Medien – Medienservice

Aktueller Medienservice

www.info-workcare.ch – schon über 500 Aufrufe pro Woche

Zwei Monate nach ihrer Lancierung wird die erste nationale Plattform mit Informationen und Ressourcen für berufstätige betreuende Angehörige immer häufiger aufgerufen. Die von Travail.Suisse am 25. Oktober 2016 lancierte Website www.info-workcare.ch wird im Schnitt über 500 Mal pro Woche besucht, wie der Zähler auf der Website belegt. Gemäss den automatisch von Google Analytics gelieferten Daten handelt es sich mehrheitlich um männliche, deutschsprachige Benutzer. Travail.Suisse plant, die Adressen in etwa jeden Monat zu aktualisieren. Die erste Aktualisierung hat im November stattgefunden und berücksichtigte von Benutzern online angelieferte Angaben. mehr

Bei der Programmierung der neuen Website wurde ein automatischer Besuchszähler mit der Technologie von Google Analytics installiert. Die ersten Zahlen zeigen, unter Ausklammerung der ersten Woche mit hohen Besuchszahlen infolge des «Ankündigungseffekts», dass die Website im Durchschnitt in 500 Sitzungen von 335 Besuchern aufgerufen wird. Insgesamt surften zwischen 25. Oktober – als die Website lanciert wurde – und 12. Dezember 2814 Personen auf www.info-workcare.ch in 3805 Sitzungen. Über 23 000 Seiten wurden aufgerufen.

Dank der von Google eingesetzten Technologie lassen sich auch demografische und geografische Angaben der Benutzerinnen und Benutzer auswerten. Selbstverständlich stehen diese Daten nur für Benutzerinnen und Benutzer zur Verfügung, die sich mit ihrem Google-Konto identifiziert haben. Das bedeutet, dass einige nicht identifizierte Benutzer nicht aufgeführt werden. Die gesammelten Daten zeigen, dass es sich bei den Benutzern meist um Männer (54 %) handelt, obwohl die betreuenden Angehörigen hauptsächlich Frauen sind. Was hingegen keine Überraschung darstellt, ist, dass die Website www.info-workcare.ch grossmehrheitlich von Deutschsprachigen (64 %) aufgerufen wird, gefolgt von den Französischsprachigen (17 %) und den Italienischsprachigen (5 %); bei den restlichen 14 % war die Sprache nicht auswertbar.

Erste Aktualisierung der Adressen

Die Informationswebsite www.info-workcare.ch prüft die für berufstätige betreuende Angehörige nützlichen Adressen, damit sie die gesuchten Dienstleistungen einfach finden. Über 1000 Adressen sind bereits aufgeführt, untergliedert nach Kantonen und Art der gesuchten Dienstleistungen. Diese wiederum sind in 15 Haupt- und 64 Unterkategorien unterteilt. Travail.Suisse hat sich bei dieser Aufgabe in die betreuenden Angehörigen hineinversetzt, die Informationen suchen. Die grösste Herausforderung bestand darin, unterschiedlich benannte Dienstleistungen mit ähnlichem Inhalt zu gruppieren. Denn häufig kann jede regionale Organisation die Namen verwenden, die sie will, auch wenn sie einer nationalen Organisation unterstellt ist.

Alle angebotenen Dienstleistungen mussten genau geprüft werden, eine akribische Arbeit, bei der äusserst spezielle und einzigartige Unterstützungsleistungen zum Vorschein kamen. Wie die Finanzhilfe von Caritas Graubünden für sehr arme Personen, die Haustiere halten. Diese Hilfe ermöglicht es ihnen, Tiernahrung zu kaufen, ohne sich selbst einschränken zu müssen.

