Medien – Medienkonferenzen

Hohe Gewinne der Versicherungsindustrie gefährden Altersreform 2020

Noch dieses Jahr verabschiedet der Bundesrat die Botschaft zur Altersvorsorge 2020. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist klar, dass eine deutliche Erhöhung der Legal Quote Bestandteil der Altersvorsorge 2020 sein muss. Nur dadurch lässt sich vermeiden, dass die Lebensversicherer Jahr für Jahr horrende Gewinne abschöpfen – Geld, das den Arbeitnehmenden gehört. Ergreift der Bundesrat nicht griffigere Massnahmen gegen diese Geldabflüsse, gefährdet er die Altersreform 2020. mehr

2013 entnahmen die Lebensversicherer der 2. Säule 678 Millionen Franken. Seit der Einführung der Legal Quote-Regelung 2005 flossen insgesamt fast 4.3 Milliarden Franken aus der beruflichen Vorsorge an die Lebensversicherer ab.

Hohe Gewinne auf Kosten der versicherten Arbeitnehmenden

„Diese hohen Gewinne gehen auf Kosten der versicherten Arbeitnehmenden, die zu hohe Prämien bezahlen und nur ungenügend an den Überschüssen beteiligt werden. Das ist für eine Sozialversicherung inakzeptabel“, sagt Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. Die heutige, zu lasche Regelung zur Gewinnbegrenzung in der beruflichen Vorsorge ist klar gescheitert. Der Bundesrat muss im Rahmen der Altersreform 2020 die Versicherten dringend mit einer strengeren Regelung schützen.

Legal Quote von 95% muss in die Altersreform 2020

Die heutige Praxis frisst einerseits Geld, das für Rentenzahlungen benötigt wird und untergräbt andererseits das Vertrauen der Versicherten in die berufliche Vorsorge. Für Martin Flügel, Präsident bei Travail.Suisse, ist klar: „Travail.Suisse wird keine Reform unterstützen, bei der die Versicherten mehr Beiträge für die gleichen Leistungen bezahlen, während die Versicherungsindustrie weiterhin garantierte Gewinne von hunderten Millionen Franken macht.“ Es ist nun am Gesamtbundesrat, für einen besseren Schutz der Versicherten zu sorgen, wenn die Reform der Altersvorsorge 2020 nicht gefährdet werden soll.


Sinn der Legal Quote wurde ausgehöhlt
Die Legal Quote wurde im Rahmen der 1. BVG-Revision eingeführt und hatte die Gewinnbegrenzung für Lebensversicherer zum Ziel. Das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) legt deshalb fest, dass mindestens 90 Prozent der „Überschüsse“ aus dem Geschäft der 2. Säule den versicherten Arbeitnehmenden zu Gute kommen sollen. Maximal 10 Prozent der Überschüsse sollen von den Versicherungsgesellschaften als Gewinn einbehalten werden können. Doch der Begriff „Überschuss“ wurde gesetzlich nicht klar definiert. Gemeint war – das lässt sich der damaligen Diskussion im Parlament entnehmen – der Gewinn, also „Ertrag minus Aufwand“. In der Verordnung, welche die Basis der Berechnung der Mindestquoten bildet, wurde der Begriff „Überschuss“ jedoch unter dem Einfluss der Versicherungsindustrie mit den gesamten Erträgen gleichgesetzt. Aus der Gewinnbeteiligung ist eine Ertragsbeteiligung geworden („Bruttomethode“). Jährlich resultieren so zwei- bis dreimal so hohe Gewinne wie ursprünglich vom Parlament vorgesehen. Seit 2005 sind damit mehr als 3 Milliarden Franken mehr an die Lebensversicherer geflossen als vorgesehen. Die angestrebte Gewinnbegrenzung und damit der Schutz der Versicherten sind damit gescheitert. Die Versicherungskonzerne konnten zudem in den letzten fünf Jahren ihre Rückstellungen dank den Überschüssen um über 6 Milliarden Franken verstärken. Ihr unternehmerisches Risiko, mit dem eigenen Kapital für spätere Rentenleistungen gerade stehen zu müssen, ist damit drastisch gesunken. Damit wird ein häufiges Argument zur Rechtfertigung der hohen Gewinne entkräftet. Travail.Suisse fordert zum Schutz der Versicherten vom Bundesrat, dass neu mindestens 95 Prozent des Ertrages den Versicherten zustehen. Zudem sollen die heute überhöhten Risikoprämien (zur finanziellen Absicherung bei Invalidität und Todesfall) strikt begrenzt werden. Es soll mehr Geld für die Renten und weniger Geld für die Gewinne der Versicherer zur Verfügung stehen.
_____________________________________________________

