Medien – Medienkonferenzen

Medienkonferenz Managerlöhne: Irrsinn geht weiter – Lohnschere
bis zu 1:840 – politische und wirtschaftliche Folgen unabsehbar

Die Manager bedienen sich weiterhin tüchtig. Die Chefs der 27 von Travail.Suisse untersuchten Firmen haben ihre Saläre 2005 um satte 30 Prozent bzw. 40 Millionen Franken erhöht. Die höchste Lohnschere dürfte sich bei 1:840 bewegen. Die Transparenz ist nach wie vor mangelhaft, viele Berechnungen beruhen auf allgemeinen Angaben oder Mutmassungen. Der Vertrauensverlust nimmt zu. Wenn die so genannten Wirtschaftsführer – Männer allein auf weiter Flur – das Problem nicht in den Griff bekommen, dann wird das erfolgreiche Schweizer Wirtschaftsmodell akut gefährdet. mehr

Nach 2005 hat Travail.Suisse auch im Frühling 2006 die Geschäftsberichte von 27 grossen Schweizer Firmen analysiert. Im Zentrum der Analyse stand dabei erneut die Lohnschere, das heisst das Verhältnis des tiefsten in der Schweiz bezahlten Lohnes zur höchsten (bekannten) Gesamtentschädigung im Topmanagement. Die Resultate dieser Analyse sind klar und deutlich. Die Selbstbedienungsmentalität greift weiter um sich. Lohnerhöhungen von 10 oder 20 Prozent sind die Regel. Sowohl die Saläre als auch die Lohnschere erreichen neue, unrühmliche „Spitzenwerte“. Ausnahmen gibt es zwar, sie sind aber dünn gesät. Die Transparenz bezüglich der höchsten Saläre und der tiefsten Löhne ist nach wie vor mangelhaft.

Manager gefährden Schweizer Erfolgsmodell
Das Schweizer Wirtschaftssystem kennt grosse Freiheitsgrade für Unternehmen und Manager. Dies gilt als Standortvorteil. Das ist jedoch nur möglich, solange die Angestellten darauf vertrauen können, angemessen am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt zu werden. Die Entwicklung der Managersaläre führt zu einem Vertrauensverlust auf breiter Front. Wenn die Wirtschaftsführer diese Problematik nicht in den Griff bekommen, werden die politischen Folgen, d.h. höhere Regulierungsdichte bis hin zu Lohnbeschränkungen, wie es sie bei der öffentlichen Hand bereits gibt (z.B. Stadt Bern), nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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300606 PK Managerlöhne H. Fasel.doc 36 KB

300606 PK Managerlöhne M. Flügel.doc 44 KB

300606 PK Managerlöhne G. Fischer.doc 45 KB

Gesamtentschädigung 2005 Rangliste.pdf 55 KB

Gesamtentschädigung 2003 2005 Rangliste.pdf 59 KB

Lohnschere 2005 Rangliste.pdf 45 KB

30. Juni 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Medienkonferenz: Anständige Lohnabschlüsse, aber steigender Druck auf die Arbeitsbedingungen

Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, beurteilt die Lohnabschlüsse 2006 als mehrheitlich zufrieden stellend. Damit ist die Voraussetzung für einen robusten Konsum und ein steigendes Wirtschaftswachstum gegeben. Trotzdem besteht für die Arbeitnehmenden kein Grund zur Euphorie: Die Beschäftigungssituation bleibt trüb, die Lohnungleichheit innerhalb der Unternehmen klafft immer weiter auseinander und der Druck auf die Arbeitsbedingungen steigt. mehr

Die Resultate der Lohnrunde 06 lassen sich sehen: Die Erhaltung der Kaufkraft wurde erreicht, und die Mehrheit der Arbeitnehmenden kann fürs nächste Jahr mit einer Reallohnerhöhung rechnen. Die Lohnerhöhungen in der Pharma- und Chemiebranche und gewissen Bereichen der Maschinenindustrie, im Gewerbe und im Detailhandel belaufen sich auf zwischen 1 bis 2 Prozent real. Erfreulich ist, dass im Industrie- und Dienstleistungssektor vermehrt generelle Lohnerhöhungen, auch in Form von Sockelbeiträgen gewährt werden.
Ungenügend sind hingegen der blosse Teuerungsausgleich im Gastgewerbe und die Regelung für das Bundespersonal.

