Der Pressedienst von Travail.Suisse

Travail.Suisse bedient die Medien, Behörden, Politikerinnen und Politiker, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Pressedienstes regelmässig mit fundierten Stellungnahmen zu aktuellen Themen. Dieser Pressedienst erscheint alle 14 Tage (ausser im Juli und August) in deutscher und französischer Sprache. Die Beiträge sind zur Veröffentlichung bestimmt und nicht kostenpflichtig. Belegexemplare sind willkommen.

Gegen den unseriösen Schuldenabbau und die reine Kostenverschiebung

Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170'000 Arbeitnehmenden, ist die Arbeitslosenversicherung das Gegenstück zum fle-xiblen Arbeitsmarkt in der Schweiz. Damit die Arbeitslosenversicherung diese Rolle übernehmen kann, muss sie gute Leistungen bieten und solid finanziert sein. Mit der 4. AVIG-Revision werden aber die Schulden unseriös abgebaut und ein grosser Teil der Kosten wird nur auf die Kantone und die Gemeinden abschoben. 23.08.2010, Martin Flügel

Soziale Integration und berufliche Eingliederung: Ausbildung vor Integration!

Ausbildung vor Integration: Dieser Schluss zog Travail.Suisse aus dem im Mai 2009 veröffentlichten Bericht des Büro BASS über die gesellschaftlichen Kosten der Ausbildungslosigkeit in der Schweiz. Dabei wurde das erhöhte Risiko für Armut und soziale Ausgrenzung bei Menschen ohne Berufsbildung aufgezeigt. Im Laufe des letzten Jahres wurden alle parlamentarischen Vorstösse zu dieser Problematik abgelehnt, ohne dass das Grundproblem gelöst wäre. Travail.Suisse hat deshalb am 12. August 2010 mit Interesse Kenntnis von der Studie des SECO mit dem Titel «Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe: Zusammenarbeit bei der Arbeitsvermittlung» Kenntnis genommen. 23.08.2010, Josiane Aubert

Das Unfallversicherungsgesetz in die Sackgasse gekarrt!

Leistungen verschlechtert, Prämien erhöht, administrativer Aufwand vergrössert, Suva geschwächt: Dieses Fazit ergibt sich nach den Beratungen der nationalrätlichen Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) zum Unfallversicherungsgesetz. Vom Nationalrat werden in der kommenden Herbstsession deutliche Korrekturen erwartet. 23.08.2010, Hugo Gerber

Globalisierung des Arbeitsmarktes macht Stärkung der Arbeitnehmenden nötig

Die Globalisierung verändert das Angebot und die Nachfrage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Zum einen erhöht sie die Konkurrenz zwischen den Arbeitnehmenden. Das führt zu steigendem Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen und macht flankierende Massnahmen notwendig. Zum anderen beschleunigt die Globalisierung den Strukturwandel, was zu einer steigenden Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitnehmenden mit höherem Qualifikationsniveau führt. Damit das vorhandene Arbeitsangebot dieser Entwicklung folgen kann, brauchen wir in der Schweiz ein Weiterbildungsobligatorium. Die Globalisierung macht also eine Stärkung der Arbeitnehmenden nötig. 21.06.2010, Martin Flügel

Managerlöhne: Es hat kein Umdenken stattgefunden

Trotz dem Krisenjahr 2009, sinkenden Umsätzen und Gewinnen sowie Stellenabbau ist der Lohn des durchschnittlichen Konzernleitungsmitglieds um 20 Prozent gestiegen. Ein Umdenken hat demnach bei den Managern kaum stattgefunden. Der Vergleich über mehrere Jahre hinweg lässt schliesslich keinen Zweifel offen. Seit 2002 hat sich die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied um 70 Prozent geöffnet. 21.06.2010, Susanne Blank

Angriff auf die Unfallversicherung stoppen

Die Unfallversicherung ist eine finanziell gesunde, tadellos funktionierende Sozialversicherung. Nun soll sie nach dem Willen der Sozialkommission des Nationalrates verschlechtert und verteuert werden. Dies unter dem Einfluss der Lobby der Privatversicherer. Diese wollen die Rahmenbedingungen festschreiben, welche ihre Gewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden und Arbeitgeber erhöhen. Für Travail.Suisse ist klar, dass eine solche Revision zum Scheitern verurteilt ist. Der unabhängige Dachverband von 170'000 Arbeitnehmenden fordert deshalb einen klaren Richtungswechsel oder einen Übungsabbruch. 21.06.2010, Matthias Kuert Killer

Mit einem Validierungsverfahren zu einem gleichwertigen Berufsabschluss

Erwachsene mit der erforderlichen Berufserfahrung können über ein Validierungsverfahren einen Berufsabschluss erlangen. Dieser Berufsabschluss besitzt den gleichen Wert wie ein Abschluss nach einer „ordentlichen“ Lehre. Aufgabe der zuständigen Organisationen der Arbeitwelt — d.h. der Berufsverbände und Branchenorganisationen — ist es, diese Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses herzustellen. Sie bestimmen die Bildungsinhalte, stellen die Prüfungsexperten und nehmen Einsitz im Validierungsorgan. Damit sorgen die zuständigen Berufsverbände und Branchenorganisationen selbst für die inhaltliche Qualität ihrer Validierungsverfahren. 21.06.2010, Angela Zihler

An den Realitäten des Arbeitsmarktes vorbei

Die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung kürzt Grundleistungen im Umfang von über 600 Millionen Franken. Betroffen davon sind in erster Linie die Leute, die ohnehin bereits in flexiblen Arbeitsverhältnissen arbeiten, sowie junge und ältere Arbeitnehmende. Sie verlieren den Anspruch auf Leistungen oder werden früher ausgesteuert. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, sind diese Leistungskürzungen völlig unangebracht, denn sie verschönern nur eins: die offiziellen seco-Arbeitslosenzahlen, die aufgrund dieser Revision weiter sinken werden. 07.06.2010, Susanne Blank

Managerlöhne in der Maschinenindustrie: kein Lerneffekt

Die Lohnscheren in den grossen Schweizer Unternehmen haben sich auch im letzten Jahr weiter geöffnet, durchschnittlich um 21 Prozent. Dies zeigt eine Studie von Travail.Suisse. Im Kontrast zur allgemeinen letztjährigen Entwicklung steht allerdings die Maschinenindustrie. In dieser Branche schloss sich die Lohnschere um durchschnittlich fünf Prozent. Von einem Lerneffekt kann allerdings nicht die Rede sein: Die sinkenden Managerlöhne sind der Krise zu verdanken. 07.06.2010, Yvonne Debrunner

Migration oder Bildungsstrategien?

Der schweizerische Arbeitsmarkt rechnet in den nächsten Jahren mit einem Arbeitskräftemangel. Befürchtungen bestehen vor allem im Hinblick auf den Gesundheitsbereich , den Lehrerberuf und die MINT-Bereiche. Ein möglicher Arbeitskräftemangel fordert neben der Migrationspolitik auch die Bildungspolitik heraus. Travail.Suisse präsentiert mit diesem Artikel einige Grundüberlegungen und benennt prioritäre Massnahmen. 07.06.2010, Bruno Weber-Gobet