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Aktuelle Medienmitteilungen

Stabilisierungsprogramm im Ständerat: durchzogene Bilanz

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, zieht eine durchzogene Bilanz nach den Beratungen des Stabilisierungsprogramms im Ständerat und kritisiert vor allem die Kürzungen beim Bundespersonal. mehr

Travail.Suisse bedauert, dass der Ständerat bei der Beratung des Stabilisierungsprogramms im Bereich der Verwaltung und des Personals nicht hart geblieben und dem Nationalrat gefolgt ist. Der gute Zustand der Bundesfinanzen rechtfertigt die heute beschlossenen Kürzungen nicht. Sie drohen, das Bundespersonal zu demotivieren und die Qualität des Service public in Frage zu stellen.

Zu begrüssen ist indes, dass der Ständerat zwei wichtige Differenzen gegenüber dem Nationalrat aufrechterhalten und es abgelehnt hat, 75 Millionen Franken bei den Krankenkassenprämienverbilligungen und 11 Millionen Franken bei den Integrationsbeiträgen an die Kantone zu kürzen. Travail.Suisse fordert den Ständerat auf, bei diesen zwei Punkten nicht nachzugeben und bei seiner Haltung zu bleiben.

Für weitere Informationen:
Denis Torche, Leiter Finanz- und Steuerpolitik, Tel. 079 846 35 19

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2017 03 09 Stabilisierungsprogramm.docx 39 KB

09. März 2017, Denis Torche, Leiter Finanz- und Steuerpolitik Drucker-icon

Travail.Suisse fasst Ja-Parole zur Energiestrategie 2050

Der Vorstand von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, beschloss anlässlich seiner Sitzung einstimmig die Ja-Parole für die nationale Abstimmung zur Energiestrategie 2050 am 21. Mai 2017. mehr

Nebst der energiepolitischen Wichtigkeit der Energiestrategie 2050 steht für Travail.Suisse selbstverständlich die Auswirkung der Vorlage auf die Beschäftigung im Fokus. Mit einheimischen, erneuerbaren Energien bleibt die Wertschöpfung im Inland und zwar unabhängig ob Wasserkraft, Biogas, Solar- oder Erdwärme, Holz oder Windkraft. Auch bei der Photovoltaik bleibt die Wertschöpfung mehrheitlich in der Schweiz, denn Planung, Installation und Wartung der Anlagen wird von Schweizer Firmen ausgeführt. Zudem sind Solarpanels aus Schweizer Produktion auf dem Markt. Die Energiestrategie 2050 wird es so erlauben, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten, eine grosse Anzahl neuer zu schaffen und gleichzeitig Lebensqualität und Wohlstand zu heben.

Für mehr Informationen:
Denis Torche, Leiter Umweltpolitik Travail.Suisse, Mobile: 079 846 35 19

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2017 03 09 TravailSuisse-PAROLE Energiestrategie-2050 d.docx 40 KB

08. März 2017, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Altersvorsorge 2020: Gangbarer Weg des Ständerats

Mit der Bekräftigung des bisherigen Reformkonzepts zeigt der Ständerat, dass er es ernst meint mit einer mehrheitsfähigen Reformvorlage. Mit einer Kombination aus Massnahmen in der ersten und zweiten Säule können die Rentenverluste durch die Senkung des Mindestumwandlungssatzes auf pragmatische Art und Weise aufgefangen werden. Zudem hat sich der Ständerat zu einer solid finanzierten AHV bekannt und das im Minimum notwendige eine Mehrwertsteuerprozent bestätigt. mehr

Eine Kompensation der Rentenverluste über beide Säulen verteilt die Zusatzbelastung am besten. Die teilweise Kompensation über die AHV ist für Travail.Suisse ein effizienter und pragmatischer Weg, die Rentenverluste aufzufangen. Eine leicht höhere AHV-Rente hilft in Zeiten von Tiefzinsen im BVG, das Rentenniveau auch für alle, deren Rente in der überobligatorischen beruflichen Vorsorge unter Druck kommt, zu stabilisieren. Mit der Verlängerung der Übergangsgeneration auf 20 Jahre bekräftigt der Ständerat zudem, dass er es ernst meint mit der Vermeidung von Rentenkürzungen

