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Durchzogener Lohnherbst – zu starker Fokus auf individuelle Massnahmen

Obwohl sich die Schweizer Wirtschaft weitgehend vom Schock des überbewerteten Frankens erholt hat und ein solides BIP-Wachstum von 1.5 Prozent für 2016 und gar 1.8 Prozent für das nächste Jahr prognostiziert wird, zeigt die Lohnrunde 2017 ein durchzogenes Bild. Neben einigen Nullrunden, insbesondere in der Industrie und dem Gewerbe kommen die Arbeitnehmenden in der Schweiz mehrheitlich in den Genuss von Lohnerhöhungen zwischen 0.5 und 1 Prozent. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, beurteilt die Lohnrunde 2017 als knapp zufriedenstellend, ist allerdings besorgt über die immer weiter verbreitete individuelle Gewährung der Lohnerhöhungen. mehr

Der Dachverband Travail.Suisse und die ihm angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel&Gastro Union haben im August 2016 die Lohnrunde 2017 eingeläutet. Die damals noch grosse Unsicherheit über die noch immer hängige Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung sowie die Gefahr von grösseren Turbulenzen aufgrund des Brexit-Entscheides der britischen Stimmbevölkerung vom Juni prägte die wirtschaftliche Situation der Schweiz. Im zweiten Halbjahr 2016 stabilisierte sich die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz aber weiter und der konjunkturelle Aufwärtstrend bestätigte sich. Mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 1.5 Prozent für dieses Jahr 1 und 1.8 Prozent für das nächste Jahr zeigt sich die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft sehr solid. Auch wenn für 2016 noch einmal eine negative Teuerung von -0.4 Prozent prognostiziert wird, zeichnet sich für 2017 eine Rückkehr in den positiven Teuerungsbereich ab.

Durchzogene Resultate der Lohnrunde

Für einen Grossteil der Arbeitnehmenden werden die Löhne im nächsten Jahr zwischen 0.5 Prozent und 1 Prozent wachsen. Dieses Ergebnis ist mit Blick auf die nach wie vor negative Teuerungsentwicklung als akzeptabel zu beurteilen. Eingetrübt wird das Bild aber insbesondere durch drei Aspekte. Erstens sind auch in diesem Lohnherbst wieder einige Nullrunden verhängt worden. Betroffen sind insbesondere Arbeitnehmende in der Industrie oder im Gewerbe aber auch das Bundespersonal. Besonders problematisch, wenn es für die Arbeitnehmenden bereits das zweite Jahr (Metallbau, Bundespersonal) oder gar das dritte Jahr (Carrosseriegewerbe, Möbelindustrie) in Folge ohne Lohnentwicklung ist. Zweitens wird auch dieses Jahr die Mehrheit der Lohnerhöhungen individuell verteilt. Damit werden die Lohnerhöhungen nicht nur intransparent und bis zu einem gewissen Grad willkürlich verteilt sondern es profitieren längst nicht alle Mitarbeiter vom positiven Geschäftsergebnis. Dass aber auch in Zeiten von negativer Teuerung generelle Lohnerhöhungen möglich sind beweisen die Beispiele der Branche Gebäudehüllengewerbe und der Unternehmen Steeltec, Spital Thurgau, Chemins de Fer du Jura und cablex, welche alle zwischen 0.4 und 0.7 Prozent generelle Lohnerhöhungen für 2017 vorgesehen haben. Spätestens mit der Rückkehr in den positiven Teuerungsbereich im nächsten Jahr werden flächendeckende generelle Lohnerhöhungen zum Erhalt der Kaufkraft der Arbeitnehmenden wieder entscheidend an Wichtigkeit gewinnen. Und Drittens ist diese Lohnrunde die dritte in Folge mit nur bescheidenen Entwicklungen bei den Löhnen. So wird bei den Arbeitnehmenden ein gewisser Nachholbedarf spürbar. Nicht zuletzt deshalb wurde im diesjährigen «Barometer Gute Arbeit» 2 eine signifikant abnehmende Einkommenszufriedenheit bei den Arbeitnehmenden festgestellt. So sind rund 44 Prozent der Arbeitnehmenden mit ihrem Lohn nicht oder nur in geringem Mass zufrieden. Travail.Suisse unterstützt deshalb auch die vom europäischen Gewerkschaftsbund lancierte Kampagne für 2017 zur Erhöhung der Löhne europaweit (vgl. Box am Ende des Textes).