Mehr Informationen:
• Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse, Tel. 079 743 90 05, Mail: fluegel@travailsuisse.ch
• Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Travail.Suisse, Tel. 079 777 24 69, Mail: kuert@travailsuisse.ch

Anhang Grösse

2014 10 27 MK-Lebensversicherer Redetext M Fluegel d.doc 31 KB

2014 10 27 MK-Lebensversicherer Redetext M-Kuert d.doc 42 KB

2014 10 27 MK-Lebensversicherer Factsheet d.pdf 2028 KB

2014 10 27 MK-Lebensversicherer Zusammenstellung Kennzahlen 05 bis 13 d.pdf 385 KB

27. Oktober 2014, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

USR III: Keine Senkung der Unternehmenssteuern
auf Kosten der Bevölkerung

Die steuerlichen Privilegien von ausländischen Unternehmenserträgen müssen abgeschafft werden. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist jedoch klar, dass diese Reform keinesfalls zu einem ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen führen darf. In der vorliegenden Form ist die Unternehmenssteuerreform III (USR III) deshalb politisch chancenlos. mehr

Die Abschaffung der kantonalen steuerlichen Sonderregelungen für bestimmte Unternehmensformen ist unumgänglich. Bei der Umsetzung dieser Reform darf es aber nicht nur darum gehen, den Steuerstandort Schweiz für Unternehmen zu optimieren. Gesellschaftliche Bedürfnisse und finanzielle Herausforderungen der Zukunft sind zwingend zu beachten. Die vom Bundesrat in die Vernehmlassung gegebenen Vorschläge tragen diesen Herausforderungen zu wenig Rechnung.

Mindeststeuersatz gegen ruinösen Steuerwettbewerb

Für Travail.Suisse besteht die wichtigste Begleitmassnahme zur Abschaffung der steuerlichen Sonderregelungen in der Einführung eines Mindeststeuersatzes von mindestens 17 Prozent für die Unternehmenssteuer. Nur damit können der ruinöse Steuerwettbewerb und die damit verbundenen hohen Steuerausfälle der Kantone verhindert werden. „Wir haben gesehen, was die stetigen Steuersenkungen gebracht haben: Prämienverbilligungen für tiefere Einkommensschichten wurden ebenso zusammengestrichen wie die Budgets für die Bildung, “ sagt Martin Flügel, Präsident von Travail.Suisse. Können die Steuerprivilegien trotz Mindeststeuersatz nicht ohne Steuerausfälle abgeschafft werden, so braucht es Kompensationsmassnahmen auf der Einnahmeseite, denn hohe Steuerausfälle in den Kantonen würden weiterhin auf die Bevölkerung überwälzt.

Vorschlag des Bundesrats ist politisch chancenlos

Travail.Suisse fordert vom Bundesrat Ergänzungen und Korrekturen der USR III, die den ruinösen Steuerwettbewerb verhindern, die Lasten der Reform gerecht verteilen und die finanzielle Handlungsfähigkeit von Bund und Kantonen erhalten. „Gibt es keine entsprechenden Verbesserungen, so hat die Unternehmenssteuerreform III in einer allfälligen Volksabstimmung nicht den Hauch einer Chance“, sagt Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse.

Mehr Informationen:
• Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse
Tel. 079 743 90 05, Mail: fluegel@travailsuisse.ch
• Denis Torche, Leiter Finanz- und Steuerpolitik Travail.Suisse
Tel. 079 846 35 19, Mail: torche@travailsuisse.ch

Anhang Grösse

TravailSuisse Positionspapier Unternehmenssteuerreform III d.pdf 1315 KB

2014 10 13 TravailSuisse USRIII Redetext M-Fluegel d.docx 47 KB

2014 10 13 TravailSuisse USRIII Redetext D-Torche d.docx 43 KB

13. Oktober 2014, Martin Flügel, Präsident und Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Jetzt ist es Zeit für Lohnerhöhungen