Ebenfalls positiv zu werten ist, dass der Ständerat im Gegensatz zum Nationalrat eine solid finanzierte AHV will und auf dem nötigen zusätzlichen Mehrwertsteuerprozentpunkt beharrt. Zudem will er einstimmig auf einen automatischen Interventionsmechanismus in der AHV verzichten. Dies hätte ein Freipass für künftige Rentenaltererhöhungen bedeutet und wäre vor der Stimmbevölkerung chancenlos gewesen. Zudem hat der Ständerat daran festgehalten, gegen missbräuchlich hohe Risikoprämien (für Todesfälle und Invalidität) der Versicherer entschlossener vorzugehen.

Mit dem Konzept des Ständerates sind die Chancen für eine mehrheitsfähige Vorlage weiterhin intakt. Travail.Suisse appelliert nun an die verantwortungsvollen Vertreter/innen der bürgerlichen Parteien im Nationalrat, einzuschwenken und so den Weg für eine erfolgreiche Reform freizumachen.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079 777 24 69

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2017 03 07 SR Altersvorsorge-2020 d.docx 41 KB

07. März 2017, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Nationalrat will keinen besseren Schutz für Teilzeitarbeitende

Der Nationalrat hat heute eine Motion (15.3102) von Jacques-André Maire abgelehnt, welche eine Gleichbehandlung der Teilzeitarbeit mit der Vollzeitarbeit im Bereich der Überzeitregelungen forderte. Die Politik weigert sich damit, einen Beitrag zu leisten, um die Rahmenbedingungen für die Teilzeitarbeit zu verbessern. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, bedauert die verpasste Förderung der Teilzeitarbeit. mehr

Mit der heutigen Regelung beginnt Überzeit für Arbeitnehmende mit Teilzeitpensum ab der identischen wöchentlichen Arbeitszeit wie für Arbeitnehmende mit Vollzeitpensum. Dies benachteiligt Arbeitnehmenden in Teilzeitbeschäftigung, da sie anteilsmässig viel mehr Arbeitsstunden über die vertragliche Arbeitszeit hinaus leisten müssen, bis sie in den Bereich der kompensierten Überzeit kommen. Die heute abgelehnte Motion hätte die wöchentliche Überzeitgrenze an den Beschäftigungsgrad angepasst und so eine Gleichbehandlung von Teilzeit- und Vollzeitarbeit sichergestellt. Mit dieser Ablehnung werden auch zukünftig Teilzeitarbeitende anteilsmässig viel mehr Überstunden leisten müssen, um in den Bereich der zuschlagpflichtigen Überzeit zu kommen.

Förderung der Teilzeitarbeit ungenügend

Teilzeitarbeit hat in den letzten Jahren laufend zugenommen und macht mittlerweile rund einen Drittel der Beschäftigten aus. Die Abkehr vom klassischen Einverdienermodell und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung macht Teilzeitarbeit unabdingbar. Gleichzeitig gibt es kaum spezifische Regelungen für Teilzeitarbeitende. Gerade die zeitliche Belastung wird unterschätzt und die aktuell geltenden Regelungen setzen einen Anreiz, Teilzeitarbeitende als flexible Arbeitskräftepuffer zu sehen statt auf ihre individuellen Schutzbedürfnisse einzugehen. Während die Politik Teilzeitarbeit immer wieder als Mittel zur stärkeren Erwerbsbeteiligung der Frauen und damit der besseren Ausschöpfung des Arbeitskräftepotenzials propagiert, wird die Chance zur konkreten Förderung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeitende verpasst.