Arbeitnehmende im Service Public unter Druck

Im Service Public ist die Situation für die Arbeitnehmenden zurzeit besonders angespannt. Nicht nur, dass beim Bundespersonal ein Sparauftrag aus dem Parlament den nächsten jagt und bei den Löhnen eine Nullrunde verhängt wurde. In den letzten Monaten haben ausserdem sowohl die Post als auch die SBB mit der Ankündigung von Stellenabbau düstere Zukunftsperspektiven für die Arbeitnehmenden heraufbeschworen. Während bei der Post aufgrund des massiven Abbaus im Poststellennetz aber auch durch Reorganisationen in anderen Bereichen eine beträchtliche Anzahl Arbeitsplätze verloren gehen werden, hat die SBB mit dem Spar- und Abbauprogramm RailFit 20/30 den Abbau von 1400 Stellen bis 2020 bekannt gegeben. Doch mit der Unternehmenssteuerreform III steht der grösste Sparhammer für die Arbeitnehmenden des Service Public noch bevor. Mit den Steuerverlusten von 1.5 Mrd. Franken beim Bund und mehreren Mrd. Franken bei Kantonen und Gemeinden wären die nächsten Sparprogramme inklusive Stellenabbau absehbar. Travail.Suisse ^3 spricht sich daher klar gegen die Unternehmenssteuerreform III aus und unterstützt das Referendum.

Zuwenig Bewegung bei Frauenlöhnen und Vaterschaftsurlaub

Aufgrund der bescheidenen Lohnerhöhungen hätte die Möglichkeit bestanden im Bereich der Frauenlöhne oder den Regelungen zum Vaterschaftsurlaub ein Zeichen zu setzen; leider wurden diese Möglichkeiten durch die Arbeitgeber verpasst. Auch in diesem Jahr waren die Arbeitgeber nicht bereit bei der Gleichstellung der Frauenlöhne einen besonderen Effort zu leisten. Für Travail.Suisse ist klar, dass die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern auf freiwilligem Weg nicht erreicht werden kann und unterstützt eine politische Lösungsfindung. Dabei ist es höchste Zeit, dass der Bundesrat endlich die angekündigte Botschaft präsentiert, mit welcher die Unternehmen zu einer Kontrolle der Lohngleichheit aufgefordert werden. Es ist aber absehbar, dass noch griffige Massnahmen im Bereich der Kontrollen und Sanktionen ergänzt werden müssen, um das Ziel der Lohngleichheit wirklich zu erreichen. Auch bei der Thematik Vaterschaftsurlaub konnten kaum Fortschritte erzielt werden. Mit Ausnahme des neuen L-GAV des Gastgewerbes (neu 5 statt 3 Tage), der Nitrochemie AG (neu 5 statt 2 Tage) und den beiden Konzerngesellschaften der Post, Swiss Post Solutions und IMS AG (Immobilienmanagement), welche ihre Regelungen dem GAV der Post anpassen und neu 10 Tage Vaterschaftsurlaub kennen konnten keine Verbesserungen erzielt werden. Es verbleiben zuviele Arbeitnehmenden beim gesetzlichen Minimum von einem Tag Vaterschaftsurlaub – gleichviel wie für einen Wohnungswechsel. Die von Travail.Suisse lancierte Initiative (www.vaterschaftsurlaub.ch) bleibt somit der realistischste Weg zu einem vernünftigen Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen für alle Arbeitnehmenden.


Europa braucht eine Lohnerhöhung

Der Europäische Gewerkschaftsbund EGB lanciert 2017 eine Kampagne für höhere Löhne. Damit soll die Austeritätspolitik innerhalb der EU bemängelt werden. Lohnerhöhungen sind gerechtfertigt, fair und überfällig, um im europäischen Wirtschaftsraum einen nachhaltigen Aufschwung zu ermöglichen. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, unterstützt diese Kampagne, weil auch Fragen bearbeitet werden, die aus schweizerischer Perspektive grosse Relevanz geniessen wie beispielsweise:
• Lohngefälle zwischen Sektoren innerhalb eines Landes (Vergleich zwischen Fertigungs- und Dienstleistungssektoren);
• Lohngefälle zwischen den Geschlechtern;
• Löhne für junge Arbeitnehmende;
• Verhältnis zwischen höchstem und niedrigstem Gehalt in einem Unternehmen.