Die Schweizer Wirtschaft befindet sich 2014 auf einem erfreulichen Wachstumskurs. Und die Aussichten auf das kommende Jahr sind noch besser. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz haben mit grossem Einsatz und hoher Flexibilität dazu beigetragen, die Schweiz aus der Krise zu heben. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel&Gastro Union fordern deshalb für die Lohnrunde 2015 Lohnerhöhungen in der Grössenordnung von 2 Prozent. mehr

Die Schweizer Wirtschaft hat die internationalen Krisenjahre relativ schadlos überwunden und befindet sich mittlerweile wieder in einer Phase von anziehendem Wachstum. Mit grossem Einsatz haben die Arbeitnehmenden ihren Beitrag zur Überwindung der Krise geleistet. In den meisten Branchen ist Luft vorhanden, um diesen Einsatz der Arbeitnehmenden mit deutlichen Lohnerhöhungen in diesem Jahr zu honorieren.

Schweizer Wirtschaft mit positiven Aussichten

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO rechnet für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent und prognostiziert für das Jahr 2015 gar ein Wachstum von 2.6 Prozent. Für die Schweiz ist und bleibt der Binnenmarkt, getragen durch den privaten Konsum und den Bausektor, eine wichtige Stütze. Aber auch für die Exportwirtschaft verbessern sich die Aussichten. Solide präsentiert sich auch der schweizerische Arbeitsmarkt: Das Beschäftigungswachstum entwickelt sich in gemässigtem Tempo weiter, erfreulicherweise hat es seit Ende 2013 mit dem Gastgewerbe, dem Detailhandel und der Industrie auch Branchen erfasst, die zuvor seit längerer Zeit keine Stellen mehr aufgebaut haben.

Positive Wirtschaftsentwicklung soll zu angemessenen Lohnerhöhungen führen

In den letzten Jahren haben die Arbeitnehmenden bei äusserst bescheidenen Lohnerhöhungen grosse Leistungen erbracht. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union für die Lohnrunde 2015 fordern aus folgenden Gründen Lohnerhöhungen in der Grössenordnung von 2 Prozent:

Bescheidene Nominallohnentwicklung im letzten Jahr: Die Lohnerhöhungen über die letzten vier Jahre fielen sehr bescheiden aus. Aufgrund der Wirtschaftsprognosen für dieses und insbesondere für das kommende Jahr müssen Lohnerhöhungen wieder drin liegen – auch um den privaten Konsum zu stützen, der für die schweizerischen Konjunktur sehr wichtig ist.

Früchte des Wachstums gerecht verteilen: Die Managerlohnstudien von Travail.Suisse zeigen, dass sich die Lohnschere in den letzten Jahren stark geöffnet hat. Während sich die Teppichetage ihre Bezüge um ein Mehrfaches erhöht hat, blieben für die normalen Arbeitnehmenden nur geringfügige Lohnerhöhungen übrig. Aber nur regelmässige Lohnerhöhungen für alle Arbeitnehmenden garantieren eine gerechte Verteilung des Wohlstandes.

Fokus auf Mindest- und Frauenlöhne: Im Vorfeld der Abstimmung zur Mindestlohninitiative wurde von Wirtschaft und Arbeitgebern immer wieder betont, dass Mindestlöhne in der Sozialpartnerschaft ausgehandelt werden müssen. Jetzt müssen die Arbeitgeber den Beweis erbringen, dass sie gewillt sind, gezielt Verbesserungen für Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen zu realisieren. Ein weiterer Fokus muss auf den Frauenlöhnen liegen. Der freiwillige Lohngleichheitsdialog ist praktisch ergebnislos gescheitert. Es liegt jetzt an den Arbeitgebern zu beweisen, dass die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau nicht nur toter Buchstabe in der Verfassung ist, sondern auch effektiv angestrebt wird.

Für Travail.Suisse ist klar, dass es für die Arbeitnehmenden reguläre Lohnerhöhungen anstelle eines Bonus geben muss, denn nur reguläre Lohnerhöhungen garantieren eine nachhaltige Lohnentwicklung und führen zu einem konsolidierten Rentenanspruch. Travail.Suisse fordert ausserdem generelle Lohnerhöhungen statt individuelle, denn am Wirtschaftswachstum sollen alle Arbeitnehmenden teilhaben können.

