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Aktuelle Medienmitteilungen

Nationalrat will keinen besseren Schutz für Teilzeitarbeitende

Der Nationalrat hat heute eine Motion (15.3102) von Jacques-André Maire abgelehnt, welche eine Gleichbehandlung der Teilzeitarbeit mit der Vollzeitarbeit im Bereich der Überzeitregelungen forderte. Die Politik weigert sich damit, einen Beitrag zu leisten, um die Rahmenbedingungen für die Teilzeitarbeit zu verbessern. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, bedauert die verpasste Förderung der Teilzeitarbeit. mehr

Mit der heutigen Regelung beginnt Überzeit für Arbeitnehmende mit Teilzeitpensum ab der identischen wöchentlichen Arbeitszeit wie für Arbeitnehmende mit Vollzeitpensum. Dies benachteiligt Arbeitnehmenden in Teilzeitbeschäftigung, da sie anteilsmässig viel mehr Arbeitsstunden über die vertragliche Arbeitszeit hinaus leisten müssen, bis sie in den Bereich der kompensierten Überzeit kommen. Die heute abgelehnte Motion hätte die wöchentliche Überzeitgrenze an den Beschäftigungsgrad angepasst und so eine Gleichbehandlung von Teilzeit- und Vollzeitarbeit sichergestellt. Mit dieser Ablehnung werden auch zukünftig Teilzeitarbeitende anteilsmässig viel mehr Überstunden leisten müssen, um in den Bereich der zuschlagpflichtigen Überzeit zu kommen.

Förderung der Teilzeitarbeit ungenügend

Teilzeitarbeit hat in den letzten Jahren laufend zugenommen und macht mittlerweile rund einen Drittel der Beschäftigten aus. Die Abkehr vom klassischen Einverdienermodell und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung macht Teilzeitarbeit unabdingbar. Gleichzeitig gibt es kaum spezifische Regelungen für Teilzeitarbeitende. Gerade die zeitliche Belastung wird unterschätzt und die aktuell geltenden Regelungen setzen einen Anreiz, Teilzeitarbeitende als flexible Arbeitskräftepuffer zu sehen statt auf ihre individuellen Schutzbedürfnisse einzugehen. Während die Politik Teilzeitarbeit immer wieder als Mittel zur stärkeren Erwerbsbeteiligung der Frauen und damit der besseren Ausschöpfung des Arbeitskräftepotenzials propagiert, wird die Chance zur konkreten Förderung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeitende verpasst.

Für weitere Informationen:
• Jacques-André Maire, Vizepräsident Travail.Suisse, Mobile: 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Mobile: 076 412 30 53

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2017 03 07 NR Mo Maire Ueberzeit d.docx 41 KB

07. März 2017, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Lohndiskriminierung : Die KMU stehen im Fokus

Weibliche Arbeitnehmende unter 30 Jahren und ohne Kaderfunktion, die in einem kleinen Restaurant mit weniger als 20 Angestellten arbeiten – diese Personen erleiden die krasseste Lohndiskriminierung in der Schweiz. Im Falle dieser Angestellten sind zwischen 52 und 65 Prozent der Lohndifferenz zu männlichen Angestellten objektiv nicht erklärbar. Es handelt sich also um pure Diskriminierung, die schweizweit eine Lohnsumme von fast 8 Milliarden Franken ausmacht. Am Vortag des Internationalen Frauentages steht fest: Diese Lohndiskriminierung ist schlicht skandalös. mehr

Die Analyse der Lohnunterschiede, die heute vom Bundesamt für Statistik präsentiert wurde, zeigt nach wie vor ein düsteres Bild für die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern in der Schweiz. Bekannt ist, dass der unerklärte Teil der Lohnungleichheit – die eigentliche Lohndiskriminierung – innerhalb der Branchen stark variiert: Die Hotellerie-Restauration (65.2 Prozent), der Detailhandel (56,9%) und die Maschinenindustrie (41,7 Prozent) stehen an der Spitze der Rangliste der schlechten Vorbilder. Nicht nur die Branche, sondern auch die Grösse der Unternehmung ist massgebend für die Lohndiskriminierung. Frauen, die in KMU mit weniger als 20 Angestellten arbeiten, werden am stärksten diskriminiert. Mehr als 56 Prozent der Lohnunterschiede zu ihren männlichen Kollegen können nicht durch objektive Kriterien erklärt werden (siehe Kasten). Besonders alarmierend ist, dass KMU mit weniger als 20 Angestellten in der Schweiz 95 Prozent der Unternehmen mit 36 Prozent der Arbeitnehmenden ausmachen.

