Aktuell – Abstimmungen

Mehr Ferien – keine unbezahlbare Forderung

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat umfangreiche Untersuchungen zu den Ferienregelungen in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) von Branchen und Unternehmen durchgeführt. Daraus wird vor allem eines ersichtlich: Die Höhe der Ferienansprüche steht in keinem klaren Zusammenhang zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Branche.

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PD Gesamtarbeitsvertragliche Ferienansprüche und Arbeitsproduktivität.doc 39 KB

Beilage Tabelle GAV PD Artikel Ferien 2010 02 08.pdf 202 KB

08. Februar 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

IV-Zusatzfinanzierung: Ein wichtiger Schritt zur Gesundung ist getan

Heute hat die Schweizer Bevölkerung gezeigt, dass sie zu einer soliden Invalidenversicherung steht. Mit der Zusatzfinanzierung sind allerdings keineswegs alle Sorgen der IV vom Tisch. Soll die IV wirklich saniert werden, braucht es nun neue Ansätze. Travail.Suisse fordert deshalb im Rahmen der 6. IV-Revision, dass Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, Behinderte zu beschäftigen. Mit noch mehr Druck auf die Arbeitnehmenden und IV-Bezüger/innen allein wird sich die IV nicht sanieren lassen. mehr

Travail.Suisse ist erfreut, dass mit dem heutigen Ja der IV die dringend benötigten Zusatzeinnahmen gewährt werden. Von den bürgerlichen Parteien und der Arbeitgeberseite wird nun wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass für die weiteren Sanierungsschritte einfach der Druck auf die Arbeitnehmenden und die IV-Bezüger/innen weiter erhöht wird. Nur auf deren Buckel wird sich die IV aber nicht sanieren lassen. Die Arbeitgeberseite wird auf die eine oder andere Weise mithelfen müssen, die IV zu sanieren. Der Anstieg der Rentenfälle ist nämlich zu einem guten Teil auch darauf zurück zu führen, dass wir in einer Wirtschaftwelt leben, welche nicht mehr allen Menschen einen Platz zugesteht. Das wird sich von alleine nicht so schnell ändern.

Eingliederung aus Rente: Ja, aber dann richtig

Die ersten Vorschläge zur 6. IV-Revision liegen auf dem Tisch. Neu soll das Credo „Eingliederung aus der Rente gelten“. IV-Bezüger/innen mit einem Potenzial zur Wiedereingliederung sollen in den Arbeitsmarkt reintegriert werden. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange die dafür benötigten Arbeitsplätze bereit gestellt werden. Wer aber die IV-Bezüger/innen zu Eingliederungsmassnahmen verpflichtet und ihnen die Rente streicht, ohne die notwendigen Arbeitsplätze anzubieten, der arbeitet auf deren Abschieben in die Arbeitslosenversicherung und die Sozialhilfe hin. Das ist keine Alternative und nicht tragbar.

Keine Sanierung der IV ohne die Verpflichtung der Arbeitgeber

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der gute Wille der Arbeitgeber für eine vermehrte Anstellung von Personen mit einer Behinderung allein nicht ausreicht. Für Travail.Suisse braucht es eine klare Verpflichtung der Arbeitgeberseite, diese Stellen zu schaffen. Die Arbeitgeberseite hat die Wahl: Entweder wird sie langfristig mit zusätzlichen Beiträgen zur Sanierung der IV beitragen müssen. Oder sie verpflichtet sich, jene Anzahl Jobs bereit zu stellen, welche es für eine echte Eingliederungsoffensive braucht.

Schweizer Wirtschaft beschäftigt wenig Behinderte

Im Vergleich zum benachbarten Ausland beschäftigt die Schweizer Wirtschaft sehr wenig behinderte Personen. Während Behinderte in der Schweiz kein Prozent der Erwerbstätigen ausmachen, sind es in Deutschland und Frankreich rund 4 Prozent. Diese Länder haben Pflichtquoten, welche zu einer Erreichung eines hohen Eingliederungsziels beitragen.

Würde die Schweiz einen ähnlichen Anteil an Stellen für Behinderte reservieren wie das benachbarte Ausland, wäre die IV weitgehend saniert! Deshalb braucht es in der 6. IV-Revision dringend eine Verpflichtung für Arbeitgeber, die erforderlichen Stellen anzubieten.