Mehr Informationen:
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Tel. 076 412 30 53
• Arno Kerst, Vizepräsident Syna, Tel. 079 598 67 70
• Eric Dubuis, Mitglied der Geschäftsleitung und Sekretär Romandie Hotel & Gastro Union, Tel. 079 290 76 26
• Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat und Vize-Präsident des Personalverbands transfair, Tel. 076 332 15 26

Anhang Grösse

2014 08 04 MK-Lohnforderungen-2015 Redetext-Fischer TravailSuisse d.doc 90 KB

2014 08 04 MK-Lohnforderungen-2015 Redetext-Kerst Syna d.doc 85 KB

2014 08 04 MK-Lohnforderungen-2015 Redetext-Mueller-Altermatt transfair d.docx 38 KB

2014 08 04 MK-Lohnforderungen-2015 Redetext-Dubuis Hotel Gastro Union d.docx 519 KB

04. August 2014, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Die Schere öffnet sich weiter – Politik ist gefordert

Im Jahr 2013 hat sich die Lohnschere der Konzernleitungen von 18 Unternehmen geöffnet, das sind so viele, wie seit 2007 – also dem Jahr vor der Finanzkrise – nicht mehr. Das zeigt die Analyse, die Travail.Suisse dieses Jahr zum zehnten Mal durchgeführt hat. Die Zahlen machen deutlich, dass die Abzockerinitiative keine Wirkung entfaltet. Die Entfremdung zwischen Bevölkerung und Wirtschaft geht weiter und die Politik ist gefordert, neue Massnahmen gegen diese bedenkliche Entwicklung zu finden. mehr

Bereits zum zehnten Mal in Folge hat Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 27 Schweizer Unternehmen untersucht. Die Analyse zeichnet ein beunruhigendes Bild.

Lohnschere öffnet sich vor allem bei der „zweiten Garde“

Im Geschäftsjahr 2013 hat sich die Lohnschere in vielen dieser Unternehmen wieder leicht geöffnet. Die Firmen Roche, Novartis, Nestlé, UBS und Lindt&Sprüngli fallen noch immer mit Lohnscheren von über 1:200 auf. Zusammen mit Credit Suisse, ABB, Swatch, Zurich, Oerlikon und Clariant sind es 11 Unternehmen, die ihren CEO weit über 5 Millionen Schweizer Franken bezahlen. Die Plätze im „Lohnkartell“ (siehe Plakat) – es sind noch immer 42 – sind alle von Managern dieser Unternehmen belegt.

Die Entwicklung bei der „zweiten Garde“, d.h. bei den restlichen Konzernleitungsmitgliedern, ist noch eindeutiger. Diese zweite Garde profitiert von einem starken Wachstum ihrer Entschädigungen: Bei 22 Unternehmen ist die durchschnittliche Entschädigung gestiegen. Insgesamt öffnete sich die Lohnschere der Konzernleitung in 18 Unternehmen, was die flächendeckendste Öffnung seit 2007 darstellt. Beispielhaft für diese Öffnung der (durchschnittlichen) Lohnschere der Konzernleitung der letzten Jahre ist die Entwicklung seit 2010 bei der ABB (von 1:78 auf 1:101), bei Lonza (von 1:25 auf 1:47), bei Kuoni (von 1:33 auf 1:41) und bei Implenia (von 1:24 auf 1:30).

Abzockerinitiative zeigt keine Wirkung – Politik muss handeln

Die neusten Zahlen der Travail.Suisse-Analyse zeigen, dass die Abzockerinitiative das Problem sicher nicht lösen wird: Im ersten Jahr nach ihrer Annahme haben sich die Lohnscheren der Konzernleitungen fast flächendeckend weiter geöffnet. Da zudem die 1:12-Initiative an der Urne gescheitert ist, sind neue Lösungen gefragt, um der Entfremdung zwischen Bevölkerung und Wirtschaft zu begegnen. Travail.Suisse fordert deshalb folgende Massnahmen:

Lohnschutz stärken: Das Vertrauen in die Wirtschaft kann nur steigen, wenn sich die arbeitende Bevölkerung gerecht behandelt fühlt und keine Angst haben muss vor Arbeitsplatzverlust und Lohndumping.
Tiefsteuerpolitik für hohe Einkommen und Unternehmen beenden: Von den Steuererleichterungen der letzten Jahre profitieren primär Personen mit hohen Einkommen. Gleichzeitig sind mit der Unternehmenssteuerreform III erneut massive Steuergeschenke an die Unternehmen geplant. Diese völlig verfehlte Steuerpolitik ist zu beenden.
Steuertransparenz und Solidaritätsbeitrag bei hohen Einkommen: Das Ja zur Abzockerinitiative hat gezeigt, dass die hohen Saläre gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Wenn diese Saläre aber nicht direkt limitiert werden sollen, dann muss die Politik den Nutzen für die Allgemeinheit erhöhen und explizit machen. Dazu fordert Travail.Suisse für Einkommen ab bspw. 500‘000 Franken volle Steuertransparenz und einen Solidaritätsbeitrag.