Kein Grund zur Euphorie
Trotz positiver Lohnresultate verschlechtert sich die Situation für die Arbeitnehmenden.

- Der Graben innerhalb der Unternehmen zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen nimmt massiv zu. Die Chefetage muss zur Vernunft kommen, ihre Selbstbedienungsmentalität ist unanständig und höchst demotivierend. Gegen eine weitere Spreizung der Lohnschere muss eingeschritten werden.

- Die Beschäftigungssituation ist trüb, die Erwerbslosenzahlen sind hoch. Die Arbeitsbelastung der Personen mit Stelle steigt. Eine weitere Aufspaltung des Arbeitsmarktes in Erwerbslose und überarbeitete Angestellte muss verhindert werden. Die Unternehmen mit ihren vollen Auftragsbüchern sind aufgefordert, neue Stellen zu schaffen.

- Die Mehrbelastung erzeugt Stress. Wer ständig den Druck auf die Arbeitnehmenden erhöht, darf sich nicht wundern, wenn die Druckstelle bricht. Die Folgen davon sind eine höhere Invaliditätsrate und mehr Sozialhilfebezüger. Der zunehmende Verschleiss der Arbeitnehmenden schadet unserer Volkswirtschaft und muss gestoppt werden.

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PK 201205 Text S. Blank.doc 49 KB

PK 201205 Text Ch. Steck.doc 52 KB

PK 201205 Text E.Dubuis.doc 64 KB

PK 201205 Text H. Gerber.doc 60 KB

20. Dezember 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Medienkonferenz Löhne 2006: Es braucht klare Signale

Im ersten Halbjahr 2005 hat sich bestätigt, dass der private Konsum für das schweizerische Wirtschaftswachstum von grosser Bedeutung ist. Basis einer starken Konsumnach-frage sind Reallohnerhöhungen. Allerdings waren die vergangenen zwei Lohnrunden für die Mehrheit der Arbeitnehmenden wenig zufrieden stellend. Für 2006 sind deshalb klare Signale gefragt. Auch der wachsenden Kluft zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen muss entgegen getreten werden. mehr

Dank dem privaten Konsum konnte der Schwächeanfall der schweizerischen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2005 abgefangen werden. Damit der private Konsum auch weiterhin seine Funktion als Wachstumsmotor ausüben kann, braucht es fürs kommende Jahr satte Reallohnerhöhungen. Diese sind gerechtfertigt, denn in den Jahren 2004 und 2005 waren die Lohnergebnisse trotz anziehender Konjunktur und steigenden Unternehmensgewinnen für die Mehrheit der Arbeitnehmenden wenig zufrieden stellend und reichten kaum über den Teuerungsausgleich hinaus.

Forderungen für die Lohnrunde 2006
Die Rechnung muss für die Mehrheit der Arbeitnehmenden wieder aufgehen. Travail.Suisse, die Dachorganisation der Arbeitnehmenden, und die Gewerkschaften Syna, Hotel & Gastro Union und transfair fordern:

- Voller Teuerungsausgleich: Die Kaufkraft muss erhalten bleiben.

- Reallohnerhöhungen: Je nach wirtschaftlicher Situation und unter Berücksichtigung der Resultate der vergangenen Lohnrunden sind Reallohnerhöhungen von 1 bis 3 Prozent gerechtfertigt.

- Lohnschere schliessen: Das Lohngefüge innerhalb vieler Unternehmen ist in Schieflage geraten. Die Bandbreite zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen muss verkleinert, die Löhne für die Belegschaft angehoben werden.

