelt, bei technischer oder wirtschaftlicher Unentbehrlichkeit möglich und grundsätzlich bewilligungspflichtig. Bewilligungsfreie Ausnahmen gibt es zum Beispiel für diverse Betriebe des Gesundheitswesens, des Gastgewerbes, der Medienbranche oder für Betriebe der Überwachungs- und Sicherheitsdienste. Dennoch ist der Grundsatz des arbeitsfreien Sonntags für Travail.Suisse ein zentraler Pfeiler des Arbeitsgesetz und damit des Schutz der Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmenden. Nur die Institution eines freien Tages für alle ermöglicht es den Arbeitstätigen ausserhalb des beruflichen Alltags Ruhe und Entspannung vom ständigen Druck in der Arbeitswelt zu finden. Neben dieser Bedeutung für den Arbeitnehmendenschutz hat das Arbeitsverbot am Sonntag aber eine weit darüber hinausgehende gesellschaftliche und kulturelle Wichtigkeit und Bedeutung: Ein intaktes Familien- und Sozialleben ist auf gemeinsame Freizeit angewiesen. Nur ein vergleichbarer Wochenrhythmus mit einem arbeitsfreien Sonntag ermöglicht den zeitlichen Raum für die aktive Pflege von Kontakten und Beziehungen. Auch kulturelle Veranstaltungen und Vereinstätigkeiten konzentrieren sich oftmals aufs Wochenende und sind auf gemeinsame Freizeit aller Beteiligten angewiesen.

Bereits ein Viertel der Arbeitnehmenden arbeitet gelegentlich am Sonntag

In den letzten Jahren war insbesondere der Detailhandel von zunehmenden Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit betroffen. Mit der generellen Möglichkeit zum Sonntagsverkauf an Bahnhöfen und Flughäfen 2005, der bewilligungsfreien Beschäftigung von Verkaufspersonal an vier Sonntagen ab 2008 und der vermehrten Öffnungsmöglichkeiten für Tankstellenshops seit 2013 wurden im Arbeitsgesetz zusätzliche Ausnahmen eingeführt. Damit wurde in den letzten zehn Jahren die Sonntagsarbeit für das Personal im Detailhandel stark ausgedehnt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Ausnahmen gibt es einen beträchtlichen Teil von Arbeitnehmenden, die in ihrem Arbeitsleben mit Sonntagsarbeit konfrontiert sind. Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung weist aus, dass bereits heute über eine Million Erwerbstätige (24.5% aller Erwerbstätigen) regelmässig oder zumindest manchmal am Sonntag arbeiten. Im europäischen Vergleich ist die Sonntagsarbeit leicht überdurchschnittlich; im Vergleich mit den direkten Nachbarländern wird in der Schweiz deutlich öfter am Sonntag gearbeitet. Zudem zeigt sich in der Schweiz zwischen 2005 und 2010 eine Zunahme der Sonntagsarbeit, während der Anteil in Europa stabil blieb(vgl. Grafik 1).

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Weitere Angriffe auf das Verbot der Sonntagsarbeit

Auch im letzten Jahr wurde eine zusätzliche Ausnahme vom arbeitsfreien Sonntag geschaffen. Am 1. April 2015 trat die Verordnungsänderung zur Sonntagsöffnung von Einkaufszentren für die Bedürfnisse des internationalen Fremdenverkehrs in Kraft. Diese Anpassung sollte den ungeklärten Zustand im Einkaufszentrum „Fox-Town“ in Mendrisio legalisieren. Gleichzeitig wird aber eine Möglichkeit für weitere Betreiber von Einkaufszentren geschaffen, auf die Sonntagsruhe zu verzichten. Dies zeigt sich daran, dass seit dem 1. Februar mit dem Outlet Landquart bereits ein zweites Einkaufszentrum, gestützt auf diese Bestimmung ihre Läden geöffnet hat. Der arbeitsfreie Sonntag sieht sich aber auch in mehreren Kantonen Angriffen ausgesetzt. So sind zum Beispiel sowohl im Kanton Wallis wie im Kanton Genf Bestrebungen im Gang, Ladenöffnungen an vier Sonntagen pro Jahr zuzulassen und im Kanton Bern gibt es einen parlamentarischen Vorstoss, der die Altstadt der Stadt Bern als Tourismusgebiet einstufen möchte, was flächendeckende Ladenöffnungen an Sonntagen ermöglichen würde.