Weitere Informationen unter www.etuc.ch
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1 SECO. Konjunkturtendenzen Herbst 2016.
2 Zum Barometer Gute Arbeit
3 Vollständiges Argumentarium

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2016 12 19 Lohnresultate-2017-knapp-zufriedenstellend d.docx 30 KB

19. Dezember 2016, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III: ein Nein, um eine gerechte Reform zu erhalten

Die Unternehmenssteuerreform III gewährt Grossunternehmen übermässige Steuergeschenke und überlässt die hohe Rechnung dafür dem Volk. Bei einem Nein an der Urne kann diese ungerechte Situation bereinigt werden, indem die Wirtschaft zu einer korrekten Gegenfinanzierung der Reform verpflichtet würde. Ein Nein birgt kein Risiko, denn das Parlament müsste zwangsläufig eine neue Vorlage erarbeiten. Die Schweiz hat nämlich keine andere Wahl, als diese kantonalen steuerlichen Sonderregelungen aufzuheben, um eine für den Finanz- und Wirtschaftsplatz Schweiz untragbare Situation zu verhindern. mehr

Ursprüngliches Ziel der Unternehmenssteuerreform III war die Aufhebung der kantonalen steuerlichen Sonderregelungen für Holding- und Verwaltungsgesellschaften, die nicht im Einklang mit internationalen Steuernormen stehen. Schon vor der Reform hat sich Travail.Suisse für die Aufhebung dieser Steuerprivilegien ausgesprochen, denn diese widersprechen den steuerlichen Grundsätzen der Gleichheit und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gemäss Bundesverfassung.

Bedauerlicherweise haben die Eliten aus Politik und Wirtschaft von Anfang an die Notwendigkeit, diese kantonalen Steuerregelungen aufzuheben, genutzt, um ein grosses Paket mit Steuererleichterungen für Unternehmen zu schnüren, das das angestrebte Ziel völlig verfehlt. Ausserdem gab es absolut keinen Druck von internationaler Seite, ein solches Arsenal an Steuersenkungsmassnahmen einzuführen. Das Ergebnis: mindestens 1,3 Milliarden Steuereinbussen beim Bund – je nach Entwicklung der Einnahmen aus der direkten Bundessteuer – und mehrere Milliarden weniger Steuern auf kantonaler Ebene, hauptsächlich weil die Kantone ihre Sätze für die Unternehmensgewinnsteuer senken. Bevor die Reform überhaupt in Kraft getreten ist, was für 2019 geplant wäre, hat sie bereits eine Negativspirale des interkantonalen ruinösen Steuerwettbewerbs ausgelöst. Während der durchschnittliche Unternehmenssteuersatz in der Schweiz von 2005 bis 2014 bereits um über 4 Prozentpunkte von 22 auf 18 % gesenkt wurde, wird die heutige Entwicklung in Anbetracht der in der Mehrheit der Kantone bereits beschlossenen oder angekündigten Massnahmen gar zu einer Senkung auf unter 16 % führen (z. B. Waadt von 22,8 auf 13,8 %, Genf von 24,2 auf 13,5 %, Basel-Stadt von 22,2 auf 13 %, Schaffhausen von 16 auf 12 %). 1

Über die Reform abstimmen, ohne das Steuerverlustniveau zu kennen

Zu diesen enormen Steuereinbussen werden weitere kommen, deren Ausmass noch unbekannt ist. Denn die Reform überlässt es den Kantonen, die Instrumente der Reform nach ihrem Gutdünken einzusetzen: freiwillige Anpassungen der kantonalen Kapitalsteuern, Möglichkeit, höhere Steuerabzüge für den Forschungs- und Entwicklungsaufwand einzuführen (Inputförderung), freiwillige Einführung einer überdurchschnittlichen zinsbereinigten Gewinnsteuer auf Eigenkapital. Das Parlament hat die verschiedenen Steuererleichterungen begrenzt, doch diese Grenze wurde extrem tief angesetzt, da die Erleichterungen aus der Patentbox 2 , der Inputförderung, der zinsbereinigten Gewinnsteuer und der vorgenommenen Abschreibungen infolge der vorzeitigen Abschaffung der kantonalen Steuerregelung 80 % des steuerbaren Reingewinns vor Abzug dieser Erleichterungen nicht übersteigen dürfen. Mit anderen Worten werden die Unternehmen, die alle Möglichkeiten ausschöpfen, kaum noch kantonale Gewinnsteuern zahlen, vielleicht sogar noch weniger als mit einigen der bestehenden kantonalen Steuerregelungen!