27. September 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Stress und Zeitdruck sind die häufigsten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

Mehr Erholung ist dringend nötig. Trotz des guten allgemeinen Gesundheitszustandes der Erwerbstätigen bestehen arbeitsbedingte Belastungen und Risiken, die während der aktuellen Rezession wohl noch zunehmen. Längerfristig führt dies zu vermehrten Gesundheitsbeeinträchtigungen, Absenzen und Kostenfolgen in Milliardenhöhe.

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PD Stress und Zeitdruck sind die häufigsten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz.doc 45 KB

07. September 2009, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

Mehr Erholung als Ausgleich zur hohen Arbeitsbelastung ist dringend nötig

Zwei Drittel der Arbeitnehmenden leiden bei der Arbeit unter Stress und Zeitdruck. Der Zeitdruck am Arbeitsplatz hat weiter zugenommen. Die Kosten der gesundheitlichen Folgen von hoher Arbeitsbelastung werden auf 10 Mia. Franken pro Jahr geschätzt. Das können wir uns nicht leisten. Erholung, wie von der Travail.Suisse-Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ gefordert, ist also dringend nötig. mehr

Die heute vom SECO veröffentlichte Studie „Arbeit und Gesundheit“ gibt einen Überblick über die Gesundheit der Erwerbsbevölkerung in der Schweiz. Insgesamt schätzen die Erwerbstätigen ihren Gesundheitszustand als gut ein. Gleichzeitig werden aber grosse Risiken sichtbar, die von der Arbeit ausgehen. So leiden beispielsweise 62 Prozent der Erwerbstätigen unter Stress und Zeitdruck und gut 40 Prozent geben an, am Arbeitsplatz grossen psychischen und nervlichen Belastungen ausgesetzt zu sein. Insbesondere die psychischen Belastungen haben in den letzten Jahren noch einmal zugenommen und werden in der Rezession weiter steigen. Dies zeigt, dass die Belastungsgrenze für viele Arbeitnehmende erreicht ist. Ein Ausgleich der hohen Belastung durch mehr Erholung ist dringend notwendig. Die Travail.Suisse-Initative „6 Wochen Ferien für alle“, die einen solchen Ausgleich fordert, kommt also zur richtigen Zeit.

Kosten der Arbeitsbelastung: 10 Mia. Franken pro Jahr

Mehr Erholung durch mehr Ferientage ist nicht gratis. Ein Erholungstag kostet ca. 0.4 Prozent der Lohnsumme. Gesamtwirtschaftlich bedeutet das, dass ein Tag mehr Ferien ca. 1.2 Mia. Franken kostet. Da der durchschnittliche Ferienanspruch in der Schweiz bereits bei fünf Wochen liegt, belaufen sich die Kosten der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ auf ca. 6 Mia. Franken. Im Vergleich zu den vom SECO geschätzten Kosten der hohen Arbeitsbelastung von ca. 10 Mia. Franken pro Jahr ist das also eine lohnende Investition.

05. August 2009, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

6 Wochen Ferien für alle – die Initiative ist zustande gekommen

Mit 107’639 gültigen Unterschriften hat die Bundeskanzlei heute die Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ als zustande gekommen erklärt. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden und die ihr angeschlossenen Verbände freuen sich darüber. mehr

Die Bundeskanzlei hat heute grünes Licht gegeben. Die Volksinitiaive « 6 Wochen Ferien für alle » ist mit 107’639 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisaion der Arbeitnehmenden und die ihr angeschlossenen Verbände freuen sich über dieses gute Resultat. Jetzt müssen sich Bundesrat und Parlament mit der Initiative befassen. Damit kommen die Themen Arbeitsbelastung und Erholung endlich auf die politische Agenda.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Arbeitsbelastung stark zugenommen. Das Arbeitstempo ist gestiegen und die Arbeitsinhalte verdichten sich immer mehr. Dies und die zunehmende Flexibilität, die von den Arbeitnehmenden gefordert wird, verursachen Stress. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden leidet heute unter dem zunehmenden Druck am Arbeitsplatz. Das darf nicht sein. Alle Arbeitnehmenden in der Schweiz sollen genügend Zeit haben, sich von der steigenden Arbeitsbelastung erholen zu können. Deshalb ist es wichtig, dass das gesetzliche Minimum von 4 auf 6 Wochen bezahlter Ferien pro Jahr angehoben wird.

15. Juli 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

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