Travail.Suisse verurteilt die Salamitaktik im Bereich der Ausnahmen des Arbeitsverbotes an Sonntagen. Mit dem Kriterium der „wirtschaftlichen Unentbehrlichkeit“, werden Abweichungen vom Sonntagsarbeitsverbot ermöglicht. Es ist aber klar, dass jede Ausnahme weitere Ausnahmen rechtfertigt und so eine kontinuierliche Ausdehnung der Sonntagsarbeit auf weitere Branchen stattfindet. Grundsätzlich geniesst der arbeitsfreie Sonntag in der Bevölkerung eine grosse Wichtigkeit und Akzeptanz. Dies beweist nicht zuletzt die Analyse zur Abstimmung über die Tankstellenshops vom Herbst 2013. Obwohl die Liberalisierung der Öffnungszeiten der Tankstellenshops gutgeheissen wurde, zeigen sich grundsätzlich drei Viertel der Abstimmenden damit einverstanden, dass sonntags und nachts möglichst Wenige arbeiten sollten.

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08. März 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Le dimanche férié est en péril

Le 3 mars est la journée européenne du dimanche férié. Un jour de repos commun est très important, non seulement pour les travailleurs, mais aussi pour la vie sociale et culturelle dans son ensemble. Travail.Suisse, l’organisation faîtière indépendante des travailleurs, observe avec inquiétude l’augmentation des exceptions faites à l’interdiction de travailler le dimanche. Les dérogations – notamment au niveau cantonal – vont toujours plus loin et il s’agit de freiner cette tendance. mehr

C’est le 3 mars qu’a eu lieu la Journée européenne du dimanche férié, instaurée par la « European Sunday Alliance », un réseau d’alliances nationales en faveur du dimanche, de syndicats, et de communautés religieuses ou issues de la société civile. Elles ont pour but commun de maintenir le dimanche férié, non seulement pour le bien-être des travailleurs, mais aussi afin de promouvoir l’innovation, condition préalable à la prospérité économique, et de permettre des activités culturelles et sociales.

En Suisse, l’interdiction de travailler le dimanche est stipulée à l’article 18 de la Loi fédérale sur le travail (LTr). Sans toutefois pouvoir revendiquer une validité absolue, cette interdiction constitue l’un des piliers de la LTr. Les dérogations à l’interdiction de travailler le dimanche sont ancrées dans l’Ordonnance 2 relative à la Loi sur le travail (OLT 2), et sont en principe autorisées lorsque des raisons techniques ou économiques rendent ce travail indispensable. Il existe des dérogations sans autorisation, par exemple, pour certaines entreprises travaillant dans les domaines de la santé, de l’hôtellerie et de la restauration, des médias ou pour des services de surveillance et de sécurité. Toutefois, le principe du dimanche férié reste pour Travail.Suisse un pilier central de la Loi sur le travail et, partant, de la protection des conditions de travail des actifs. Seule l’institution consistant à accorder un jour de congé pour tous permet aux actifs de trouver détente et repos en échappant à leur quotidien professionnel et à la pression constante qui règne dans le monde du travail. Mais l’interdiction de travailler le dimanche revêt aussi une signification et une dimension socioculturelles qui vont bien au-delà de son importance pour la protection des travailleurs: pour préserver une vie de famille et une vie sociale, il est nécessaire de disposer de moments de loisirs communs. Seul un rythme hebdomadaire semblable, comportant un dimanche chômé, permet d’avoir le temps d’entretenir activement ses contacts et ses relations. De même, les manifestations culturelles et les activités des associations se concentrent souvent sur les week-ends et requièrent de tous les participants qu’ils disposent d’un temps libre commun.

Déjà un quart des travailleurs travaillent occasionnellement le dimanche

Au cours des dernières années, les dérogations à l’interdiction de travailler le dimanche ont considérablement augmenté, en particulier dans le commerce de détail. En 2005, la possibilité de faire ses achats le dimanche dans les gares et les aéroports s’est généralisée; dès 2008, il a été possible d’occuper sans autorisation du personnel de vente pendant quatre dimanches (par an) et depuis 2013, de nouvelles possibilités d’ouverture étendue des magasins de stations-service ont été introduites dans la Loi sur le travail. De ce fait, le travail dominical s’est considérablement étendu pour le personnel du commerce de détail au cours de la dernière décennie.

Et enfin, en raison de ces dérogations, une partie considérable des travailleurs sont confrontés au travail du dimanche dans leur vie professionnelle. L’Enquête suisse sur la population active indique qu’aujourd’hui déjà plus d’un million d’actifs (24.5% de toutes les personnes occupées) travaillent le dimanche, régulièrement ou du moins parfois. En comparaison européenne, le travail du dimanche en Suisse est légèrement supérieur à la moyenne; et notre pays travaille nettement plus souvent le dimanche que ses voisins directs. De plus, alors que les chiffres restent stables en Europe, le travail du dimanche a augmenté en Suisse entre 2005 et 2010 (voir graphique).

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Autres attaques contre l’interdiction de travailler le dimanche

Une nouvelle dérogation au dimanche chômé a été enregistrée l’an dernier. Le 1er avril 2015, l’amendement de l’Ordonnance 2 en matière d’heures d’ouverture des magasins le dimanche pour les besoins du tourisme international est entré en vigueur. Cette adaptation devait légaliser la situation floue qui régnait au centre commercial « Fox Town » de Mendrisio. Mais parallèlement, d’autres exploitants de centres commerciaux ont eu ainsi la possibilité de renoncer au repos dominical. Preuve en est l’ouverture des magasins, depuis le 1er février, dans un second centre commercial, l’Outlet de Landquart, sur la base de cette disposition. Dans plusieurs cantons également, le dimanche férié subit des attaques de ce genre. Par exemple, aussi bien dans le canton du Valais que dans celui de Genève, des efforts sont déployés pour autoriser l’ouverture des magasins pendant quatre dimanches par an, et une initiative parlementaire a été lancée dans le canton de Berne, demandant que la Vieille Ville de Berne soit reclassée en zone touristique, ce qui permettrait l’ouverture à grande échelle des magasins le dimanche.

Travail.Suisse condamne cette tactique du salami en matière de dérogations à l’interdiction de travailler le dimanche. En invoquant le critère de la « raison économique indispensable », on permet toutes sortes de dérogations à cette interdiction. Il est clair toutefois que toute dérogation en entraîne de nouvelles et que le travail dominical continue de s’étendre à d’autres branches. Fondamentalement, le dimanche chômé revêt une grande importance pour la population. Comme le prouve notamment l’analyse de la votation – en automne 2013 – sur les magasins des stations-service. Bien que la libéralisation des heures d’ouverture de ces magasins ait été acceptée, les trois-quarts des votants s’accordent à reconnaître que le travail de nuit et du dimanche devrait ne concerner que peu de travailleurs.

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08. März 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Qualität der Arbeitsbedingungen im Fokus: Zunahme von Stress, unregelmässigen Arbeitszeiten und Angst um den Arbeitsplatz

Vor einigen Wochen hat das Bundesamt für Statistik eine Broschüre zur Qualität der Beschäftigung in der Schweiz herausgegeben. Dabei wird auf eine Vielzahl bestehender Quellen der öffentlichen Statistiken zurückgegriffen, um mit einer Auswahl an Indikatoren die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz und deren Entwicklung in den letzten zehn Jahren zu beurteilen. Im Vergleich mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse bestätigen sich einige Kernerkenntnisse. In beiden Untersuchungen lassen sich eine starke Verbreitung von Stress und psychosozialen Belastungen, eine Zunahme von unregelmässigen Arbeitszeiten sowie eine grosse Sorge um den Arbeitsplatz als Folge eines Verlustes von Arbeitsmarktfähigkeit und eingeschränkter Arbeitsplatzmobilität ausmachen. mehr

In der Einleitung der Broschüre „Qualität der Beschäftigung in der Schweiz“ des BfS heisst es etwas salopp, dass sich mit den vorgestellten Indikatoren jede Leserin und jeder Leser ein eigenes Urteil über die Qualität der Beschäftigung machen kann. Hier setzt das «Barometer Gute Arbeit» an, das diesen Herbst von Travail.Suisse in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule BFH lanciert wurde. Das «Barometer Gute Arbeit» zeichnet auf der Basis einer repräsentativen Umfrage ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Entscheidend ist, dass dabei nicht nur das Auftreten von bestimmten Arbeitssituationen erhoben wird, sondern immer auch, ob sich diese als negative Belastung auf die Arbeitnehmenden auswirkt. Die Bewertung erfolgt so durch die Arbeitnehmenden selbst, schliesslich sind sie die Hauptbetroffenen der Bedingungen, unter denen sie arbeiten.

Der Vergleich der Ergebnisse der Studie des BfS und des «Barometer Gute Arbeit» lässt einige interessante Erkenntnisse zu.

Psychosoziale Risiken sind stark ausgeprägt

Das BfS beginnt mit der erfreulichen Feststellung, dass sowohl Berufskrankheiten wie auch nicht-tödliche und tödliche Berufsunfälle im Vergleich zu 2004 deutlich abgenommen haben. Gleichzeitig finden sich aber sehr ausgeprägte psychosoziale Risiken. Insbesondere starker Zeitdruck, Arbeitsüberlastung und eine starke emotionale Belastung werden am häufigsten genannt. Dieser Befund bestätigt sich auch im «Barometer Gute Arbeit». So erhalten der Stress und die psychische Belastung die schlechtesten Werte in der gesamten Untersuchung. Es ist dies Ausdruck dafür, dass sich 40 Prozent der Arbeitnehmenden durch ihre Arbeit oft oder sehr häufig gestresst fühlen und rund ein Drittel der Arbeitnehmenden die Arbeit als eine psychische Belastung wahrnimmt. Besonders frappant ist der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Stress und der davon ausgehenden negativen Belastungswirkung. Während Arbeitnehmende, welche oft oder sehr häufig mit Stress konfrontiert sind, diesen auch als starke oder eher starke negative Belastung wahrnehmen, stellt er für Arbeitnehmende, welche selten Stress erleben, auch eine deutlich geringere Belastung dar (vgl. Grafik 1).

Grafik 1: Zusammenhang zwischen Häufigkeit von Stress und negativer Belastungswirkung
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Quelle: Travail.Suisse, “Barometer Gute Arbeit”

Die negativen Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit sind erwiesen. In der Stressstudie 2010 des SECO wird nicht nur eine starke Zunahme von Stress in den letzten Jahren nachgewiesen, sondern es werden gleichzeitig die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten auf 10 Milliarden Franken jährlich geschätzt.

Zeitliche Belastung ist hoch – Unregelmässige Arbeitszeiten nehmen zu

Im europäischen Vergleich sind die Wochenarbeitszeiten in der Schweiz überdurchschnittlich lang. In einer europaweiten Studie wird die Wochenarbeitszeit im Jahr 2010 in der Schweiz mit durchschnittlich 44.3 Stunden ausgewiesen, während das europäische Mittel bei 42.5 Stunden und in den direkten Nachbarländern der Schweiz noch einmal darunter liegt. Dass die zeitliche Belastung für die Arbeitnehmenden hoch ist, wird auch aus dem «Barometer Gute Arbeit» ersichtlich. Überstunden sind für 90 Prozent der Beschäftigten eine Realität. Mehr als die Hälfte gibt gar an, dass sie oft oder sehr häufig Überstunden leisten. Und mit 27 Prozent ist auch der Anteil der Arbeitnehmenden hoch, welche oft oder sehr oft überlange Arbeitstage (mehr als 10 Arbeitsstunden) absolvieren. Einen weiteren Aspekt der zeitlichen Belastung präsentiert das BfS in seinem Überblick über die Qualität der Beschäftigung in der Schweiz: den zunehmenden Zeitbedarf für den Arbeitsweg. Während im Jahr 2000 lediglich 17.8 Prozent der Arbeitnehmenden mehr als 30 Minuten für den Arbeitsweg benötigten, sind es 2013 bereits 31.9 Prozent. Auch sehr lange Arbeitswege (mehr als 60 Minuten) sind für immer mehr Arbeitnehmende eine Realität (vgl. Grafik 2).

Grafik 2: Veränderung der Dauer für den Arbeitsweg 2000-2013
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Quelle: BfS, Qualität der Beschäftigung in der Schweiz; eigene Darstellung

Neben der effektiv geleisteten Arbeitszeit und der benötigten Zeit für den Weg zum Arbeitsplatz sind auch die Planbarkeit und Regelmässigkeit der Arbeitseinsätze für die Arbeitnehmenden zentral. In Bezug auf die Regelmässigkeit weist das BfS für 2014 eine Zunahme der Abendarbeit (von 16% auf 17.1%), der Nachtarbeit (von 4.7% auf 5%) und der Sonntagsarbeit (von 9.7% auf 10.6%) gegenüber 2004 aus. Lediglich bei der Samstagsarbeit zeigt sich eine Abnahme (von 21.5% auf 20.5%). Auch wenn diese atypischen Arbeitszeiten nicht zwingend unregelmässig sein müssen, stellen sie doch für die Arbeitnehmenden eine Erschwerung der Vereinbarkeit von Beruf, Familien- und Privatleben dar, resp. erschweren die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Zur Planbarkeit sind keine verlässlichen Daten vorhanden. Während das BfS zwar zwischen 2004 und 2014 einen Rückgang der Arbeit auf Abruf (von 6.1% auf 4.8%) ausweist, sind Travail.Suisse aus dem gewerkschaftlichen Alltag vermehrt Klagen von Arbeitnehmenden bekannt, welche in geregelten Arbeitsverhältnissen zunehmend Probleme mit der Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten haben. So sind kurzfristige Einsatzplanung, Wechsel der geplanten Einsätze und spontane Verkürzungen oder Verlängerungen der geplanten Einsätze im Gesundheitswesen, im Detailhandel und in den privaten Dienstleistungen zunehmend Teil des Arbeitsalltages.

Sorge um den Arbeitsplatz – Verlust der Arbeitsmarktfähigkeit

Aus Sicht der Arbeitnehmenden ist auch die Sicherung der Beschäftigung, resp. die Arbeitsmarktmobilität entscheidend für die Qualität der Beschäftigung. Das BfS erwähnt in seiner Broschüre, dass die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen ihren Arbeitsplatz als gesichert beurteilt. Mit Blick auf die verwendeten Daten aus dem Jahr 2012 hätten 40 Prozent „gar keine und weitere 46.4 Prozent eher keine Angst, ihre aktuelle Stelle zu verlieren. Knapp die Hälfte der Befragten gaben an, bei einem eventuellen Stellenverlust sehr oder eher leicht eine gleichwertige Stelle wiederzufinden“. Diese Aussagen des Bundesamtes für Statistik müssen aufgrund der Ergebnisse des «Barometer Gute Arbeit» mit zwei Überlegungen ergänzt werden. Erstens zeigen zwar auch unsere Ergebnisse, dass nur eine Minderheit von 14 Prozent ihren Arbeitsplatz als unmittelbar bedroht sieht. Aber gleichzeitig zeigt sich, dass diese Situation für die Betroffenen eine grosse bis sehr grosse Belastung darstellt. Anders ausgedrückt: Fast jeder siebte Arbeitnehmende erfährt eine grosse negative Belastung aufgrund einer als unsicher empfundenen Arbeitsplatzsituation. Zweitens rechnet offensichtlich die Hälfte der Arbeitnehmenden mit Problemen beim Stellenwechsel. Dies deckt sich mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse. Besonders deutlich wird die Einschränkung der Arbeitsmarktmobilität, wenn noch das Alter und der Bildungsstand mitberücksichtigt werden. So glauben über 60 Prozent der Personen mit einem Abschluss der obligatorischen Schule und gar zwei Drittel der 46- bis 64-jährigen kaum daran, bei Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Lohn zu finden (vgl. Grafik 3).

Grafik 3: Erwartete Schwierigkeiten beim Jobwechsel nach Alter und Bildungsstand
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Quelle: Travail.Suisse, “Barometer Gute Arbeit”

«Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse
Das Barometer Gute Arbeit von Travail.Suisse zeichnet ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen orientiert sich dabei an der Kernfrage nach einer guten Arbeit im Sinn von zukunftsfähiger Arbeit. Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln. Die Bewertung erfolgt durch die Arbeitnehmenden selbst und bildet so ein menschliches Mass für die Bewertung der Arbeit. Das Barometer ist so konzipiert, dass es durch regelmässige Wiederholung auch Veränderungen im Bereich der Arbeitsbedingungen in der Schweiz wahrzunehmen und abzubilden vermag.

Die Ergebnisse des Barometer Gute Arbeit finden sich unter:
www.travailsuisse.ch/themen/arbeit/barometer_gute_arbeit

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15 12 14 Qualität der Arbeit.doc 466 KB

14. Dezember 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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