Aktuell – Abstimmungen

Schweiz ist Schlusslicht

Internationale Statistiken zur Erfassung von Ferien und Feiertagen gibt es einige. Je nach verwendeter Datenquelle ergeben sich unterschiedliche Resultate. Sie zeigen jedoch durchwegs, dass die Arbeitnehmenden in der Schweiz im europäischen Vergleich wenig Ferien bzw. Feiertage haben.

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PD Europäischer Vergleich von Ferien und Feiertagen.doc 47 KB

20. September 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

Das Erwerbsleben ist kein Sprint, sondern ein Marathon

Nur gesunde Mitarbeitende können die hohen Leistungen erbringen, die nötig sind, um im Wettbewerb zu bestehen. Das bedingt einen neuen Ausgleich zwischen Arbeitsbelastung und Erholung. Mehr Ferien tragen massgeblich zu diesem Ausgleich bei.

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PD Das Erwerbsleben ist kein Spring sondern ein Marathon.doc 34 KB

06. September 2010, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Wie viele Ferien stehen mir zu? Travail.Suisse lanciert online-Tool „Ferienrechner“

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Pünktlich zum Ferienbeginn wartet Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation von 170’000 Arbeitenehmenden, mit dem „Ferienrechner“ auf. Er ermittelt heute geltende Ferienansprüche und erlaubt durch Veränderung gewisser Angaben wie Branche etc. die vergleichende Perspektive. Das umfangreiche online-Tool zu den Ferienansprüchen umfasst über 220 Vertragswerke mit mehr als 1’330’000 unterstellten Arbeitnehmenden. mehr

Ab sofort findet man auf der Homepage von Travail.Suisse (www.travailsuisse.ch) oder unter www.ferienrechner.ch ein praktisches Hilfsmittel zum Thema Ferien bzw. Ferienansprüche. Nach Auswahl einer Branche, eines Gesamtarbeitsvertrages oder Personalreglements sowie anschliessender Eingabe von Alter und Anzahl an Dienstjahren wird der Ferienanspruch berechnet und grafisch dargestellt. Ausserdem erhält man weiterführende Informationen zum ausgewählten Vertragswerk wie z.B. Laufzeit, Anzahl Unterstellte etc.

Ferienansprüche in schweizerischen GAV
Allgemein besteht eine grosse Ungleichheit der Ferienansprüche zwischen GAV und Gesetz und auch zwischen den GAV verschiedener Branchen oder Unternehmen. Diese Ungleichheit wächst mit steigendem Alter der Arbeitnehmenden stark. Ausserdem wird in vielen GAV der Ferienanspruch ab dem 50. Altersjahr erhöht. Dies zeigt, dass die Arbeitgeber die Gewährung von mehr Ferien für ältere Arbeitnehmende als sinnvolle und praktikable Massnahme zum Ausgleich der hohen Arbeitsbelastung anerkennen.

Initiative „6 Wochen Ferien für alle“: Investition in Gesundheit und Leistungsfähigkeit
Für Travail.Suisse ist klar, dass die heutige hohe Arbeitsbelastung viele Arbeitnehmende krank macht und deren langfristige Leistungsfähigkeit markant reduziert. Deshalb reichte sie im Juni 2009 Volksinitiative „6 Wochen Ferien für alle“ ein, welche die Erhöhung des minimalen Ferienanspruchs von vier auf sechs Wochen für alle Arbeitnehmenden fordert und vor den parlamentarischen Beratungen steht. Ein wichtiger Schritt, dass endlich eine Lösung für ein akutes Problem in der heutigen Arbeitswelt in die öffentliche und politische Debatte eingebracht werden muss. Der „Ferienrechner“ geht auf diese Problematik ein, indem er dem ermittelten Ferienanspruch des Benutzers/der Benutzerin den Feriengewinn der Initiative bis zum 64. bzw. 65. Altersjahr gegenüberstellt.

02. Juli 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

Bundesrat blauäugig und zynisch

Die hohe Arbeitsbelastung macht heute viele Arbeitnehmende krank und reduziert deren langfristige Leistungsfähgikeit markant. Dadurch entstehen volkswirtschaftliche Kosten von 10 Mia. Franken pro Jahr. Mit seinem Nein zu einer Verbesserung der Ferienregelung weigert sich der Bundesrat, dieses Problem zur Kenntnis zu nehmen. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, ist das zynisch gegenüber den Arbeitnehmenden und wirtschaftspolitisch blauäugig. mehr

Die Leistung der Arbeitnehmenden ist die Basis des Wohlstandes in der Schweiz. Die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaft, die laufenden Umstrukturierungen und der hohe Termindruck haben zu einer massiven Erhöhung der Arbeitsbelastung geführt. Gemäss dem Bericht „Arbeit und Gesundheit“ aus dem Jahr 2009 sind Stress und Zeitdruck mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Gesundheitsrisiko. Dazu kommen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlaflosigkeit, Herz- und Kreislaufstörungen etc. Arbeit macht also immer mehr Arbeitnehmende krank. Dies kostet heute bereits 10 Mia. Franken pro Jahr.