- Stabile Gesamtarbeitsverträge: Sie bieten solide Arbeitsbedingungen und gleich lange Spiesse für alle Marktteilnehmenden. Sie sind ein wichtiges Instrument im Rahmen des freien Personenverkehrs.

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PK Lohn Text S. Blank.doc 51 KB

PK Löhne Text C. Steck.doc 63 KB

PK Löhne Text E. Dubuis.doc 64 KB

PK Löhne Text H. Gerber.doc 60 KB

04. August 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Medienkonferenz Managerlöhne: System in Schieflage – die Verlierer sind die Arbeitnehmenden

Die Resultate des Travail.Suisse-Vergleichs zu den Managerlöhnen sind aus Sicht der Arbeitnehmenden empörend. Alle 25 untersuchten Unternehmen schreiben Gewinne, vier Fünftel von ihnen konnten ihr Ergebnis 2004 im Vergleich zum Vorjahr sogar noch steigern. Für diese guten Ergebnisse belohnten sich die Geschäftsleitungsmitglieder und der Verwaltungsrat fürstlich. Die Belegschaft hingegen hatte das Einsehen: Im Jahr 2004 bauten die 25 untersuchten Unternehmen insgesamt 6’700 Stellen ab, geschaffen wurden hingegen nur 370 Stellen. mehr

Im Geschäftsjahr 2004 haben alle 25 untersuchten Unternehmen Gewinne geschrieben: 21 Firmen konnten ihr Vorjahresergebnis sogar noch steigern. Die Post, Roche, Bâloise, Swiss Life und die Credit Suisse haben den Unternehmensgewinn mehr als verdoppelt. Eine Ge-winnsteigerung zwischen 10 und 100 Prozent erreichten die Ruag, Migros, Kuoni, Zschokke, Bobst, Schindler, Helvetia Patria und die UBS. Swisscom, Nestlé, Batigroup, Swatch Group, Novartis und Zurich Financial Services steigerten ihr Jahresergebnis um bis zu 10 Prozent. Einzig Coop, Clariant, Lonza und Ciba konnten ihre Vorjahresgewinne nicht übertreffen. Georg Fischer und Ascom, im Vorjahr noch in den roten Zahlen, erreichten im Jahr 2004 wieder die Gewinnzone.

Insgesamt zeigt die Ertragslage der untersuchten Unternehmen ein positiv bis euphorisches Bild. Die Schwierigkeiten der letzten drei Jahre – rezessive Konjunkturtendenzen und Börsencrash – sind überwunden. Die Unternehmen haben den Turnaround geschafft und waren im Jahr 2004 auf Wachstumskurs.

Nullrunde für die Arbeitnehmenden
Man dürfte eigentlich davon ausgehen, dass auch die Arbeitnehmenden von den Rekordge-winnen der Unternehmen profitieren. Diese Überlegung erweist sich indes als falsch: Für das Portemonnaie der Arbeitnehmenden war das Jahr 2004 ein weiteres mageres Jahr. Bei den Branchen mit Gesamtarbeitsverträgen konnte nur gerade eine nominale Effektivlohnerhöhung von 1.1 Prozent ausgehandelt werden. Auf die Sektoren aufgeschlüsselt bedeutet dies eine nominale Lohnsteigerung um 0.5 Prozent in Industrie und Bau, sowie von 1.5 Prozent im Dienstleistungssektor. Der Lohnindex, der eine umfassende Übersicht über die gesamte Lohnentwicklung in der Schweiz bietet, zeigt ein noch düstereres Resultat. Das Jahr 2004 muss für die Arbeitnehmenden als Nullrunde abgebucht werden. Die Reallöhne stagnierten bei +0.1 Prozent. Nach Wirtschaftszweigen aufgegliedert mussten die Arbeitnehmenden im sekundären Sektor eine Reallohneinbusse von 0.2 Prozent hinnehmen, die Arbeitnehmenden im tertiären Sektor erhielten eine bescheidene Reallohnerhöhung von 0.4 Prozent.