Um zu vermeiden, dass sich der Fehler, der damals bei der Unternehmenssteuerreform II im Jahr 2008 gemacht wurde, wiederholt, als die Steuerverluste in Milliardenhöhe «unterschätzt» worden waren, verzichtet die Bundesverwaltung diesmal auf Schätzungen potenzieller Steuerverluste der Instrumente, die den Kantonen bereitgestellt werden. Mit anderen Worten: Wir werden über eine Vorlage abstimmen, deren finanzielle Auswirkungen zum Teil noch unbekannt sind.

Die Bevölkerung finanziert die Unternehmenssteuerreform

Diese Steuerverluste in Milliardenhöhe wird die Bevölkerung tragen müssen, da das Parlament auf jegliche Gegenfinanzierung durch die Wirtschaft verzichtet. Das bedeutet für die Bevölkerung Leistungsabbau oder Steuererhöhungen. Je nach Kanton und dessen finanzieller Lage wird die Situation anders sein. Zahlreiche Kantone haben Finanzprobleme, und in einigen Kantonen wurden einschneidende Sparpakete geschnürt. In seiner Berichterstattung zur Finanzstatistik vom September 2016 plant die Eidgenössische Finanzverwaltung für die Kantone im Jahr 2016 ein defizitäres Finanzierungsergebnis von 1,278 Milliarden und für 2017 ein solches von 336 Millionen ein. Auch für die Gemeinden ist für 2016 und 2017 je ein negatives Finanzierungsergebnis von rund 400 Millionen Franken vorgesehen.

Mit der Unternehmenssteuerreform III wird sich die Lage zwangsläufig verschärfen. In vielen Kantonen muss man sich auf neue Sparprogramme gefasst machen oder auf Steuererhöhungen für natürliche Personen, um die Steuererleichterungen für die Unternehmen zu finanzieren. Bei einigen Sparprogrammen wird die Unternehmenssteuerreform III eine Familie mit mittlerem Einkommen mehrere Tausend Franken jährlich kosten: wegen höherer Schulgelder, steigender Gebühren oder einer Senkung der Prämienverbilligungsbeiträge für die Krankenversicherungen. Die Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III, die im Februar 2017 stattfindet, bietet nun die einmalige Möglichkeit, diese Vorlage mit übermässigen und ungerechtfertigten Steuererleichterungen für die Unternehmen zu korrigieren. Stellen wir uns darauf ein, dass Wirtschaftskreise im Rahmen der Abstimmungskampagne bei einer Ablehnung eine Wirtschaftskatastrophe voraussagen. Denn nach ihren Angaben werden viele begünstigte Unternehmen die Schweiz angeblich verlassen, was zum Verlust von mehreren Tausend Arbeitsplätzen und von zu Mindereinnahmen bei den Steuern in Milliardenhöhe führen würde.

Sich nicht von der unbegründeten Panikmache der Wirtschaftskreise aufschrecken lassen

Lassen wir uns nicht von der Angst und der Erpressung in Sachen Beschäftigung und Steuern instrumentalisieren und lähmen, denn die Argumente der Befürworter der Reform entbehren jeglicher Grundlage. Erstens sind die Kantone ja dabei, ihre Steuersätze stark zu senken. Warum sollten also begünstigte Unternehmen ins Ausland abwandern? Denn abgesehen von der attraktiven Steuersituation gehört die Schweiz zu den weltweit besten Ländern punkto Standortfaktoren für ausländische Unternehmen. Unser Land hat insbesondere eine sehr gute Infrastruktur, ein ausgezeichnetes Bildungssystem und qualifizierte Fachkräfte, einen flexiblen Arbeitsmarkt, eine hohe Innovationskraft, effiziente Verwaltungsstrukturen usw. Und, was entscheidend ist: Ein Nein des Stimmvolks zur Reform ist eindeutig kein Nein zur Aufhebung der Steuerprivilegien für ausländische Unternehmen. Denn (fast) niemand bestreitet mehr, dass diese Sonderregelungen abgeschafft werden müssen. Das Nein gilt den massiven Steuerverlusten, die ungerechterweise von der Bevölkerung zu tragen sind. Da diese Steuerregelungen zwangsläufig aufgehoben werden müssen – die Schweiz hat keine Wahl mehr –, würde eine Ablehnung der Vorlage das Parlament zwingen, eine neue Vorlage zu erarbeiten, die diesmal von der Wirtschaft korrekt gegenfinanziert würde.