Hohe Arbeitsbelastung gefährdet Gesundheit und Wohlstand
Kurzfristig sind wirtschaftlicher Erfolg und gesundheitsgefährdende Belastung zwar miteinander vereinbar. Auf die lange Sicht werden aber nur Mitarbeitende mit genug Ausgleich und Erholung die hohe Leistung erbringen, die der Schweiz den Wohlstand sichert. Dies gilt umso mehr, je älter die Arbeitnehmenden in der Schweiz aufgrund der demographischen Entwicklung werden. Bereits heute beziehen 20 Prozent der Erwerbstätigen kurz vor der Pensionierung eine Invalidenrente und 40 Prozent der unfreiwilligen vorzeitigen Pensionierungen geschehen aus gesundheitlichen Gründen. Ohne Gegenmassnahmen wird sich die hohe Arbeitsbelastung zusammen mit der demographischen Entwicklung fatal auf den Wohlstand der Schweiz auswirken.

Mehr Ferien für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden
Der gesetzliche Ferienanspruch ist seit 25 Jahren gleich geblieben. Mit der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ will Travail.Suisse den Ausgleich zur gestiegenen Arbeitsbelastung verbessern. Ferien sind dazu der richtige Weg, weil sie eine regelmässige vollständige Regeneration ermöglichen. Zudem sind längere Ferien eine gerechte und tragbare Beteiligung der Arbeitnehmenden am Produktivitätsfortschritt der letzten zwanzig Jahren.

Mit seinem kategorischen Nein zur Travail.Suisse-Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ weigert sich der Bundesrat, das Problem der hohen Arbeitsbelastung überhaupt nur zu Kenntnis zu nehmen. Diese Haltung ist für Travail.Suisse zynisch gegenüber den hoch belasteten Arbeitnehmenden und blauäugig in Bezug auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz.

18. Juni 2010, Martin Flügel, Präsident und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Demographische Herausforderungen bewältigen – mit und nicht gegen die Arbeitnehmenden

Die demographische Entwicklung ist zum Schlagwort derjenigen geworden, die die Altersvorsorge abbauen wollen. Dabei steht die Schweiz zur Bewältigung dieser Veränderung vor viel grösseren Herausforderungen. Für Travail.Suisse stehen die Unterstützung junger Familien, eine zukunftsgerichtete Migrationspolitik und die Förderung der langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden im Vordergrund, wie die Delegierten an ihrer Versammlung heute in Bern unterstrichen. Sie konnten zudem zur Kenntnis nehmen, dass die Verbände von Travail.Suisse bereits gegen 20’000 Unterschriften gegen die Aushöhlung der Arbeitslosenversicherung gesammelt haben. mehr

Die bisherige politische Diskussion zur demographischen Entwicklung konzentriert sich seit zwanzig Jahren auf die Altersvorsorge. Diese Sichtweise ist für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, viel zu eng. Handlungsbedarf besteht vielmehr bei der Unterstützung der jungen Familien, der Migrationspolitik und der Förderung der langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden. Stichworte dazu sind Aus- und Weiterbildung, Erholung, Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit. Die Delegierten von Travail.Suisse haben deshalb an ihrer heutigen Versammlung eine Resolution verabschiedet, mit der sie das Parlament auffordern, die Travail.Suisse-Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ als Beitrag zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden zu verstehen und als Teil einer umfassenden Antwort auf die demographische Entwicklung zu unterstützen.

AHV-Revision: Übungsabbruch gefordert

In einer weiteren Resolution fordern die Delegierten das Parlament auf, die aktuelle AHV-Revision abzubrechen. Die einseitige, auf Leistungsabbau ausgerichtete Vorlage hat vor dem Volk keine Chance. Jetzt muss Bundesrat Burkhalter zusammen mit den Sozialpartnern einen ausgewogenen, mehrheitsfähigen Vorschlag zum Umbau der AHV erarbeiten, in dem die Leistungs- und Finanzierungsseite gleichwertig behandelt werden. Eine sichere AHV – das hat sich mehrmals gezeigt – ist der Bevölkerung etwas wert.

Referendum Arbeitslosenversicherung auf Kurs: 20’000 Unterschriften gesammelt

Das Referendum gegen die Aushöhlung der Arbeitslosenversicherung hat an der Basis von Travail.Suisse ein starkes Engagement ausgelöst. Die Verbände haben einen schnellen Start hingelegt und die Delegierten konnten mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass nach drei Wochen bereits gegen 20’000 Unterschriften gesammelt wurden. Das Referendum ist also auf Kurs, das Zustandekommen steht ausser Frage.

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Resolution AHV DV 23 4 2010.doc 31 KB

Resolution Ferien DV 23 4 2010.doc 43 KB

Bild Travail. Suisse DV Martin Flügel.doc 448 KB

Bild Travail.Suisse DV Referent Ludwig Gaertner.doc 522 KB

Bild Travail.Suisse DV.doc 119 KB

23. April 2010, Martin Flügel, Präsident und Therese Schmid, Leiterin Administration Drucker-icon