Aktuell – Abstimmungen

Bundesrat blauäugig und zynisch

Die hohe Arbeitsbelastung macht heute viele Arbeitnehmende krank und reduziert deren langfristige Leistungsfähgikeit markant. Dadurch entstehen volkswirtschaftliche Kosten von 10 Mia. Franken pro Jahr. Mit seinem Nein zu einer Verbesserung der Ferienregelung weigert sich der Bundesrat, dieses Problem zur Kenntnis zu nehmen. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, ist das zynisch gegenüber den Arbeitnehmenden und wirtschaftspolitisch blauäugig. mehr

Die Leistung der Arbeitnehmenden ist die Basis des Wohlstandes in der Schweiz. Die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaft, die laufenden Umstrukturierungen und der hohe Termindruck haben zu einer massiven Erhöhung der Arbeitsbelastung geführt. Gemäss dem Bericht „Arbeit und Gesundheit“ aus dem Jahr 2009 sind Stress und Zeitdruck mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Gesundheitsrisiko. Dazu kommen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlaflosigkeit, Herz- und Kreislaufstörungen etc. Arbeit macht also immer mehr Arbeitnehmende krank. Dies kostet heute bereits 10 Mia. Franken pro Jahr.

Hohe Arbeitsbelastung gefährdet Gesundheit und Wohlstand
Kurzfristig sind wirtschaftlicher Erfolg und gesundheitsgefährdende Belastung zwar miteinander vereinbar. Auf die lange Sicht werden aber nur Mitarbeitende mit genug Ausgleich und Erholung die hohe Leistung erbringen, die der Schweiz den Wohlstand sichert. Dies gilt umso mehr, je älter die Arbeitnehmenden in der Schweiz aufgrund der demographischen Entwicklung werden. Bereits heute beziehen 20 Prozent der Erwerbstätigen kurz vor der Pensionierung eine Invalidenrente und 40 Prozent der unfreiwilligen vorzeitigen Pensionierungen geschehen aus gesundheitlichen Gründen. Ohne Gegenmassnahmen wird sich die hohe Arbeitsbelastung zusammen mit der demographischen Entwicklung fatal auf den Wohlstand der Schweiz auswirken.

Mehr Ferien für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden
Der gesetzliche Ferienanspruch ist seit 25 Jahren gleich geblieben. Mit der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ will Travail.Suisse den Ausgleich zur gestiegenen Arbeitsbelastung verbessern. Ferien sind dazu der richtige Weg, weil sie eine regelmässige vollständige Regeneration ermöglichen. Zudem sind längere Ferien eine gerechte und tragbare Beteiligung der Arbeitnehmenden am Produktivitätsfortschritt der letzten zwanzig Jahren.

Mit seinem kategorischen Nein zur Travail.Suisse-Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ weigert sich der Bundesrat, das Problem der hohen Arbeitsbelastung überhaupt nur zu Kenntnis zu nehmen. Diese Haltung ist für Travail.Suisse zynisch gegenüber den hoch belasteten Arbeitnehmenden und blauäugig in Bezug auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz.

18. Juni 2010, Martin Flügel, Präsident und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Demographische Herausforderungen bewältigen – mit und nicht gegen die Arbeitnehmenden

Die demographische Entwicklung ist zum Schlagwort derjenigen geworden, die die Altersvorsorge abbauen wollen. Dabei steht die Schweiz zur Bewältigung dieser Veränderung vor viel grösseren Herausforderungen. Für Travail.Suisse stehen die Unterstützung junger Familien, eine zukunftsgerichtete Migrationspolitik und die Förderung der langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden im Vordergrund, wie die Delegierten an ihrer Versammlung heute in Bern unterstrichen. Sie konnten zudem zur Kenntnis nehmen, dass die Verbände von Travail.Suisse bereits gegen 20’000 Unterschriften gegen die Aushöhlung der Arbeitslosenversicherung gesammelt haben. mehr

Die bisherige politische Diskussion zur demographischen Entwicklung konzentriert sich seit zwanzig Jahren auf die Altersvorsorge. Diese Sichtweise ist für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, viel zu eng. Handlungsbedarf besteht vielmehr bei der Unterstützung der jungen Familien, der Migrationspolitik und der Förderung der langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden. Stichworte dazu sind Aus- und Weiterbildung, Erholung, Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit. Die Delegierten von Travail.Suisse haben deshalb an ihrer heutigen Versammlung eine Resolution verabschiedet, mit der sie das Parlament auffordern, die Travail.Suisse-Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ als Beitrag zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden zu verstehen und als Teil einer umfassenden Antwort auf die demographische Entwicklung zu unterstützen.