Sollte das Stimmvolk am 12. Februar 2017 ein Nein in die Urne legen, spricht sich Travail.Suisse für eine Gegenfinanzierung der Reform durch die Wirtschaft, für eine Erhöhung des Steuersatzes für Dividenden sowie für die Einführung einer Kapitalgewinnsteuer aus, wie dies in der ursprünglichen Vorlage des Bundesrates vorgesehen war. Eine weitere Möglichkeit wäre eine spürbare Anhebung des Steuersatzes für die Gewinnbesteuerung von Unternehmen auf Bundesebene, die der starken Senkung der kantonalen Steuersätze, die momentan in Gang ist, entgegenwirken würde. Schliesslich müsste ein Nein des Schweizer Stimmvolks auch zur sofortigen Aufgabe des separaten Projekts zur Aufhebung der Emissionsabgabe auf Eigenkapital führen, die weitere Steuereinbussen in dreistelliger Millionenhöhe bewirken würde.


Aktuelle und geplante kantonale Gewinnsteuersätze (inkl. Anteil Bund von 7,9 %)

Kantone Aktueller/Gewinnsteuersatz/Geplanter Gewinnsteuersatz
ZH 21,2 % 18,2 %
BE 21,6 % 16,4–17,7 %
LU 12,3% Keine Senkung geplant
UR 15,1 % Unbekannt
SZ 14,9 % Unbekannt
OW 12,7 % Unbekannt
NW 12,7 % Keine Senkung geplant
GL 15,7 % 14,2 %
ZG 14,6 % 12,0 %
FR 19,9 % 13,7 %
SO 21,9 % Unbekannt
BS 22,2 % 13 %
BL 20,3 % 14,0 %
SH 16,0 % 12–12,5 %
AR 13,0 % Unbekannt
AI 14,2 % Unbekannt
SG 17,4 % 14,0 %
GR 16,7 % Unbekannt
AG 18,9 % Unbekannt
TG 16,4 % 13,0 %
TI 20,7 % 17,5 %
VD 22,8 % 13,8 %
VS 21,6 % Unbekannt
NE 17,0 % 15,6 %
GE 24,2 % 13,5 %
JU 20,9 % Unbekannt
Quelle: KPMG (2016), Swiss Tax Report


1 Siehe Tabelle mit den kantonalen Unternehmensgewinnsteuersätzen am Ende des Artikels
2 Die Patentbox sieht eine Vorzugsbesteuerung gewisser Unternehmenserträge aus Immaterialgütern vor, insbesondere für Erträge aus Patenten, Lizenzen usw.

Travail.Suisse, Hopfenweg 21, 3001 Bern, Tel. 031 370 21 11, info@travailsuisse.ch,
www.travailsuisse.ch

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2016 12 19 RIEIII-USRIII d.docx 21 KB

19. Dezember 2016, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

www.info-workcare.ch – schon über 500 Aufrufe pro Woche

Zwei Monate nach ihrer Lancierung wird die erste nationale Plattform mit Informationen und Ressourcen für berufstätige betreuende Angehörige immer häufiger aufgerufen. Die von Travail.Suisse am 25. Oktober 2016 lancierte Website www.info-workcare.ch wird im Schnitt über 500 Mal pro Woche besucht, wie der Zähler auf der Website belegt. Gemäss den automatisch von Google Analytics gelieferten Daten handelt es sich mehrheitlich um männliche, deutschsprachige Benutzer. Travail.Suisse plant, die Adressen in etwa jeden Monat zu aktualisieren. Die erste Aktualisierung hat im November stattgefunden und berücksichtigte von Benutzern online angelieferte Angaben. mehr

Bei der Programmierung der neuen Website wurde ein automatischer Besuchszähler mit der Technologie von Google Analytics installiert. Die ersten Zahlen zeigen, unter Ausklammerung der ersten Woche mit hohen Besuchszahlen infolge des «Ankündigungseffekts», dass die Website im Durchschnitt in 500 Sitzungen von 335 Besuchern aufgerufen wird. Insgesamt surften zwischen 25. Oktober – als die Website lanciert wurde – und 12. Dezember 2814 Personen auf www.info-workcare.ch in 3805 Sitzungen. Über 23 000 Seiten wurden aufgerufen.