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PK Blank System in Schieflage.pdf 90 KB

PK Fasel Keine Rechtfertigung fuer Abzockerloehne.pdf 59 KB

PK Keller Tuecken der Analyse.pdf 62 KB

Gewinne 2003 2004.pdf 47 KB

Gesamtentschaedigung.pdf 56 KB

Verhaeltnis Loehne.pdf 64 KB

20. Juni 2005, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Medienkonferenz zur Initiative „Für faire Kinderzulagen!“ – Familienpolitik: Sternstunde oder Bankrotterklärung?

Bis jetzt war Familienpolitik ein beliebtes Thema für Sonntagsreden. Damit ist jetzt Schluss. Mit der Initiative „Für faire Kinderzulagen!“ kommt ein Vorschlag aus der Be-völkerung ins Parlament, der den Familien spürbare Verbesserungen bringen wird. Auch für Angeline Fankhauser, vor 13 Jahren Urheberin des gleichzeitig diskutierten Gegen-vorschlags, ist die Initiative klar „die bessere Lösung“ und „geeignet, die Familien sub-stanziell zu unterstützen“. Deshalb hat sie heute zusammen mit Travail.Suisse und weiteren Organisationen den Nationalrat aufgefordert, diese Chance für die Familien in der Schweiz zu packen und der Initiative zuzustimmen. mehr

In der Frühlingssession erlebt die Familienpolitik in der Schweiz einen historischen Moment. Dank der Initiative „Für faire Kinderzulagen!“ muss der Nationalrat erstmals über konkrete materielle Verbesserungen für die Familien beraten. Dabei wird sich weisen, welchen Stellenwert die konkrete Politik den Eltern und Kinder in der Schweiz beimisst und ob die Nationalrätinnen und Nationalräte die finanziellen Schwierigkeiten der Familien erkannt haben und bereit sind, den gesellschaftlichen Wert der Leistungen der Familien gebührend zu anerkennen.

Initiative bringt die notwendigen Verbesserungen
Die heutigen Kinderzulagen sind ungerecht und ungenügend. Die grossen Unterschiede zwischen den Kantonen sind ungerechtfertigt und die Kinderzulagen im Vergleich zu den Kinderkosten zu tief. Zudem erhalten gegen 300’000 Kinder heute keine oder nur eine reduzierte Zulage. Die Folgen sind gravierend. Kinder sind in der Schweiz zum Armutsrisiko geworden. Mindestens 233’000 Kinder sind von Armut betroffen, die Chancengleichheit von Eltern und Kindern ist nicht gewährleistet. Zudem entscheidet sich rund ein Drittel der Eltern aus finanziellen Gründen gegen ein weiteres Kind.

Die Initiative „Für faire Kinderzulagen!“ ist der beste Weg, um diese Probleme zu beseitigen. Die Verwirklichung des Grundsatzes „Ein Kind – eine Zulage“ schliesst die Lücken und setzt ein Zeichen für die Familien. Die gesamtschweizerische Regelung beendet das Regelungschaos. Und mit der Erhöhung auf 15 Franken pro Tag wird das Armutsrisiko reduziert und die Chancengleichheit deutlich erhöht.

Nationalrat muss die Chance packen
Kurz vor der entscheidenden Debatte im Nationalrat fordern Travail.Suisse und weitere Organisationen des Unterstützungskomitees den Nationalrat auf, diese Chance für die Familien in der Schweiz zu packen. Diese Forderung und deren Hintergründe werden heute an einer Medienkonferenz von Travail.Suisse und Organisationen des Unterstützungskomitees prä-sentiert. Für alle diese Organisationen und Personen, die ein breites Spektrum der Familienpolitik abdecken, ist die Initiative aus ihrer jeweiligen Perspektive heraus klar der beste Weg, um die Eltern und Kinder in der Schweiz zu stärken.

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PK 24.02.05 Communique.pdf 77 KB

PK 24.02.05 Redebeitraege.pdf 330 KB

Das Wichtigste.pdf 138 KB

24. Februar 2005, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

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Linda Rosenkranz
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