Fehlt eine wichtige Adresse oder finden die Benutzerinnen und Benutzer Fehler, können sie uns das melden, und zwar mit dem Kontaktformular in der Rubrik «Kontakt», wie dies bereits einige Benutzer gemacht haben. Einen Monat nach der Lancierung wurde www.info-workcare.ch ergänzt. Insgesamt wurden rund fünfzig neue Adressen und Ergänzungen hinzugefügt sowie kleinere Korrekturen vorgenommen. Die Korrekturen werden aber nicht automatisch aufgeschaltet, sondern jede neue Adresse wird zuerst von Travail.Suisse geprüft. Entspricht sie der Politik von info-workcare.ch, wird sie online gestellt.

Publikationspolitik und Präsenz auf einem sozialen Netz

Travail.Suisse musste eine strenge Publikationspolitik einführen. Die auf der Website aufgeführten Adressen gehören hauptsächlich Verbänden und Organisationen ohne Gewinnorientierung, die – nach Möglichkeit – gesamtschweizerisch tätig sind. Ebenfalls im Verzeichnis enthalten sind Angebote von anerkannten und/oder öffentlich finanzierten Organisationen und Einrichtungen. Rein kommerzielle Adressen werden nicht aufgeführt. Die Website www.info-workcare.ch hat über das Gleichstellungsgesetz Finanzhilfen vom Bund erhalten, ist nicht gewinnorientiert und kostenlos zugänglich. Aus diesem Grund werden keine kommerziellen Angebote aufgeschaltet.

Einige Adressen, die über das Onlineformular gemeldet wurden, waren schon registriert, allerdings unter der allgemeinen Kategorie «Diverse – Diverse Leistungen». Das ist manchmal so, wenn ein grosser, bereits sehr gut organisierter Verband wie beispielsweise Pro Senectute Zürich, online die vielen angebotenen Leistungen erfasst. Diese Organisation stellt auf ihrer Website eine Suchmaske bereit. Falls eine kantonale Behörde oder ein Verband lokale Adressen erfasst, führt info-workcare.ch ihre Benutzer nur zu dieser Erfassung. Dadurch werden einerseits Doppelspurigkeiten vermieden und andererseits sollte der grosse Aktualisierungsaufwand bei der Organisation oder dem Verband verbleiben, der die Adresse zuerst erfasst hat.

Allgemeine Neuigkeiten für betreuende Angehörige und zu info-workcare.ch werden auf Facebook veröffentlicht unter @infoworkcare.ch (wegen beschränkter Ressourcen nur auf Französisch). Ein Facebook-Konto ist nicht erforderlich. Über dieses soziale Netzwerk wurde über die Aktualisierung der Adressen, über Rückmeldungen zur Lancierung vom 25. Oktober sowie über das Medienecho, aber auch über Parlamentsentscheide zu diesem Thema informiert.

Benutzerevaluation des Inhalts von info-workcare.ch ab 2017

Wie Benutzer die Website nutzen, wird ab Anfang 2017 untersucht. Dazu werden etwa zwölf Personen an einer Evaluation teilnehmen, die vom Büro INTERFACE in Luzern durchgeführt wird. Interessierte Personen können sich über das Kontaktformular auf www.info-workcare.ch gerne bei uns melden.

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19. Dezember 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Sessionsvorschau Wintersession 2016

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, setzt sich auch im nationalen Parlament für eine Arbeit mit Zukunft ein. In der kommenden Session wird das Parlament wiederum viele Geschäfte beraten, die für die Arbeitnehmenden von zentraler Bedeutung sind. Im Fokus stehen unter anderem die Umsetzung von Artikel 121a wie auch die Altersreform 2020.

Gerne präsentieren wir Ihnen die Haltung von Travail.Suisse zu ausgewählten Geschäften.

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Sessionsvorschau Winter 2016 d.pdf 258 KB

23. November 2016, Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon

Fair-Preis-Initiative stärkt die Kaufkraft der Arbeitnehmenden

Die überhöhten Preise in der Schweiz und insbesondere der sogenannte Schweiz-Zuschlag auf Import-Produkten ist seit mehreren Jahren ein brisantes Thema. Die Fair-Preis-Initiative des Schweizerischen Konsumentenschutzes und anderen Wirtschaftsverbänden nimmt dieses Element der gescheiterten Kartellgesetzrevision auf und fordert die Verankerung der Einkaufs- und Beschaffungsfreiheit in der Bundesverfassung. Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Branchen gestärkt und die Kaufkraft der Arbeitnehmenden um rund 15 Milliarden Franken pro Jahr gesteigert werden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat sich für eine ideelle Unterstützung dieser Initiative ausgesprochen. mehr

Dass die Preise für Kosmetikartikel, Kleider, Zeitschriften, Elektronikartikel usw. in der Schweiz zum Teil deutlich über den Preisen in den umliegenden Ländern liegen, ist seit langem bekannt. Ebenso, dass es sich dabei nur zum Teil um eine Folge der vergleichsweise hohen Löhne und Infrastrukturkosten in der Schweiz handelt. Gezielt schöpfen die Produzenten mit sogenannten Schweiz-Zuschlägen die hohe Kaufkraft in der Schweiz ab. Die Initiative ist nun eine Reaktion auf (Nicht-)Entscheide des Parlaments. Im Februar 2012 legte der Bundesrat dem Parlament die Revision des Kartellgesetzes vor. Die Gesetzesvorlage des Bundesrats hatte zum Ziel, den Wettbewerb in der Schweiz zu stärken und damit die Preise zu senken. Die Hochpreisproblematik stand also am Ursprung der Kartellgesetzrevision, war dann aber in der Vorlage nur noch am Rande präsent. Gleichzeitig wurde die Revision insbesondere mit institutionellen Reformen und einem faktischen Teilkartellverbot im Bereich der Vertikalabreden „überfrachtet“. Die Folge war ein Scheitern dieser Kartellgesetzrevision in der parlamentarischen Beratung im September 2014. In der Folge wurde der Punkt der Hochpreisinsel Schweiz von Ständerat Hans Altherr aufgenommen und als parlamentarische Initiative (14.449 / Überhöhte Importpreise – Aufhebung des Beschaffungszwanges im Inland) eingereicht. Sowohl die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates als auch des Nationalrates haben dieser parlamentarischen Initiative zugestimmt, womit bis Sommer 2017 eine Vorlage ausgearbeitet werden muss. Weiter hat auch der Kanton Schaffhausen eine Standesinitiative (16.301 / Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz) eingereicht, die allerdings bis jetzt im parlamentarischen Prozess noch nicht behandelt wurde.

Überhöhte Preise: Tiefere Kaufkraft für Arbeitnehmende – tiefere Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen

Die Eidgenössische Zollverwaltung weist im Jahresbericht zum Schweizer Aussenhandel 2015 aus, dass letztes Jahr Konsumgüter im Wert von rund 80 Mrd. Franken, Investitionsgüter im Wert von 40 Mrd. Franken und Rohstoffe und Halbfabrikate für 37 Mrd. Franken importiert wurden.

Bei den Konsumgütern können die importierten Nahrungsmittel für rund 8 Mrd. Franken abgezogen werden, da deren Überteuerung aufgrund politisch gewollten Zöllen zum Schutz der Schweizerischen Landwirtschaft besteht. Wird für die verbleibenden 72 Mrd. Franken Konsumgüterimporte eine Überteuerung von 20-25 Prozent geschätzt 1 ergibt sich eine ungerechtfertigte Abschöpfung der Kaufkraft in der Grössenordnung von rund 15 Mrd. Franken pro Jahr. Gleichzeitig leidet der Detailhandel unter dem stark zunehmenden Einkaufstourismus. Dieser macht mittlerweile rund 11 Mrd. Franken pro Jahr aus, gefährdet damit aktiv Arbeitsplätze in der Schweiz und führt insbesondere zu zunehmendem Druck auf die Arbeitsbedingungen in der Branche.

Auch im Bereich des Imports von Investitionsgütern und Halbfabrikaten liegt eine Überteuerung vor. Diese dürfte nicht ganz in der Grössenordnung der Konsumgüter liegen, allerdings unter dem Strich auch etliche Mrd. Franken pro Jahr ausmachen. Damit sind Unternehmen in der Schweiz, welche Produkte für den internationalen Markt produzieren neben dem überbewerteten Franken mit einem zusätzlichen Preisnachteil konfrontiert. Ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und entsprechend negative Folgen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt sind die Folge.