AHV-Revision: Übungsabbruch gefordert

In einer weiteren Resolution fordern die Delegierten das Parlament auf, die aktuelle AHV-Revision abzubrechen. Die einseitige, auf Leistungsabbau ausgerichtete Vorlage hat vor dem Volk keine Chance. Jetzt muss Bundesrat Burkhalter zusammen mit den Sozialpartnern einen ausgewogenen, mehrheitsfähigen Vorschlag zum Umbau der AHV erarbeiten, in dem die Leistungs- und Finanzierungsseite gleichwertig behandelt werden. Eine sichere AHV – das hat sich mehrmals gezeigt – ist der Bevölkerung etwas wert.

Referendum Arbeitslosenversicherung auf Kurs: 20’000 Unterschriften gesammelt

Das Referendum gegen die Aushöhlung der Arbeitslosenversicherung hat an der Basis von Travail.Suisse ein starkes Engagement ausgelöst. Die Verbände haben einen schnellen Start hingelegt und die Delegierten konnten mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass nach drei Wochen bereits gegen 20’000 Unterschriften gesammelt wurden. Das Referendum ist also auf Kurs, das Zustandekommen steht ausser Frage.

Anhang Grösse

Resolution AHV DV 23 4 2010.doc 31 KB

Resolution Ferien DV 23 4 2010.doc 43 KB

Bild Travail. Suisse DV Martin Flügel.doc 448 KB

Bild Travail.Suisse DV Referent Ludwig Gaertner.doc 522 KB

Bild Travail.Suisse DV.doc 119 KB

23. April 2010, Martin Flügel, Präsident und Therese Schmid, Leiterin Administration Drucker-icon

Gesamtarbeitsvertragliche Ferienansprüche im Industrie-Sektor

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, führt die umfangreichen Untersuchungen zu den Ferienansprüchen in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) von Branchen und Unternehmen weiter. Insgesamt wurden über 220 GAV mit mehr als 1’330’000 Unterstellten erfasst. Klare Trends sind allerdings schwer auszumachen. Dies bestätigt auch der nachfolgende Blick auf ein-zelne Vertragswerke und Wirtschaftszweige im 2. Sektor.

Anhang Grösse

PD Ferienansprüche im Industriesektor.doc 156 KB

19. April 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

Arbeitslosenversicherung aushöhlen – Nein!

Anhang Grösse

Argumentarium 4 AVIG-Revision lang.doc 155 KB

30. März 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Bundesrat gefährdet Gesundheit der Arbeitnehmenden und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist empört über das schroffe Nein des Bundesrates zur Initiative „6 Wochen Ferien für alle“. Offenbar sind dem Bundesrat die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden in der Schweiz nichts wert. Das ist gesundheitspolitisch inakzeptabel und wirtschaftspolitisch bedenklich. mehr

Die Leistung der Arbeitnehmenden ist die Basis des Wohlstandes in der Schweiz. Die Einführung neuer Technologien und die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaft an die Produktivität der Arbeitnehmenden haben zu einer massiven Verdichtung der Arbeit geführt. Gemäss dem Bericht „Arbeit und Gesundheit“ aus dem Jahr 2009 sind Stress und Zeitdruck mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Gesundheitsrisiko. Die Belastungsgrenze ist für viele Arbeitnehmende erreicht, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit überschritten.

Die hohe Belastung am Arbeitsplatz kostet heute bereits 10 Mia. Franken pro Jahr. Kurzfristig sind wirtschaftlicher Erfolg und gesundheitsgefährdende Belastung vielleicht miteinander vereinbar. Auf die lange Sicht werden aber nur gesunde Mitarbeitende mit genug Ausgleich und Erholung die hohe Leistung erbringen, die der Schweiz den Wohlstand sichert. Dies gilt umso mehr, je älter die Arbeitnehmenden in der Schweiz aufgrund der demographischen Entwicklung werden.

Der gesetzliche Ferienanspruch ist seit 25 Jahren gleich geblieben. Mit der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ will Travail.Suisse den Ausgleich zur gestiegenen Arbeitsbelastung verbessern und zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden beitragen. Das Nein des Bundesrates ist deshalb gesundheitspolitisch inakzeptabel und wirtschaftspolitisch bedenklich.

24. März 2010, Martin Flügel, Präsident und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon