Mehr Verteilungsgerechtigkeit

Seit 2005 untersucht Travail.Suisse jedes Frühjahr die Entwicklung der Managersaläre in 28 ausgesuchten Schweizer Unternehmen und berechnet die Lohnschere zwischen Höchst- und Tiefstlöhnen.

Managerlöhne: Es hat kein Umdenken stattgefunden

Trotz dem Krisenjahr 2009, sinkenden Umsätzen und Gewinnen sowie Stellenabbau ist der Lohn des durchschnittlichen Konzernleitungsmitglieds um 20 Prozent gestiegen. Ein Umdenken hat demnach bei den Managern kaum stattgefunden. Der Vergleich über mehrere Jahre hinweg lässt schliesslich keinen Zweifel offen. Seit 2002 hat sich die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied um 70 Prozent geöffnet. 21.06.2010, Susanne Blank

Managerlöhne 2009: Lerneffekt gleich Null

Die Krise wirkte sich auf die Managerlöhne höchstens kurzfristig dämpfend aus. Gemäss der Managerlohnstudie von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170'000 Arbeitnehmenden, öffnet sich die Lohnschere weiter: Im letzten Jahr um durchschnittlich 18 Prozent, in den sieben Jahren seit 2002 um sage und schreibe 70 Prozent. Die stetig ansteigenden Managerlöhne gefährden das wirtschaftliche Erfolgsmodell Schweiz. Es braucht daher grundlegende Veränderungen. Die Stärkung der Aktionäre reicht nicht aus. Um das Lohnkartell aufzubrechen, braucht es eine Personalvertretung im Verwaltungsrat. 21.06.2010, Martin Flügel, Susanne Blank

Bürgerliche Parteien sind den Abzockern hörig

Mit dem Nein zur PUK und dem bedingungslosen Ja zum Staatsvertrag schonen die bürgerlichen Parteien die Abzocker als Verursacher der Krise. Gleichzeitig sollen die Kosten den Arbeitnehmenden aufgebürdet werden. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170'000 Arbeitnehmenden, ist das skandalös. 15.06.2010, Martin Flügel

Managerlöhne in der Maschinenindustrie: kein Lerneffekt

Die Lohnscheren in den grossen Schweizer Unternehmen haben sich auch im letzten Jahr weiter geöffnet, durchschnittlich um 21 Prozent. Dies zeigt eine Studie von Travail.Suisse. Im Kontrast zur allgemeinen letztjährigen Entwicklung steht allerdings die Maschinenindustrie. In dieser Branche schloss sich die Lohnschere um durchschnittlich fünf Prozent. Von einem Lerneffekt kann allerdings nicht die Rede sein: Die sinkenden Managerlöhne sind der Krise zu verdanken. 07.06.2010, Yvonne Debrunner

Credit Suisse: Lohnschere von 1:1812

Brady Dougan – CEO der Credit Suisse – sprengt in Bezug auf Gehalt und Lohnschere den Rahmen des bisher Gekannten. An der morgigen Generalversammlung der Credit Suisse wird über den Vergütungsbericht abgestimmt. Travail.Suisse erwartet ein Nein. 29.04.2010, Susanne Blank & Yvonne Debrunner

Swisscom: Managerlöhne reagieren auf Geschäftsgang

Die Managerlöhne der Swisscom reagieren auf den Geschäftsgang. Dies zeigen auch die Zahlen vom letzten Jahr. Über die lange Frist gesehen zeigt sich aber das übliche Bild: Die Entschädigungen der Teppichetagen steigen klar an. 27.04.2010, Susanne Blank & Yvonne Debrunner

ABB: Die Lohnschere schliesst sich

Der letztjährige Gewinner der „Travail.Suisse-Lohnschere“ hat den Kurs geändert: Nachdem sich die Lohnschere bei der ABB 2008 massiv geöffnet hatte, schliesst sie sich in diesem Jahr um fast 70 Prozent. Ein Teil des Rückgangs lässt sich durch die wegfallende Antrittsentschädigung von CEO Joe Hogan erklären. 26.04.2010, Susanne Blank & Yvonne Debrunner

Coop und Migros: Lohnschere öffnet sich leicht

Millionenboni und kurzfristige Gewinnmaximierung führten die Weltwirtschaft 2008 in eine tiefe Krise: Entsprechend werden Rufe nach Alternativen zur privatwirtschaftlichen Firmenkultur laut. Eine solche Alternative sind Genossenschaften. Doch was bringen sie? Einiges, zeigt eine Untersuchung der beiden genossenschaftlichen Betriebe Migros und Coop. Aber die Lohnschere, die öffnet sich trotzdem. 19.04.2010, Yvonne Debrunner

Nestlé: Bulcke arbeitet für weniger Geld

Die Löhne der Nestlé-Konzernleitung stagnieren. Zusammen mit dem höheren Tiefstlohn, führt dies zu einer sich leicht schliessenden Lohnschere. Auffällig ist ausserdem, dass CEO Paul Bulcke für sein Amt deutlich weniger verdient als sein Vorgänger Peter Brabeck. Gute Führungskräfte sind also auch für etwas weniger Geld zu finden. 15.04.2010, Susanne Blank & Yvonne Debrunner