Weitere Informationen:

• Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse, 079 743 90 05
• Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 076 412 30 53

Anhang Grösse

2014 06 23 Managerloehne Erfolgsmodell-Schweiz-auf-der-Kippe Redetext M-Fluegel d.docx 17 KB

2014 06 23 Managerloehne Redetext J-A-Maire d.docx 15 KB

2014 06 23 Managerloehne Jetzt-bedienen-sich-die-Konzernleitungen Redetext G-Fischer d.doc 41 KB

2014 06 23 Managerlohnstudie Erhebung Redetext M-Koch d.doc 41 KB

2014 06 23 Managerloehne Beilagen d.pdf 520 KB

23. Juni 2014, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Väter sollen Zeit für ihre Kinder haben

Die Tage, an denen die Väter nach getaner Erwerbsarbeit die Füsse hochlegten, sind gezählt, denn sie übernehmen mehr und mehr eine aktive Rolle im Familienleben. Damit ist es an der Zeit, ihnen ein Recht auf einen bezahlten Vaterschaftsurlaub einzuräumen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Die Studie von Travail.Suisse zeigt, dass die öffentliche Hand als Arbeitgeberin Vätern heute schon einen bezahlten Urlaub von meistens zwischen 2 und 10 Tagen gewährt. Das reicht jedoch nicht: Damit sich alle Unternehmen – insbesondere auch KMU – einen Vaterschaftsurlaub leisten können, muss er aus der Erwerbsersatzordnung bezahlt werden. mehr

Väter bekommen heute in der Regel höchstens einen oder zwei Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub – etwas besser sieht es bei der öffentlichen Hand aus (siehe Box). Wollen sie mehr, so müssen sie dies auf Kosten des Ferien- oder des Familienbudgets tun (bei unbezahltem Urlaub). Diese Situation ist unhaltbar und entspricht nicht mehr den heutigen Realitäten.

Finanzierung von vier Wochen Vaterschaftsurlaub ist kein Problem

Der Bundesrat veranschlagt in einem Bericht 1 die Kosten für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub (28 Taggelder) auf Basis der Angaben von 2012 auf 384 Mio. CHF 2 . Das ist zwar nicht gratis, aber in Relation zum Nutzen sehr bescheiden und absolut realisierbar. Aus der finanziellen Situation der EO und deren mittelfristigen Perspektiven zeigt sich, dass auf Grund der Einführung eines vierwöchigen Vaterschaftsurlaubs mit keiner bzw. nur einer sehr moderaten Erhöhung der EO-Beiträge gerechnet werden muss, denn die EO schreibt heute Überschüsse (2013: 148 Mio. Franken). Zudem ist die Anzahl Diensttage im Militär stark rückläufig. Es ist deshalb bei gleich bleibenden Beiträgen mit stark steigenden Überschüssen zu rechnen.

Vaterschaftsurlaub: Positive Auswirkungen auf Familien und Wirtschaft

Die Zeit unmittelbar nach der Geburt eines Kindes ist entscheidend. Beim ersten Kind müssen sich die frischen Eltern in der neuen Situation einleben und eine Beziehung zum Neugeborenen aufbauen. Sind bereits Geschwister vorhanden, kommt die Betreuung dieser Kinder hinzu. Die Väter selber wollen ihre Verantwortung wahrnehmen und sehen in einem Vaterschaftsurlaub einen wesentlichen Bestandteil einer zeitgemässen Familienpolitik. Ein bezahlter Vaterschaftsurlaub stellt eine Anerkennung ihres Engagements dar. Die gelebte Realität soll auch zur gesetzlichen Realität werden.

