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Fair-Preis-Initiative stärkt die Kaufkraft der Arbeitnehmenden

Die überhöhten Preise in der Schweiz und insbesondere der sogenannte Schweiz-Zuschlag auf Import-Produkten ist seit mehreren Jahren ein brisantes Thema. Die Fair-Preis-Initiative des Schweizerischen Konsumentenschutzes und anderen Wirtschaftsverbänden nimmt dieses Element der gescheiterten Kartellgesetzrevision auf und fordert die Verankerung der Einkaufs- und Beschaffungsfreiheit in der Bundesverfassung. Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Branchen gestärkt und die Kaufkraft der Arbeitnehmenden um rund 15 Milliarden Franken pro Jahr gesteigert werden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat sich für eine ideelle Unterstützung dieser Initiative ausgesprochen. mehr

Dass die Preise für Kosmetikartikel, Kleider, Zeitschriften, Elektronikartikel usw. in der Schweiz zum Teil deutlich über den Preisen in den umliegenden Ländern liegen, ist seit langem bekannt. Ebenso, dass es sich dabei nur zum Teil um eine Folge der vergleichsweise hohen Löhne und Infrastrukturkosten in der Schweiz handelt. Gezielt schöpfen die Produzenten mit sogenannten Schweiz-Zuschlägen die hohe Kaufkraft in der Schweiz ab. Die Initiative ist nun eine Reaktion auf (Nicht-)Entscheide des Parlaments. Im Februar 2012 legte der Bundesrat dem Parlament die Revision des Kartellgesetzes vor. Die Gesetzesvorlage des Bundesrats hatte zum Ziel, den Wettbewerb in der Schweiz zu stärken und damit die Preise zu senken. Die Hochpreisproblematik stand also am Ursprung der Kartellgesetzrevision, war dann aber in der Vorlage nur noch am Rande präsent. Gleichzeitig wurde die Revision insbesondere mit institutionellen Reformen und einem faktischen Teilkartellverbot im Bereich der Vertikalabreden „überfrachtet“. Die Folge war ein Scheitern dieser Kartellgesetzrevision in der parlamentarischen Beratung im September 2014. In der Folge wurde der Punkt der Hochpreisinsel Schweiz von Ständerat Hans Altherr aufgenommen und als parlamentarische Initiative (14.449 / Überhöhte Importpreise – Aufhebung des Beschaffungszwanges im Inland) eingereicht. Sowohl die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates als auch des Nationalrates haben dieser parlamentarischen Initiative zugestimmt, womit bis Sommer 2017 eine Vorlage ausgearbeitet werden muss. Weiter hat auch der Kanton Schaffhausen eine Standesinitiative (16.301 / Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz) eingereicht, die allerdings bis jetzt im parlamentarischen Prozess noch nicht behandelt wurde.

Überhöhte Preise: Tiefere Kaufkraft für Arbeitnehmende – tiefere Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen

Die Eidgenössische Zollverwaltung weist im Jahresbericht zum Schweizer Aussenhandel 2015 aus, dass letztes Jahr Konsumgüter im Wert von rund 80 Mrd. Franken, Investitionsgüter im Wert von 40 Mrd. Franken und Rohstoffe und Halbfabrikate für 37 Mrd. Franken importiert wurden.

Bei den Konsumgütern können die importierten Nahrungsmittel für rund 8 Mrd. Franken abgezogen werden, da deren Überteuerung aufgrund politisch gewollten Zöllen zum Schutz der Schweizerischen Landwirtschaft besteht. Wird für die verbleibenden 72 Mrd. Franken Konsumgüterimporte eine Überteuerung von 20-25 Prozent geschätzt 1 ergibt sich eine ungerechtfertigte Abschöpfung der Kaufkraft in der Grössenordnung von rund 15 Mrd. Franken pro Jahr. Gleichzeitig leidet der Detailhandel unter dem stark zunehmenden Einkaufstourismus. Dieser macht mittlerweile rund 11 Mrd. Franken pro Jahr aus, gefährdet damit aktiv Arbeitsplätze in der Schweiz und führt insbesondere zu zunehmendem Druck auf die Arbeitsbedingungen in der Branche.

Auch im Bereich des Imports von Investitionsgütern und Halbfabrikaten liegt eine Überteuerung vor. Diese dürfte nicht ganz in der Grössenordnung der Konsumgüter liegen, allerdings unter dem Strich auch etliche Mrd. Franken pro Jahr ausmachen. Damit sind Unternehmen in der Schweiz, welche Produkte für den internationalen Markt produzieren neben dem überbewerteten Franken mit einem zusätzlichen Preisnachteil konfrontiert. Ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und entsprechend negative Folgen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt sind die Folge.

Entscheidend ist, dass sich die Initiative faire Beschaffungspreise – also Importpreise – fordert und nicht etwa Verkaufspreise. Damit sind weder Margen, noch die Infrastrukturkosten und insbesondere auch nicht die vergleichsweise hohen Löhne in der Schweiz betroffen.

Ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative zum Nutzen der Arbeitnehmenden

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat die ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative beschlossen. Der Vorstand von Travail.Suisse ist einstimmig der Meinung, dass die Initiative geeignet ist, um den Druck für eine Lösung des Problems Hochpreisinsel Schweiz auch nach der gescheiterten Kartellgesetzrevision aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig werden hauptsächlich zwei positive Effekte für die Arbeitnehmenden der Schweiz erwartet. Einerseits verbleibt eine stattliche Summe pro Jahr im Portemonnaie der Arbeitnehmenden anstatt als ungerechtfertigte Gewinne an internationale Grosskonzerne und Importeure abzufliessen. Diese zusätzliche Kaufkraft stützt den privaten Konsum mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt. Andererseits kann über faire Preise bei den Investitionsgütern und Halbfabrikaten die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Unternehmen verbessert werden, was sich positiv auf den Erhalt, resp. die Schaffung, von Arbeitsplätzen und der Löhne auswirkt.


1 Was einer Studie des SECO von 2003, als vor der starken Aufwertung des Schweizer Frankens entspricht und daher eine konservative Schätzung darstellt (vgl. Martin Eichler, Michael Grass, Christoph Koellreuter, Thomas Kübler: Preisunterschiede zwischen der Schweiz und der EU).

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09. November 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

«Barometer Gute Arbeit»: Neuste Ergebnisse liegen bald vor

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden hat letztes Jahr den «Barometer Gute Arbeit» lanciert. Auf Basis einer repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz, findet eine Bewertung der Arbeitsbedingungen statt. Mit der zweiten Befragungswelle in diesem Jahr wird es möglich, die Veränderung über die Zeit zu betrachten, wie auch eine Regionen- oder Branchenspezifische Bewertung der Arbeitsbedingungen vorzunehmen. Die Ergebnisse werden am 21. November an einer Medienkonferenz präsentiert. mehr

Die bezahlte Erwerbsarbeit geniesst in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Sie dient nicht nur der materiellen Existenzsicherung sondern geht weit über das hinaus. Allein durch die zeitliche Dimension nimmt die Arbeit einen wichtigen Teil in unseren Leben ein und ist ein wichtiger Faktor für die persönliche Entwicklung. Die Arbeit beeinflusst so auch andere Lebensbereiche und die Qualität der Arbeit – die Arbeitsbedingungen – beeinflussen damit massgeblich unsere Lebensqualität. Die Qualität der Arbeit ist damit für das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden absolut zentral. Es ist diese Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen, die Arbeit – aus Sicht der Arbeitnehmenden – zu guter oder eben schlechter Arbeit werden lässt.

Eine Arbeitsgestaltung, die insbesondere den Schutz der Gesundheit achtet und eine Ausgewogenheit zwischen Belastung und Entlastung bietet, gehört zu den Kernpunkten von guter Arbeit. Dies deckt sich mit der arbeitswissenschaftlichen Forderung nach einer schädigungslosen und beeinträchtigungsfreien Arbeitsgestaltung. Weiter bedeutet gute Arbeit ein verlässliches Einkommen zu erhalten und eine gewisse Beschäftigungssicherheit zu haben. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit muss ebenso erkennbar sein wie Gestaltungsspielraum vorhanden sein muss, um die eigenen Fähigkeiten in die Arbeit einbringen zu können. Die Wertschätzung der geleisteten Arbeit durch den Vorgesetzten ist genau so entscheidend wie eine von Vertrauen geprägte Beziehung zum Arbeitgeber als Ganzes. Es braucht ausreichend Einflussmöglichkeiten und eine Förderung der beruflichen Entwicklung damit sich eine Zufriedenheit mit der Arbeit im Generellen und der eigenen Karriere im Speziellen einstellt. Mit dem «Barometer Gute Arbeit» präsentiert Travail.Suisse ein Instrument, welches geeignet ist die Bewertung der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Arbeitnehmenden abzubilden. Diese Beurteilung durch die Arbeitnehmenden ist folglich als menschliches Mass für die Bewertung der Arbeit zu verstehen, welches mindestens genau gleichviel Berechtigung hat wie betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach einer guten Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit soll die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln.

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Rückblick erste Befragungswelle (2015)

Im Bereich der Dimension Gesundheit wurden insbesondere die Belastungsfaktoren negativ beurteilt. So fühlen sich 40% der Arbeitnehmenden durch ihre Arbeit oft oder sehr häufig gestresst und rund ein Drittel fühlt sich nach einem Arbeitstag oft oder sehr häufig emotional erschöpft. Und auch der Präsentismus – das Arbeiten trotz Krankheit – ist weit verbreitet. 30% der Beschäftigten geben an, dass sie oft oder sehr häufig arbeiten auch wenn sie krank sind und lediglich 19% stehen bei Krankheit nie im Einsatz. Im Bereich der Entlastungsfaktoren zeigt sich vor allem bei der Gesundheitsförderung noch Nachholbedarf. So halten die Arbeitgeber für 14% der Arbeitnehmenden keine Massnahmen zur Gesundheitsförderung bereit und für weitere 29% reichen die getroffenen Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus.

Die Dimension Motivation erhielt grundsätzlich die besten Bewertungen durch die Arbeitnehmende. Es ist dies Ausdruck einer hohen Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit und einer grossen Identifikation mit der eigenen Arbeit. Eher schlecht wurden dagegen die Entwicklungsmöglichkeiten beurteilt. So erfährt mit 46% fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber. Bemerkenswert sind auch die Unterschiede in der Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber je nach Ausbildungsstand der Arbeitnehmenden. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber steigt mit zunehmenden Bildungsstand der Arbeitnehmenden kontinuierlich an.

In der Dimension Sicherheit ist es insbesondere die mittelfristige Perspektive, welche den Arbeitnehmenden Sorge bereitet. Dieses mittelfristige Unsicherheitsempfinden entsteht aus einer verbreiteten Erwartung von zunehmender Arbeitsbelastung in naher Zukunft, dem Eindruck kaum Einfluss auf Veränderungen am eigenen Arbeitsplatz zu haben und insbesondere der Sorge, dass es schwierig wäre, bei Verlust des jetzigen Arbeitsplatzes, eine vergleichbare Arbeit mit ähnlichem Lohn zu finden. Eine solch eingeschränkte Arbeitsmarktmobilität empfindet eine Mehrheit der Arbeitnehmenden als Realität. Ausserdem steigt sie mit zunehmenden Alter stark an und macht bei den 46-64-jährigen rund zwei Drittel der Arbeitnehmenden aus.

Ausblick zweite Befragungswelle (2016)

Für die diesjährige zweite Befragungswelle konnte die Berner Fachhochschule als Kooperationspartner gewonnen werden. Dadurch und dank des jetzt vorliegenden Datenmaterials aus zwei Zeitpunkten sind vertieftere Auswertungen der repräsentativen Befragung der Arbeitnehmenden in der Schweiz möglich. Während mit der letztjährigen Durchführung ein Bild der Bewertung der Arbeitsbedingungen entstanden ist, können dieses Jahr bereits erste Entwicklungen über die Zeit sichtbar gemacht werden. Eine Art Monitoring über die Veränderung der Bewertung von einzelnen Aspekten der Arbeitsbedingungen ist für eine sich wandelnde Wirtschaft und unter dem Eindruck von wirtschaftlichen, politischen und arbeitsmarktlichen Veränderungen (z.B. Frankenstärke, Zunehmende Digitalisierung, Auflockerung der Pflicht zur Arbeitzeiterfassung usw.) sicherlich sinnvoll und gewinnbringend. Gleichzeitig können durch die jetzt vorliegende breitere Datenbasis bereits Unterschiede nach verschiedenen Merkmalen aufgezeigt werden. Dabei liegt der Fokus dieses Jahr auf der Darstellung von regionalen und branchenspezifischen Unterscheiden. Und schliesslich konnte auch eine Evaluation und Weiterentwicklung des Fragebogens vorgenommen werden. So lassen insbesondere die neu integrierten Fragen zur Pausensituation, den Mitarbeitergesprächen, den Möglichkeiten zum home-office und der Arbeitszeiterfassung spannende neue Einblicke in die Arbeitsrealität der Arbeitnehmenden in der Schweiz erwarten.

Weitere Informationen zur letztjährigen Durchführung des Barometer Gute Arbeit und die Ankündigung der Präsentation der diesjährigen Resultate hier

Die diesjährigen Ergebnisse werden an der Medienkonferenz vom 21. November in Bern präsentiert.

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09. November 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Klimapolitik ab 2020: Chancen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen

Mit dem Klimaübereinkommen von Paris hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 in der Schweiz um 30% und insgesamt um 50% zu reduzieren. In ihrer Antwort auf die Vernehmlassung zur Klimapolitik nach 2020 verlangt Travail.Suisse einen höheren inländischen Reduktionsanteil, da dies der Wertschöpfung und der Beschäftigung in der Schweiz zugutekäme. Auch der Strassenverkehr muss stärker in die Pflicht genommen werden. mehr

Das im Dezember 2015 von der internationalen Gemeinschaft verabschiedete Klimaübereinkommen von Paris hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2°C und idealerweise sogar auf 1,5°C zu begrenzen. Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Der Bundesrat begnügt sich dabei jedoch mit einem inländischen Reduktionsziel von 30%. Dies bedeutet, dass 60 % der geplanten Reduktionen in der Schweiz und 40% im Ausland einzusparen sind.

Treibhausgasemissionen in der Schweiz stärker reduzieren

Travail.Suisse schlägt vor, das inländische Reduktionsziel von 30% auf 40% anzuheben, womit lediglich 20% (und nicht wie vorgesehen 40%) durch Projekte im Ausland zu realisieren wären. Zwar lassen sich die Emissionen in vielen Ländern günstiger senken als in der Schweiz, weil die Produktionsverfahren dort CO2-intensiver sind. Doch müssen wir tatsächlich bis zu einem Verhältnis von 60:40 gehen? Travail.Suisse lehnt dies aus folgenden Gründen ab: erstens weil eine stärkere Reduktion der Emissionen in der Schweiz Anreize bietet, die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz konsequenter voranzutreiben, was der Innovation Impulse verleiht. Die Schweizer Wirtschaft würde dadurch wettbewerbsfähiger und könnte im Inland mehr Arbeitsplätze schaffen. Ein deutlich höherer Anteil von Emissionssenkungen im Ausland bedeutet für die Schweiz weniger Innovation und weniger Gelegenheiten zum Aufbau neuer Kompetenzen – also letztlich weniger Möglichkeiten für die Unternehmen und den Arbeitsmarkt in der Schweiz.

Zwar gibt es in der grünen Industrie, etwa bei den erneuerbaren Energien, eine ausgeprägte internationale Arbeitsteilung, da zum Beispiel Solarpanels vorwiegend im Ausland und nicht in der Schweiz hergestellt werden. Trotzdem würde bei einer höheren inländischen Emissionsreduktion ein grösserer Teil der Wertschöpfung in der Schweiz erzielt (Forschung und Entwicklung, Montage der Panels, Beratung usw.), wodurch mehr im Allgemeinen anspruchsvolle Stellen in der Schweiz entstehen würden.
Zweitens wird die Schweiz langfristig (etwa um 2050) ihre Treibhausgasemissionen auf nahezu Null senken müssen. Diese Reduktion muss in der Schweiz erfolgen, da gemäss Klimaübereinkommen von Paris alle Länder verpflichtet sind, ihre Emissionen bis 2050 auf praktisch Null zu senken. Deshalb ist es sinnvoll, sofort damit zu beginnen. Je länger wir damit zuwarten, desto kostspieliger wird die Senkung, und das erforderliche Know-how wird stärker im Ausland entwickelt. Dann werden uns vor allem deutsche, skandinavische, amerikanische, japanische oder auch chinesische Firmen die Technologien verkaufen, die zum Erreichen unseres Ziels notwendig sind, und die Wertschöpfung wird im Ausland anfallen. Ausserdem kann die Schweiz jedes Jahr Milliarden von Franken sparen, wenn sie bei den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz rascher Fortschritte erzielt, da entsprechend weniger fossile Energieträger importiert werden müssen.

Drittens ist das Risiko grösser, dass Projekte zur Emissionsreduktion die Kriterien der Nachhaltigkeit nicht erfüllen, wenn sie im Ausland realisiert werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele durchgeführte Projekte nicht oder nicht genügend nachhaltig sind und dass sie insbesondere das Kriterium der menschenwürdigen Arbeit nicht genügend berücksichtigen. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen im Namen des Klimaschutzes unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen! Wenn am Reduktionsziel von 40% im Ausland festgehalten wird, erfordert dies zudem aufwändigere und teurere Kontrollverfahren, damit Artikel 6 Absatz 2b des neuen CO2-Gesetzes gewährleistet ist. Dieser zu begrüssende Artikel sieht vor, dass die im Ausland realisierten Verminderungen in wenig entwickelten Ländern zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort beitragen müssen und weder negative soziale noch negative ökologische Folgen haben dürfen.

Emissionen des privaten Motorfahrzeugverkehrs sind wesentlich stärker zu reduzieren

Es ist paradox: Der Sektor, in dem die Emissionen bereits am stärksten gesenkt wurden (Gebäude einschliesslich Haushalte und Dienstleistungen) soll weiterhin am meisten beitragen. Während die Treibhausgasreduktionen in diesem Sektor zwischen 2014 und 1990 um fast 30% zurückgingen, betrug die Reduktion in der Industrie lediglich 13%, und im Verkehr war sogar eine Zunahme um 9% zu verzeichnen! Trotzdem sieht das Projekt des Bundesrats vor, in erster Linie die Bemühungen im Gebäudesektor weiter voranzutreiben: die CO2-Abgabe für Brennstoffe wird bis auf 240 Franken pro Tonne angehoben, und falls dies nicht ausreicht, werden fossile Heizungen auch für ältere Gebäude verboten. Von den Unternehmen dagegen werden keine zusätzlichen Anstrengungen verlangt. Ganz im Gegenteil: Das geplante neue System sieht für Unternehmen eine Befreiung von der CO2-Abgabe vor, und die aktuelle Ausrichtung des Parlaments begünstigt immer neue Erleichterungen für Unternehmen. Deshalb besteht die Gefahr, dass die öffentliche Hand – also die Steuerzahlenden – entsprechend zur Kasse gebeten und dafür die Unternehmen stärker von der CO2-Abgabe entlastet werden.

Noch schlimmer sind die Aussichten im Verkehrssektor, da das Projekt keine zusätzlichen Massnahmen vorsieht und die Senkung der CO2-Emissionen für Fahrzeuge bereits in der Energiestrategie 2050 festgelegt ist. Deshalb ist es unabdingbar, im Entwurf auch Massnahmen für den motorisierten Individualverkehr vorzusehen. Es ist zumindest eine Treibstoffabgabe einzuführen, und die öffentliche Hand muss den Kauf von Elektroautos subventionieren und die dazugehörigen Infrastruktur fördern, damit diese Fahrzeuge den Marktdurchbruch schneller schaffen.

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09. November 2016, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

www.info-workcare.ch ist seit gestern online!

Gestern wurde die erste nationale Plattform mit Informationen und Ressourcen für berufstätige betreuende Angehörige lanciert: www.info-workcare.ch. So reagiert Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, auf die Problematik der Vereinbarkeit von «work and care». In der Bundespolitik wird dieses Thema zwar schon seit mehreren Jahren diskutiert, doch berufstätige Angehörige können darauf nicht warten, sondern müssen jetzt entlastet werden. In erster Linie beim Sammeln von Informationen. mehr

Die konsensorientierte Politik in der Schweiz ist sehr langsam, während die Schwierigkeiten, mit denen die betreuenden Angehörigen im Alltag konfrontiert werden, akut sind. Eines der wichtigsten Bedürfnisse der Betroffenen ist das Sammeln von vielen verschiedenen Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Folglich besteht für Partner, Töchter und Söhne der Personen, die im Alltag Hilfe benötigen, einer der ersten Schritte darin, diese Angaben zusammentragen. Es ist ausserordentlich zeitaufwändig, nützliche Informationen zu suchen, und manchmal braucht es dazu spezifische Kenntnisse in bestimmten Bereichen. Daher hat Travail.Suisse beschlossen, eine nationale Plattform mit Informationen für berufstätige betreuende Angehörige ins Leben zu rufen. Mit www.info-workcare.ch stellt der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, Travail.Suisse, eine kostenlose dreisprachige Website zur Verfügung, die Adressen, allgemeine (finanzielle und rechtliche) Informationen, nützliche Tipps und Hilfsmittel umfasst, um so die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zu verbessern.