Dank der von Google eingesetzten Technologie lassen sich auch demografische und geografische Angaben der Benutzerinnen und Benutzer auswerten. Selbstverständlich stehen diese Daten nur für Benutzerinnen und Benutzer zur Verfügung, die sich mit ihrem Google-Konto identifiziert haben. Das bedeutet, dass einige nicht identifizierte Benutzer nicht aufgeführt werden. Die gesammelten Daten zeigen, dass es sich bei den Benutzern meist um Männer (54 %) handelt, obwohl die betreuenden Angehörigen hauptsächlich Frauen sind. Was hingegen keine Überraschung darstellt, ist, dass die Website www.info-workcare.ch grossmehrheitlich von Deutschsprachigen (64 %) aufgerufen wird, gefolgt von den Französischsprachigen (17 %) und den Italienischsprachigen (5 %); bei den restlichen 14 % war die Sprache nicht auswertbar.

Erste Aktualisierung der Adressen

Die Informationswebsite www.info-workcare.ch prüft die für berufstätige betreuende Angehörige nützlichen Adressen, damit sie die gesuchten Dienstleistungen einfach finden. Über 1000 Adressen sind bereits aufgeführt, untergliedert nach Kantonen und Art der gesuchten Dienstleistungen. Diese wiederum sind in 15 Haupt- und 64 Unterkategorien unterteilt. Travail.Suisse hat sich bei dieser Aufgabe in die betreuenden Angehörigen hineinversetzt, die Informationen suchen. Die grösste Herausforderung bestand darin, unterschiedlich benannte Dienstleistungen mit ähnlichem Inhalt zu gruppieren. Denn häufig kann jede regionale Organisation die Namen verwenden, die sie will, auch wenn sie einer nationalen Organisation unterstellt ist.

Alle angebotenen Dienstleistungen mussten genau geprüft werden, eine akribische Arbeit, bei der äusserst spezielle und einzigartige Unterstützungsleistungen zum Vorschein kamen. Wie die Finanzhilfe von Caritas Graubünden für sehr arme Personen, die Haustiere halten. Diese Hilfe ermöglicht es ihnen, Tiernahrung zu kaufen, ohne sich selbst einschränken zu müssen.

Fehlt eine wichtige Adresse oder finden die Benutzerinnen und Benutzer Fehler, können sie uns das melden, und zwar mit dem Kontaktformular in der Rubrik «Kontakt», wie dies bereits einige Benutzer gemacht haben. Einen Monat nach der Lancierung wurde www.info-workcare.ch ergänzt. Insgesamt wurden rund fünfzig neue Adressen und Ergänzungen hinzugefügt sowie kleinere Korrekturen vorgenommen. Die Korrekturen werden aber nicht automatisch aufgeschaltet, sondern jede neue Adresse wird zuerst von Travail.Suisse geprüft. Entspricht sie der Politik von info-workcare.ch, wird sie online gestellt.

Publikationspolitik und Präsenz auf einem sozialen Netz

Travail.Suisse musste eine strenge Publikationspolitik einführen. Die auf der Website aufgeführten Adressen gehören hauptsächlich Verbänden und Organisationen ohne Gewinnorientierung, die – nach Möglichkeit – gesamtschweizerisch tätig sind. Ebenfalls im Verzeichnis enthalten sind Angebote von anerkannten und/oder öffentlich finanzierten Organisationen und Einrichtungen. Rein kommerzielle Adressen werden nicht aufgeführt. Die Website www.info-workcare.ch hat über das Gleichstellungsgesetz Finanzhilfen vom Bund erhalten, ist nicht gewinnorientiert und kostenlos zugänglich. Aus diesem Grund werden keine kommerziellen Angebote aufgeschaltet.