Entscheidend ist, dass sich die Initiative faire Beschaffungspreise – also Importpreise – fordert und nicht etwa Verkaufspreise. Damit sind weder Margen, noch die Infrastrukturkosten und insbesondere auch nicht die vergleichsweise hohen Löhne in der Schweiz betroffen.

Ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative zum Nutzen der Arbeitnehmenden

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat die ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative beschlossen. Der Vorstand von Travail.Suisse ist einstimmig der Meinung, dass die Initiative geeignet ist, um den Druck für eine Lösung des Problems Hochpreisinsel Schweiz auch nach der gescheiterten Kartellgesetzrevision aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig werden hauptsächlich zwei positive Effekte für die Arbeitnehmenden der Schweiz erwartet. Einerseits verbleibt eine stattliche Summe pro Jahr im Portemonnaie der Arbeitnehmenden anstatt als ungerechtfertigte Gewinne an internationale Grosskonzerne und Importeure abzufliessen. Diese zusätzliche Kaufkraft stützt den privaten Konsum mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt. Andererseits kann über faire Preise bei den Investitionsgütern und Halbfabrikaten die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Unternehmen verbessert werden, was sich positiv auf den Erhalt, resp. die Schaffung, von Arbeitsplätzen und der Löhne auswirkt.


1 Was einer Studie des SECO von 2003, als vor der starken Aufwertung des Schweizer Frankens entspricht und daher eine konservative Schätzung darstellt (vgl. Martin Eichler, Michael Grass, Christoph Koellreuter, Thomas Kübler: Preisunterschiede zwischen der Schweiz und der EU).

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09. November 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

«Barometer Gute Arbeit»: Neuste Ergebnisse liegen bald vor

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden hat letztes Jahr den «Barometer Gute Arbeit» lanciert. Auf Basis einer repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz, findet eine Bewertung der Arbeitsbedingungen statt. Mit der zweiten Befragungswelle in diesem Jahr wird es möglich, die Veränderung über die Zeit zu betrachten, wie auch eine Regionen- oder Branchenspezifische Bewertung der Arbeitsbedingungen vorzunehmen. Die Ergebnisse werden am 21. November an einer Medienkonferenz präsentiert. mehr

Die bezahlte Erwerbsarbeit geniesst in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Sie dient nicht nur der materiellen Existenzsicherung sondern geht weit über das hinaus. Allein durch die zeitliche Dimension nimmt die Arbeit einen wichtigen Teil in unseren Leben ein und ist ein wichtiger Faktor für die persönliche Entwicklung. Die Arbeit beeinflusst so auch andere Lebensbereiche und die Qualität der Arbeit – die Arbeitsbedingungen – beeinflussen damit massgeblich unsere Lebensqualität. Die Qualität der Arbeit ist damit für das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden absolut zentral. Es ist diese Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen, die Arbeit – aus Sicht der Arbeitnehmenden – zu guter oder eben schlechter Arbeit werden lässt.

Eine Arbeitsgestaltung, die insbesondere den Schutz der Gesundheit achtet und eine Ausgewogenheit zwischen Belastung und Entlastung bietet, gehört zu den Kernpunkten von guter Arbeit. Dies deckt sich mit der arbeitswissenschaftlichen Forderung nach einer schädigungslosen und beeinträchtigungsfreien Arbeitsgestaltung. Weiter bedeutet gute Arbeit ein verlässliches Einkommen zu erhalten und eine gewisse Beschäftigungssicherheit zu haben. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit muss ebenso erkennbar sein wie Gestaltungsspielraum vorhanden sein muss, um die eigenen Fähigkeiten in die Arbeit einbringen zu können. Die Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch den Vorgesetzten ist genau so entscheidend wie eine von Vertrauen geprägte Beziehung zum Arbeitgeber als Ganzes. Es braucht ausreichend Einflussmöglichkeiten und eine Förderung der beruflichen Entwicklung damit sich eine Zufriedenheit mit der Arbeit im Generellen und der eigenen Karriere im Speziellen einstellt. Mit dem «Barometer Gute Arbeit» präsentiert Travail.Suisse ein Instrument, welches geeignet ist die Bewertung der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Arbeitnehmenden abzubilden. Diese Beurteilung durch die Arbeitnehmenden ist folglich als menschliches Mass für die Bewertung der Arbeit zu verstehen, welches mindestens genau gleichviel Berechtigung hat wie betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach einer guten Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit soll die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln.

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Rückblick erste Befragungswelle (2015)

Im Bereich der Dimension Gesundheit wurden insbesondere die Belastungsfaktoren negativ beurteilt. So fühlen sich 40% der Arbeitnehmenden durch ihre Arbeit oft oder sehr häufig gestresst und rund ein Drittel fühlt sich nach einem Arbeitstag oft oder sehr häufig emotional erschöpft. Und auch der Präsentismus – das Arbeiten trotz Krankheit – ist weit verbreitet. 30% der Beschäftigten geben an, dass sie oft oder sehr häufig arbeiten auch wenn sie krank sind und lediglich 19% stehen bei Krankheit nie im Einsatz. Im Bereich der Entlastungsfaktoren zeigt sich vor allem bei der Gesundheitsförderung noch Nachholbedarf. So halten die Arbeitgeber für 14% der Arbeitnehmenden keine Massnahmen zur Gesundheitsförderung bereit und für weitere 29% reichen die getroffenen Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus.

Die Dimension Motivation erhielt grundsätzlich die besten Bewertungen durch die Arbeitnehmende. Es ist dies Ausdruck einer hohen Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit und einer grossen Identifikation mit der eigenen Arbeit. Eher schlecht wurden dagegen die Entwicklungsmöglichkeiten beurteilt. So erfährt mit 46% fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber. Bemerkenswert sind auch die Unterschiede in der Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber je nach Ausbildungsstand der Arbeitnehmenden. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber steigt mit zunehmenden Bildungsstand der Arbeitnehmenden kontinuierlich an.

In der Dimension Sicherheit ist es insbesondere die mittelfristige Perspektive, welche den Arbeitnehmenden Sorge bereitet. Dieses mittelfristige Unsicherheitsempfinden entsteht aus einer verbreiteten Erwartung von zunehmender Arbeitsbelastung in naher Zukunft, dem Eindruck kaum Einfluss auf Veränderungen am eigenen Arbeitsplatz zu haben und insbesondere der Sorge, dass es schwierig wäre, bei Verlust des jetzigen Arbeitsplatzes, eine vergleichbare Arbeit mit ähnlichem Lohn zu finden. Eine solch eingeschränkte Arbeitsmarktmobilität empfindet eine Mehrheit der Arbeitnehmenden als Realität. Ausserdem steigt sie mit zunehmenden Alter stark an und macht bei den 46-64-jährigen rund zwei Drittel der Arbeitnehmenden aus.

Ausblick zweite Befragungswelle (2016)

Für die diesjährige zweite Befragungswelle konnte die Berner Fachhochschule als Kooperationspartner gewonnen werden. Dadurch und dank des jetzt vorliegenden Datenmaterials aus zwei Zeitpunkten sind vertieftere Auswertungen der repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz möglich. Während mit der letztjährigen Durchführung ein Bild der Bewertung der Arbeitsbedingungen entstanden ist, können dieses Jahr bereits erste Entwicklungen über die Zeit sichtbar gemacht werden. Eine Art Monitoring über die Veränderung der Bewertung von einzelnen Aspekten der Arbeitsbedingungen ist für eine sich wandelnde Wirtschaft und unter dem Eindruck von wirtschaftlichen, politischen und arbeitsmarktlichen Veränderungen (z.B. Frankenstärke, Zunehmende Digitalisierung, Auflockerung der Pflicht zur Arbeitzeiterfassung usw.) sicherlich sinnvoll und gewinnbringend. Gleichzeitig können durch die jetzt vorliegende breitere Datenbasis bereits Unterschiede nach verschiedenen Merkmalen aufgezeigt werden. Dabei liegt der Fokus dieses Jahr auf der Darstellung von regionalen und branchenspezifischen Unterscheiden. Und schliesslich konnte auch eine Evaluation und Weiterentwicklung des Fragebogens vorgenommen werden. So lassen insbesondere die neu integrierten Fragen zur Pausensituation, den Mitarbeitergesprächen, den Möglichkeiten zum home-office und der Arbeitszeiterfassung spannende neue Einblicke in die Arbeitsrealität der Arbeitnehmenden in der Schweiz erwarten.