Was ist überhaupt «Care-Arbeit»?

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachleuten verschiedener Verbände sowie mit Organisationen aus Berufswelt und Forschung wurden die Inhalte und der Aufbau von info-workcare.ch erarbeitet. Ganz zu Beginn musste definiert werden, was Care-Arbeit überhaupt ist. Travail.Suisse hat beschlossen, sich auf die Definitionen des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann zu stützen, das verschiedene Referenzwerke zum Thema herausgegeben hat 1 .

Es gibt zwei Arten von Care-Arbeit: die direkte und die indirekte Care-Arbeit. «Direkte» Care-Arbeit umfasst direkte Pflege, Betreuung und Erziehung, aber auch die Verantwortung für die Betreuungsaufsicht. Dazu gehört die Planung der Arbeit verschiedener Betreuungspersonen und -institutionen. In der Schweiz betreuen 35 % der ständigen Wohnbevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren regelmässig Kinder oder Erwachsene. Dies entspricht 1,9 Millionen Menschen. Das Volumen der direkten Care-Arbeit beträgt über 80 Milliarden Franken pro Jahr.

Die «indirekte» Care-Arbeit ist Hausarbeit, die im Zusammenhang mit der Betreuung der Familie anfällt (Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen usw.), d. h. alle wichtigen Aufgaben, die von den Betreuungsbedürftigen in der Regel nicht selbst erledigt werden können. Das Volumen der indirekten Care-Arbeit wird auf 20 Milliarden Franken pro Jahr beziffert.

Eine bessere Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Mann und Frau fördern

Dieses Projekt hat finanzielle Unterstützung gemäss dem Gesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann erhalten, da Frauen bekanntermassen die meiste Care-Arbeit leisten und deshalb auf dem Arbeitsmarkt weniger aktiv sein können. Manchmal ist es gar unmöglich, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, weshalb sie ihren Beruf aufgeben. Diese Entscheidung, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen oder den Beschäftigungsgrad drastisch zu reduzieren, beeinträchtigt die Zukunft der Frauen punkto sozialer Absicherung. Es kommt tatsächlich nicht selten vor, dass sich Paare über 50 scheiden lassen. Die Jahre, in denen sich die Frauen fast ausschliesslich um den Partner, ihre Eltern oder ihre Schwiegereltern gekümmert haben, lasten schwer auf ihrer künftigen Pensionierung, da ihre Rente stark reduziert ist. Die Gutschriften für Betreuung und Pflege von erwachsenen Angehörigen werden in der Sozialkommission des Nationalrats thematisiert. Doch bevor zufriedenstellende Lösungen umgesetzt werden können, werden noch viele Jahre vergehen.

Dank Projekten wie info-workcare.ch nimmt die Sensibilisierung für dieses Thema zu. Travail.Suisse will die generationsübergreifende Betreuung innerhalb der Familien fördern. Gewiss braucht es diese Unterstützung aus makroökonomischer Sicht, da dieses absolut unerlässliche geleistete Arbeitsvolumen sich auf viele Milliarden pro Jahr beläuft. Insbesondere wird diese Hilfe von den Personen gewünscht, die sie beanspruchen, aber auch von den betreuenden Angehörigen, die sich gern und unkompliziert um ihre älteren Angehörigen kümmern. Für sie zählen zunächst der Zusammenhalt und das Gefühl, ihren Angehörigen endlich etwas zurückgeben zu können. Für Travail.Suisse ist es wichtig, dass alle, Männer wie Frauen, ihren Anteil leisten. Diese noble Aufgabe, Angehörige zu unterstützen, betrifft alle und darf nicht nur ein «Privileg» der Frauen sein.

Offizielle Anerkennung als betreuende Angehörige – die unerlässliche Grundlage

Würde der Status der betreuenden Angehörigen offiziell anerkannt, zum Beispiel indem eine geringe Pflegeentschädigung seitens des Bundes eingeführt oder eine Auszeit finanziert würde, könnten viele betreuende Angehörige in der Schweiz zu dieser Aufgabe stehen und auch ihrem Arbeitgeber gegenüber offen über ihre Situation reden. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK) wird bald darüber diskutieren. Nach einer solchen Anerkennung werden die betreuenden Angehörigen entsprechende Anpassungen an ihrem Arbeitsplatz aushandeln können. So könnte verhindert werden, dass sie selbst erkranken. Denn die Spannungen, die aus der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und der Betreuung von Angehörigen resultieren, führen häufig zu Erschöpfungszuständen.
Aber auch andere Aspekte von «work and care» verdienen Aufmerksamkeit, u. a. die Deckung in der zweiten Säule bei Personen, die ihren Beschäftigungsgrad reduzieren, um sich um ihren älteren und/oder kranken Partner zu kümmern. Stefan Müller-Altermatt, Präsident von transfair, hat an der letzten Session ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat bittet, diese Situation zu prüfen. Seine Idee besteht darin, den Arbeitgeberanteil aus einem staatlichen Fonds zu finanzieren.

Bezieht eine betreuende angehörige Person eine Arbeitslosenentschädigung und ist sie auf Stellensuche, muss sie jede zumutbare Arbeit, die ihr angeboten wird, annehmen. Im Moment sehen die von den RAV angewandten Kriterien eine Bestrafung vor, sollte die Arbeit suchende Person eine Arbeit ablehnen; die bereits vorhandene Care-Situation wird nicht berücksichtigt. Aus diesem Grund verlangt ein weiterer von Müller-Altermatt eingereichter Vorstoss, eine Motion, eine Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, damit die Care-Aufgaben bei der Bestimmung einer zumutbaren Arbeit in Betracht gezogen werden.

Wann gibt es einen «Nationalen Tag der betreuenden Angehörigen»?

Auch hier steht die Anerkennung des Status als «betreuende Angehörige» im Vordergrund. Denn Nachforschungen zeigen, dass der Status betreuender Angehöriger auf dem Arbeitsmarkt nicht existiert. In den verschiedenen Pflegeeinrichtungen für die Angehörigen ist aber langsam ein Wandel spürbar. So haben die Westschweizer Kantone eine Vorreiterrolle inne, indem sechs von ihnen im dritten Jahr in Folge am Sonntag, 30. Oktober, den «Westschweizer Tag der betreuenden Angehörigen» 2 durchführen, d. h. fünf Tage nach der Lancierung von info-workcare.ch.

Diese Westschweizer Sensibilierungs- und Informationsinitiative sollte auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Doch vorher muss in mehreren Deutschschweizer Kantonen bei den kantonalen Behörden, aber auch bei verschiedenen Organisationen noch einige Arbeit geleistet werden, wie dies der Kanton Waadt seit einigen Jahren bereits macht. Die Aufschaltung von info-workcare.ch wird zweifellos einen Beitrag dazu leisten.


1 «Absicherung unbezahlter Care-Arbeit von Frauen und Männern. Anpassungsbedarf des Sozialstaats in Zeiten sich ändernder Arbeitsteilung.» 2012, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern.
«Anerkennung und Aufwertung der Care-Arbeit. Impulse aus Sicht der Gleichstellung.» 2010, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Bern.
2 http://betreuende-angehoerige-tag.ch

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26. Oktober 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub – in der Privatwirtschaft noch nicht Realität

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat Ende Mai die Initiative für einen Vaterschaftsurlaub lanciert. Die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs zeigt sich nicht nur in der Unterstützung durch die Bevölkerung, sondern auch in der heute unbefriedigenden Situation: Ein gesetzlicher Vaterschaftsurlaub ist inexistent, die meisten Arbeitnehmenden können von einem oder 2 Tagen Gebrauch machen. mehr

Vor fünf Monaten hat Travail.Suisse, gemeinsam mit rund 140 anderen Organisationen, die Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ lanciert. Die Initiative fordert einen Vaterschaftsurlaub von zwanzig Tagen, der innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes bezogen werden muss. Anders als der Mutterschaftsurlaub ist er aber flexibel und tageweise beziehbar – die Väter können also, sofern der Arbeitgeber einverstanden ist, Teilzeitarbeit ausprobieren, indem sie den Vaterschaftsurlaub zum Beispiel zehn Tage voll nutzen und für weitere zehn Wochen noch einen Tag pro Woche zu Hause sind. Die Finanzierung läuft aber ebenso wie beim Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO), wobei Arbeitnehmende und Arbeitgeber jeweils 0.06 Lohnprozente einzahlen. Dies entspricht ungefähr den Kosten eines Kaffees monatlich bei einem Monatslohn von 6000 Franken. Ein Vaterschaftsurlaub ist also bezahlbar.

Erfreuliche Zwischenbilanz der Unterschriftensammlung

In der Zwischenzeit sind rund die Hälfte der benötigten Unterschriften gesammelt worden. Trotzdem ist es noch ein langer Weg zum Ziel. Aus diesem Grund findet vom 24. bis 30. Oktober die nächste Sammelwoche statt, in der die Travail.Suisse Verbände noch einmal Gas geben. Mit einer Aktion unter dem Motto „Kinder machen Lärm für den Vaterschaftsurlaub!“ in Luzern wird die Sammelwoche am 29. Oktober abgeschlossen. Das Ziel dieser letzten Sammelwoche dieses Jahres ist es, vor der Winterzeit noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, damit wir den Schwung über den Winter mitnehmen können.

Besonders und besonders erfreulich ist das zivilgesellschaftliche Engagement. Über 700 Freiwillige helfen mit, in der Sammelwoche noch einmal einen kräftigen Effort zu leisten. Diese Resonanz ist grossartig. Damit die freiwilligen Helfer auch dementsprechend ausgerüstet sind, wurden sie mit einem Paket ausgerüstet, in dem sich verschiedene Materialien zur Unterschriftensammlung befinden. Dieses Zeichen des Engagements zeigt, dass die Unterstützung für unser Anliegen in der Bevölkerung gross und die Zeit reif ist für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

Gesamtarbeitsverträge: Für die Mehrheit nur 1-2 Tage Vaterschaftsurlaub

Eine reservierte Zeit für Väter gibt es in der Schweiz nicht. Im Rahmen von Art. 329, Abs. 3 OR und der „üblichen freien Tage und Stunden“ kann für die Geburt ein freier Tag bezogen werden, mehr nicht. Bei einem Wohnungswechsel wird übrigens vom selben Recht Gebrauch gemacht: Umzug und Beginn der Vaterschaft – ein schlechter Vergleich!

Die Einführung eines gesetzlichen Vaterschaftsurlaubs ist also dringend nötig, wie auch eine aktuelle Analyse von Travail.Suisse zeigt. Hierzu wurden erneut die wichtigsten Gesamtarbeitsverträge mit rund 1.5 Mio. unterstellten Erwerbstätigen untersucht. Knapp 40 Prozent der Arbeitnehmenden erhält vom Arbeitgeber nur einen Tag frei bei der Geburt eines Kindes – sollte die Geburt also länger als einen Tag dauern, erlebt der Vater nach dem Willen des Arbeitgebers nicht einmal diesen prägenden Moment. Zwischen zwei und fünf Tagen bekommen immerhin 53 Prozent der untersuchten Erwerbstätigen. Einen Vaterschaftsurlaub von mehr als einer Woche dürfen nur 8 Prozent geniessen, davon 5 Prozent zwischen 6 und 10 Tagen.

Grafik 1: Anzahl bezahlte Tage Vaterschaftsurlaub nach Prozentanteil der unterstellten Arbeitnehmenden
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Quelle: eigene Erhebung und Darstellung Travail.Suisse

Zu letzterer Kategorie gehört die Post, die ihren Mitarbeitern einen Vaterschaftsurlaub von 10 bezahlten Tagen plus zusätzlichen 4 Wochen unbezahlt gewährt. Auch die SBB bietet 10 Tage an, die – ebenso wie der Vorschlag der Initiative – innerhalb eines Jahres nach der Geburt zu beziehen sind. Die Swisscom-Mitarbeiter können vom selben Angebot Gebrauch machen. Spitzenreiterin ist die Migros: Hier können die Angestellten von einem fünfzehntätigen Vaterschaftsurlaub profitieren, und haben zusätzlich Anrecht auf 10 Tage unbezahlten Urlaub. Mit einem Vaterschaftsurlaub bekommen endlich auch die Väter die nötige Zeit, um sich an die neue Situation mit dem Neugeborenen zu gewöhnen und von Anfang an Verantwortung übernehmen zu können. Präsente Väter tragen zu stabilen Familiensituationen bei. Davon profitiert nicht nur der Vater, sondern auch das Kind, die Mutter und schlussendlich die gesamte Gesellschaft.

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26. Oktober 2016, Hélène Fischer, Projektmitarbeiterin Vaterschaftsurlaubs-Initiative Drucker-icon

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