Einige Adressen, die über das Onlineformular gemeldet wurden, waren schon registriert, allerdings unter der allgemeinen Kategorie «Diverse – Diverse Leistungen». Das ist manchmal so, wenn ein grosser, bereits sehr gut organisierter Verband wie beispielsweise Pro Senectute Zürich, online die vielen angebotenen Leistungen erfasst. Diese Organisation stellt auf ihrer Website eine Suchmaske bereit. Falls eine kantonale Behörde oder ein Verband lokale Adressen erfasst, führt info-workcare.ch ihre Benutzer nur zu dieser Erfassung. Dadurch werden einerseits Doppelspurigkeiten vermieden und andererseits sollte der grosse Aktualisierungsaufwand bei der Organisation oder dem Verband verbleiben, der die Adresse zuerst erfasst hat.

Allgemeine Neuigkeiten für betreuende Angehörige und zu info-workcare.ch werden auf Facebook veröffentlicht unter @infoworkcare.ch (wegen beschränkter Ressourcen nur auf Französisch). Ein Facebook-Konto ist nicht erforderlich. Über dieses soziale Netzwerk wurde über die Aktualisierung der Adressen, über Rückmeldungen zur Lancierung vom 25. Oktober sowie über das Medienecho, aber auch über Parlamentsentscheide zu diesem Thema informiert.

Benutzerevaluation des Inhalts von info-workcare.ch ab 2017

Wie Benutzer die Website nutzen, wird ab Anfang 2017 untersucht. Dazu werden etwa zwölf Personen an einer Evaluation teilnehmen, die vom Büro INTERFACE in Luzern durchgeführt wird. Interessierte Personen können sich über das Kontaktformular auf www.info-workcare.ch gerne bei uns melden.

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2016 12 19 NEWS infoworkcare d.doc 41 KB

19. Dezember 2016, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Sessionsvorschau Wintersession 2016

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, setzt sich auch im nationalen Parlament für eine Arbeit mit Zukunft ein. In der kommenden Session wird das Parlament wiederum viele Geschäfte beraten, die für die Arbeitnehmenden von zentraler Bedeutung sind. Im Fokus stehen unter anderem die Umsetzung von Artikel 121a wie auch die Altersreform 2020.

Gerne präsentieren wir Ihnen die Haltung von Travail.Suisse zu ausgewählten Geschäften.

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Sessionsvorschau Winter 2016 d.pdf 258 KB

23. November 2016, Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon

Fair-Preis-Initiative stärkt die Kaufkraft der Arbeitnehmenden

Die überhöhten Preise in der Schweiz und insbesondere der sogenannte Schweiz-Zuschlag auf Import-Produkten ist seit mehreren Jahren ein brisantes Thema. Die Fair-Preis-Initiative des Schweizerischen Konsumentenschutzes und anderen Wirtschaftsverbänden nimmt dieses Element der gescheiterten Kartellgesetzrevision auf und fordert die Verankerung der Einkaufs- und Beschaffungsfreiheit in der Bundesverfassung. Dadurch kann die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Branchen gestärkt und die Kaufkraft der Arbeitnehmenden um rund 15 Milliarden Franken pro Jahr gesteigert werden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat sich für eine ideelle Unterstützung dieser Initiative ausgesprochen. mehr

Dass die Preise für Kosmetikartikel, Kleider, Zeitschriften, Elektronikartikel usw. in der Schweiz zum Teil deutlich über den Preisen in den umliegenden Ländern liegen, ist seit langem bekannt. Ebenso, dass es sich dabei nur zum Teil um eine Folge der vergleichsweise hohen Löhne und Infrastrukturkosten in der Schweiz handelt. Gezielt schöpfen die Produzenten mit sogenannten Schweiz-Zuschlägen die hohe Kaufkraft in der Schweiz ab. Die Initiative ist nun eine Reaktion auf (Nicht-)Entscheide des Parlaments. Im Februar 2012 legte der Bundesrat dem Parlament die Revision des Kartellgesetzes vor. Die Gesetzesvorlage des Bundesrats hatte zum Ziel, den Wettbewerb in der Schweiz zu stärken und damit die Preise zu senken. Die Hochpreisproblematik stand also am Ursprung der Kartellgesetzrevision, war dann aber in der Vorlage nur noch am Rande präsent. Gleichzeitig wurde die Revision insbesondere mit institutionellen Reformen und einem faktischen Teilkartellverbot im Bereich der Vertikalabreden „überfrachtet“. Die Folge war ein Scheitern dieser Kartellgesetzrevision in der parlamentarischen Beratung im September 2014. In der Folge wurde der Punkt der Hochpreisinsel Schweiz von Ständerat Hans Altherr aufgenommen und als parlamentarische Initiative (14.449 / Überhöhte Importpreise – Aufhebung des Beschaffungszwanges im Inland) eingereicht. Sowohl die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates als auch des Nationalrates haben dieser parlamentarischen Initiative zugestimmt, womit bis Sommer 2017 eine Vorlage ausgearbeitet werden muss. Weiter hat auch der Kanton Schaffhausen eine Standesinitiative (16.301 / Bekämpfung der Hochpreisinsel Schweiz) eingereicht, die allerdings bis jetzt im parlamentarischen Prozess noch nicht behandelt wurde.

Überhöhte Preise: Tiefere Kaufkraft für Arbeitnehmende – tiefere Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen

Die Eidgenössische Zollverwaltung weist im Jahresbericht zum Schweizer Aussenhandel 2015 aus, dass letztes Jahr Konsumgüter im Wert von rund 80 Mrd. Franken, Investitionsgüter im Wert von 40 Mrd. Franken und Rohstoffe und Halbfabrikate für 37 Mrd. Franken importiert wurden.

Bei den Konsumgütern können die importierten Nahrungsmittel für rund 8 Mrd. Franken abgezogen werden, da deren Überteuerung aufgrund politisch gewollten Zöllen zum Schutz der Schweizerischen Landwirtschaft besteht. Wird für die verbleibenden 72 Mrd. Franken Konsumgüterimporte eine Überteuerung von 20-25 Prozent geschätzt 1 ergibt sich eine ungerechtfertigte Abschöpfung der Kaufkraft in der Grössenordnung von rund 15 Mrd. Franken pro Jahr. Gleichzeitig leidet der Detailhandel unter dem stark zunehmenden Einkaufstourismus. Dieser macht mittlerweile rund 11 Mrd. Franken pro Jahr aus, gefährdet damit aktiv Arbeitsplätze in der Schweiz und führt insbesondere zu zunehmendem Druck auf die Arbeitsbedingungen in der Branche.

Auch im Bereich des Imports von Investitionsgütern und Halbfabrikaten liegt eine Überteuerung vor. Diese dürfte nicht ganz in der Grössenordnung der Konsumgüter liegen, allerdings unter dem Strich auch etliche Mrd. Franken pro Jahr ausmachen. Damit sind Unternehmen in der Schweiz, welche Produkte für den internationalen Markt produzieren neben dem überbewerteten Franken mit einem zusätzlichen Preisnachteil konfrontiert. Ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und entsprechend negative Folgen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt sind die Folge.

Entscheidend ist, dass sich die Initiative faire Beschaffungspreise – also Importpreise – fordert und nicht etwa Verkaufspreise. Damit sind weder Margen, noch die Infrastrukturkosten und insbesondere auch nicht die vergleichsweise hohen Löhne in der Schweiz betroffen.

Ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative zum Nutzen der Arbeitnehmenden

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat die ideelle Unterstützung der Fair-Preis-Initiative beschlossen. Der Vorstand von Travail.Suisse ist einstimmig der Meinung, dass die Initiative geeignet ist, um den Druck für eine Lösung des Problems Hochpreisinsel Schweiz auch nach der gescheiterten Kartellgesetzrevision aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig werden hauptsächlich zwei positive Effekte für die Arbeitnehmenden der Schweiz erwartet. Einerseits verbleibt eine stattliche Summe pro Jahr im Portemonnaie der Arbeitnehmenden anstatt als ungerechtfertigte Gewinne an internationale Grosskonzerne und Importeure abzufliessen. Diese zusätzliche Kaufkraft stützt den privaten Konsum mit entsprechend positiven Auswirkungen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt. Andererseits kann über faire Preise bei den Investitionsgütern und Halbfabrikaten die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Unternehmen verbessert werden, was sich positiv auf den Erhalt, resp. die Schaffung, von Arbeitsplätzen und der Löhne auswirkt.


1 Was einer Studie des SECO von 2003, als vor der starken Aufwertung des Schweizer Frankens entspricht und daher eine konservative Schätzung darstellt (vgl. Martin Eichler, Michael Grass, Christoph Koellreuter, Thomas Kübler: Preisunterschiede zwischen der Schweiz und der EU).

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2016 11 09 TravailSuisse-unterstuetzt-Fair-Preis-Initiative d.docx 18 KB

09. November 2016, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

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