Weitere Informationen zur letztjährigen Durchführung des Barometer Gute Arbeit und die Ankündigung der Präsentation der diesjährigen Resultate hier

Die diesjährigen Ergebnisse werden an der Medienkonferenz vom 21. November in Bern präsentiert.

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09. November 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Klimapolitik ab 2020: Chancen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen

Mit dem Klimaübereinkommen von Paris hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 in der Schweiz um 30% und insgesamt um 50% zu reduzieren. In ihrer Antwort auf die Vernehmlassung zur Klimapolitik nach 2020 verlangt Travail.Suisse einen höheren inländischen Reduktionsanteil, da dies der Wertschöpfung und der Beschäftigung in der Schweiz zugutekäme. Auch der Strassenverkehr muss stärker in die Pflicht genommen werden. mehr

Das im Dezember 2015 von der internationalen Gemeinschaft verabschiedete Klimaübereinkommen von Paris hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2°C und idealerweise sogar auf 1,5°C zu begrenzen. Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Der Bundesrat begnügt sich dabei jedoch mit einem inländischen Reduktionsziel von 30%. Dies bedeutet, dass 60 % der geplanten Reduktionen in der Schweiz und 40% im Ausland einzusparen sind.

Treibhausgasemissionen in der Schweiz stärker reduzieren

Travail.Suisse schlägt vor, das inländische Reduktionsziel von 30% auf 40% anzuheben, womit lediglich 20% (und nicht wie vorgesehen 40%) durch Projekte im Ausland zu realisieren wären. Zwar lassen sich die Emissionen in vielen Ländern günstiger senken als in der Schweiz, weil die Produktionsverfahren dort CO2-intensiver sind. Doch müssen wir tatsächlich bis zu einem Verhältnis von 60:40 gehen? Travail.Suisse lehnt dies aus folgenden Gründen ab: erstens weil eine stärkere Reduktion der Emissionen in der Schweiz Anreize bietet, die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz konsequenter voranzutreiben, was der Innovation Impulse verleiht. Die Schweizer Wirtschaft würde dadurch wettbewerbsfähiger und könnte im Inland mehr Arbeitsplätze schaffen. Ein deutlich höherer Anteil von Emissionssenkungen im Ausland bedeutet für die Schweiz weniger Innovation und weniger Gelegenheiten zum Aufbau neuer Kompetenzen – also letztlich weniger Möglichkeiten für die Unternehmen und den Arbeitsmarkt in der Schweiz.