Der Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen soll analog dem Mutterschaftsurlaub über die EO bei einer Lohn-Ersatzquote von 80 Prozent finanziert werden. Er wird auf ein Jahr nach der Geburt beschränkt und kann in einzelnen Tagen bezogen werden. So wäre es etwa möglich, 20 Wochen lang das Arbeitspensum um 20% zu reduzieren, was den Beginn einer Teilzeiterwerbstätigkeit des Vaters darstellen kann. Mit diesem Modell haben sowohl die Väter wie auch die Betriebe die Möglichkeit, Teilzeitarbeit über mehrere Monate hinweg zu testen und bei guten Erfahrungen definitiv auf Teilzeitarbeit umzustellen.

Jetzt ist das Parlament gefordert

Im Parlament sind verschiedene Vorstösse hängig, die den Vaterschaftsurlaub zum Thema haben. Travail.Suisse wird sich weiterhin mit viel Überzeugungsarbeit auch auf parlamentarischer Ebene dafür einsetzen, dass der Vaterschaftsurlaub zur Realität wird. Erste Gespräche für eine parlamentarische Vätergruppe sind angelaufen. Einen Vaterschaftsurlaub haben sich die heutigen Väter verdient, denn es braucht sie – heute und nicht erst morgen.

((Box))
Neue Analyse zeigt: Vaterschaftsurlaub ist möglich, aber es braucht gesetzlichen Schub
Die öffentlichen Arbeitgeber/-innen sind Vorreiter/-innen beim Vaterschaftsurlaub. Bund, Kantone und 25 der grössten Schweizer Städte haben 2014 alle eine geregelte Auszeit für Väter, allerdings variieren sie sehr stark (1-21 Tage). Am meisten gewähren öffentlichen Arbeitgeber/-innen 5 Tage, Städte und Bund erweisen sich als väterfreundlicher als die Kantone. Die Entwicklung über die letzten Jahre zeigt, dass die Leistungen zwar moderat ausgebaut wurden, sie jedoch immer noch weit vom notwendigen Mass entfernt sind. Von 2013 zu 2014 gab es nur noch vereinzelte Erhöhungen.

Ganze sieben Kantone sind noch immer steinzeitlich unterwegs: Bern, Glarus, Solothurn, Aargau, Appenzell Innerhoden und Thurgau speisen Väter noch immer mit zwei Urlaubstagen ab. Ganz um die Väter foutiert sich Obwalden, der nur einen Tag Vaterschaftsurlaub bietet. Bei den Städten stechen Neuenburg mit ebenfalls nur einem Tag Urlaub und Fribourg mit einer Reduktion von 5 auf 3 Tage negativ hervor. Sie sind die öffentlichen und offiziellen Steinzeit-Arbeitgeber der Schweiz. Die väterfreundlichste öffentliche Arbeitgeberin ist die Stadt Lausanne mit 21 Urlaubstagen, gefolgt von der Stadt Genf (20 Tage) und der Stadt Bern (15 Tage).

_
Top 3: Lausanne, Stadt Genf, Stadt Bern
Steinzeit 3: Obwalden, Stadt Neuenburg, Kanton Bern (ex aequo mit anderen Kantonen)_

Mehr Informationen:
• Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Travail.Suisse, 079 777 24 69
• Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Travail.Suisse, 079 598 06 37


1 http://www.bsv.admin.ch/index.html?webcode=d_11095_de
2 Ebd., S. 52.

Anhang Grösse

2014 05 15 TravailSuisse 4-Wochen-Vaterschaftsurlaub Redetext-und-Beiblatt-KOSTEN Matthias-Kuert-Killer d.docx 26 KB

2014 05 15 TravailSuisse Congé-paternité Redetext Valérie-Borioli-Sandoz d.docx 19 KB

2014 05 15 TravailSuisse Vaterschaftsurlaub Analyse Kantone-Bund-Staedte d.pdf 285 KB

15. Mai 2014, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Medienkontakte

Kontaktperson für Medienanfragen

Kontaktperson für Medienanfragen:

Linda Rosenkranz
Leiterin Kommunikation
031 370 2111 oder
079 743 5047
rosenkranz@travailsuisse.ch

Anwesend: Montag bis Mittwoch

Medienmitteilungen

Medienservice

Medienkonferenzen

Barometer Gute Arbeit Qualität der Arbeitsbedingungen aus der Sicht der Arbeitnehmenden – repräsentative Ergebnisse für die Jahre 2015 bis 2017

Zum Mediendossier

Archiv