Für weitere Informationen:
• Jacques-André Maire, Vizepräsident Travail.Suisse, Mobile: 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Mobile: 076 412 30 53

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2017 03 07 NR Mo Maire Ueberzeit d.docx 41 KB

07. März 2017, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Lohndiskriminierung : Die KMU stehen im Fokus

Weibliche Arbeitnehmende unter 30 Jahren und ohne Kaderfunktion, die in einem kleinen Restaurant mit weniger als 20 Angestellten arbeiten – diese Personen erleiden die krasseste Lohndiskriminierung in der Schweiz. Im Falle dieser Angestellten sind zwischen 52 und 65 Prozent der Lohndifferenz zu männlichen Angestellten objektiv nicht erklärbar. Es handelt sich also um pure Diskriminierung, die schweizweit eine Lohnsumme von fast 8 Milliarden Franken ausmacht. Am Vortag des Internationalen Frauentages steht fest: Diese Lohndiskriminierung ist schlicht skandalös. mehr

Die Analyse der Lohnunterschiede, die heute vom Bundesamt für Statistik präsentiert wurde, zeigt nach wie vor ein düsteres Bild für die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern in der Schweiz. Bekannt ist, dass der unerklärte Teil der Lohnungleichheit – die eigentliche Lohndiskriminierung – innerhalb der Branchen stark variiert: Die Hotellerie-Restauration (65.2 Prozent), der Detailhandel (56,9%) und die Maschinenindustrie (41,7 Prozent) stehen an der Spitze der Rangliste der schlechten Vorbilder. Nicht nur die Branche, sondern auch die Grösse der Unternehmung ist massgebend für die Lohndiskriminierung. Frauen, die in KMU mit weniger als 20 Angestellten arbeiten, werden am stärksten diskriminiert. Mehr als 56 Prozent der Lohnunterschiede zu ihren männlichen Kollegen können nicht durch objektive Kriterien erklärt werden (siehe Kasten). Besonders alarmierend ist, dass KMU mit weniger als 20 Angestellten in der Schweiz 95 Prozent der Unternehmen mit 36 Prozent der Arbeitnehmenden ausmachen.

«Das NFP60 zur Gleichstellung der Geschlechter hatte bereits auf die Lohndiskriminierung der jungen Frauen unmittelbar nach der Lehre aufmerksam gemacht, mit einem unerklärten Lohnunterschied von 7 Prozent», betont Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellung bei Travail.Suisse. Die Analyse des BFS bestätigt diesen Sachverhalt: Bei den unter 30jährigen Frauen ist mehr als die Hälfte des Lohnunterschieds diskriminierend (52,2 Prozent), der diskriminierende Anteil nimmt erst mit dem Alter etwas ab (36,8 Prozent bei den über 50jährigen).

Der öffentliche Sektor übertrifft in Bezug auf die unerklärte Lohndifferenz sogar noch den nationalen Durchschnitt: 41,7 Prozent der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im öffentlichen Sektor unerklärt, während der entsprechende nationale Durchschnitt bei 38,1 Prozent liegt. Insgesamt hat sich im öffentlichen Sektor der Lohnunterschied kaum verändert (16,6 Prozent) und ist nach wie vor kleiner ist als jener im privaten Sektor (19,5 Prozent).

Jeden Monat verlieren die Frauen aufgrund der Lohndiskriminierung mehrere hundert Franken. Und jedes Jahr beläuft sich das wirtschaftliche Volumen der Diskriminierung auf 7.7 Milliarden Franken. Die während ihres ganzen Lebens diskriminierten Frauen werden auch längerfristig, nämlich bei ihrer Pensionierung, benachteiligt. Es ist deshalb mehr als angebracht, am Vortag des Internationalen Tags der Frau an den Skandal zu erinnern, der mit diesen Zahlen und ihren Auswirkungen verbunden ist.

DEFINITION

Lohnungleichheit: Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind von verschiedenen Faktoren abhängig : personelle Faktoren (Alter, Ausbildung, Anzahl Dienstjahre), mit dem Arbeitsplatz verbundene Faktoren (berufliche Position, Qualifikationsniveau, Tätigkeitsbereich) und betriebliche Faktoren (Unternehmensgrösse, Wirtschaftszweig, Region).

Lohndiskriminierung: Nach Ausschluss der objektiv erklärbaren Faktoren mittels einer Regressionsanalyse (Modell Oaxaca) werden die verbleibenden Unterschiede, die nicht erklärt werden können, von den Fachleuten als Lohndiskriminierung eingestuft.

Für mehr Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellung Travail.Suisse, 079 598 06 37

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2017 03 07 Lohndiskriminierung d.doc 59 KB

07. März 2017, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

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