Zwar gibt es in der grünen Industrie, etwa bei den erneuerbaren Energien, eine ausgeprägte internationale Arbeitsteilung, da zum Beispiel Solarpanels vorwiegend im Ausland und nicht in der Schweiz hergestellt werden. Trotzdem würde bei einer höheren inländischen Emissionsreduktion ein grösserer Teil der Wertschöpfung in der Schweiz erzielt (Forschung und Entwicklung, Montage der Panels, Beratung usw.), wodurch mehr im Allgemeinen anspruchsvolle Stellen in der Schweiz entstehen würden.
Zweitens wird die Schweiz langfristig (etwa um 2050) ihre Treibhausgasemissionen auf nahezu Null senken müssen. Diese Reduktion muss in der Schweiz erfolgen, da gemäss Klimaübereinkommen von Paris alle Länder verpflichtet sind, ihre Emissionen bis 2050 auf praktisch Null zu senken. Deshalb ist es sinnvoll, sofort damit zu beginnen. Je länger wir damit zuwarten, desto kostspieliger wird die Senkung, und das erforderliche Know-how wird stärker im Ausland entwickelt. Dann werden uns vor allem deutsche, skandinavische, amerikanische, japanische oder auch chinesische Firmen die Technologien verkaufen, die zum Erreichen unseres Ziels notwendig sind, und die Wertschöpfung wird im Ausland anfallen. Ausserdem kann die Schweiz jedes Jahr Milliarden von Franken sparen, wenn sie bei den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz rascher Fortschritte erzielt, da entsprechend weniger fossile Energieträger importiert werden müssen.

Drittens ist das Risiko grösser, dass Projekte zur Emissionsreduktion die Kriterien der Nachhaltigkeit nicht erfüllen, wenn sie im Ausland realisiert werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele durchgeführte Projekte nicht oder nicht genügend nachhaltig sind und dass sie insbesondere das Kriterium der menschenwürdigen Arbeit nicht genügend berücksichtigen. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen im Namen des Klimaschutzes unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen! Wenn am Reduktionsziel von 40% im Ausland festgehalten wird, erfordert dies zudem aufwändigere und teurere Kontrollverfahren, damit Artikel 6 Absatz 2b des neuen CO2-Gesetzes gewährleistet ist. Dieser zu begrüssende Artikel sieht vor, dass die im Ausland realisierten Verminderungen in wenig entwickelten Ländern zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort beitragen müssen und weder negative soziale noch negative ökologische Folgen haben dürfen.

Emissionen des privaten Motorfahrzeugverkehrs sind wesentlich stärker zu reduzieren

Es ist paradox: Der Sektor, in dem die Emissionen bereits am stärksten gesenkt wurden (Gebäude einschliesslich Haushalte und Dienstleistungen) soll weiterhin am meisten beitragen. Während die Treibhausgasreduktionen in diesem Sektor zwischen 2014 und 1990 um fast 30% zurückgingen, betrug die Reduktion in der Industrie lediglich 13%, und im Verkehr war sogar eine Zunahme um 9% zu verzeichnen! Trotzdem sieht das Projekt des Bundesrats vor, in erster Linie die Bemühungen im Gebäudesektor weiter voranzutreiben: die CO2-Abgabe für Brennstoffe wird bis auf 240 Franken pro Tonne angehoben, und falls dies nicht ausreicht, werden fossile Heizungen auch für ältere Gebäude verboten. Von den Unternehmen dagegen werden keine zusätzlichen Anstrengungen verlangt. Ganz im Gegenteil: Das geplante neue System sieht für Unternehmen eine Befreiung von der CO2-Abgabe vor, und die aktuelle Ausrichtung des Parlaments begünstigt immer neue Erleichterungen für Unternehmen. Deshalb besteht die Gefahr, dass die öffentliche Hand – also die Steuerzahlenden – entsprechend zur Kasse gebeten und dafür die Unternehmen stärker von der CO2-Abgabe entlastet werden.

Noch schlimmer sind die Aussichten im Verkehrssektor, da das Projekt keine zusätzlichen Massnahmen vorsieht und die Senkung der CO2-Emissionen für Fahrzeuge bereits in der Energiestrategie 2050 festgelegt ist. Deshalb ist es unabdingbar, im Entwurf auch Massnahmen für den motorisierten Individualverkehr vorzusehen. Es ist zumindest eine Treibstoffabgabe einzuführen, und die öffentliche Hand muss den Kauf von Elektroautos subventionieren und die dazugehörigen Infrastruktur fördern, damit diese Fahrzeuge den Marktdurchbruch schneller schaffen.

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09. November 2016, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

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Linda Rosenkranz
Leiterin Kommunikation
031 370 2111 oder
079 743 5047
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