«Das NFP60 zur Gleichstellung der Geschlechter hatte bereits auf die Lohndiskriminierung der jungen Frauen unmittelbar nach der Lehre aufmerksam gemacht, mit einem unerklärten Lohnunterschied von 7 Prozent», betont Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellung bei Travail.Suisse. Die Analyse des BFS bestätigt diesen Sachverhalt: Bei den unter 30jährigen Frauen ist mehr als die Hälfte des Lohnunterschieds diskriminierend (52,2 Prozent), der diskriminierende Anteil nimmt erst mit dem Alter etwas ab (36,8 Prozent bei den über 50jährigen).

Der öffentliche Sektor übertrifft in Bezug auf die unerklärte Lohndifferenz sogar noch den nationalen Durchschnitt: 41,7 Prozent der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im öffentlichen Sektor unerklärt, während der entsprechende nationale Durchschnitt bei 38,1 Prozent liegt. Insgesamt hat sich im öffentlichen Sektor der Lohnunterschied kaum verändert (16,6 Prozent) und ist nach wie vor kleiner ist als jener im privaten Sektor (19,5 Prozent).

Jeden Monat verlieren die Frauen aufgrund der Lohndiskriminierung mehrere hundert Franken. Und jedes Jahr beläuft sich das wirtschaftliche Volumen der Diskriminierung auf 7.7 Milliarden Franken. Die während ihres ganzen Lebens diskriminierten Frauen werden auch längerfristig, nämlich bei ihrer Pensionierung, benachteiligt. Es ist deshalb mehr als angebracht, am Vortag des Internationalen Tags der Frau an den Skandal zu erinnern, der mit diesen Zahlen und ihren Auswirkungen verbunden ist.

DEFINITION

Lohnungleichheit: Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind von verschiedenen Faktoren abhängig : personelle Faktoren (Alter, Ausbildung, Anzahl Dienstjahre), mit dem Arbeitsplatz verbundene Faktoren (berufliche Position, Qualifikationsniveau, Tätigkeitsbereich) und betriebliche Faktoren (Unternehmensgrösse, Wirtschaftszweig, Region).

Lohndiskriminierung: Nach Ausschluss der objektiv erklärbaren Faktoren mittels einer Regressionsanalyse (Modell Oaxaca) werden die verbleibenden Unterschiede, die nicht erklärt werden können, von den Fachleuten als Lohndiskriminierung eingestuft.

Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellung Travail.Suisse, 079 598 06 37

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2017 03 07 Lohndiskriminierung d.doc 59 KB

07. März 2017, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Reform Altersvorsorge 2020: Nationalrat hat nichts gelernt

Die heutigen Beschlüsse des Nationalrats im Rahmen der Reform der Altersvorsorge 2020 zeugen von keiner Kompromissbereitschaft. Offenbar hat man bei der Mehrheit der Nationalrätinnen und Nationalräte nichts aus dem Debakel bei Unternehmenssteuerreform III gelernt. Klar ist: So gelingt die Reform nicht. mehr

Die heutige Debatte war nicht von Kompromissfindung geprägt, sondern stand weiterhin im Zeichen ideologischer Grabenkämpfe. „Das nützt aber leider den versicherten Arbeitnehmenden überhaupt nichts“, sagt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. „Wirklich weiterhelfen kann nur eine Reform, welche die Opfer möglichst fair auf verschiedene Schultern verteilt und mit einfachen Massnahmen einen Ausgleich schafft. Nur so gewinnt eine Reform bei der Bevölkerung die Mehrheit“, sagt Kuert Killer.

Doch was der Nationalrat heute beschlossen hat, ist und bleibt ungenügend für eine zukunftsfähige Altersvorsorge: Eine bewusst unterfinanzierte AHV, drohendes Rentenalter 67, Kürzungen bei Witwen- und Kinderrenten, sowie Ausgleichsmassnahmen rein über die zweite Säule, die in einer Vertrauenskrise steckt. Mit mehr Fingerspitzengefühl liesse sich leicht erkennen, dass es in der heutigen Situation einen breit abgestützten Ausgleich zur Senkung des Mindestumwandlungssatzes über beide Säulen der Altersvorsorge hinweg braucht.

Travail.Suisse ist nach wie vor überzeugt, dass das Modell des Ständerates die Basis für eine gelingende Reform darstellt und macht sich stark dafür, dass dieses sich durchsetzen wird.

Weitere Informationen:
Matthias Kuert, Leiter Sozialpolitik Travail.Suisse, Mobile: 079 777 24 69

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2017 02 28 NR Reform-Altersvorsorge-2020 d.docx 40 KB

28. Februar 2017, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Wem nützen die hohen Managerlöhne?

Der Nationalrat hat heute eine Motion (15.3100) von Jacques-André Maire abgelehnt, welche eine Steuertransparenz für hohe Managerlöhne forderte. Die Politik zeigt damit wenig Gehör für das Ärgernis der überhöhten Entschädigungen für Manager. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist dies eine verpasste Chance, die Diskussion der Managerlöhne zu versachlichen und aufzuzeigen, dass die hohen Managerlöhne auch einen gesellschaftlichen Nutzen haben. mehr

Mit dieser Motion hätte eine Öffentlichkeit über das Steuerregister der direkten Bundessteuer für die Manager mit sehr hohen Salären eingeführt werden sollen. Öffentliche Steuerregister auf kantonaler Ebene entsprachen über Jahre hinweg schweizerischer Tradition. Erst in den letzten Jahren wurde die Einsicht ins Steuerregister mehr und mehr beschränkt, resp. abgeschafft. „Eine Transparenz über die Steuerzahlungen der Topmanager, würde helfen, den Nutzen dieser Saläre – sprich die hohen Steuerzahlungen – für die Allgemeinheit aufzuzeigen“, sagt Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse.

Abzockerproblem nach wie vor ungelöst

Die exorbitanten Löhne der Topmanager sind in der Schweiz seit längerem ein Thema, welches die Bevölkerung empört. Dies führt zu einer Entfremdung und Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Wirtschaft. Deutlich zeigt sich dies bei der Annahme der Abzocker- und Masseneinwanderungsinitiative sowie der Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III. Aus der Managerlohnstudie von Travail.Suisse wird deutlich, dass die Entwicklung der Managerlöhne auch in den letzten Jahren nicht gebremst wurde. Seit 2011 sind die Bezüge für zwei Drittel der CEO’s und gar für drei Viertel der übrigen Konzernleitungsmitglieder gestiegen – und zwar durchschnittlich um 21% für die Chefs und um 15 % für den Rest der Konzernleitung. „Die angenommene Abzockerinitiative stellt kein wirksames Instrument gegen die horrenden Managerlöhne dar – zu zahlreich sind die Umgehungsmöglichkeiten und zu wenig zielführend die Vergütungsabstimmungen“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. „ Mit der heute abgelehnten Motion, macht die Politik deutlich, dass sie nicht wirklich gewillt ist, das Abzockerproblem in den Griff zu bekommen“, so Fischer weiter.

Für weitere Informationen:
Jacques-André Maire, Vizepräsident Travail.Suisse, 078 709 48 50
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30 53

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2017 02 22 NR Managerloehne Steuertransparenz d.docx 40 KB

27. Februar 2017, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Frontalangriff aufs Arbeitsgesetz

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates hat gestern einen Angriff auf den Arbeitnehmerschutz gestartet, den Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, nicht hinnehmen kann. Mit der Überweisung der beiden parlamentarischen Initiativen Graber (16.414) und Keller-Sutter (16.423) soll die Arbeitszeiterfassung ausgehebelt, die Begrenzung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit aufgehoben und die Ruhezeiten verkürzt werden. Für die Gesundheit der Arbeitnehmenden ist dies ein ungeniessbarer Cocktail. mehr

Die beiden überwiesenen Vorstösse sehen vor, dass bestimmte Wirtschaftszweige sowie Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmenden von der Einhaltung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 45 Stunden befreit werden sollen und weiter die minimale Ruhezeit auf acht Stunden herabgesetzt werden kann. Grundsätzlich sollen „leitende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Fachspezialisten“ von der Pflicht zur Erfassung der Arbeitszeit ausgenommen werden. Mit diesem Angriff werden nicht nur zentrale Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes tangiert sondern durch den schwammig formulierten Geltungsbereich ist auch ein Grossteil der Arbeitnehmenden in der Schweiz betroffen.

Bereits in den letzten Jahren haben Stress, Arbeitsbelastung und Burnout stark zugenommen. Der Verlust von Zeitautonomie in der Arbeitswelt wird als grösste Verschlechterung der Arbeitsbedingungen beklagt (vgl. Barometer Gute Arbeit 2016). Die überwiesenen Vorstössen werden die Belastungssituation für die Arbeitnehmenden noch einmal deutlich verschlechtern sowie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Privatleben und Weiterbildung massiv erschweren.

„Insbesondere der Verzicht auf die Erfassung der Arbeitszeit verunmöglicht die Kontrolle der materiellen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes und birgt die Gefahr von Gratisarbeit durch die Arbeitnehmenden“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Bereits jetzt werden durch die Arbeitnehmenden in der Schweiz pro Jahr rund 200 Millionen Überstunden geleistet, die zukünftig nicht einmal mehr in der Statistik auftauchen würden. Der überstürzte Entscheid der WAK ist umso unverständlicher, da erst auf den 1.1.2016 eine Deregulierung der Arbeitszeiterfassung in Kraft getreten ist und ein Vorschlag zur weiteren Vereinfachung auf Basis des sozialpartnerschaftlichen Kompromisses nicht abgewartet wurde.

Mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Büro: 031 370 21 11, Mobil: 076 412 30 53

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2017 02 22 Frontalangriff-aufs-Arbeitsgesetz d.docx 45 KB

22. Februar 2017, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

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Kontaktperson für Medienanfragen:

Linda Rosenkranz
Leiterin Kommunikation
031 370 2111 oder
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Anwesend: Montag bis Mittwoch

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